Thiers (Puy-de-Dôme)

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Thiers
Wappen von Thiers
Thiers (Frankreich)
Thiers
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Puy-de-Dôme
Arrondissement Thiers (Unterpräfektur)
Kanton Thiers (Hauptort)
Gemeindeverband Thiers Dore et Montagne
Koordinaten 45° 51′ N, 3° 33′ OKoordinaten: 45° 51′ N, 3° 33′ O
Höhe 283–793 m
Fläche 44,49 km²
Einwohner 11.588 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 260 Einw./km²
Postleitzahl 63300
INSEE-Code
Website http://www.ville-thiers.fr/

Thiers am Durolle-Hang

Thiers ist eine französische Gemeinde mit 11.588 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Puy-de-Dôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Kleinstadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Thiers, dieses besteht aus sechs Kantonen, sie ist Hauptort (frz.: chef-lieu) des Kantons Thiers.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wird vom Fluss Durolle durchquert, der im Gemeindegebiet in die Dore einmündet. Die Gemeinde ist Teil des Regionalen Naturparks Livradois-Forez.

Nachbargemeinden sind (von Norden im Uhrzeigersinn): Paslières, Saint-Rémy-sur-Durolle, La Monnerie-le-Montel, Celles-sur-Durolle, Sainte-Agathe, Escoutoux, Peschadoires, Orléat und Dorat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thiers ist keltischen Ursprungs. Eine erste Siedlung am linken Durolle-Ufer wurde 532 von den Franken zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte auf dem rechten Ufer im heutigen Altstadtviertel. Von hier aus wuchs die Stadt immer weiter den Hang hinauf. Die Blütezeit der Stadt begann mit dem Einzug der Messerschmiedekunst. Eine Legende besagt, dass auvergnatische Kreuzritter diese Kunst aus dem Orient nach Thiers gebracht haben. Die ersten Messerschmiede ließen sich nachweislich im 14. Jahrhundert hier nieder; sie nutzten das starke Gefälle der Durolle für ihre Schmiedehämmer. Das Gewerbe brachte der Stadt rasch Ansehen und Reichtum. Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Schmiedeerzeugnisse vor allem nach Spanien und Norditalien exportiert. Ende des 18. Jahrhunderts lebten etwa 10.000 und damit zwei Drittel der Einwohner vom Schmiedehandwerk. Heute sind etwa 5.000 Menschen in rund 300 handwerklichen Messerschmieden der Stadt, den Coutelleries, beschäftigt.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011
Einwohner 16.369 16.623 16.567 16.018 14.832 13.338 11.232

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Genès
Hôtel du Pirou (15. Jahrhundert)
  • „Le Vieux Thiers“, verwinkelte mittelalterliche Altstadt mit vielen restaurierten Fachwerkhäusern des 15. bis 17. Jahrhunderts
  • Kirche St-Genès, ursprünglich romanische aus dem 11./12. Jahrhundert; Vorhalle des 18. Jahrhunderts mit einem reich skulpturierten Wandgrab des 14. Jahrhunderts; größte Vierungskuppel der Auvergne
  • Eglise du Moutier, mit schönen Kapitellen
  • Schloss La Chassaigne, Landschloss des Manoir-Typs vom Ende des 15. Jahrhunderts mit großzügigem Schlossgarten
  • Maison des Coutelliers mit Ausstellung über die Schmiedekunst von den Anfängen bis zur Gegenwart und dem Nachbau einer historischen Messerschmiede
  • Musée de la Coutellerie, Museum der Messerschleiferei mit Filmvorführung
  • Le Creux de l’Enfer, Museum zeitgenössischer Kunst in einer ehemaligen Messerfabrik[1]
  • L’Orangerie, Schau tropischer Gewächse
  • Parc du Moutier

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Thiers sind Schrobenhausen in Bayern und Bridgnorth in der englischen Grafschaft Shropshire, die wiederum untereinander verschwistert sind.[2]

In Thiers geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne Henry: Thiers, une exception industrielle. Puy-de-Dôme (= Images du patrimoine. 229). Étude du Patrimoine Auvergnat, Clermont-Ferrand 2004, ISBN 2-905554-26-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thiers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Internetseite des Museums
  2. Website Thiers - Le Jumelage, gesehen am 7. Januar 2017
  3. Bruno W. Häuptli: STEPHAN von Muret. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 27, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2, Sp. 1381–1384.