Wilsberg: Miss-Wahl

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Folge der Reihe Wilsberg
Originaltitel Miss-Wahl
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Cologne Film im Auftrag des ZDF
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Einordnung Folge 19 (Liste)
Erstausstrahlung 17. Februar 2007 auf ZDF
Stab
Regie Walter Weber
Drehbuch Stefan Rogall
Produktion Anton Moho
Musik Fabian Römer
Kamera Volker Tittel
Schnitt Claudia Wolscht
Besetzung

Miss-Wahl ist die 19. Folge der Fernsehfilmreihe Wilsberg. Die Erstausstrahlung erfolgte am 17. Februar 2007 beim ZDF. Regie führte Walter Weber, das Drehbuch wurde von Stefan Rogall geschrieben.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Münster findet die Wahl zur „Miss Münsterland“ statt, deren Gewinnerin ein Modelvertrag winkt. Frau Penzler, die den Schönheitswettbewerb organisiert, hat Alex Holtkamp als Assistentin und Georg Wilsberg als Sicherheitsbeauftragten engagiert. Wilsberg überrascht Harry Jonas, der eine Privatdetektei betreibt, als dieser sich Zutritt zur Umkleide der Teilnehmerinnen der Miss-Wahl verschafft. Es stellt sich heraus, dass die Teilnehmerin Rebecca Horstmar, die Tochter des Münsteraner Bürgermeisters, von Harry Jonas observiert wurde. Kurz darauf wird Harry Jonas erstochen in seiner Wohnung aufgefunden.

Die Zwischenfälle im Vorfeld der Miss-Wahl häufen sich. Ines kollabiert, nachdem sie mit Ecstasy versetztes Wasser getrunken hat. Margo, die sich zuvor häufiger mit Ekki zu Verabredungen getroffen hat, verätzt sich ihr Gesicht, nachdem sie Rebeccas Puderdose, die mit einer Säure versehen wurde, verwendet hat. Wilsberg wird durch Frau Penzler von seinen Aufgaben entbunden, die fortan auf Herrn Gerhard und Herrn Döbber, zwei durchtrainierte Athleten, als Sicherheitspersonal setzt. Somit hat Wilsberg mehr Zeit, sich um die Aufklärung des Tods von Harry Jonas sowie die Vorfälle bei der Miss-Wahl zu kümmern.

Georg Wilsberg bringt über das Dezernat für Verkehrsangelegenheiten in Erfahrung, dass mit Rebeccas Auto im Kreis Steinfurt ein Unfall verursacht wurde, bei dem eine Frau von der Straße gedrängt und anschließend Fahrerflucht begangen wurde. Nach übereinstimmender Aussage von Rebeccas Eltern war der Wagen jedoch zu diesem Zeitpunkt aus Wolbeck gestohlen worden und tauchte erst später beschädigt wieder auf. Wilsberg wird stutzig, als er von der beauftragten Werkstatt erfährt, dass der vorgeblich gestohlene Wagen jedoch nicht kurzgeschlossen wurde.

Rebecca erhält unterdessen wiederholt anonyme Drohungen per SMS. Moritz Althoff, ihr neuer Freund, kann sich diese SMS nicht erklären, verspricht ihr aber, auf sie aufzupassen und für sie als Manager tätig zu sein. Katharina Horstmar, Rebeccas Mutter, die sich bereits mit Rebeccas Ex-Freund Rainer eingelassen hatte, kommt auch ihrem jetzigen Freund näher.

Bei Laura Preminger, dem Unfallopfer, das seit dem Verkehrsunfall im Rollstuhl sitzt, entdeckt Wilsberg auf einem Foto Moritz Althoff wieder. Laura widerspricht ihm, denn ihr Verlobter, von dem sie sich aufgrund der Unfallfolgen getrennt hat, heißt Sven. Wilsberg stellt nun fest, dass Harry Jonas 15.000 Euro von seinem Auftraggeber Sven Althoff erpresst hatte, damit die Wahrheit über den Unfall nicht ans Licht kommt. Sven erstach Harry Jonas daraufhin.

Beim Finale des Schönheitswettbewerbs schleicht sich Sven unter die Bühne und platziert dort eine Bombe mit Fernzünder. Er wartet auf die Siegerehrung, um Rebeccas Leben am Höhepunkt des Abends aus Rache genauso zu zerstören, wie Rebecca es mit seiner Verlobten zuvor getan hat. Erst angesichts des drohenden Anschlags auf ihre Tochter ist Katharina Horstmar gewillt zuzugeben, dass nicht Rebecca den Unfallwagen gefahren hat, sondern sie selbst sich in der fraglichen Nacht mit Rebeccas Wagen auf dem Heimweg von Rebeccas Ex-Freund Rainer befand. Aus Angst, das Bekanntwerden ihrer Affäre würde das Ende der politischen Karriere ihres Ehemanns bedeuten, inszenierte sie zusammen mit ihrem Gatten einen Diebstahl des Unfallfahrzeugs.

