Solund

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Solund
Solund (Norwegen)
Solund
Solund
Basisdaten
Kommunennummer: 1412 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Sogn og Fjordane
Verwaltungssitz: Hardbakke
Koordinaten: 61° 6′ N, 4° 54′ O61.14.9Koordinaten: 61° 6′ N, 4° 54′ O
Fläche: 219,10 km²
Einwohner:

799 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner je km²
Sprachform: Nynorsk
Verkehr
Straße: 606
Bahnanschluss: keine
Nächster int. Flughafen: Flughafen Bergen
Politik
Bürgermeister: Ole Gunnar Krakhellen (H) (2011)
Lage in der Provinz Sogn og Fjordane
Lage der Kommune in der Provinz Sogn og Fjordane
Luftaufnahme der Inseln
Fahrt durch den Steinsund

Solund ist eine Kommune in der norwegischen Provinz Sogn og Fjordane.

Geografie[Bearbeiten]

Solund ist die westlichste Inselgemeinde Norwegens, und die einzige Gemeinde in Sogn og Fjordane, die nur aus Inseln besteht. Die beiden größten Inseln sind Sula und Ytre Sula. Weitere Inseln sind Losna, Steinsundøy, Nesøy, Ospa, Rånøy, Færøy, Lågøy und Hågøyna. Der westlichste Punkt Norwegens ist Holmebåen auf den winzigen Utvær-Inseln, die fast unbewohnt sind. Auf einer dieser Felsklippen liegt der Leuchtturm von Utvær.

Im Norden grenzt Solund an die Gemeinde Askvoll, im Osten an Fjaler und Hyllestad, im Süden an Gulen und die Öffnung des Sognefjords und im Westen an die offene Nordsee.

Geschichte[Bearbeiten]

1858 entstand die Kommune Utvær aus den zwei Untergemeinden von Solund and Husøy, die aus der Pfarrgemeinde von Gulen herausgelöst wurden. Die Bevölkerung belief sich damals auf 1.384 Personen. Zum Jahresbeginn 1888 kam das Gehöft Krakken im äußersten Nordosten Sulas aus der Gemeinde Hyllestad mit 17 Köpfen hinzu, sowie im Norden acht Bauernhöfe aus der Gemeinde Hersvikbygda mit insgesamt 317 Personen. Am 1. Juli 1890 änderte die Gemeinde ihren Namen in Sulen. Per königlichen Erlass wurde die Schreibweise am 16. November 1923 in Solund geändert.

The altnorwegische Name Sólund bezeichnete ursprünglich die Insel Sula. Die Bedeutung dieses Namens ist unbekannt. In altnorwegischer Zeit wurde das Meer zwischen Norwegen und Schottland Sólundirhaf genannt, das bedeutet Meer von Solund.[2]

Zum Jahresbeginn 1964 wechselte die Insel Losna von Gulen zu Solund.[2][3]

Das Wappen stammt aus moderner Zeit und wurde am 16. Februar 1990 verliehen. Es entstand in Anlehnung an das Wappen der mittelalterlichen Adelsfamilie von Losna. Civic heraldry of Norway - Norske Kommunevåpen. Heraldry of the World, abgerufen am 9. Juni 2015.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit rund 840 Einwohnern ist Solund eine der bevölkerungsärmsten Gemeinden Norwegens. Die meisten dieser Menschen leben auf den Hauptinseln Sula und Ytre Sula, verstreut über Dörfer und kleine Ansiedlungen:

Bevölkerung nach Ansiedlungen
Gemeinde Einwohnerzahl
Hardbakke 246 Einwohner
Storøy/Dalesund 139 Einwohner
Nesefjord 89 Einwohner
Kolgrov/Trovåg 62 Einwohner
Hjønnevåg 59 Einwohner
Strand/Oddekalv 53 Einwohner
Færøy/Leknessund 52 Einwohner
Hersvikbygda 42 Einwohner
Austrefjord/Dumbefjord 26 Einwohner
Indrevær/Utvær 11 Einwohner
Krakhella 6 Einwohner
Losnegard 4 Einwohner
Der Ospa-Sund
Bevölkerungsentwicklung[4]
Jahr Anzahl
1769 855
1951 1.802
1960 1.695
1970 1.376
1980 1.211
1990 1.144
2000 959
2010 878


Verwaltung und Politik[Bearbeiten]

Hardbakke, der Verwaltungssitz

Verwaltungszentrum ist das Dorf Hardbakke auf Sula.

Solunds Gemeinderat, die Kommunestyre, besteht aus 15 Abgeordneten, die für vier Jahre gewählt werden. Für die Periode 2011 – 2015 erzielten:[5]

Der Bürgermeister für 2011 – 2015 ist Ole Gunnar Krakhellen; er gehört der Høyre-Partei an.

Religion[Bearbeiten]

Die norwegische Kirche unterhält eine Pfarrgemeinde in Solund. Die Gemeinde verfügt über drei Kirchen. Sie gehört zum Dekanat Nordhordland der Diözese Bjørgvin.

