Transportrad

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Lastenfahrrad in Indonesien
Postfahrrad im Pariser Postmuseum
Nihola Lastenfahrrad
Kindertransportrad
Dänisches Lastenfahrrad Long John
Fahrradkurier auf einem „Long Harry“
Lastenfahrrad zum Kindertransport in Eindhoven, Niederlande

Das Transportrad (Lastenrad) dient der Bewegung großer oder schwerer Lasten mit Pedalantrieb. Neben einspurigen Varianten sind auch Dreiräder häufiger zu finden, je nach Aufgabe, Zweck und Einsatzgebiet verschiedener Konstruktion und auch mit verschiedenen Aufbauten ausgerüstet.

Einige moderne Lastenräder sind sogar entsprechend einem Sattelzug aufgebaut, mit dreirädrigem Zugfahrrad und verschiedenen kuppelbaren Anhängern oder Aufliegern. Die verschiedenen Konstruktionen weisen unterschiedliche Verbreitung auf, sie unterscheiden sich zudem auch betreffend ihres Nutzwertes in Arbeit und Freizeit.

Bauformen[Bearbeiten]

  • Das Bäckerrad mit großem und stabilen Gepäckträger vorne und hinten. Für den Transport eines großen Brot- oder Semmelkorbes ist oft ein besonders kleines Laufrad montiert.
  • Das Postfahrrad oder auch Zustellrad der Briefträger. Ist meist tief geschnitten um das häufige Absteigen zu erleichtern. Die speziellen Boxen oder Taschen sind hinten und vorne gut befestigt, die Last ist damit möglichst gleichmäßig und wetterfest auf beide Räder verteilt. Der stabile und breite Ständer verfügt oft über Rollen um einen Schaden zu vermeiden. Dies ist das wohl häufigste Transportrad in Deutschland.
  • Der Vorderlader Long John bzw. Veeno, mit einer tiefen Ladefläche zwischen Lenker und vorderem Rad. Die Lenkbewegung wird mit einem Gestänge übertragen, das Rad ist entsprechend um der Länge der Ladefläche nach vorne versetzt. Das Long John wird in weitgehend unveränderter Bauform seit etwa 1930 von verschiedenen Fahrradmanufakturen hergestellt. Seit einigen Jahren erlebt diese Rahmenform eine Renaissance – zahlreiche Hersteller bieten inzwischen Lastenräder mit ähnlichem Konzept an, beim Bakfiets ersetzt dann eine Box oder Kiste die Ladefläche.
  • Der Hinterlader. Diese etwas seltenere Bauart ähnelt einem Tandem mit Gepäckbox oder Ladefläche anstelle des hinteren Fahrers.
  • Das Longtail gleicht einem normalen Rad mit verlängertem Radstand hinter dem Fahrer. Die Fracht befindet sich seitlich und über dem Hinterrad, auf dem Gepäckträger(n) oder in Satteltaschen. Es existieren auch Umbausätze.
  • Der Frontlader, baulich zwischen Bäckerrad und Long John gelegen, transportiert die Last über dem kleinen und mittels Gestänge angelenkten Vorderrad.
  • Das Militärfahrrad ist eine besonders stabile Ausführung einer normalen Radkonstruktion. Stabiler Diamantrahmen, Gepäckträger sowie diverse Halterungen ermöglichen für die Mitführung von Maschinengewehr, Panzerfaustmunition etc.
  • Dreirad mit Lastenträger hinten. Bei diesen Fahrzeugen werden meist zwei weit auseinander stehende Hinterräder über ein Differential angetrieben. Zwischen den Hinterrädern ist Platz für die zu transportierende Last. Fahrrad-Rikschas und Fahrradtaxis sind Beispiele für dieses Konstruktionsprinzip.
  • Dreirad mit Lastenträger vorne. Diese Dreiräder zeichnen sich durch zwei gelenkte Vorderräder und ein angetriebenes Hinterrad aus. Die Ladefläche befindet sich zwischen den beiden vorderen Rädern. Dieses Prinzip hat den Vorteil, dass sich die Last im Sichtbereich des Fahrers befindet. Bei vielen Konstruktionen werden die Vorderräder ähnlich wie bei einem normalen Fahrrad gelenkt. Zwei bekannte Beispiele dafür sind das Christiania Bike oder Babboe Bakfiets mit überdachtem Stauraum. Bis zu 30.000 solcher Räder fahren heute durch Kopenhagen.[1] Dieses Prinzip hat den Nachteil, dass die Last beim Lenken geschwenkt wird. Dies kann mit einer Einzelrad-Lenkung vermieden werden. Ein Beispiel für dieses Konstruktionsprinzip sind die Lastenräder des dänischen Fahrradherstellers Nihola.
  • Das Grubenfahrrad ist ein Schienenfahrrad in Leichtbauweise für ein bis vier Personen. Da in einem großen Bergwerk mit einem weit verzweigten Streckennetz nicht an jeder Stelle ein Handwerker (Elektriker, Schlosser) sein kann, aber diese Bergleute bei einer Störung schnell zur Stelle sein müssen, ist das Grubenfahrrad ein nützliches Hilfsmittel.
  • Das Eisfahrrad zum Verkauf von (offenem) Speiseeis ist meist drei- oder seltener vierrädrig, und bietet neben einer großen Kühlbox mit Eisbirnen auch einen Sonnenschutz. Der Verkauf in der Stadt, im Freibad oder am Strand wird klassischerweise mit einer großen Glocke angekündigt. Moderne Versionen sind neben den obligatorischen Kälteakkus teilweise auch mit einer Spülwasserversorgung und Kühlaggregat zum Anschluss an das Stromnetz ausgestattet.
  • Velomobile, meist aus zwei Rädern mit dazwischen liegender Trage mit Wetterschutz aufgebaut, dienten, neben anderen Konstruktionen, besonders in der kargen Zeit des Zweiten Weltkriegs dem Krankentransport.

Weitere Transportmöglichkeiten am Rad[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Transporträder – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holger Dambeck: Wem die Straße wirklich gehören sollte, DER SPIEGEL vom 15. September 2011, abgerufen am 15. September 2011