Simiyu (Region)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Simiyu
UgandaRuandaBurundiKeniaSomaliaMosambikMalawiDemokratische Republik KongoSambiaSambiaDaressalamUnguja KusiniUnguja Mjini MagharibiUnguja KaskaziniPemba NorthPemba SouthTangaPwaniLindiMtwaraKilimandscharoManyaraDodomaMorogoroRuvumaIringaNjombeMbeyaSongweSingidaArushaMaraMwanzaKageraShinyangaGeitaSimiyuKigomaRukwaKataviTaboraLage
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Bariadi
Fläche 23.808 km²
Einwohner 1.584.157 (2012)
Dichte 67 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-30
Koordinaten: 2° 48′ S, 33° 59′ O

Simiyu ist eine der 31 Regionen in Tansania. Die Hauptstadt ist Bariadi. Im Norden grenzt Simiyu an die Region Mara, im Osten an die Region Arusha, im Süden an die Region Singida und im Westen an die Regionen Shinyanga und Mwanza. Im Nordwesten grenzt der Distrikt an den Victoriasee.

Bei Ipililo, 40 km südlich von Bariadi
Landschaft bei Bariadi

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region hat eine Größe von 23.808 Quadratkilometer und rund 1,6 Millionen Einwohner (Stand 2012).[1] Es gibt zwei Regenzeiten, eine von Oktober bis Dezember und die zweite von Februar bis Mai, dazwischen liegen zwei Trockenzeiten. Der jährliche Niederschlag liegt bei 600 bis 900 Millimeter, in einigen Landesteilen auch darunter. Die Temperatur reicht von 18 bis 31 Grad Celsius.[2] Das Gebiet wird in den Victoriasee entwässert, der größte Fluss ist der Simiyu.[3] Die Region ist geprägt von sanft hügeligen Ebenen mit wenig Vegetation, lokal durchbrochen von einigen Miombo-Wäldern. Das Gebiet wird in drei Zonen unterteilt:

  • Der Norden hat Jahresniederschläge von 700 bis 900 Millimeter und ist für Ackerbau und Viehzucht gut geeignet.
  • Im Südosten sind die Niederschläge unter 700 Millimeter im Jahr. Es gibt eine starke Bodenerosion, die die Erträge des Ackerbaus schmälert.
  • Der Südwesten ist stärker hügelig, hat Niederschläge zwischen 700 und 800 Millimeter im Jahr und einen fruchtbaren Lehmboden.[4]


Klimatabelle Bariadi
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 27,7 27,9 27,9 27,2 26,7 27 26,9 27,7 29 29,8 28,2 27,1 Ø 27,8
Min. Temperatur (°C) 17,2 17,3 17,6 17,7 17,2 15,7 14,9 15,6 17 17,9 17,8 17,7 Ø 17
Temperatur (°C) 22,4 22,6 22,7 22,4 21,9 21,3 20,9 21,6 23 23,8 23 22,3 Ø 22,3
Niederschlag (mm) 96 81 137 158 67 9 2 7 18 41 110 117 Σ 843
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
27,7
17,2
27,9
17,3
27,9
17,6
27,2
17,7
26,7
17,2
27
15,7
26,9
14,9
27,7
15,6
29
17
29,8
17,9
28,2
17,8
27,1
17,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
96
81
137
158
67
9
2
7
18
41
110
117
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Simiyu wurde 2012 gegründet.[2] Davor war das Gebiet ein Teil der Regionen Shinyanga und Mwanza.[5]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird verwaltungstechnisch in fünf Distrikte unterteilt:[6]

Distrikte der Region Simiyu
Karte mit Hauptstraßen in Grün Distrikt Bevölkerung 2002 Bevölkerung 2012
Simiyu-Region.svg Bariadi 339.300 422.916
Busega 170.649 203.597
Itilima 264.304 313.900
Maswa 304.402 344.125
Meatu 248.214 299.619
Gesamt 1.326.869 1.584.157

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung gehört zur Ethnie der Sukuma.[7] Im Jahr 2012 waren über fünfzig Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt und unter fünf Prozent waren älter als 60. Die Region hat einen starken Frauenüberhang, auf 100 Frauen kommen 92 Männer. Die Alphabetisierung der Über-Fünfjährigen betrug 61 Prozent bei Männern und 56 Prozent bei Frauen (Stand 2012).[8]