Wilsberg kann Sven überwältigen, so dass die Bombe nicht explodiert. Kommissarin Anna Springer nimmt sowohl Sven Althoff als auch Katharina Horstmar fest. Rebecca zieht aus dem Haus ihres Vaters aus und Lauras Genesung macht Fortschritte, so dass sie es schafft, ihren Rollstuhl mit Hilfe ihrer Krücken zu verlassen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Münster, Köln und einzelne Szenen in Bonn (Außenaufnahmen der Villa des Bürgermeisters) gedreht.[2] Die Dreharbeiten begannen am 4. Juli 2006 und endeten am 3. August 2006.[2] In Münster wurde an der Frauenstraße am Antiquariat Solder, in dem sich im Film das Antiquariat Wilsberg befindet, gedreht. Die Aufnahmen der Miss-Wahl entstanden in und am Schloßtheater. Die Szenen, in denen sich zunächst Wilsberg und Moritz sowie später Moritz und Rebecca im Café treffen, wurden am Kreativkai im Hafen Münster gedreht.

Die Premierenfeier zur Folge Miss-Wahl fand in Münster im Kreuzviertel im Café Wilsberg statt, das im Oktober 2007 geschlossen wurde.[3]

Am 21. Juni 2007 wurde die Folge zusammen mit der 20. Folge Die Wiedertäufer von Polarfilm auf DVD mit FSK-12-Freigabe veröffentlicht. Die DVD enthält neben den beiden Hauptfilmen als Bonusmaterial ein Making-of sowie ein Porträt über die Stadt Münster.

Holger Stolz wird zwar im Abspann der Folge aufgeführt, konnte die Dreharbeiten jedoch aufgrund einer zeitlichen Überschneidung mit einem anderen Projekt nicht wahrnehmen und ist daher in der Folge nicht zu sehen.

Der Running Gag Bielefeld verweist in dieser Folge auf die Aussage einer der Teilnehmerinnen der Miss-Wahl, die sagt: „Mit dem Lidstrich siehst du aus wie ein Waschbär, Miss Bielefeld.“

Während Wilsberg bei den Proben der Miss-Wahl als Wachmann tätig ist, liest er den Roman Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde, in dem es wie bei der Miss-Wahl um die Moralität von Sinnlichkeit und Ästhetizismus geht. Alex Holtkamp kommentiert dies mit einem Zitat von George Orwell: „Mit fünfzig hat jeder das Gesicht, das er verdient.“[4]

Ekki fährt in dieser Folge erstmals einen dunklen Maserati Biturbo 430 statt des im Vorspann gezeigten roten Alfa Romeo 156. Am Heck ist der Schriftzug Massimati angebracht. Der für die Marke charakteristische Dreizack am Kühlergrill wurde dagegen nicht verändert.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

6,24 Millionen Zuschauer sahen die Folge Miss-Wahl bei ihrer Erstausstrahlung im ZDF, was einem Marktanteil von 19,5 % entsprach und den Tagessieg zur Hauptsendezeit bedeutete.[5] Aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 1,33 Millionen Zuschauer ein, was einem Marktanteil von 11,2 % ausmachte.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Urteil von TV Spielfilm sei der Film eine „gute Wahl: kurzweilig, schräg, undurchsichtig“.[6] Der Fall sei „ganz schön verzwickt“, bestätigt Tilmann P. Gangloff aus der Redaktion von kino.de, der ebenfalls die „guten Darsteller“ lobt.[7] Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „(Fernseh-)Detektivkrimi eine langlebigen Reihe, die das Böse in den »besseren Kreisen« der Universitätsstadt Münster sucht.“[8]

Manuel Weis von quotenmeter.de ist der Meinung, die Miss-Wahl sei „optisch“ gelungen und die Darstellung der Streitigkeiten zwischen den Teilnehmerinnen sei „realistisch“ ausgefallen.[9] Besonders wurde die darstellerische Leistung von Vijessna Ferkic hervorgehoben.[9] „In den ersten 20 Minuten hätte der Krimi etwas mehr Fahrt aufnehmen können“, gestaltet sich aber anschließend „spannend“, so dass er „zu fesseln weiß“.[9] Weis vergab für die Folge Miss-Wahl eine Gesamtwertung von 85 %.[9]

Miss-Wahl sei zwar „nicht einer der überzeugendsten Fälle des knurrigen Münsteraner Detektivs“ und „es gab schon charmantere, auch spannendere Filme aus der »Wilsberg«-Reihe“, doch „lohnt es sich gerade diesmal, bis zum Schluss dranzubleiben“, denn Walter Weber „gelingt ein atmosphärisch starkes Finale, in dem es dem Schlusslied der Pop-Sängerin Katie Melua vorbehalten bleibt, die Frage nach dem lange gesuchten Motiv des Täters zu beantworten: »It's only pain«“.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft: Freigabebescheinigung (PDF; 80 kB), 6. April 2010
  2. a b Miss-Wahl bei crew united
  3. Westfälische Nachrichten: Nachrichten Münster: Im Café Wilsberg fällt der Vorhang, Münster, Bettina Laerbusch, 9. Oktober 2007
  4. Freigabebescheinigung für Wilsberg: Miss-Wahl. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2020 (PDF).
  5. a b weberfilm.ch: Wilsberg – Misswahl auf Platz 1 in der Primetime, Blickpunkt:Film
  6. TV Spielfilm: Filmkritik
  7. kino.de: Filmkritik, Tilmann P. Gangloff
  8. Miss-Wahl im Lexikon des internationalen Films
  9. a b c d quotenmeter.de: Die Kritiker: «Wilsberg – Miss-Wahl», Manuel Weis, 15. Februar 2007
  10. stimme.de: Wilsberg: Miss-Wahl, Mona Petri, teleschau – der mediendienst, 5. Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]