Tanga (Region)

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Tanga
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Tanga
Fläche 27.348 km²
Einwohner 2.045.205 (2012)
Dichte 75 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-25
Politik
Regionalkommissar Martine Reuben Shigela
Koordinaten: 5° 4′ S, 39° 6′ O

Tanga ist eine der insgesamt 31 Verwaltungsregionen Tansanias. Sie liegt im Nordosten des Staates, ihre Hauptstadt heißt ebenfalls Tanga.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region ist 27.348 Quadratkilometer groß und hat rund 2 Millionen Einwohner (Volkszählung 2012).[1][2][3]

Der Fluss Pangani

Tanga besteht aus:

  • Der Ebene des Flusses Umba im Nordosten: Der Umba entspringt in den Usambara-Bergen. Hier fällt viel Niederschlag in der Saison der kurzen Regenfälle, sodass der Fluss seinen höchsten Wasserstand im Dezember hat.
  • Der Ebene des Flusses Pangani im Südwesten: Der Fluss entspringt am Kilimandscharo und Mount Meru in der Region Kilimandscharo. Wichtige Nebenflüsse sind der Mkomazi und der Luengera, die in den Usambara-Bergen entspringen.[4][5]
  • Den Usambara-Bergen zwischen den Ebenen der Flüsse Umba und Pangani: Die höchste Erhebung ist der Sungwi mit 2293 Metern.[6]
  • Dem Küstenstreifen und den vorgelagerten Inseln am Indischen Ozean.[7]

In der Region Tanga gibt es verschiedene Klimazonen, vom subtropischen ozeanischen Hochlandklima (Cwb nach der effektiven Klimaklassifikation) über tropischem Monsunklima (Am) bis zu ozeanischem Klima (Cfb). Sechzig Prozent der Fläche haben jedoch tropisches Savannenklima (Aw).[8]

Klimatabelle Tanga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32,3 33 33,3 31,1 29,7 29,3 28,5 28,6 29,2 30,2 31,2 32,2 Ø 30,7
Min. Temperatur (°C) 23,4 23,4 23,6 22,3 22,3 20,9 20,1 19,8 20,1 21,1 22,4 23,2 Ø 21,9
Temperatur (°C) 27,8 28,2 28,4 27,1 26 25,1 24,3 24,2 24,6 25,6 26,8 27,7 Ø 26,3
Niederschlag (mm) 30 27 98 225 294 84 69 63 78 106 140 76 Σ 1290
T
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32,3
23,4
33
23,4
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31,1
22,3
29,7
22,3
29,3
20,9
28,5
20,1
28,6
19,8
29,2
20,1
30,2
21,1
31,2
22,4
32,2
23,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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106
140
76
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: climate-data.org

Nachbarregionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kilimandscharo Republik Kenia Flag of Kenya.svg
Manyara Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Indischer Ozean
Morogoro Pwani

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde in den Ausläufern des Pare und des Usambara-Gebirges zeigen, dass das Land schon zur Eisenzeit besiedelt war. Die Hauptstadt Tanga wurde im 14. Jahrhundert von persischen Händlern gegründet. Im 16. und 17. Jahrhundert dominierte die Ethnie der Shamba das Gebiet, im 18. Jahrhundert überfielen osmanische Araber die Küste. Ab 1840 drangen arabische und swahilische Händler ins Landesinnere vor, um Elfenbein und Sklaven zu kaufen. In den 1880er Jahren geriet das Land unter deutsche Herrschaft, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges übernahmen es die Engländer. Das Gebiet um Tanga gehörte zu Tanganjika, bis dieses die Unabhängigkeit erlangte.[9] Die Region hieß ursprünglich Provinz Tanga. Diese beinhaltete jedoch auch die Distrikte Same und Mwanga, die jetzt zur Region Kilimandscharo gehören.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Tanga wird in elf Distrikte untergliedert. Davon sind acht Land-Distrikte (District Council = DC) und drei Stadt-Distrikte (Town Council = TC oder City Council = CC):[10][11]

Distrikt Einwohner

1988

Einwohner

2002

Einwohner

2012

Einwohner

2016

Bumbuli (DC) n/a n/a n/a 174.938
Handeni (DC) 250.244 248.633 355.702 302.466
Handeni (TC) n/a 55.335 79.056 86.434
Kilindi (DC) n/a 143.792 236.833 258.937
Korogwe (DC) 218.849 260.238 310.346 264.628
Korogwe (TC) n/a 52.857 68.308 74,683
Lushoto (DC) 357.492 418.652 492.441 363.463
Mkinga (DC) n/a 95.470 118.065 129.084
Muheza (DC) 229.139 182.935 204.461 223.544
Pangani (DC) 37.670 43.920 54.025 59.067
Tanga (CC) 186.818 242.640 273.332 298.842

Der Distrikt Bumbuli wurde 2013 vom Distrikt Lushoto abgespalten.[12]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 waren 43 Prozent der Bevölkerung der Region unter 15 Jahre alt und nur fünf Prozent waren älter als 65 (Stand 2012).[13]

Die größten Volksgruppen in Tanga sind die Shambaa (Sambara), Zigula, Bondei und die zu den Mijikenda zählenden Digo.

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: Im Jahr 1995 gab es in der Region Tanga 678 Grundschulen und 41 weiterführende Schulen.[14] Von den Über-Fünfjährigen besuchte ein Drittel eine Schule, acht Prozent hatten die Schule abgebrochen, vierzig Prozent eine Schule abgeschlossen und zwanzig Prozent hatten nie eine Schule besucht (Stand 2012).[15]
  • Gesundheit: In der Region gab es 13 Krankenhäuser, 17 Gesundheitszentren und 248 Apotheken (Stand 1996).[16]
Bahnhof Tanga
Flughafen Tanga

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den über Zehn-Jährigen waren 62 Prozent beschäftigt, acht Prozent im Haushalt tätig, 24 Prozent in Ausbildung, zwei Prozent arbeitslos und vier Prozent arbeitsunfähig. Von den Beschäftigten arbeiteten mehr als drei Viertel in der Landwirtschaft (Stand 2012).[17]

  • Landwirtschaft: Von den 1.700.000 Hektar Ackerland wurde 1997 nur ein Viertel bewirtschaftet.[18] Hauptsächlich angebaut wurden Mais, Maniok, Bananen und Reis. An Nutztieren gehalten wurden vor allem Geflügel, Ziegen, Rinder und Schafe (Stand 2012).[19]
  • Fischzucht ist in der Region nicht üblich. Weniger als ein Prozent der Haushalte beschäftigte sich damit.[20]
  • Tourismus: Die bekanntesten Ziele für den Fremdenverkehr in der Region sind die Seestrände am Indischen Ozean, wie Pangani Beech und die Usambara-Berge.[21]
  • Straßen: Die Region Tanga hat ein Straßennetz von 3907 Kilometer. Davon sind 327 Kilometer asphaltierte Nationalstraßen und 1485 Kilometer Regionalstraßen, von denen 176 Kilometer asphaltiert sind (Stand 2018).[22][23] Die wichtigsten Verbindungen sind die Nationalstraßen T2 und T13. Die T2 durchquert die Region von Süden nach Norden, von ihr zweigt die T13 ab, die durch die Hauptstadt Tanga weiter nach Kenia führt.[24]
  • Eisenbahn: Die Tanga-Bahnlinie wurde im Jahr 2007 eingestellt, aber 2019 wieder eröffnet. Sie führt von der Hauptstadt Tanga am Fuß des Usambara-Gebirges nach Moshi und weiter nach Arusha.[25]
  • Flughafen: Westlich der Hauptstadt Tanga liegt der Flughafen Tanga mit einer asphaltierten Piste von 1260 Meter.[26]
  • Hafen: Tanga ist ein kleiner Seehafen mit einem Jahresumschlag von 700.000 Tonnen (Stand 2019).[27]
  • Energie: Am Fluss Pangani liefern zwei Laufkraftwerke elektrische Energie: Das Pangani-Fall-Kraftwerk wurde 1994 eröffnet und hat eine Nennleistung von 68 MW. Das Hale-Kraftwerk ging im Jahr 1961 ans Netz und hat eine Nennleistung von 21 MW.[28][29]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amboni Höhlen
Tongoni Ruinen
  • Amani-Naturschutzgebiet: Am südlichsten Teil der Usambara-Berge liegt dieses 8380 Hektar große Waldgebiet in den Distrikten Muheza und Korogwe in einer Seehöhe zwischen 300 und 1100 Metern.[30]
  • Amboni-Höhlen: Diese Höhlen sind Kalksteinhöhlen aus dem Jura, die acht Kilometer nördlich der Stadt Tanga liegen. Von zehn erforschten Höhlen ist eine für Führungen geöffnet.[31]
  • Tongoni-Ruinen: Tongoni war im 15. Jahrhundert ein florierendes Handelszentrum. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen einer Moschee und vierzig Gräber. Jetzt ist Tongoni ein kleines Fischerdorf 17 Kilometer südlich von Tanga.[32]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Bureau of Statistics & Office of Chief Government Statistician: Basic Demographic and Socio-Economic Profile, Statistical Tables, Tanzania Mainland. Dar es Salaam, Zanzibar 2014, auf www.tanzania.go.tz, PDF-Dokument S. 15 (englisch)
  2. Tanga Region, Socio Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 1997, S. 1, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  3. Tanzania in Figures 2018. (pdf) The United Republic of Tanzania, Juni 2019, S. 17, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  4. Temporal Flow Variations: A Challenge for Water Management in Tanzania. University of Dar Es Salaam, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  5. Pangani River System. (pdf) Pangani Basin Water Board, 2011, S. 6, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  6. Tanzania Mountains, Tanga. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  7. Maps for the world, Map 500k--xb37-1. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  8. Climate Data, Tanga. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  9. Tanga. Encyclopaedia Britannica, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  10. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 15, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  11. Makadirio ya Idadi ya Watu katika Majimbo ya Uchaguzi kwa Mwaka 2016. (PDF) The United Republic of Tanzania, S. 6, abgerufen am 19. April 2022.
  12. Gideon George: Bumbuli: Surmounting growing pains with optimism. Daily News, 18. Mai 2014, abgerufen am 19. April 2022 (englisch).
  13. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 20, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  14. Tanga Region, Socio Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 1997, S. 116–118, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  15. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 78, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  16. Tanga Region, Socio Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 1997, S. 132, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  17. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 96–97, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  18. Tanga Region, Socio Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 1997, S. 160–164, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  19. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 133, 136, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  20. Tanzania Regional Profiles, 05 Tanga Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 138, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  21. Popote Africa,Tanga Region. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  22. Tanga Region, Socio Economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, April 1997, S. 82, abgerufen am 29. Oktober 2019.
  23. TANROADS Official Website :: Regional Roads Network. Abgerufen am 28. Januar 2020.
  24. Mapcarta, Tanga. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  25. Daily News, Tanga-Moshi Railway relaunched. 31. Oktober 2019, abgerufen am 31. Oktober 2019.
  26. World Airport Codes, Tanga. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  27. Tanzania Ports Authority, Tanga Seaport. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  28. Tanzania Electric Supply Company, Pangani Hydro System. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  29. Tanzania Electric Supply Company, Hale Hydro Power Plant. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  30. Tanzania Forest Services, Amani Nature Reserve. The United republic of Tanzania, abgerufen am 31. Oktober 2019.
  31. Tanzania Tourist Board, Amboni Caves. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  32. TouristLink, Tongoni Ruins. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  33. Diocese of TANGA. Abgerufen am 8. Juni 2020.