Super 8 (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Super 8
Originaltitel Super 8
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie J. J. Abrams
Drehbuch J. J. Abrams
Produktion Steven Spielberg,
J. J. Abrams,
Bryan Burk
Musik Michael Giacchino
Kamera Larry Fong
Schnitt Maryann Brandon,
Mary Jo Markey
Besetzung

Super 8 ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2011 mit Joel Courtney, Elle Fanning und Kyle Chandler in den Hauptrollen. Regie führte J. J. Abrams, der auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Film von Steven Spielberg, Abrams und Bryan Burk. Der Film lief ab dem 10. Juni 2011 in den Kinos der Vereinigten Staaten, in Deutschland war er ab dem 4. August, in Österreich erstmals tags darauf zu sehen.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1979 dreht eine Gruppe von Teenagern in der fiktiven Kleinstadt Lillian, Ohio, einen Zombie-Kriminalfilm mit einer Super-8-Kamera. Beim nächtlichen Dreh einer Szene am Bahnhof werden sie Zeugen eines Zugunglücks. Ein durchfahrender Zug entgleist, als ein Pickup auf die Gleise fährt und mit dem Zug kollidiert. Die Teenager entgehen dem Unglück nur knapp. Der Fahrer des Pickups entpuppt sich als Dr. Woodward, der Biologielehrer der örtlichen Mittelschule, der schwer verletzt überlebt. Er warnt die Kinder, nichts von ihrer Anwesenheit bei dem Unglück zu erzählen und den Unglücksort sofort zu verlassen. Beim Verlassen des Unglücksortes nehmen sie den Film aus der umgestürzten Kamera mit, die trotzdem weiter den Ablauf des Unglücks gefilmt hat. Außerdem nimmt Joe einen der unzähligen an der Unglücksstelle liegenden Metallwürfel an sich.

Während sie auf die Entwicklung des Films warten müssen, finden die Teenager heraus, dass der Zug der US Air Force gehört hat. Das Militär sperrt den Unglücksort ab und sammelt die verstreut liegenden Metallwürfel ein. Außerdem durchkämmen sie die Stadt ohne dass die Einwohner merken, wonach sie suchen. Nach dem Unglück passieren im Ort merkwürdige Dinge. Sämtliche Hunde fliehen aus der Stadt, zahlreiche Elektro-Bauteile aus Strommasten, Lichtmaschinen und Motoren wie auch anderen Geräten verschwinden. Joes Metallwürfel entwickelt ein Eigenleben und macht sich plötzlich selbständig, durchschlägt eine Hauswand und wird vom örtlichen Wasserturm angezogen. Schließlich verschwinden auch Menschen, neben dem Sheriff der Stadt auch Alice, die in dem Film der Teenager die weibliche Hauptrolle gespielt hatte und in die sich Joe während der Dreharbeiten zuvor verliebt hat. Joes Vater, der Hilfssheriff der Stadt ist, versucht in Abwesenheit des verschwundenen Sheriffs die mysteriösen Vorgänge aufzuklären.

Das Militär inszeniert einen Flächenbrand und evakuiert unter diesem Vorwand die Stadt. Die Teenager entdecken auf dem entwickelten Super-8-Film, dass bei dem Zugunglück eine riesenhafte Kreatur aus dem Zug geklettert ist. Auf der Suche nach ihrer Freundin Alice fahren sie zurück in die evakuierte Stadt zur Schule, um etwas über ihren Biologielehrer herauszufinden. Dieser hatte bis 1963 an militärischen Forschungen der Air Force an einem außerirdischen Wesen teilgenommen, das offenbar von der Erde fliehen möchte. Wegen der an ihm durchgeführten Experimente hat es mittlerweile einen Hass auf die Menschen entwickelt. Dr. Woodward kam während der Forschungsarbeiten mit dem Wesen in Berührung und erkannte dadurch die friedliche Intention des Wesens. Offenbar wollte Dr. Woodward mit dem Zugunglück der Kreatur ermöglichen, aus dem Militärzug zu fliehen und nach Hause zurückzukehren. Nach dieser Erkenntnis werden die Jungen vom Militär wegen des unerlaubten Wiederbetretens der Stadt festgenommen und mit einem Militärbus abtransportiert. Auf der Fahrt aus der Stadt wird der Militärbus von der Kreatur angegriffen, die Teenager können jedoch gerade noch entkommen, während die Soldaten im Bus getötet werden.

