Astana Pro Team

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Team Astana)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Astana Pro Team
Pro Team Astana Logo.svg
Teamdaten
UCI-Code AST
Nationalität KasachstanKasachstan Kasachstan
Lizenz UCI WorldTeam
Betreiber Abacanto SA
Gründung 2007
Disziplin Straße
Radhersteller Specialized
Personal
General-Manager KasachstanKasachstan Alexander Winokurow
Team-Manager ItalienItalien Giuseppe Martinelli
Sportl. Leiter KasachstanKasachstan Dmitri Fofonow
KasachstanKasachstan Sergei Jakowlew
KasachstanKasachstan Alexander Schefer
RusslandRussland Dmitri Sedoun
ItalienItalien Paolo Slongo
SlowenienSlowenien Gorazd Štangelj
ItalienItalien Stefano Zanini
Namensgeschichte
Jahre Name
2007–2010
2011
2012–
Astana
Pro Team Astana
Astana Pro Team
Trikot
Trikot Astana Pro Team
Mannschaftsfoto
Mannschaftsfoto Astana Pro Team
Website
www.proteam-astana.com

Das Astana Pro Team ist ein kasachisches Radsportteam mit dem Status als UCI WorldTeam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team wurde 2007 im Zuge der Auflösung des spanischen ProTeams Liberty Seguros gegründet. Am 23. Mai 2006 wurde Teamleiter Saiz im Zuge der Ermittlungen im Dopingskandal Fuentes verhaftet. Hierauf zog sich der Hauptsponsor Liberty Seguros am 25. Mai 2006 zurück, so dass das Team vorübergehend nach dem Co-Sponsor Würth benannt wurde. Neuer Hauptsponsor wurde am 2. Juni 2006 auf Initiative des Fahrers Alexandre Vinokourov[1] ein Konsortium kasachischer Firmen, worauf das Team nach der kasachischen Hauptstadt Astana benannt wurde.[2] Nachdem fünf Fahrer des Aufgebots für die Tour de France 2006 wegen ihrer Verwicklung in die Dopingermittlungen zurückgezogen wurden, durfte die Mannschaft insgesamt nicht starten, da sie die Mindeststarterzahl von sechs Fahrern unterschritt.[3]

Winokurow wollte daraufhin zusammen mit dem kasachischen Konsortium Astana die Betreibergesellschaft „Active Bay“, die das Team „Astana“ betreibt, von den bisherigen Eigentümern Pablo Anton und Manolo Saiz übernehmen. Als Teamchef ab 2007 wollte er den ehemaligen Vuelta-a-España-Gewinner Tony Rominger gewinnen und hatte bereits den ehemaligen Teamchef von T-Mobile, Walter Godefroot, als Berater der sportlichen Leitung ins Team geholt. Alexander Winokurow selbst wollte dann 2008 als Sportlicher Leiter ins Team einsteigen.[4] Am 16. Dezember 2006 widerrief die Lizenzierungskommission des Weltradsportverbands UCI die UCI ProTeam-Lizenz der Betreiberfirma Active Bay, während das kasachische Sponsorenkonsortium sich unter demselben Namen, neuem Management und großen Teilen des Kaders um eine solche Lizenz erfolgreich bewarb.[5]

Bei der Tour de France 2007 wurde Vinokourov des Blutdopings überführt und später gesperrt. Im September 2007 wurde Teammanager Biver durch den früheren Discovery-Manager und Lance-Armstrong-Vertrauten Johan Bruyneel abgelöst,[6] der später wegen seiner Verwicklung in die Dopingaffäre Armstrong lebenslang gesperrte wurde. Unter Bruyneel gewann Alberto Contador die Tour de France 2010; der Erfolg wurde jedoch wegen Dopings aberkannt.

Bruyneel wurde nach Ablauf der Saison 2012 durch Vinokourov abgelöst; Sportlicher Leiter wurde Giuseppe Martinelli,[1] der früher Marco Pantani betreute. Ende des Jahres 2012 beantragte das Team die Mitgliedschaft in der Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport MPCC[7] und suspendierte den Fahrer Andrei Grigorjewitsch Kaschetschkin, weil er sich weigerte, die teaminternen Antidopingregeln zu unterzeichnen.[8]

Unter Martinelli gewann das Team mit Vincenzo Nibali den Giro d’Italia 2013 und die Tour de France 2014.

