Simone Lange

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Simone Lange (2018)

Simone Lange (* 24. Oktober 1976 in Rudolstadt) ist eine deutsche Politikerin (SPD), ehemalige Abgeordnete im Landtag von Schleswig-Holstein und seit dem 15. Januar 2017 Oberbürgermeisterin von Flensburg. Im April 2018 kandidierte sie für das Amt der Bundesvorsitzenden der SPD.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simone Lange wuchs im thüringischen Rudolstadt auf, damals eine Kreisstadt im Bezirk Gera (DDR), und machte 1995 ihr Abitur am Gymnasium Fridericianum.[2] Nachdem sie ihr Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz 1998 als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) im Fachbereich Polizei abgeschlossen hatte, war sie von 1999 bis 2012 als Sachbearbeiterin bei der Kriminalpolizei in Flensburg beschäftigt. Nach eigenen Angaben studierte sie von 2005 bis 2007 Allgemeines Management.[2]

Sie ist getrennt lebende Mutter zweier schulpflichtiger Töchter.[3] Über ihren Partner kam sie mit der dänischen Volksgruppe in Südschleswig in Kontakt, die Kinder gehen auf eine örtliche dänische Schule.[2][4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunal- und Landespolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simone Lange (2013)

Lange trat 2003 in die SPD ein und bekleidete in Flensburg verschiedene Parteiämter. Sie war von 2008 bis 2012 im Rat der Stadt Flensburg und dort Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Von 2013 bis 2016 war sie Kreisvorsitzende der SPD Flensburg.

Vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2012 nominierte die SPD sie im Landtagswahlkreis Flensburg als Direktkandidatin. Sie erhielt 34,2 % der abgegebenen Stimmen. Das sind 8,9 Prozent mehr als die bisherige Wahlkreisabgeordnete Susanne Herold (CDU), die nur 25,3 % erhielt.[5] Damit zog Simone Lange in den Landtag von Schleswig-Holstein ein.

In der SPD-Landtagsfraktion nahm sie die Funktionen der Polizeipolitischen Sprecherin und der Sprecherin für Gleichstellungspolitik wahr. Sie war die stellvertretende Vorsitzende des Innen- und Rechtsausschusses des Landtags und stellvertretendes Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss. In ihrer politischen Laufbahn hat sie sich unter anderem für die Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten und für die Einführung eines Polizeibeauftragten eingesetzt.[6]

Am 28. Juli 2015 wurde bekanntgegeben, dass Lange bei der Wahl des Flensburger Oberbürgermeisters im Jahr 2016 gegen Amtsinhaber Simon Faber (SSW) antreten werde.[7] Bei der Wahl am 5. Juni 2016 unterstützten sie neben ihrer eigenen Partei auch die CDU und das Bündnis 90/Die Grünen. Lange erhielt im ersten Wahlgang 51,4 Prozent der Stimmen; der bis zum 15. Januar 2017 amtierende Oberbürgermeister Faber (SSW) erhielt 22,8 Prozent der Stimmen.[8][9] Im November 2016 legte Lange wegen der bevorstehenden Vereidigung als Oberbürgermeisterin von Flensburg ihr Landtagsmandat nieder. Am 15. Januar 2017 leistete sie ihren Amtseid und trat ihr Amt als Oberbürgermeisterin an.[10][11]

Kandidatur als Parteivorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 2018 gab Lange ihre Kandidatur für den Bundesvorsitz der SPD bekannt. Lange trat gegen Andrea Nahles an und erklärte: „Ich werbe für eine Basiskandidatur und möchte den Mitgliedern wieder eine Stimme geben und sie an diesem Entscheidungsprozess ernsthaft beteiligen“.[12][13]

