Großrinderfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großrinderfeld
Großrinderfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großrinderfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 56,28 km2
Einwohner: 3958 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97950
Vorwahlen: 09349, 09344
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 6
97950 Großrinderfeld
Webpräsenz: www.grossrinderfeld.de
Bürgermeister: Anette Schmidt
Lage der Gemeinde Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis
AhornAssamstadtBad MergentheimBoxbergCreglingenFreudenbergGroßrinderfeldGrünsfeldIgersheimIgersheimKönigheimKülsheimLauda-KönigshofenNiederstettenTauberbischofsheimWeikersheimWerbachWertheimWittighausenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Großrinderfeld im Winter (2017)

Großrinderfeld ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am äußersten westlichen Rand des Ochsenfurter Gaus etwa 8 km nordöstlich von Tauberbischofsheim und etwa 24 km südwestlich von Würzburg an der Bundesstraße 27, die in diesem Abschnitt parallel zur Bundesautobahn A 81 verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzung in Großrinderfeld, Abzweigung zum Ortsteil Hof Baiertal

Zu Großrinderfeld gehören die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld (in Klammern die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2000).

Zur ehemaligen Gemeinde Gerchsheim (1583) gehört das Dorf Gerchsheim. Zur Gemeinde Großrinderfeld in den Grenzen von 1971 (1.516) gehören das Dorf Großrinderfeld und der Weiler Hof Baiertal sowie die abgegangenen Ortschaften Bickelhof, Bösehof und Frohehof. Zur ehemaligen Gemeinde Ilmspan (365) gehörte das Dorf Ilmspan. Zur ehemaligen Gemeinde Schönfeld (646) gehörten das Dorf Schönfeld sowie die abgegangenen Ortschaften Irtenberg und Rohrensee.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Großrinderfeld gibt es insgesamt neun als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1312 gab Graf Ludwig von Rieneck den Ort an das Stift Aschaffenburg. Später kam Großrinderfeld an das Bistum Würzburg.

In Großrinderfeld gab es eine Besonderheit, wie man sie eher von Städten kennt. Ein „Haag“ umgab als geschlossene Ortsbefestigung die Ortschaft vollständig. Der Verlauf ist in der Dorfchronik von Behringer genau beschrieben. Die Befestigungsanlage bestand aus einem Graben mit angrenzendem Holzzaun bzw. aus einem Erdwall mit Holzzaun. Es gab zwei Öffnungen, das Untere und das Obere Tor. Heute weisen nur noch Straßenbezeichnungen auf den ehemaligen Bestand hin. Die beiden Tore wurden um 6 Uhr von einem Nachtwächter geöffnet und um 22 Uhr wieder geschlossen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1583 gelangte Großrinderfeld an das Kurfürstentum Mainz, wo es zunächst zum Amt Tauberbischofsheim und später zum Oberamt Bischofsheim an der Tauber gehörte. 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. In Baden gehörte das Amt wiederum zum Oberamt Tauberbischofsheim, aus dem später der Landkreis Tauberbischofsheim wurde, mit dem Großrinderfeld 1973 im heutigen Main-Tauber-Kreis aufging. 1866 fand bei Gerchsheim eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

Großrinderfeld erhielt am 16. März 1699 Marktrecht. Die Originalurkunde befindet sich im Rathaus der Gemeinde. Sie wurde von „Lotharius Franz, Erzbischof des Heiligen Römischen Reiches zu Germanien, Ertzkanzler und Churfürst, Bischof zu Bamberg“ unterzeichnet. Sie erlaubt der Gemeinde Großrinderfeld, auf „ewige Zeiten“ zwei Jahr- und Viehmärkte abzuhalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht über die Lage der Großrinderfelder Ortsteile

1924 wurde Hof Baiertal und am 31. Dezember 1972 Ilmspan[5] eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der Gemeinden Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld.[6]

Wappen der ehemaligen Gemeinden:

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Großrinderfeld (1961 und 1970 mit den später eingegliederten Orten) entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 3045
1970 3161
1991 3813
1995 4107
2005 4148
2010 4045
2015 3920

Quellen: Gemeindeverzeichnis[7] und Angaben des Statistischen Landesamtes

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Bevölkerungsfortschreibung vom 30. Juni 2004 lebten 4141 Personen in Großrinderfeld, davon 2079 männliche und 2062 weibliche Personen. Eine genaue Aufteilung auf die Teilorte wurde in dieser Fortschreibung nicht mitgeteilt.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 2015 wurde Anette Schmidt, die ohne Gegenkandidat antrat, mit 97,8 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt. Sie wurde damit die erste Bürgermeisterin in der Geschichte des 18 Gemeinden umfassenden Main-Tauber-Kreises.[9]