Nach zwei Dopingfällen der Astana-Fahrer Maxim und Valentin Iglinskiy am Ende der Saison 2014 suspendierte sich das Team entsprechend den Regeln des MPCC selbst und sagte die Teilnahme am Finalrennen der UCI World Tour 2014, der Peking-Rundfahrt, ab.[9] Nach einem weiteren Dopingfall des Stagiaires Ilya Davidenok gab die UCI im Oktober 2014 bekannt, dass die Lizenz-Kommission die ProTeam-Lizenz des Teams näher untersuchen werde.[10] Am 10. Dezember 2014 wurde die WorldTour-Lizenz für 2015 durch die Lizenzkommission der UCI auf Bewährung erteilt. Dem Team wurde zur Auflage gemacht, sich einem Audit des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Lausanne zu unterziehen und unverzüglich die erst 2017 in Kraft tretenden Regeln für UCI WorldTeams anzuwenden. Der Entzug der Lizenz bei weiteren Dopingfällen oder neuen Erkenntnissen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Padua, bei der u.a. eine mögliche Zusammenarbeit des Teams mit dem umstrittenen Sportmediziner Michele Ferrari untersucht wird, wurde ausdrücklich angedroht.[11][12]

Nach Vorlage des Untersuchungsberichts des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Lausanne ISSUL kündigte die UCI am 27. Februar 2015 an, bei der Lizenzierungskommission die Entziehung der Lizenz zu beantragen. Nach den vorliegenden Erkenntnissen habe es große Unterschiede zwischen der proklamierten Anti-Doping-Politik und der Realität der Mannschaft gegeben. Außerdem habe das ausgewertete Material der Staatsanwaltschaft von Padua eine Verwicklung von Teammitgliedern in die dortigen Vorwürfe ergeben.[13][14] Am 23. April 2015 wurde bekannt, dass die Lizenzkommission die Lizenz nicht entzog, aber weitere Auflagen in Zusammenarbeit mit dem ISSUL aufstellte.[15]

Nachdem das Team entgegen den Regeln des MPCC den Niederländer Lars Boom bei der Tour de France 2015 starten ließ, obwohl dieser bei einem Test einen zu niedrigen Cortisol-Level aufwies, wurde sie im darauffolgenden September aus dem MPCC ausgeschlossen.[16]

Mit Ablauf der Saison 2015 wurde Giuseppe Martinelli als Teammanager durch Dimitri Fofonow abgelöst.[17]

Saison 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge in der UCI WorldTour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Sieger
11. März FrankreichFrankreich 5. Etappe Paris–Nizza KasachstanKasachstan Alexei Luzenko
4. April SpanienSpanien 1. Etappe Baskenland-Rundfahrt SpanienSpanien Luis Leon Sanchez
8. April SpanienSpanien 5. Etappe Baskenland-Rundfahrt ItalienItalien Diego Rosa
27. Mai ItalienItalien 19. Etappe Giro d'Italia ItalienItalien Vincenzo Nibali
6.-29. Mai ItalienItalien Gesamtwertung Giro d'Italia ItalienItalien Vincenzo Nibali
8. Juni FrankreichFrankreich 3. Etappe Critérium du Dauphiné ItalienItalien Fabio Aru
11. - 19. Junit SchweizSchweiz Gesamtwertung Tour de Suisse KolumbienKolumbien Miguel Ángel López

Erfolge in der UCI Europe Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
13. Februar FrankreichFrankreich 3. Etappe Mittelmeer-Rundfahrt 2.1 UkraineUkraine Andrij Hrywko
11.-14. Februar FrankreichFrankreich Gesamtwertung Mittelmeer-Rundfahrt 2.1 UkraineUkraine Andrij Hrywko
18. Februar PortugalPortugal 2. Etappe Volta ao Algarve 2.1 SpanienSpanien Luis Leon Sanchez
29.-31. März BelgienBelgien Gesamtwertung Driedaagse van De Panne-Koksijde 2.HC NiederlandeNiederlande Lieuwe Westra
19. April ItalienItalien 1. Etappe Giro del Trentino (MZF) 2.HC KasachstanKasachstan Astana Pro Team
21. April ItalienItalien 3. Etappe Giro del Trentino 2.HC EstlandEstland Tanel Kangert
22. April ItalienItalien 4. Etappe Giro del Trentino 2.HC EstlandEstland Tanel Kangert