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: In Simiyu gibt es 523 Grundschulen, 514 staatliche und neun private. Von den dafür notwendigen 9448 Lehrkräften sind 6912 vorhanden. Von den 148 weiterführenden Schulen sind 140 staatlich und acht privat geführt. Hier ist etwa die Hälfte der benötigten Lehrer vorhanden. In der Region gibt es eine freie Universität und drei private Lehrerausbildungsstätten (Stand 2017).[7] Von den Über-Fünfjährigen sprachen 52 Prozent Swahili, sechs Prozenht Swahili und Englisch und 42 Prozent waren Analphabeten (Stand 2012).[9]
  • Gesundheit: In der Region gibt es vier staatliche Krankenhäuser, vierzehn Gesundheitszentren und 191 Apotheken (Stand 2017).[7]
  • Wasser: 46 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser (Stand 2017).[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Personen über zehn Jahren waren 66 Prozent beschäftigt, neun Prozent im Haushalt tätig (Kochen, Hygiene, Pflege), neunzehn Prozent in Ausbildung, zwei Prozent arbeitslos und vier Prozent nicht arbeitsfähig (Stand 2012).[10] Zwölf Prozent der Haushalte hatten Zugang zu Elektrizität, achtzig Prozent hatten ein Telefon, elf Prozent ein Fernsehgerät und ein Prozent einen Computer (Stand 2015).[11]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist mit 75 Prozent der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Region, sie beschäftigt rund 80 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung. Für die Selbstversorgung werden hauptsächlich Mais, Hirse, Reis, Süßkartoffeln und Maniok angebaut, für den Verkauf bestimmt sind Baumwolle, Erdnüsse und Sonnenblumen. Mit 150.000 Tonnen Baumwolle ist Simiyu der führende Baumwollproduzent in Tansania.

Quelle: [2]

Neben dem Ackerbau ist auch die Viehzucht wichtig. In der Region werden 1,5 Millionen Rinder, 674.402 Ziegen, 254.746 Schafe, 1.501.146 Hühner und 1.723 Schweine gehalten (Stand 2017).[12]

Fischerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Distrikt Busega, der an den Viktoriasee grenzt, ist die Fischerei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.[7]

Imkerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2589 Imkern wurden in 4790 Bienenstöcken 61.500 Liter Honig produziert (Stand 2017).[7]

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verarbeitung von Baumwolle und der Erzeugung von Sonnenblumenöl gibt es saisonale Gewerbebetriebe.[7]

Bodenschätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Distrikt Meatu wird Salz abgebaut.[7]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giraffe in der Serengeti

Die Hauptattraktion für den Fremdenverkehr ist der Serengeti-Nationalpark. Weitere Anziehungspunkte sind Wildreservate und der Victoriasee.[13]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straßen: Die Region hat ein Straßennetz von insgesamt 4731 Kilometer. Davon sind 335 Kilometer Hauptverkehrsstraßen und 532 Kilometer Regionalstraßen. Asphaltiert sind davon 142 Kilometer, der Rest sind Schotter- und Lehmstraßen.[7] Die wichtigste Straßenverbindung ist die von der Hauptstadt Bariadi nach Norden und Süden führende Nationalstraße.[14]
  • Eisenbahn: Durch den südöstlichsten Teil der Region führt die 378 Kilometer lange Bahnlinie von Mwanza nach Tabora, wo diese auf die Zentralbahn (Central Line) nach Dodoma und Daressalam trifft.[15][14]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Serengeti-Nationalpark: Fast 12.000 Quadratkilometer des Serengeti-Nationalparks liegen in Simiyu.
  • Maswa Wildreservat: Das Areal wurde ursprünglich als Pufferzone zwischen besiedeltem Land und Nationalpark und als Jagdgebiet eingerichtet. Wegen der großen Anzahl von Löwen und Leoparden wird er nicht nur von Jägern besucht.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simiyu Regional Website

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tanzania Regional Profiles, 24.Simiyu Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 16, abgerufen am 6. November 2019.
  2. a b c Simiyu Region, About Us, History. The United Republic of Tanzania, abgerufen am 6. November 2019 (Suaheli).
  3. Map 500k--xa36-4. Abgerufen am 7. November 2019.
  4. Simiyu Region, Investment Guide. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2017, S. 5–6, abgerufen am 6. November 2019.
  5. Basic Demographic and Socio-Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 2014, S. 20, abgerufen am 7. November 2019.
  6. Postcodes Simiyu Region 39000. Tanzania Communications Regulatory Authority (TCRA). 2012.
  7. a b c d e f g h i Simiyu Region, Publications, Reports, Regionaler Newsletter. (pdf) Abgerufen am 15. Februar 2017 (Suaheli).
  8. Tanzania Regional Profiles, 24.Simiyu Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 19, 64, abgerufen am 6. November 2019.
  9. Tanzania Regional Profiles, 24.Simiyu Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 69, abgerufen am 6. November 2019.
  10. Tanzania Regional Profiles, 24.Simiyu Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, März 2016, S. 87, abgerufen am 6. November 2019.
  11. Shinyanga, Simiyu - Tanzania - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 7. November 2019.
  12. Simiyu Region, Investment Guide. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2017, S. 3, abgerufen am 6. November 2019.
  13. Wildlife and Tourism | Simiyu Region. Abgerufen am 7. November 2019.
  14. a b Trunk Roads Network. (pdf) Abgerufen am 7. November 2019.
  15. Central Corridor Railway Revitalization and Energy Efficiency Project. Abgerufen am 7. November 2019.
  16. Maswa Game Reserve. In: Safaris and Expeditions. Abgerufen am 7. November 2019 (amerikanisches Englisch).