Wassenaar

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Gemeinde Wassenaar
Flagge der Gemeinde Wassenaar
Flagge
Wappen der Gemeinde Wassenaar
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Frank Koen (CDA)
Sitz der Gemeinde Wassenaar
Fläche
 – Land
 – Wasser
62,4 km2
51,16 km2
11,24 km2
CBS-Code 0629
Einwohner 26.101 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 418 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 9′ N, 4° 23′ OKoordinaten: 52° 9′ N, 4° 23′ O
Bedeutender Verkehrsweg A44 N14 N44 N440 N441 N448
Vorwahl 070
Postleitzahlen 2241–2245
Website Homepage von Wassenaar
LocatieWassenaar.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
die historische Kornmühle „Windlust“ aus dem Jahr 1668

Wassenaar (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Südholland, nördlich von Den Haag.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage direkt an der Nordseeküste, umgeben von Dünen und Wäldern und gleichzeitig unmittelbar nördlich von Den Haag, 10 km südlich von Leiden, aber auch gut erreichbar von Amsterdam und Rotterdam aus, macht Wassenaar zu einem begehrten Wohnort. Rund 10 % der knapp 25.700 Einwohner sind ausländischer Abstammung, darunter zahlreiche Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Firmen und Behörden.

In Wassenaar leben nicht nur Pendler: am Ostrand des Ortes wird Gartenbau betrieben. Auch der Tourismus ist sehr bedeutend. Die Dünen dienen zum Teil der Speicherung und Gewinnung von Trinkwasser für die Haager Region.

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassenaar, das bis etwa 1700 ein Bauerndorf war, besteht aus einem kleinen alten Dorfkern inmitten einer zum Teil moorigen, zum Teil waldreichen Umgebung, die nur einen Steinwurf von der Nordseeküste entfernt liegt. Nahe der Kirche befand sich die Stammburg des im Jahr 1200 erstmals erwähnten Adelsgeschlechts Van Wassenaer.

Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden hier bereits mehrere Landsitze reicher Familien, die den Haager Regierungskreisen angehörten. Um das Dorf herum haben sich bereits im frühen 20. Jahrhundert Villenviertel und Landhäuser auf großzügigen Grundstücken gebildet, seinerzeit von reichen Städtern oft als Sommer- und Ferienhäuser genutzt. Ein wichtiger Grund für die Wahl Wassenaars durch die betuchtere Bevölkerung war 1907 die Fertigstellung der Zugverbindung Rotterdam – Den Haag – Scheveningen – Wassenaar. 1923 wurde die Verkehrssituation durch die Schaffung einer Straßenbahnlinie Den Haag – Wassenaar – Leiden nochmals erheblich verbessert. Die Eisenbahn gibt es inzwischen nicht mehr. Mit dem Bus kann man Wassenaar jede halbe Stunde vom Haager Zentralbahnhof in etwa 20 Minuten erreichen.

Dass Wassenaar ein unvermindert attraktiver Wohnort geblieben ist, liegt heutzutage wohl zusätzlich auch an der Tatsache, dass sich der Thronfolger Willem-Alexander nach seiner Heirat ebenfalls für Wassenaar als Wohnort entschied und seine Familie auf Landgut Eikenhorst residiert.

Das Kasteel Oud-Wassenaar in Wassenaar war 1952 Schauplatz der Verhandlungen zum Luxemburger Abkommen und 1995 Konferenzort für die Ausarbeitung des Wassenaar-Abkommens, das zur Kontrolle von Rüstungsgütern dient.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Landsitz Duinrell westlich des Ortskerns ist ein landesweit beliebter Vergnügungspark, der gerne von Familien mit Kindern im Grundschulalter besucht wird.
  • Das Dünengebiet Meijendel, mit Besucherzentrum und Pfannkuchenrestaurant, bietet die Möglichkeit, Wanderungen und Radtouren zu machen.
  • Wassenaarse Slag ist ein Zugang zum Nordseestrand. Des Weiteren ist Scheveningen bei Den Haag nur 5-7 km entfernt.
  • Im Dorfkern steht eine alte romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, so wie einige alte Häuser und ehemalige Bauernhöfe.
  • Im Untergeschoss des 1840 erbauten Rathaus De Paauw befindet sich ein Feuerwehrmuseum.
  • Im Dorfkern befindet sich die historische Kornmühle „Windlust“ aus dem Jahr 1668.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[2]
 %
30
20
10
0
27,4
15,8
14,7
13,4
8,7
8,3
7,1
4,5
n. k.
n. k.
HvW
LW
DLW
WWW
PvW
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+7,2
+10,1
+14,7
-5,6
+1,1
-3,8
-1,4
-0,5
-13,3
-8,7
HvW
LW
DLW
WWW
PvW

Die Kommunalwahlen vom 21. März 2018 ergaben folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[3]
2006 2010 2014 2018
VVD 6 8 4 6
Hart voor Wassenaar 1 3
Lokaal Wassenaar! 3
CDA 5 4 4 3
Democratische Liberalen Wassenaar 1 2
D66 1 2 3 2
GroenLinks 1 1 2 1
PvdA 2 1 1 1
Wat Wassenaar Wil 6 5 3
Passie voor Wassenaar 2
Gesamt 21 21 21 21

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 11. Januar 2018 ist Frank Koen (CDA) kommissarischer Bürgermeister der Gemeinde.[4] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Bert Doorn (CDA), Freddy Blommers (D66), Inge Zweerts de Jong (Passie voor Wassenaar), Leo Maat (GroenLinks) sowie die Gemeindesekretärin Hélène Oppatja.[5][6]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adelsfamilie van Wassenaer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Ortschaft ist die Adelsfamilie der van Wassenaer verbunden, die ebenfalls das Wappen führen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pferdesport: Trabrennbahn Duindigt, eine der traditionsreichsten der Niederlande
  • Polo Club Wassenaar, der mitgliederstärkste Poloclub der Niederlande
  • Hockey: HGC Wassenaar ist einer der stärksten Feldhockeyvereine Europas
  • Golf: Wassenaar hat mehrere Golfplätze:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wassenaar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)
  3. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)
  4. Frank Koen (61) waarnemend burgemeester van Wassenaar. In: AD. De Nederlandse Persgroep, 13. Dezember 2017, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch).
  5. College van burgemeester en wethouders Gemeente Wassenaar, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)
  6. Gemeentesecretaris Gemeente Wassenaar, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)