U-Bahnhof Lübecker Straße
| Lübecker Straße | |
|---|---|
| U-Bahnhof in Hamburg | |
Zugangsgebäude an der Südseite der Lübecker Straße | |
| Basisdaten | |
| Stadtteil | Hohenfelde |
| Eröffnet | 15. Februar 1912[1] |
| Neugestaltet | 1958–1960, 1965, 2018/19 |
| Gleise (Bahnsteig) | 4 |
| Kürzel | LU[1] |
| Barrierefreier Ausbau | ja |
| Koordinaten | 53° 33′ 35″ N, 10° 1′ 41″ O |
| Nutzung | |
| Strecke(n) | Ringbahn, Walddörferbahn |
| Linie(n) | |
| Umstiegsmöglichkeiten | |
| Fahrgäste | 30.332 Ein- und Aussteiger (mo–fr, 2019)[3] |


Der U-Bahnhof Lübecker Straße ist ein Knotenpunkt der Hamburger U-Bahn im Stadtteil Hohenfelde, an dem Züge der Linien U1 und U3 halten. Der U-Bahnhof hatte 2019 werktäglich 30.332 Ein- und Aussteiger.[3]
Aufbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Tunnelhaltestelle ist ein Knotenpunkt zwischen den Linien U1 und U3. Die beiden Strecken verfügen jeweils über einen eigenen Bahnhofsteil: In der ersten Tiefebene befinden sich die beiden Seitenbahnsteige der U3 (Gleise 1 und 2) nahezu in Nord-Süd-Richtung. Der einzige Zugang für Fahrgäste dieser Station liegt am Nordende zur Lübecker Straße hin. Westlich davon befindet sich im Winkel von knapp 70 Grad zur U3-Strecke der Mittelbahnsteig der U1 (mit den Gleisen 3 und 4) in der zweiten Tiefebene. Beide Bahnsteige sind durch einen Gang miteinander verbunden, der auf der −1-Ebene liegt. Vom U3-Bahnsteig Richtung Norden/Barmbek zum U1-Bahnsteig führt der Weg daher zunächst durch das Zugangsgebäude oberhalb des nördlichen U3-Bahnsteig-Endes, über das auch die Ostseite des U1-Bahnsteigs erreicht wird.
Der 1960/61 gebaute Bahnsteig der U1 mit Rolltreppen an beiden Enden verfügt an seinem Westende über ein weiteres Verteilergeschoss auf der −1-Ebene, das als Schalterhalle mit Fahrkartenverkauf dient und zu den Ausgängen an der Straßenkreuzung Lübecker Straße/Mühlendamm/Steinhauerdamm führt.
Alle drei Bahnsteige sind mindestens 120 Meter lang und dadurch für den Betrieb mit 8- bzw. 9-Wagen-Zügen geeignet.
Die Station Lübecker Straße liegt etwa 800 Meter von den Nachbarhaltestellen Wartenau (U1) und Berliner Tor (U3) entfernt, bis zur nördlich gelegenen Haltestelle Uhlandstraße der U3 sind es knapp 600 Meter und die Entfernung zur westlich gelegenen Haltestelle Lohmühlenstraße (U1) beträgt etwa 650 Meter.
Das Bahnhofsgebäude, das durch den Neubau der Wandsbeker U-Bahn (U1) notwendig wurde, wurde nach Entwürfen von Horst Sandtmann und Friedhelm Grundmann 1958–1960 errichtet. Es hat einen fünfeckigen Grundriss, über dem sich eine flache Betonschale aufwölbt. Die Schalenkonstruktion von Stefan Polónyi wird nur von den Pfeilern an den Ecken getragen.[4] Zur Lübecker Straße hin wurde ein kleines Vordach mit vier Betonreliefs nach Entwürfen von Hans Kock einbezogen. Die weiteren Zuwegungen zur U1 wurden ebenfalls von Sandtmann entworfen.
Geschichte
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Die Haltestelle an der Lübecker Straße wurde bereits im März 1912 im Rahmen der ersten Hamburger U-Bahn-Strecke, der Ringlinie (heute U3), eröffnet. Der Entwurf stammte von Raabe & Wöhlecke; damals waren Teile der Strecke an der Haltestelle noch offen in einem Einschnitt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Streckenteil mit den Seitenbahnsteigen und vollständig „überdacht“ und liegen seitdem im Tunnel.
Ab 1959 wurde hier der Tunnel der heutigen U1 im Verlauf der Lübecker Straße vom Hauptbahnhof Richtung Wandsbek gebaut. Dazu wurden die auf der Lübecker Straße verkehrenden Straßenbahnlinien in die südlich davon verlaufende Angerstraße verlegt. Am 2. Juli 1961 konnte der U-Bahn-Betrieb auf der neuen Strecke bis zur Lübecker Straße aufgenommen werden. Schon am 1. Oktober 1961 konnte der Betrieb bis zur nächsten Station Wartenau verlängert werden, hier konnten die Züge in einer Kehranlage gekehrt werden. Die Station Lübecker Straße (U1) verfügt nur über einen einfachen Gleiswechsel.
