Wittighausen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Wittighausen im Main-Tauber-Kreis; für die Ortschaft Wittighausen in der Gemeinde Untermünkheim im Landkreis Schwäbisch Hall siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wittighausen
Wittighausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wittighausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 245 m ü. NHN
Fläche: 32,36 km2
Einwohner: 1647 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97957
Vorwahl: 09347
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 137
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Königstraße 17
97957 Wittighausen
Webpräsenz: www.wittighausen.de
Bürgermeister: Marcus Wessels
Lage der Gemeinde Wittighausen im Main-Tauber-Kreis
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Über dieses Bild

Wittighausen ist eine Gemeinde in Tauberfranken im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittighausen liegt am Wittigbach im nordöstlichen Teil des Main-Tauber-Kreises und grenzt im Osten an den Landkreis Würzburg. Die Gemeinde ist zentral im Städteviereck Würzburg - Ochsenfurt - Bad Mergentheim - Tauberbischofsheim gelegen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 227 bis 364 Meter Höhe.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Europäische Vogelschutzgebiet Wiesenweihe Taubergrund umfasst seit 2007 Teile der Wittighäuser Gemarkung.[3]

Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Wittighausen insgesamt sieben als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittighausen besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Oberwittighausen, Poppenhausen, Unterwittighausen und Vilchband.[4] Die Einwohnerzahlen entsprechen dem Stand vom 31. Dezember 2013.

Oberwittighausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberwittighausen

(213 Einwohner)

Zur ehemaligen Gemeinde Oberwittighausen gehören das Dorf Oberwittighausen und die Häuser Haltestelle Gaubüttelbrunn und Grenzenmühle.[4]

Poppenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poppenhausen

(91 Einwohner)

Zur ehemaligen Gemeinde Poppenhausen gehören das Dorf Poppenhausen und der Weiler Hof Lilach.[4]

Unterwittighausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterwittighausen

(1088 Einwohner)

Zur ehemaligen Gemeinde Unterwittighausen gehören das Dorf Unterwittighausen und die Häuser Langenmühle, Neumühle (Kasparmühle) und Bahnstation Wittighausen.[4]

Vilchband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vilchband

(289 Einwohner)

Hauptartikel: Vilchband

Zur ehemaligen Gemeinde Vilchband gehören das Dorf Vilchband sowie die abgegangene Ortschaft Erdburg (?).[4]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittighausen wurde am 1. September 1971 im Zuge der Verwaltungsreform durch Vereinigung der beiden damals selbständigen Gemeinden Oberwittighausen und Unterwittighausen gebildet. Am 1. Januar 1972 wurde Poppenhausen und am 31. Dezember 1972 Vilchband eingemeindet. Wittighausen gehörte, wie schon seine beiden Vorgängergemeinden, zunächst zum Landkreis Tauberbischofsheim. Bei dessen Auflösung 1973 kam der Ort zum neugebildeten Tauberkreis, der sich kurze Zeit später in Main-Tauber-Kreis umbenannte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtbevölkerung der Ortsteile der Gemeinde Wittighausen entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 1.983[6]
1970 1.991[7]
2015 1.647[8]

Quellen: Gemeindeverzeichnis[9] und Angaben der Gemeinde Wittighausen

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wittighausen wurde die Reformation nicht eingeführt. Die Einwohner Wittighausens sind daher auch heute noch überwiegend römisch-katholischen. Zur römisch-katholischen Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen, die dem Dekanat Tauberbischofsheim zugeordnet ist, gehören die Pfarreien St. Peter und Paul (Grünsfeld) mit den Filialen St. Achatius (Grünsfeldhausen) und St. Laurentius (Paimar), St. Ägidius (Krensheim), St. Margaretha (Zimmern), St. Martin (Poppenhausen), Allerheiligenkirche (Unterwittighausen) mit der Filiale St. Ägidius (Oberwittighausen), Hl. Dreifaltigkeit (Kützbrunn) und St. Regiswindis (Vilchband).[10] Die wenigen evangelischen Einwohner der Gemeinde werden von Lauda-Königshofen aus geistlich betreut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[11][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Bruno Sinner (Amtsverweser)
  • 1972–1978: Erhard Ziegler
  • 1978–2002: Werner Hoos
  • 2002–2013: Bernhard Henneberger
  • seit 1. Februar 2014: Marcus Wessels

Marcus Wessels wurde am 15. Dezember 2013 mit 87,85 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wittighausen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Wittighausen hat nach der letzten Wahl 12 Mitglieder (2009: 11). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,1 % (2009: 62,4 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wählervereinigung 8 Sitze 68,9 % (2009: 63,6 %, 7 Sitze)
CDU 4 Sitze 31,1 % (2009: 36,4 %, 4 Sitze)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Würzburger Fähnlein zeigen die frühere Zugehörigkeit von Ober-, Unterwittighausen und Vilchband zu Würzburg an. Das Mainzer Rad dokumentiert die ehemalige Angehörigkeit von Poppenhausen zu Mainz.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wittighausen bildet mit der Stadt Grünsfeld zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Grünsfeld.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittighausen verfügt in Unterwittighausen über einen Haltepunkt an der Frankenbahn (StuttgartWürzburg). Zwischen Lauda und Würzburg besteht ein ungefährer Zwei-Stunden-Takt mit Regionalbahnen der Westfrankenbahn.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittighausen verfügt über eine Grundschule und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Wittighausen

Mast 74 der Anlage 7610, unter dessen Beinen ein geteerter Weg hindurch führt

Freileitungsmast 74[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ziemlich einmaliges Bauwerk in Wittighausen ist der Freileitungsmast 74 der Hochspannungsleitung Grafenrheinfeld-Höpfingen (Anlage 7610), denn unter seinen Beinen führt ein geteerter Weg hindurch. Es gibt in Deutschland nur noch zwei weitere Masten unter denen Wege hindurch führen, einen bei Leopoldshafen-Eggenstein unter dem ein geschotterter Feldweg verläuft und einen im Nachbarort Grünsfeld, der über einen unbefestigten Feldweg steht und auch Teil der Hochspannungsleitung Grafenrheinfeld-Höpfingen (Anlage 7610) ist.

Allerheiligenkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die nach Plänen von Balthasar Neumann erbaute Barockkirche Allerheiligen im Ortsteil Unterwittighausen.

St.-Regiswindis-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Plänen von Anton Brenner wurde die Kirche St. Regiswindis im Ortsteil Vilchband erbaut.

St.-Sigismund-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls sehenswert ist die romanische Kapelle St. Sigismund im Ortsteil Oberwittighausen.

Weitere Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden weiteren Baudenkmale befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Wittighausen:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wittighausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010.
  4. a b c d e Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 322–324
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wittighausen.
  6. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis)
  7. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis)
  8. Fortgeschriebene Daten der Gemeinde Wittighausen anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  10. Katholisches Dekanat Tauberbischofsheim: Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen. Online auf www.kath-dekanat-tbb.de. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  11. http://issuu.com/heimatgrafiker/docs/wh8-buergermeister-es-72dpi/13