Wilsberg: Callgirls

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Folge der Reihe Wilsberg
Originaltitel Callgirls
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Cologne Filmproduktion
im Auftrag des ZDF
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Einordnung Folge 16 (Liste)
Erstausstrahlung 4. Februar 2006 auf ZDF
Stab
Regie Walter Weber
Drehbuch Eckehard Ziedrich
Produktion Micha Terjung
Musik Fabian Römer
Kamera Volker Tittel
Schnitt Andrea Mertens
Besetzung

Callgirls ist die sechzehnte Folge der Fernsehfilmreihe Wilsberg. Der Film basiert auf der Wilsberg-Figur von Jürgen Kehrer. Die Erstausstrahlung erfolgte am 4. Februar 2006 im ZDF. Regie führte Walter Weber, das Drehbuch schrieb Eckehard Ziedrich.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privatdetektiv Georg Wilsberg wird von Ekki beauftragt, die Firma „Schlacke&Co.“ unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, ob hier illegal Schwarzarbeiter beschäftigt werden. Bei seinen Recherchen findet Wilsberg zunächst nur die Leiche einer jungen Frau, was ihn jedoch wieder mal in Erklärungsnot gegenüber Kommissarin Springer bringt. Da er sich mit kriminalistischem Instinkt vorsorglich das Handy der jungen Frau einsteckt, ist er aufgrund eines Fotos im Handy davon überzeugt, dass Claudia Oppermann keinen Selbstmord begangen hat. Auf dem Foto ist Edgar Debelius, der Vorsitzende der Münsteraner Anwaltskammer, beim Sex mit dem Opfer zu sehen. Kommissarin Springer überzeugt das ganz und gar nicht, von einem Mord auszugehen, schließlich ist Debelius der Erzfeind von Wilsberg, da er seinerzeit dafür gesorgt hatte, dass Wilsberg die Anwaltslizenz entzogen wurde und er diese Chance zur Rache nur zu gern nutzen würde.

Wilsberg kann Zusammenhänge herausfinden zwischen Edgar Debelius, Robert Schlacke, Giovanni Graumiller und dem Apotheker Albert Pauly. Alle besuchten regelmäßig ein Bordell, dessen Inhaberin Jasmina Bergengrün einen Tag nach Oppermanns Tod ebenfalls tot aufgefunden wird, und geben sich nun gegenseitig ein Alibi. Da auch Claudia Oppermann in dem Bordell ihren Tod gefunden hat, sind die Herren alle äußerst nervös. Deren Einfluss geht soweit, dass Wilsbergs Bank ihm das Konto kündigt, das Ordnungsamt ihm den Laden schließt und sogar Ekki vom Finanzamt beurlaubt wird, weil ein internes Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet wurde.

Aber Wilsberg gelingt es, den Apotheker zum Reden zu bringen, und so erfährt er von der „Hasenjagd“, die die vier Männer zusammen mit einigen anderen, wie dem Bankier, Herren aus dem Finanzamt und sogar dem Staatsanwalt, hin und wieder veranstalteten. Für diese Gruppensex-Abende wurden häufig Minderjährige benutzt, so auch Claudia Oppermann. Wilsberg kann einen Zeugen gewinnen, der gegen die Beschuldigten aussagt, sodass sie zur Rechenschaft gezogen werden können.

Nachdem sich über die Obduktion herausstellt, dass Jasmina Bergengrün an einer Vergiftung gestorben ist, fällt nun auch Robert Schlacke einem Anschlag zu Opfer, den er aber überlebt. Das bringt Wilsberg auf die Fährte des wahren Täters. Claudia Oppermann wurde im frühen Kindesalter adoptiert. Ihre Mutter ist nach Wilsbergs Recherche eine Frau Maier, die in Wirklichkeit Maria Landwein, die langjährige Leiterin des Frauenhauses in Münster ist. Sie stand seit kurzem mit Claudia in Kontakt und wollte sie nach ihrem Selbstmord rächen. Claudia hat sich tatsächlich selbst getötet, nachdem sie erfahren hatte, dass Giovanni Graumiller ihr leiblicher Vater ist, da auch ihre Mutter schon in dem Bordell gearbeitet hatte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Song am Ende der Episode handelt es sich um Bang, Bang (My Baby Shot Me Down) von Nancy Sinatra.

Callgirls erschien zusammen mit der Folge Ausgegraben von Polarfilm auf DVD.

Der Running Gag „Bielefeld“ verweist in dieser Folge in der 81. Minute auf den ehemaligen Wohnort des Staatsanwalts (Holger Hauer), wohin sich dieser auch wieder versetzen lassen will.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv meint zu diesem Krimi: „Der zweite ‚Wilsberg‘ ohne Heinrich Schafmeister – und ‚Callgirls‘ ist gleich einer der bis dahin besten Episoden der Münsteraner Kriminalkomödien-Reihe. Ziedrichs Drehbuch ist äußerst dicht erzählt, die Darsteller fühlen sich mit ihren Figuren sichtlich wohl, Walter Webers Inszenierung hält die Spannung hoch, ohne dafür billige Effekte bemühen zu müssen, und die Komik sorgt für lauthalse Lacher. Der Fall führt Wilsberg in die höchsten Kreise: Sämtliche Honoratioren geben sich in einem Luxus-Bordell die Klinke in die Hand.“[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tilmann P. Gangloff: Lansink, Korittke, Russek, Redl, Ziedrich, Weber. Und jeder hat Dreck am Stecken Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 14. Dezember 2016.