Kirchen in Solund
Name Ort Baujahr
Hersvik kirke Hersvikbygda 1892
Husøy kirke Kolgrov 1896
Solund kirke Hardbakke 1869

Wirtschaft[Bearbeiten]

Felsformation im Norden der Gemeinde

Die Fischerei ist das wichtigste Gewerbe in Solund. In der Schiffswerft Solund Verft[6] arbeiten 21 Beschäftigte. Die Inselwelt von Solund ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber, Bootstouristen und Sportfischer.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Utvær
Der Leuchtturm von Utvær

Gåsvær[Bearbeiten]

Gåsvær ist eine der äußersten Inseln im Norden Solunds. Es liegt weit im Westen ausgesetzt im Meer zwischen dem Lågøyfjord und der Mündung des Bachs Gåsværosen. Unmittelbar vor der Insel liegen Fischbänke. Vermutlich kann Gåsvær auf eine lange Handelstradition zurückblicken. 1767 hatte die Insel ein eigenes Gasthaus. Der ältere Teil des charakteristischen Haupthauses datiert aus dem 18. Jahrhundert. Ein anderer Teil wurde aus dem Holz eines gescheiterten Segelschiffs gebaut.[7]

Utvær[Bearbeiten]

Utvær ist der westlichste feste Punkt Norwegens. Die Insel hat keine festen Bewohner mehr, aber im Leuchtturm tun zwei Personen Dienst. Man erreicht die Insel per Boot. Ein Fahrdienst auf Abruf ist das ganze Jahr über von Kolgrov aus verfügbar. Im Sommer wird Betrieb nach Fahrplan ab Hardbakke, Eivindvik und Korssund angeboten.

Die Provinzregierung bestimmte die Inselgruppe und die See um Utvær als Naturschutzgebiet. Davon ausgenommen sind Utvær selbst und die unmittelbar umgebenden Gewässer. Die Denkmalschutzbehörde Riksantikvaren schlug vor, den Leuchtturm als Denkmal einzustufen.

Im Mittelalter stand eine Kapelle im Süden der Siedlung. Das erste schriftliche Zeugnis davon erschien in einem Werk von Bjørgynar Kalveskinn aus dem Jahr 1320. Die Kapelle hatte Einkünfte aus Spenden und Fischerei-Abgaben. Im 17. Jahrhundert besaß die Kapelle 15 Kühe und 27 Schafe, die verliehen wurden. Im späteren 17. Jahrhundert wurde sie von schottischen Piraten ausgeraubt.[7]

Die Kapelle war aus Holz erbaut und hatte eine Grundfläche von etwa 7,5 m x 6,3 m. Rund 120 Gemeindemitglieder fanden darin Platz. Die Glocke von 1641 befindet sich in der Heibergske Samlingar in Kaupanger. Pro Jahr fanden vier Gottesdienste statt. Die Priester setzte per Boot von Eivindvik aus über. Bei schlechtem Wetter strandete er oft auf Inseln, die näher am Festland lagen. 1718 wurde die Kapelle auf die Insel Husøy verlegt. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Straumen kirke eingeweiht war, wurde die Kapelle abgerissen.

Der Leuchtturm brannte infolge eines Luftangriffs der Alliierten im Februar 1945 ab. 1948 – 1952 wurde er neu erbaut. Der Neubau hat eine andere Gestalt als sein Vorgänger. Der Balkon oben war zuvor ein Stockwerk tiefer gelegen.[7]

Arboretum[Bearbeiten]

Im Küsten-Arboretum in Hardbakke werden hauptsächlich einheimische Bäume und Pflanzen vorgestellt. Die Sammlung von Rhododendren ist im Sommer sehenswert. Vom Arboretum aus bietet ein 5 km langer Fußpfad über abwechslungsreiches Gelände mannigfaltige Aussicht über den äußeren Sognefjord. Ein anderer markierter Wanderpfad führt hinauf auf den Berg Ravnenipa.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014
  2. a b Jukvam, Dag: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. Statistics Norway, abgerufen am 9. Juni 2015 (PDF, norwegisch).
  3.  Rygh,Oluf: Norske gaardnavne: Nordre Bergenhus amt. 12 Auflage. W. C. Fabritius & sønners bogtrikkeri, Kristiania 1919, S. 215–217 (http://www.dokpro.uio.no/perl/navnegransking/rygh_ng/rygh_bla.prl?enhid=191924&avid=42819, abgerufen am 9. Juni 2015).
  4. Norwegische Bevölkerungsstatistiken, abgerufen am 10. Juni 2015
  5. Members of the local councils, by party/electoral lists and municipality (Norwegian) Statistics Norway. 2011. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. Website der Solund Verft, abgerufen am 13. Juni 2015
  7. a b c d e Solund in Norway. GoNorway.no, abgerufen am 13. Juni 2015 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Solund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien