Movistar Team

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das bis 2010 Caisse d'Epargne genannte Radsportteam, zur Bankengruppe siehe Groupe Caisse d’Epargne.
Movistar Team
Logo
Teamdaten
UCI-Code MOV
Nationalität SpanienSpanien Spanien
Lizenz UCI WorldTeam
Betreiber Abarca Sports S.L
Gründung 1980
Disziplin Straße
Radhersteller Canyon Bicycles
General-Manager SpanienSpanien Eusebio Unzué
Sportl. Leiter SpanienSpanien José Luis Arrieta
SpanienSpanien Alfonso Galilea
SpanienSpanien José Vicente García
SpanienSpanien José Luis Jaimerena
SpanienSpanien José Luis Laguia
Namensgeschichte
Jahre Name
1980–1989
1990–2000
2001–2003
2004–2005
2005
2006
2007–2010
2011–
Reynolds
Banesto
iBanesto.com
Illes Balears-Banesto
Illes Balears-Caisse d'Epargne
Caisse d'Epargne-Illes Balears
Caisse d'Epargne
Movistar Team
Trikot
Trikot Movistar Team
Website
www.movistarteam.com

Das Movistar Team ist ein spanisches UCI WorldTeam im Straßenradsport mit Sitz in Egüés. Die Mannschaft besteht seit 1980; seitdem fuhr das Team unter mehreren Namen.

Mannschaftsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980–1989: Reynolds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 fuhr die Mannschaft bis 1989 zunächst unter dem Namen des britischen Rohrherstellers Reynolds. In dieser Zeit gewann das Team mit Pedro Delgado die Tour de France 1988, der auch bei der 1989 den dritten Platz belegte.

1990–2004: Banesto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Jahren fuhr das Team unter dem Namen des Sponsorunternehmens Banesto (ab 2001 iBanesto.com, ab 2004 Illes Balears-Banesto). Bekannt wurde Banesto vor allem durch die fünf Siege Miguel Induráins bei der Tour de France von 1991 bis 1995.

Zu Beginn dieser Ära galt zunächst Delgado auch bei Banesto als Kapitän des Teams, was er mit soliden Leistungen bei der Tour (1990: Vierter, 1991: Neunter, 1992: Sechster, 1993: Neunter) durchaus rechtfertigen konnte. Zum Star von Banesto wurde aber Delgados langjähriger Wasserträger Miguel Induráin. Der Spanier erlebte in der Saison 1990 seinen Durchbruch: Er gewann Paris–Nizza, die Clásica San Sebastián und eine Bergetappe der Tour 1990. Mit dem souveränen Erfolg bei der Tour de France 1991 läutete er schließlich die "Ära Indurain" ein, während der er als erster Sportler fünf Toursiege in Folge erringen konnte, zwei davon im Double mit dem Sieg beim Giro d’Italia. Eine ganze Generation von Radrennfahrern scheiterte beim Versuch, Indurain bei der Tour zu besiegen, darunter Claudio Chiappucci, Gianni Bugno und Tony Rominger. Erst 1996 beendete das Team Telekom mit Bjarne Riis und Jan Ullrich die Dominanz von Indurain und Banesto. Zum Abschluss seiner Karriere gewann Indurain noch die Olympischen Spiele im Einzelzeitfahren 1996.

Nach Indurains Abschied konnte das Team Banesto nicht ganz an die enormen Erfolge der frühen 1990er Jahre anknüpfen. Der als Nachfolger vorgesehene Abraham Olano, Straßenrad-Weltmeister von 1995, kam aufgrund von Schwächen im Hochgebirge nicht über einen vierten Platz bei der Tour de France 1997 hinaus. Nach dem Wechsel Olanos 1999 zum Konkurrenten ONCE verpflichtete Banesto als Kapitän den Schweizer Alex Zülle, einen der Protagonisten der Festina-Affäre. Zülle erreichte wenige Wochen nach Ende seiner Dopingsperre bei der Tour 1999 den zweiten Platz hinter Lance Armstrong. Zülle hatte kurioserweise schon beim letzten Toursieg Indurains 1995 den 2. Rang belegt.

Ab Ende der 1990er Jahre überzeugte Banesto vor allem durch seine starken spanischen Bergfahrer wie José María Jiménez, José Vicente Garcia Acosta, Juan Miguel Mercado, die Brüder Aitor Osa und Unai Osa sowie den Italiener Leonardo Piepoli. Als Kapitän der stark verjüngten Mannschaft fungierten nun der Spanier Francisco Mancebo sowie die Russen Denis Menschow und Wladimir Karpez, die bei der Tour 2000, Tour 2003 und Tour 2004 jeweils das Weiße Trikot des besten Jungprofis gewannen.

2004–2010: Illes Baleares & Caisse d'Epargne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 übernahm das Fremdenverkehrsamt der Baleareninseln Mallorca, Menorca, Formentera und Ibiza das Sponsoring des Teams. Das Team startete unter dem Namen „Illes Balears-Banesto“. (Banesto blieb noch ein Jahr als Co-Sponsor erhalten und blieb deshalb am Namensende erwähnt). 2005 stieg die französische Sparkasse Caisse d’Epargne als Co-Sponsor ein und wurde zu Beginn der Saison 2006 Hauptsponsor. Bis Ende 2006 trat Illes Balears noch als Co-Sponsor auf; dann zog das Fremdenverkehrsamt sich aus dem Radsport zurück.

Seit 2005 nimmt die Radsportmannschaft an der UCI ProTour und der Nachfolgeserie UCI WorldTour teil, deren Gesamtwertung mit Alejandro Valverde ein Fahrer des Teams 2006 und 2008 gewinnen konnte. Ebenfalls 2006 konnte sich Óscar Pereiro in die Siegerliste der Tour de France eintragen. Nach der Disqualifikation von Floyd Landis wegen Dopings wurde der bisherige zweitplatzierte Óscar Pereiro zu Sieger erklärt.

Ein weiterer großer Erfolg nach der Ära Banesto ist der Gesamtsieg bei der Vuelta a España 2009 durch Alejandro Valverde. Auch bei Klassikern war das Team erfolgreich. Zwei Siege bei Lüttich–Bastogne–Lüttich und einer beim Flèche Wallonne ebenfalls durch Alejandro Valverde stehen zu Buche. Die Clásica San Sebastián konnten Luis León Sánchez und Alejandro Valverde für das Team gewinnen.

Seit 2011: Movistar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 ist das spanische Telekommunikationsunternehmen Movistar neuer Hauptsponsor. Das Team Movistar konnte bereits 2011 den ersten Sieg mit dem neuen Namen bei der UCI WorldTour feiern. Rui Costa konnte den Grand Prix Cycliste de Montréal gewinnen. 2012 gewann Rui Costa die Tour de Suisse.

Dem Teambetreiber Abarca Sports S.L gehört über die Tochterfirma Abarca Sports Colombia SAS auch das kolumbianische Movistar Continental Team.

Saison 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge in der UCI WorldTour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Sieger
21.-27. März SpanienSpanien Gesamtwertung Katalonien-Rundfahrt KolumbienKolumbien Nairo Quintana
20. April BelgienBelgien Wallonischer Pfeil SpanienSpanien Alejandro Valverde
26. April SchweizSchweiz Prolog Tour de Romandie (EZF) SpanienSpanien Ion Izagirre
28. April SchweizSchweiz 2. Etappe Tour de Romandie KolumbienKolumbien Nairo Quintana
26. April-1. Mai SchweizSchweiz Gesamtwertung Tour de Romandie KolumbienKolumbien Nairo Quintana
24. Mai ItalienItalien 16. Etappe Giro d'Italia SpanienSpanien Alejandro Valverde
7. Juni FrankreichFrankreich 2. Etappe Critérium du Dauphiné SpanienSpanien Jesus Herrada
18. Juni SchweizSchweiz 8. Etappe Tour de Suisse (EZF) SpanienSpanien Ion Izagirre