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Gemeinde Großrinderfeld

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Großrinderfeld hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (unverändert). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 % (2009: 63,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Initiative Mündiger Bürger 38,05 % 7 Sitze 2009: 17,0 %, 03 Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands-CDU 36,71 % 7 Sitze 2009: 59,3 %, 11 Sitze
Freie Wähler Großrinderfeld e.V. 25,24 % 4 Sitze 2009: 23,7 %, 04 Sitze

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Großrinderfeld bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim sowie mit den Gemeinden Königheim und Werbach zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein privat betriebenes Landwirtschaftliches Museum befindet sich in Großrinderfeld.

Bauwerke und Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schönfeld
St. Laurentius in Ilmspan

Bildstöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen vier Ortsteilen gibt es zahlreiche Bildstöcke. Diese sind in der Liste der Kulturdenkmale in Großrinderfeld aufgeführt.

Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Großrinderfelder Ortsmitte steht die barocke Pfarrkirche St. Michael.[10]

Schloss Schönfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Schönfeld befindet sich ein spätgotisches, aus zwei Gebäuden bestehendes Schloss Schönfeld aus dem Jahre 1376.

Weitere Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Großrinderfeld führen zwei bekannte Ferienstraßen Zum einen die Romantische Straße, die von Würzburg nach Füssen führt, zum anderen die Siegfriedstraße von Worms nach Würzburg.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Großrinderfeld gibt es über 80 Kilometer Rundwanderwege. Diese sind in einem Buch des Heimat- und Kulturvereines Großrinderfeld mit dem Titel Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten beschrieben. Die Wanderwege verbinden kulturell bedeutsame Kleindenkmale.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld findet alle zwei Jahre der Bauernmarkt statt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Großrinderfeld gibt es einen Sportverein, der das Hornussen als einer von nur zwei Vereinen in ganz Deutschland betreibt.

Weitere Sportvereine sind:

  • TUS Großrinderfeld
  • TSV Gerchsheim
  • SV Schönfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Dittigheim von 2015 bis 2017 errichtete Wasserwerk Taubertal versorgt rund 40.000 Menschen aus drei Städten und drei Gemeinden, sowie Industrie und Gewerbe im mittleren Taubertal mit Trinkwasser. Betreiber ist der Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber, dem neben den Gemeinden Großrinderfeld, Werbach und Wittighausen auch die Städte Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen und Grünsfeld angehören.[15][16]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld gibt es keine größeren Unternehmen. Im März 2007 wurde eine Müllverbrennungsanlage im Industriepark A 81 geplant, gegen deren Bau sich eine Bürgerinitiative wendete.

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Grenze zu Werbach gibt es ein kleines Weinbaugebiet (Beilberg).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großrinderfeld liegt an der Landesstraße 578 (in Bayern: Staatsstraße 578), die von Tauberbischofsheim nach Kist führt und ehemals Teil der Bundesstraße 27 (MosbachWürzburg) war, dann aber wegen der parallel verlaufenden A 81 (Würzburg–Stuttgart) zur Landesstraße herabgestuft wurde. Der Ortsteil Gerchsheim verfügt über eine Ausfahrt an der A 81.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 348–350
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Großrinderfeld.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 481.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  8. Quelle: Mitteilungsblatt Nr. 45/2004
  9. Fränkische Nachrichten: Anette Schmidt ist die erste Bürgermeisterin im Landkreis. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  10. a b c Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Gemeinde Großrinderfeld, die Pfarrkirche, die Friedhofskapelle und die Kapelle im Hof Baiertal Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  11. Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Gerchsheim St. Johannes d.T.. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  12. Katholische Kirchengemeinde Großrinderfeld-Werbach: Gerchsheim Kapelle "Maria Königin des Friedens". Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  13. Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Geschichte von Ilmspan. Online unter www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  14. Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Schönfeld, St. Vitus. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  15. Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber: Startseite. Online unter www.wvmt.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  16. Main-Post: Ab 2017 Trinkwasser aus Dittigheim. 28. Oktober 2016. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Schultheiß: Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld, Großrinderfeld 2012.
  • Autorenteam des Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld: "In Wanderschuhen durch die Heimat" - HKV Großrinderfeld, Großrinderfeld 2015.
  • Großrinderfeld im Wandel der Zeit: Geiger-Verlag, Horb am Neckar ISBN 3-89264-586-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großrinderfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Großrinderfeld – Reiseführer