Die Teenager kehren erneut in die durch das Militär besetzte Stadt zurück. Sie wollen auf dem Friedhof nach dem außerirdischen Wesen und ihrer Freundin Alice suchen, denn Joe hat das Wesen zwei Nächte zuvor dort graben sehen. Die Stadt Lillian ist inzwischen ein riesiges Schlachtfeld. Die Air Force hat die Kontrolle über die Stadt übernommen und will mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Wesen vorgehen. Die eingesetzten Waffen geraten jedoch außer Kontrolle. Auf dem Friedhof der Stadt entdecken Cary und Joe unterhalb einer Garage eine tiefe Aushöhlung. Hier finden sie die bewusstlose Alice, die wie viele andere von der Kreatur in einer Art Komazustand versetzt wurde. Sie erkennen, dass der Außerirdische aus den verschwundenen Metallgegenständen eine Maschine gebaut hat.

Nach einem explosiven Ablenkungsmanöver können Cary und Joe Alice aus ihrem Zustand aufwecken und befreien. Gemeinsam mit zwei mittlerweile auch wieder erwachten gefangenen Menschen wollen sie aus dem Höhlensystem unter dem Friedhof fliehen. Das gelingt nicht. Die Kreatur verfolgt sie und treibt sie in eine Sackgasse. Erst als Joe auf sie einredet und ihr erklärt, dass er nicht gegen sie ist, lässt die Kreatur von ihnen ab. Sie werden von dem Wesen nicht wie erwartet getötet.

Anschließend springt die von der Kreatur entworfene Maschine an. Wie von einem riesigen Elektromagneten werden alle Metallgegenstände, unter anderem auch die Metallwürfel, zu dem mit dem Magneten verbundenen Wasserturm hingezogen. Durch die Maschine werden die Metallwürfel zu einem Raumschiff zusammengesetzt und mit diesem verlässt die Kreatur die Erde.

Im Abspann wird der fertige Super-8-Film der Teenager gezeigt. Auch die Szene, die sie unmittelbar vor dem Zugunglück gedreht hatten, wurde dabei übernommen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abrams und Spielberg arbeiteten zusammen an der Handlung des Films.[4] Zuerst wurde berichtet, dass Super 8 entweder eine Fortsetzung oder ein Prequel zum Film Cloverfield sei,[5] doch dies wurde von Abrams schnell dementiert.[6] Die Dreharbeiten begannen im Herbst 2010. Ein erster Teaser wurde im April desselben Jahres eigenständig gedreht.[7] Es war die erste Zusammenarbeit von Abrams, Amblin Entertainment, Bad Robot Productions und Paramount Pictures,[8] die Dreharbeiten fanden in Weirton, West Virginia von September bis Oktober 2010 statt.[9]

Bei Produktionskosten von etwa 50 Millionen US-Dollar wurden weltweit ca. 260 Millionen US-Dollar eingespielt. Dabei wurden am Eröffnungswochende 12,2 Millionen US-Dollar und in den USA insgesamt 127 Millionen US-Dollar eingenommen. Außerhalb der USA wurden etwa 133 Millionen US-Dollar eingespielt.[10]

Veröffentlichung und Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film feierte am 9. Juni 2011 Premiere in Australien, Hongkong, Singapur, Thailand und der Ukraine und lief einen Tag später in den Vereinigten Staaten an.[3]

Von über 260 ausgewerteten Kritiken der Rezensionssammlung Rotten Tomatoes erhielt der Film 82 % positive Bewertungen mit durchschnittlich 7,4 von 10 Punkten.[11]

Jamie Graham vom britischen Magazin Total Film gab dem Film fünf Sterne: „Wie Spielberg hat Abrams ein Auge für Ehrfurcht, sein geschicktes Arrangement unauslöschlicher Bilder – ein Panzer der durch einen Kinderspielplatz rollt, eine handlungszentrale Landmarke, eingerahmt in der Distanz durch ein schmales Loch in einer Schlafzimmerwand – kennzeichnen ihn als einen geborenen Geschichtenerzähler“.[12] Richard Corliss vom Time-Magazin schrieb eine ähnlich positive Kritik und nannte ihn „den spannendsten, mitfühlendsten Mainstream-Film des Jahres.“[13] Ulrike Schröder von der Zeitschrift Cinema gab dem Film die Bestnote und bezeichnete ihn als „modernen Klassiker“. Er erinnere an Spielberg-Filme wie ‚E.T. – Der Außerirdische‘, sei hochspannend und setze auf Witz und Schreckeffekte.[14]

„Liebevolle, auch autobiografische Hommage an das Genrekino der späten 1970er- und 1980er-Jahre, die durch eine sorgfältige Gestaltung besticht und eine Lanze für ein Kino bricht, das eine Balance zwischen schauträchtigem Spektakel und emotional berührender Erzählung findet.“

Lexikon des internationalen Films[15]

„Vielleicht ist es bei so viel Retro-Seligkeit nur folgerichtig, dass ‚Super 8‘ ein Thriller ist, dem der Thrill, die Spannung, in weiten Teilen abgeht – er will die Gemüter ja streicheln, nicht aufrütteln. Zudem kommt die in Serien wie ‚Lost‘ und Filmen wie ‚Cloverfield‘ zum Markenzeichen erhobene Stärke Abrams’, Mysterien bis zum Gehtnichtmehr auszureizen, hier nicht zum Tragen. Allzu brav folgt er dem Gesetz des Alienfilm-Genres, demzufolge das Monster am Ende eben enttarnt und gezeigt werden muss. Wie grandios wäre ‚Super 8‘ vielleicht geworden, hätte sich Abrams in diesem Punkt getraut, seiner eigenen Stimme mehr zu vertrauen.“

Der Spiegel[16]

Die deutschsprachige Free-TV Premiere des Films fand am 24. August 2013 um 20:15 auf ORF eins[17] und Sat.1[18] statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Super 8. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2011 (PDF; Prüf­nummer: 128 406 K).
  2. Alterskennzeichnung für Super 8. Jugendmedien­kommission.
  3. a b Global Sites & Release Dates Page. Super 8, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  4. Brendan Bettinger: A Shot by Shot Description of the SUPER 8 Teaser Trailer; Steven Spielberg Is Producing, J.J. Abrams Is Directing. Collider, 6. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  5. Claude Brodesser-Akner: Vulture Exclusive: We've Got Details on J.J. Abrams’s Secret Movie Trailer for Super 8. New York, 4. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  6. Jada Yuan: J.J. Abrams’s Cloverfield-esque Super 8 Has ‘Nothing Whatsoever to Do With Cloverfield’. New York, 5. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  7. Ace Fernandez, Borys Kit: Details surface on spooky Abrams-Spielberg project. Film Journal International, 7. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  8. More 'Super 8' Viral Goodness Comes Via Snail Mail. Bloody Disgusting, 16. Juli 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  9. Super 8 Shooting Schedule for Weirton. Super 8 News, 23. September 2010, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  10. Super 8. Box Office Mojo, abgerufen am 2. November 2014 (englisch).
  11. Super 8 (2011). Rotten Tomatoes, abgerufen am 25. August 2013 (englisch).
  12. Jamie Graham: Super 8 review. Total Film, 31. Mai 2011, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  13. Richard Corliss: Secret’s Out: J.J. Abrams’ Super 8 Scores. Time, 2. Juni 2011, abgerufen am 6. Juni 2011 (englisch).
  14. Ulrike Schröder: Super 8. In: Cinema. Abgerufen am 21. August 2011 (Ausgabe: August 2011).
  15. Lexikon des Internationalen Films: Super 8, abgerufen am 14. August 2011
  16. Der Spiegel: Nostalgie-Thriller "Super 8", abgerufen am 12. März 2012
  17. ORF-Premiere für Spielbergs Scifi-Geniestreich "Super 8" in einer Mysterynacht
  18. Super 8