Am 20. Februar 2018 verband Simone Lange ihre Bewerbung um den Bundesvorsitz mit einem Votum gegen die GroKo, einen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD: „Ich glaube, der Geist des Koalitionsvertrages ist weder gut für das Land noch für die SPD. […] Ich werde beim Entscheid gegen den Vertrag und damit auch gegen die Große Koalition stimmen.“ Sie begründete: „Ich finde auf den 180 Seiten zu viel Unverbindlichkeit. In dieser Vereinbarung stehen zu oft die Wörter ‚wollen’ und ‚beabsichtigen’ statt ‚werden’.“[14][15] Und: „Wir leben in einer Zeit, in der die Armut in Deutschland so groß ist wie noch nie. Und da hat die Sozialdemokratie ihre Aufgabe. Der Koalitionsvertrag, der uns jetzt vorliegt, ist keine Abkehr von der Agenda-Politik. Es gibt noch einen zweiten Grund: Ich befürchte, dass das Erstarken der AfD damit dann auch vorgezeichnet ist.“[16]

Am 2. März 2018 gab Simone Lange bekannt, dass sie die in der SPD-Satzung vorgeschriebene Unterstützung von mindestens drei Ortsvereinen besitze und damit offiziell für den Parteivorsitz kandidieren könne.[17]

Sie fordert ein neues Grundsatzprogramm für die SPD und äußerte sich zu der unter Kanzler Gerhard Schröder beschlossenen Hartz-IV-Gesetzgebung mit „Wer Fehler macht, muss sich dafür entschuldigen. Das müssen wir auch.“[18]

Auf dem außerordentlichen Parteitag in Wiesbaden am 22. April 2018 unterlag Lange Nahles mit 172 von 631 abgegebenen Stimmen, was einem Anteil von 27,6 Prozent entspricht.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simone Lange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. tagesschau.de: Lange kündigt „ernsthafte Kandidatur“ um SPD-Vorsitz an. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  2. a b c Lebenslauf. simone-lange.de, abgerufen am 21. April 2018.
  3. welt.de: Simone Lange – Die Sahra Wagenknecht der SPD. Abgerufen am 18. April 2018.
  4. fla.de: Flensborg Avis – Mit liv med danmark. Abgerufen am 21. April 2018.
  5. Ergebnispräsentation der vorangegangenen Wahlen in Schleswig-Holstein. Landtagswahl 2012 (06.05.2012) – Ergebnis, Erststimme, 03 Flensburg. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 15. Mai 2012, abgerufen am 17. Juli 2018.
  6. Kieler Nachrichten vom 7. November 2015: Grüne wollen Polizeibeauftragten.
  7. Flensburger Tageblatt 18. Mai 2016: Die Herausforderin.
  8. Ostthüringische Zeitung 6. Juni 2016: Gebürtige Rudolstädterin ist neue Oberbürgermeisterin von Flensburg.
  9. Ostthüringer Zeitung 7. Juni 2016: Ehemalige Rudolstädterin feiert Wahlsieg in Flensburg.
  10. Ostthüringische Zeitung 13. Januar 2017: Rudolstädterin ist OB in Flensburg.
  11. Stadt Flensburg: Oberbürgermeisterin Simone Lange.
  12. Mein Anschreiben an den Bundesvorstand. Mitteilung der Kandidatur. simone-lange.de, 18. Februar 2018, abgerufen am 17. Juli 2018.
  13. Handelsblatt.com 13. Februar 2018: Diese Frau will neue SPD-Chefin werden.
  14. Epoch Times 21. Februar 2018: Kandidatin für SPD-Vorsitz wendet sich gegen GroKo.
  15. SHZ 21. Februar 2018: Simone Lange: „Werde gegen die GroKo stimmen“.
  16. NDR 21. Februar 2018: Große Koalition? – „Ich stimme dagegen!“ (siehe Tondokument)
  17. Simone Lange 2. März 2018 Personalvorschläge von Ortsvereinen.
  18. Heute eine Rebellin. In: Süddeutsche Zeitung. 20. April 2018.
  19. Andrea Nahles auf SPD-Parteitag zur Parteichefin gewählt. spiegel.de, 22. April 2018, abgerufen am 22. April 2018.