Transportrad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Transportrad (Lastenrad) ist ein Fahrrad, das der Bewegung von Lasten und/oder Personen dient. Neben Zweirädern sind auch zahlreiche Dreiräder und manche Vierräder zu finden, die je nach Aufgabe, Zweck und Einsatzgebiet mit verschiedenen Aufbauten ausgerüstet sind.

Dänisches Lastenfahrrad Long John

Bauformen[Bearbeiten]

Lastenfahrrad als transportabler Verkaufsstand in Mexico
Elektrofahrrad der Deutschen Post
Nihola-Lastenfahrrad
  • Das Bäckerrad mit großem und stabilen Gepäckträger vorne und hinten. Für den Transport eines großen Brot- oder Semmelkorbes ist oft ein besonders kleines Laufrad montiert. Eine Variante davon ist das Postfahrrad für Briefträger, das meist einen tiefen Einstieg hat um das häufige Absteigen zu erleichtern. Die speziellen Boxen oder Taschen sind hinten und vorne gut befestigt, die Last ist damit möglichst gleichmäßig auf beide Räder verteilt. Der stabile und breite Ständer verfügt oft über Rollen. Dies ist das wohl häufigste Transportrad in Deutschland.
  • Der Vorderlader Long John, mit einer tiefen Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad. Die Lenkbewegung wird mit einem Gestänge oder Seilzug übertragen. Das Long John wird in weitgehend unveränderter Bauform seit etwa 1930 von verschiedenen Fahrradmanufakturen hergestellt. Seit einigen Jahren erlebt diese Rahmenform eine Renaissance – zahlreiche Hersteller bieten inzwischen Lastenräder mit ähnlichem Konzept an, beim Bakfiets ersetzt dann eine Box oder Kiste die Ladefläche.
  • Der Hinterlader. Diese etwas seltenere Bauart ähnelt einem Tandem mit Gepäckbox oder Ladefläche anstelle des hinteren Fahrers.
  • Das Longtail gleicht einem normalen Rad mit verlängertem Radstand hinter dem Fahrer. Die Fracht befindet sich seitlich und über dem Hinterrad, auf dem Gepäckträger(n) oder in Satteltaschen. Es existieren auch Umbausätze.
  • Der Frontlader, baulich zwischen Bäckerrad und Long John gelegen, transportiert die Last über dem kleinen und mittels Gestänge angelenkten Vorderrad.
  • Dreirad mit Lastenträger hinten. Bei diesen Fahrzeugen werden meist zwei weit auseinander stehende Hinterräder über ein Differential angetrieben. Zwischen den Hinterrädern ist Platz für die zu transportierende Last. Fahrrad-Rikschas und Fahrradtaxis sind Beispiele für dieses Konstruktionsprinzip.
  • Dreirad mit Ladefläche vorne. Diese Dreiräder zeichnen sich durch zwei gelenkte Vorderräder und ein angetriebenes Hinterrad aus. Die Ladefläche befindet sich zwischen den beiden vorderen Rädern. Dieses Prinzip hat den Vorteil, dass sich die Last im Sichtbereich des Fahrers befindet. Bis zu 30.000 solcher Räder fahren heute durch Kopenhagen.[1] Dieses Prinzip hat den Nachteil, dass die Last beim Lenken geschwenkt wird. Dies kann mit einer Achsschenkellenkung vermieden werden. Ein Beispiel für dieses Konstruktionsprinzip sind die Lastenräder des dänischen Fahrradherstellers Nihola.
  • Das Grubenfahrrad ist ein Schienenfahrrad in Leichtbauweise für ein bis vier Personen. Da in einem großen Bergwerk mit einem weit verzweigten Streckennetz nicht an jeder Stelle ein Handwerker (Elektriker, Schlosser) sein kann, aber diese Bergleute bei einer Störung schnell zur Stelle sein müssen, ist das Grubenfahrrad ein nützliches Hilfsmittel.
  • Das Eisfahrrad zum Verkauf von (offenem) Speiseeis ist meist drei- oder seltener vierrädrig, und bietet neben einer großen Kühlbox mit Eisbirnen auch einen Sonnenschutz. Der Verkauf in der Stadt, im Freibad oder am Strand wird klassischerweise mit einer großen Glocke angekündigt. Moderne Versionen sind neben den obligatorischen Kälteakkus teilweise auch mit einer Spülwasserversorgung und Kühlaggregat zum Anschluss an das Stromnetz ausgestattet.

Transportkapazität[Bearbeiten]

Marke/Typ Plattform L x B in cm max. Zuladung in kg
Maderna MSRC XXL Truck 80x60 120
Riese & Müller Load light 60x39-45 200 max. Ges.gew.
Larry vs Harry Bullit 70x46 180 max. Ges.gew.

Weitere Transportmöglichkeiten am Rad[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Transporträder – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holger Dambeck: Wem die Straße wirklich gehören sollte, DER SPIEGEL vom 15. September 2011, abgerufen am 15. September 2011