Erfolge in der UCI Asia Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
19. Februar OmanOman 4. Etappe Tour of Oman 2.HC ItalienItalien Vincenzo Nibali
16.-21. Februar OmanOman Gesamtwertung Tour of Oman 2.HC ItalienItalien Vincenzo Nibali
24. Februar MalaysiaMalaysia 1. Etappe Tour de Langkawi 2.HC ItalienItalien Andrea Guardini
27. Februar MalaysiaMalaysia 4. Etappe Tour de Langkawi 2.HC KolumbienKolumbien Miguel Ángel López
28. Februar MalaysiaMalaysia 5. Etappe Tour de Langkawi 2.HC ItalienItalien Andrea Guardini
1. März MalaysiaMalaysia 7. Etappe Tour de Langkawi 2.HC ItalienItalien Andrea Guardini
2. März MalaysiaMalaysia 8. Etappe Tour de Langkawi 2.HC ItalienItalien Andrea Guardini

Erfolge in der UCI America Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
23. Januar ArgentinienArgentinien 6. Etappe Tour de San Luis 2.1 KolumbienKolumbien Miguel Ángel López

Nationale Straßen-Radsportmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Sieger
22. Juni LettlandLettland Lettische Meisterschaft - Einzelzeitfahren LettlandLettland Gatis Smukulis
22. Juni KasachstanKasachstan Kasachische Meisterschaft - Einzelzeitfahren KasachstanKasachstan Dmitri Grusdew
26. Juni KasachstanKasachstan Kasachische Meisterschaft - Straßenrennen KasachstanKasachstan Arman Kamyschew
26. Juni LettlandLettland Lettische Meisterschaft - Straßenrennen LettlandLettland Gatis Smukulis

Zugänge – Abgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Team 2015 Abgänge Team 2016
LettlandLettland Gatis Smukulis Team Katusha SlowenienSlowenien Borut Bozic Cofidis, Solutions Crédits
ItalienItalien Eros Capecchi Movistar Team SpanienSpanien Mikel Landa Team Sky
KasachstanKasachstan Artyom Zakharov Seven Riders Cycling Team KasachstanKasachstan Alexander Djatschenko Laufbahn beendet
KasachstanKasachstan Dias Omirzakov Neoprofi EstlandEstland Rein Taaramäe Team Katusha

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikidata-logo S.svg   Name Geburtsdatum  Vorheriges Team 
ITA Valerio Agnoli 6. Januar 1985 Liquigas-Cannondale (2012)
ITA Fabio Aru 3. Juli 1990
KAZ Maxat Ayazbayev 27. Januar 1992 Astana Continental (2014)
NED Lars Boom 30. Dezember 1985 Belkin (2014)
ITA Eros Capecchi 13. Juni 1986 Movistar (2015)
ITA Dario Cataldo 17. März 1985 Sky (2014)
BEL Laurens De Vreese 29. September 1988 Wanty-Groupe Gobert (2014)
KAZ Daniil Fominykh 28. August 1991 Astana Continental (2013)
DEN Jakob Fuglsang 22. März 1985 RadioShack-Nissan (2012)
UKR Andrij Hrywko 7. August 1983 ISD (2009)
KAZ Dmitri Grusdew 13. März 1986 Ulan (2008)
ITA Andrea Guardini 12. Juni 1989 Farnese Vini-Selle Italia (2012)
KAZ Arman Kamyschew 14. März 1991 Astana Continental (2012)
EST Tanel Kangert 11. März 1987 EC Saint-Étienne Loire (2010)
KAZ Bakhtiyar Kozhatayev 28. März 1992 Astana Continental (2014)
COL Miguel Ángel López 4. Februar 1994
KAZ Alexei Luzenko 7. September 1992 Astana Continental (2012)
ITA Davide Malacarne 11. Juli 1987 Europcar (2014)
ITA Vincenzo Nibali 14. November 1984 Liquigas-Cannondale (2012)
KAZ Dias Omirzakov (5. Feb.–31. Dez.) 13. Juli 1992
ITA Diego Rosa 27. März 1989 Androni Giocattoli-Venezuela (2014)
ESP Luis León Sánchez 24. November 1983 Caja Rural-Seguros RGA (2014)
ITA Michele Scarponi 25. September 1979 Lampre-Merida (2013)
LAT Gatis Smukulis 15. April 1987 Katusha (2015)
ITA Paolo Tiralongo 8. Juli 1977 Lampre-NGC (2009)
KAZ Ruslan Tleubajew 3. Juli 1987 Astana Continental (2012)
ITA Alessandro Vanotti 16. September 1980 Liquigas-Cannondale (2012)
NED Lieuwe Westra 11. September 1982 Vacansoleil-DCM (2013)
KAZ Artyom Zakharov (10. Feb.–31. Dez.) 27. Oktober 1991 Seven Rivers (2015)
KAZ Andrei Seiz (10. Feb.–) 14. Dezember 1986 Capec (2005)

