Wilsberg: Morderney

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Folge der Reihe Wilsberg
OriginaltitelMorderney
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Warner Bros. ITVP
im Auftrag des ZDF
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
EinordnungFolge 58 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
6. Januar 2018 auf ZDF
Stab
RegieDominic Müller
DrehbuchStefan Rogall
ProduktionSabine de Mardt
Anton Moho
MusikStefan Hansen
KameraRalf M. Mendle
SchnittSebastian Bonde
Besetzung
Chronologie

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Alle Jahre wieder

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Prognose Mord

Morderney ist die 58. Folge der Fernsehfilmreihe Wilsberg. Der Film basiert auf der Wilsberg-Figur von Jürgen Kehrer. Die Erstausstrahlung erfolgte am 6. Januar 2018 im ZDF. Regie führte Dominic Müller, das Drehbuch schrieb Stefan Rogall.

In dieser 58. Wilsberg-Folge kommt es zu einem Crossover mit der ZDF-Reihe Friesland. Insa Scherzinger (Theresa Underberg) und Jan Brockhorst (Felix Vörtler) treten hier als Ermittler auf, da sich der Fall auf Norderney – also auf ostfriesischem „Hoheitsgebiet“ – ereignet und Privatdetektiv Georg Wilsberg dort eigentlich nur Urlaub machen will.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Wilsberg fährt zum ersten Mal mit Anna Springer gemeinsam in den Urlaub. Allerdings sind sie nicht allein, denn Annas Patentochter Merle ist dabei. Weder Wilsberg noch Merle sind darüber begeistert. Auf der Nordseeinsel Norderney angekommen wollen sie ihr Ferienhaus beziehen, das Merles Vater gehört und keinen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck macht. Wilsberg stellt fest, dass die Tür nicht verschlossen und nur angelehnt ist. Vorsichtig sieht er sich in den Zimmern um und entdeckt einen Mann, der in der Toilettenschüssel mit Klebeband fixiert zu ertrinken droht. Nachdem ihn Wilsberg aus seiner misslichen Lage befreit, stellt dieser sich als Gregor Schott vor, der aufgrund einer verlorenen Wette von „seinen Jungs“ in diese Situation gebracht worden sei. Noch am gleichen Abend treffen sie ihn wieder, denn er ist Kellner in einem Restaurant. Gerade als er sich um die Bestellung der drei Urlauber kümmern will, wird er von einem anderen Gast sehr schroff zu sich gerufen. Merle und Wilsberg stellen sogleich Vermutungen zu diesem Gast und seiner sehr viel jüngeren Frau an. Von der Restaurantsbesitzerin, Wencke Harms, erfährt Wilsberg später, dass es sich bei den beiden um den Frachtunternehmer Hauke Tiedemann handelt und seiner Frau Saskia, die vor einigen Jahren Miss Norderney gewesen sei. Harms selber könne den Mann nicht besonders leiden, weil er versucht Stück für Stück die Insel aufzukaufen und dabei den bestehenden Naturschutz auszuhebeln versuche.

Am nächsten Tag wird Gregor Schott am Strand tot aufgefunden, Merle ruft der Ortspolizistin, Grit Vierboom, neugierig zu, ob da jemand ermordet worden sei? Sogleich wird Vierboom aufmerksam und erfährt von Merle, dass sie am Vorabend „etwas auffälliges“ beobachtet hätte. Für die Polizistin sieht aber alles nach Selbstverschulden aus und sie sieht keine Veranlassung etwas zu unternehmen. Doch ehe sie sich versieht, wird ihr Kommissar Brockhorst aus Leer auf die Insel geschickt. Dieser wiederum ist überrascht die Apothekerin Insa Scherzinger hier anzutreffen, die sich nicht nur hobbymäßig als Forensikerin betätigt, sondern auch noch eine Freundin der Ortspolizistin ist. Die Anwesenheit von Kommissarin Anna Springer – wenn auch nur als Urlauberin – ist ihm dagegen sehr willkommen, denn er fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, was Wilsberg nicht gerade erfreut. Merle weiß, dass ihre Tante im Urlaub ihre Ruhe haben möchte, doch sie drängt es unbedingt an dem Mordfall mitzuermitteln. So ruft sie kurzerhand Annas Assistenten Overbeck an, der auch umgehend erscheint und sich ebenfalls in die Ermittlungen mit einmischt. Während es zwischen allen noch einiges Kompetenzgerangel gibt, hat Wilsberg schon eine „heiße“ Spur, denn das Opfer hatte nachweislich mit Saskia Tiedemann eine Affäre. Auch Overbeck und Insa Scherzinger finden Hinweise, die für den Unternehmer als Täter sprechen, denn auf Tiedemanns Teppich finden sich Blutspuren, die nach Scherzingers Analyse zweifelsfrei von Gregor Schott stammen. Für die Ermittelnden steht fest, dass Schott Opfer von Tiedemann wurde, was sie um jeden Preis zu beweisen versuchen. Wilsberg dringt mit Overbeck heimlich in Tiedemanns Lagerräume ein und sie entdecken dort das abgestellte Motorrad, von Bauunternehmer Boris Johannsen. Dieser ist unauffindbar und Wilsberg vermutet auch hier gleich wieder einen Mord. Siegessicher sucht er am Strand nach frischen Sandhügeln und findet tatsächlich, gemeinsam mit Overbeck, Vierboom und Scherzinger die Leiche von Johannsen.