1965 war die Station als Musterhaltestelle zur Erprobung der neuen standardisierten Informationsausrüstung von U-Bahn-Haltestellen genutzt worden. So wurden auf Straßenebene beleuchtete Säulen mit einem großen „U“ und dem Haltestellennamen, Angabe der (neu eingeführten) Liniennummer(n) und Angabe der wichtigsten Haltestellen ihres jeweiligen Linienverlaufs sowie einer Uhr aufgestellt. Auf den Bahnsteigen wurden in der Nähe der Ein-/Ausgänge beleuchtete Vitrinen mit Aushang von großen Liniennetzkarten mit Darstellung aller Linien (auch die der Oberflächenverkehrsmittel) angebracht, außerdem Aushang von Fahrplänen der U-Bahn-Linien, von Tarifzonen und weiteren Bekanntmachungen. Der Name der Haltestelle wurde auf den Bahnsteigen auf großen Schildern zusammen mit Hinweisen zu den Ausgängen (Straßennamen, wichtige Gebäude) und Anschlussverkehrsmitteln angegeben. Auf der dem Bahnsteig gegenüberliegenden Seite (z. B. Hintergleiswände) wurde der Haltestellenname mehrmals auf einem auf Bahnsteiglänge angebrachtem bandförmigem Schild wiederholt, außerdem wurde in Ein-/Ausgangsnähe ein sehr großer farbiger Schnellbahnplan angebracht. Vor den Ausgängen befanden sich ein Übersichtsplan der U-Bahn-Haltestelle mit Bahnsteig(en), Treppen und Ausgängen sowie eine (extra beim Falk-Verlag hergestellter) Umgebungskarte der Haltestelle mit Darstellung der Straßen, öffentlichen Gebäude usw. Zur Kennzeichnung der Umsteigewege zwischen den verschiedenen U-Bahn-Linien wurden die Linienbezeichnungen (damals U1 und U2) mit ihrer jeweiligen Linienkennfarbe benutzt, außerdem wurde die jeweilige Richtung (z. B. Endziele) angegeben.[5] Diese Informationen wurden verfeinert und anschließend auf allen U-Bahn-Haltestellen eingesetzt, nach Einführung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) auch auf den S-Bahn-Stationen (außer den Haltestellenplänen und Umgebungskarten).
Von 1965 bis 2009 wurde der Streckenabschnitt Berliner Tor–Barmbek der Ringlinie von der Linie U2 befahren.
Seit Frühjahr 2019 sind die Bahnsteige der U3 barrierefrei zu erreichen, seit dem 19. Dezember 2019 auch der Bahnsteig der U1. Dazu wurden Fahrstühle eingebaut sowie Orientierungshilfen für Sehbehinderte.[6]
Übergang zu anderen Verkehrsmitteln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am U-Bahnhof Lübecker Straße gibt es einen Übergang zur MetroBus-Linie 16 und zum Quartiersbus 530. In den Nächten von Montag bis Freitag hält hier zudem als Ersatz für die U1 die Nachtbuslinie 608.
Neben dem Bahnhofsgebäude befindet sich eine Station von StadtRAD Hamburg.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- https://www.moderne-regional.de/mit-der-u-bahn-zu-friedhelm-grundmann/ (Interview/Bildmaterial mit Friedhelm Grundmann)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Friedhelm Grundmann: Lübecker Straße - ein Schalenbau der Nachkriegsmoderne. In: Stationen Hamburger Architektur. Hamburger Hochbahn AG, Hamburg 2008, S. 43–50.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Haltestellennamen - Hamburger Hochbahn, fredriks.de, abgerufen am 11. Januar 2026
- ↑ Haltestelle Lübecker-Straße, hvv.de, abgerufen am 15. Mai 2024
- ↑ a b HVV-Fahrgastzahlen im Transparenzportal Hamburg, veröffentlicht am 15. Oktober 2020, abgerufen am 9. April 2022
- ↑ Carina Heitmann: Horst Sandtmann, architekturarchiv-web.de, abgerufen am 19. Januar 2020
- ↑ U-Bahn mit neuer Beschilderung · Blaue Linie U 1 – Rote Linie U 2. In: Fahr mit uns, Kundenzeitschrift der HHA, Ausgabe 4/1965, S. 12/13
- ↑ U1: Lübecker Straße barrierefrei ( vom 19. Dezember 2019 im Internet Archive), hochbahn.de, 19. Dezember 2019