Platzierungen in UCI-Ranglisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UCI ProTour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2007 12. DeutschlandDeutschland Andreas Klöden (31.)
2008 2. DeutschlandDeutschland Andreas Klöden (3.)

UCI World Calendar

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2009 1. SpanienSpanien Alberto Contador (1.)
2010 3. KasachstanKasachstan Alexander Winokurow (11.)

UCI World Tour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2011 15. KasachstanKasachstan Alexander Winokurow (15.)
2012 10. TschechienTschechien Roman Kreuziger (20.)
2013 5. ItalienItalien Vincenzo Nibali (5.)
2014 10. ItalienItalien Vincenzo Nibali (5.)
2015 5. ItalienItalien Fabio Aru (5.)

Trikothistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b radsport-news.com vom 23. November 2012:Macht Astana bei der Bewegung für glaubwürdigen Radsport mit?
  2. cyclingnews.com vom 3. Juni 2006: Sáiz's team becomes Astana-Würth
  3. Winokurow darf nicht starten. radsport-news.com, 30. Juni 2006, abgerufen am 16. November 2014.
  4. Dominik Jozic: Godefroot kehrt in den Radsport zurück. Handelsblatt, 21. Juli 2006, abgerufen am 16. November 2014.
  5. cyclingnews.com vom 16. Dezember 2006: Unibet in, Saiz out, ProTour place still possible for Astana
  6. radsport-news.com vom 17. September 2007: Astana will Biver loswerden
  7. Vinokourov applies for MPCC membership for Astana team. VeloNation Press, 26. Dezember 2012, abgerufen am 29. Dezember 2012 (englisch).
  8. Shane Stokes: Kashechkin suspended over refusal to sign Astana team’s internal regulations. velonation.com, 28. Dezember 2012, abgerufen am 29. Dezember 2012 (englisch).
  9. radsport-news.com vom 6. Oktober 2014: Astana für acht Tage suspendiert - kein Start bei Peking-Rundfahrt
  10. radsport-news.com vom 15. Oktober 2014: WorldTour-Lizenz in Gefahr: Dritter Dopingfall im Team Astana
  11. Astana bekommt die WorldTour-Lizenz „auf Bewährung“. radsport-news.com, 11. Dezember 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  12. 2015 UCI WorldTour: Decisions of the Licence Commission. uci.ch, 10. Dezember 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014 (englisch).
  13. Die UCI zeigt Winokurow die Rote Karte. radsport-news.com, 27. Februar 2015, abgerufen am 28. Februar 2015.
  14. The UCI requests withdrawal of Astana Pro Team licence. uci.ch, 27. Februar 2015, abgerufen am 28. Februar 2015 (englisch).
  15. Astana behält seine Lizenz. radsportnews.com, 23. April 2015, abgerufen am 24. April 2015.
  16. Astana aus MPCC ausgeschlossen, Boaro bleibt bei Tinkoff-Saxo. radsport-news.com, 4. September 2015, abgerufen am 4. September 2015.
  17. Martinelli to leave post as general manager in Astana. cyclingnews.com, 13. Dezember 2015, abgerufen am 13. Dezember 2015 (englisch).