Es stellt sich am Ende heraus, dass Tiedemann Johannsen erschlagen hatte, weil dieser sich aus einem geplanten Bauvorhaben zurückziehen wollte. Zuvor wollte er Johannsen noch mit Sex von seiner jungen, hübschen Frau motivieren und für das Projekt überzeugen. Das wurde aber von Gregor Schott verhindert, der sich einmischte und im Zweikampf von Johannsen erschlagen wurde.

Nachdem der Fall gelöst ist, fährt Overbeck mit Merle zurück nach Münster. Anna und Georg genießen die zweite Urlaubswoche allein auf Norderney.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Running Gag „Bielefeld“ erscheint in der 13. Minute, als Grit Vierboom Wilsberg fragt, woher er kommt, und auf dessen Antwort, er komme aus der schönsten Stadt Westfalens, auf Bielefeld tippt.

Ekki und Alex sind bei diesem Fall nicht direkt involviert, sondern hüten nur Wilsbergs Wohnung und Geschäft während seiner Abwesenheit.

Anna erwähnt am Anfang, dass Merle gerade ihr Abitur gemacht hat – der erste genauere Hinweis auf Merles Alter.

Die Figuren Jan Brockhorst und Insa Scherzinger sind aus der TV-Serie Friesland zu Gast.

Am Ende der Episode wird der Titel Island In The Sun von Weezer gespielt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Erstausstrahlung von Morderney am 6. Januar 2018 im ZDF wurde der Film in Deutschland von insgesamt 8,31 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 25,3 Prozent.[2]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv meinte zu dieser Folge: „Über die Originalität des Titels kann man streiten, und auch die Krimihandlung ist nicht gerade von bemerkenswertem Einfallsreichtum, aber das ist egal.“ Dieses Crossover der Krimireihen Wilsberg und Friesland „sorgt für viele heitere Momente, zumal „Brocki“ großen Gefallen an der Kollegin findet und der nachgereiste Overbeck sich prompt in die fesche Insa verguckt. Die besten Dialoge aber hat wieder mal Janina Fautz als Nachwuchsdetektivin.“[3]

Bei der Osnabrücker Zeitung schrieb Harald Keller: „Mit diesem sogenannten Crossover, in den USA eine häufige Übung, ist Autor Stefan Rogall eine echte Programmperle gelungen. Die Figuren beider Reihen zeigen sich in Bestform, die originellen, anspielungsreichen Dialoge funkeln und sprühen nur so vor Witz. Overbeck ist verknallt, Wilsberg bekommt Grund zur Eifersucht – ein echtes Vergnügen.“[4]

Sabine Fischer von der Berliner Morgenpost urteilte: „Regisseur Dominic Müller und Autor Stefan Rogall [spielen] das humoristische Wer-mit-Wem clever aus und diskutieren dabei hinter dem netten Augenzwinker-Gestus ernstere Themen.“ „Fazit: Wie gewohnt geht es weniger um Mord, sondern um Verwicklungen und Beziehungskisten – dieses Mal besonders gelungen.“[5]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben eine mittlere Wertung (Daumen gerade) und fanden, der „Ortswechsel tut der netten Reihe so gut wie die Gäste aus den ‚Friesland‘-Krimis. Nur ersetzt frischer Wind keine guten Scherze, und die wirken oft bemüht und krampfig. Der ‚Fall‘ wird fahrig verplaudert und erst zum Ende gut, dazu gibt es Beziehungsgekabbel satt.“[6]

Die Frankfurter Neue Presse kritisierte: „Wenn insgesamt sieben Leute gerne [den] Mörder herausfinden wollen, ist das keine allzu gute Voraussetzung für einen stringenten Krimi.“ „Nicht optimal passt auch der zweite Tote, ein extrem unangenehmer Geschäftspartner […]: Seine Wirkung bleibt gleich Null, weil er in der Handlung fast gar keine Präsenz zeigt. So kommt am Ende zwar durch die mit sichtlichem Vergnügen agierenden Schauspieler eine ganz ordentliche Komödie heraus. Aber als Krimi gehört ‚Morderney‘ nicht zu den Höhepunkten im Universum von ‚Wilsberg‘ und ‚Friesland‘.“[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Wilsberg: Morderney. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. «Wilsberg» mit Quotenrekord: 8,31 Millionen Zuschauer, abgerufen am 7. Januar 2018.
  3. Tilmann P. Gangloff: Lansink, Russek, Fautz, Vörtler, Underberg, Schütz. Münster trifft Ost-Friesland bei tittelbach.tv, abgerufen am 16. Mai 2018.
  4. Harald Keller: Programmperle: „Wilsberg – Morderney“ im ZDF bei noz.de, abgerufen am 16. Mai 2018.
  5. Darum ist die Urlaubsfolge von „Wilsberg“ besonders gelungen bei morgenpost.de, abgerufen am 16. Mai 2018.
  6. Filmkritik bei TV Spielfilm, abgerufen am 16. Mai 2018.
  7. Morderney: Wenn „Wilsberg“ auf „Friesland“ trifft bei fnp.de, abgerufen am 16. Mai 2018.