Erfolge in der UCI Europe Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
21. Februar SpanienSpanien 5. Etappe Ruta del Sol 2.1 SpanienSpanien Alejandro Valverde
17.-21. Februar SpanienSpanien Gesamtwertung Ruta del Sol 2.1 SpanienSpanien Alejandro Valverde
2. April SpanienSpanien Gran Premio Miguel Induráin 1.1 SpanienSpanien Ion Izagirre
8. April FrankreichFrankreich 4. Etappe Circuit Cycliste Sarthe 2.1 SpanienSpanien Juan José Lobato
10. April SpanienSpanien Klasika Primavera 1.1 ItalienItalien Giovanni Visconti
15. April SpanienSpanien 1. Etappe Vuelta a Castilla y León 2.1 KolumbienKolumbien Carlos Betancur
16. April SpanienSpanien 2. Etappe Vuelta a Castilla y León 2.1 SpanienSpanien Alejandro Valverde
17. April SpanienSpanien 3. Etappe Vuelta a Castilla y León 2.1 SpanienSpanien Alejandro Valverde
15.-17. April SpanienSpanien Gesamtwertung Vuelta a Castilla y León 2.1 SpanienSpanien Alejandro Valverde
1. Mai SpanienSpanien 2. Etappe Vuelta a Asturias 2.1 KolumbienKolumbien Carlos Betancur
2. Mai SpanienSpanien 3. Etappe Vuelta a Asturias 2.1 SpanienSpanien Daniel Moreno
7. Mai SpanienSpanien 1. Etappe Vuelta a Madrid 2.1 SpanienSpanien Juan José Lobato
7.-8. Mai SpanienSpanien Gesamtwertung Vuelta a Madrid 2.1 SpanienSpanien Juan José Lobato
17. Juni FrankreichFrankreich 3. Etappe Route du Sud (EZF) 2.1 KolumbienKolumbien Nairo Quintana
18. Juni FrankreichFrankreich 4. Etappe Route du Sud 2.1 SpanienSpanien Marc Soler
16.-19. Juni FrankreichFrankreich Gesamtwertung Route du Sud 2.1 KolumbienKolumbien Nairo Quintana

Erfolge in der UCI America Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
18.-24. Januar ArgentinienArgentinien Gesamtwertung Tour de San Luis 2.1 KolumbienKolumbien Dayer Quintana

Erfolge in der UCI Asia Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Kat. Sieger
5. Februar Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate 3. Etappe Dubai Tour 2.HC SpanienSpanien Juan José Lobato

Nationale Straßen-Radsportmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Rennen Sieger
23. Juni SpanienSpanien Spanische Meisterschaft - Einzelzeitfahren SpanienSpanien Ion Izagirre
23. Juni Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Britische Meisterschaft - Einzelzeitfahren Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alex Dowsett
24. Juni PortugalPortugal Portugiesische Meisterschaft - Einzelzeitfahren PortugalPortugal Nelson Oliveira
25. Juni SpanienSpanien Spanische Meisterschaft - Straßenrennen SpanienSpanien Jose Joaquin Rojas

Zugänge – Abgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Team 2015 Abgänge Team 2016
SpanienSpanien Daniel Moreno Team Katusha ItalienItalien Eros Capecchi Astana Pro Team
KolumbienKolumbien Carlos Betancur Ag2r La Mondiale SpanienSpanien Pablo Lastras Laufbahn beendet
PortugalPortugal Nélson Oliveira Lampre-Merida SpanienSpanien Benat Intxausti Team Sky
SpanienSpanien Jorge Arcas Neoprofi SpanienSpanien Igor Anton Dimension Data
SpanienSpanien Antonio Pedrero Neoprofi FrankreichFrankreich John Gadret
SpanienSpanien Enrique Sanz Southeast-Venezuela

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikidata-logo S.svg   Name Geburtsdatum  Vorheriges Team 
CRC Andrey Amador 29. August 1986 Lizarte (2008)
COL Winner Anacona 11. August 1988 Lampre-Merida (2014)
ESP Jorge Arcas 8. Juli 1992 Lizarte (2015)
COL Carlos Betancur 13. Oktober 1989 AG2R La Mondiale (2015)
ESP Jonathan Castroviejo 27. April 1987 Euskaltel-Euskadi (2011)
GBR Alex Dowsett 3. Oktober 1988 Sky (2012)
ESP Imanol Erviti 15. November 1983
ESP Rubén Fernández 1. März 1991 Caja Rural-Seguros RGA (2014)
ESP Jesús Herrada 26. Juli 1990 Caja Rural (2010)
ESP José Herrada 1. Oktober 1985 Caja Rural (2011)
ESP Gorka Izagirre 7. Oktober 1987 Euskaltel Euskadi (2013)
ESP Ion Izagirre 4. Februar 1989 Euskaltel Euskadi (2013)
ESP Juan José Lobato 30. Dezember 1988 Euskaltel Euskadi (2013)
ITA Adriano Malori 28. Januar 1988 Lampre-Merida (2013)
ESP Daniel Moreno 5. September 1981 Katusha (2015)
ESP Javier Moreno 18. Juli 1984 Caja Rural (2011)
ESP Antonio Pedrero 23. Oktober 1991 Inteja-MMR Dominican (2015)
COL Dayer Quintana 10. August 1992 Lizarte (2013)
COL Nairo Quintana 4. Februar 1990 Colombia es Pasión-Café de Colombia (2011)
ESP José Joaquín Rojas 8. Juni 1985 Astana (2006)
POR Nélson Oliveira 6. März 1989 Lampre-Merida (2015)
ESP Marc Soler 22. November 1993 Lizarte-AD Galibier (2014)
AUS Rory Sutherland 8. Februar 1982 Tinkoff-Saxo (2014)
GER Jasha Sütterlin 4. November 1992 Thüringer Energie (2013)
ESP Alejandro Valverde 25. April 1980 Comunidad Valenciana-Kelme (2004)
ESP Francisco José Ventoso 6. Mai 1982 CarmioOro-NGC (2010)
ITA Giovanni Visconti 13. Januar 1983 Farnese Vini-Neri Sottoli (2011)

Platzierungen in UCI-Ranglisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UCI-Weltrangliste

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
1995 5. SpanienSpanien Miguel Indurain (3.)
1996 17. SpanienSpanien Miguel Indurain (14.)
1997 9. SpanienSpanien Abraham Olano (10.)
1998 6. SpanienSpanien Abraham Olano (3.)
1999 8. SpanienSpanien José María Jiménez (28.)
2000 9. ItalienItalien Leonardo Piepoli (30.)
2001 6. SpanienSpanien Juan Carlos Domínguez (23.)
2002 8. SpanienSpanien Francisco Mancebo (34.)
2003 5. SpanienSpanien Francisco Mancebo (19.)
2004 11. SpanienSpanien Francisco Mancebo (14.)

UCI ProTour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2005 10. SpanienSpanien Francisco Mancebo (15.)
2006 2. SpanienSpanien Alejandro Valverde (1.)
2007 3. SpanienSpanien Alejandro Valverde (4.)
2008 1. SpanienSpanien Alejandro Valverde (1.)

UCI World Calendar

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2009 2. SpanienSpanien Alejandro Valverde (2.)
2010 9. SpanienSpanien Luis León Sánchez (4.)

UCI WorldTour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2011 13. SpanienSpanien Beñat Intxausti (37.)
2012 5. SpanienSpanien Alejandro Valverde (5.)
2013 1. SpanienSpanien Alejandro Valverde (3.)
2014 1. SpanienSpanien Alejandro Valverde (1.)
2015 1. SpanienSpanien Alejandro Valverde (1.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Movistar Team – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien