Großrinderfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großrinderfeld
Großrinderfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großrinderfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 56,28 km2
Einwohner: 3920 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97950
Vorwahlen: 09349, 09344
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 6
97950 Großrinderfeld
Webpräsenz: www.grossrinderfeld.de
Bürgermeister: Anette Schmidt
Lage der Gemeinde Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild

Großrinderfeld ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am äußersten westlichen Rand des Ochsenfurter Gaus ca. 8 km nordöstlich von Tauberbischofsheim und ca. 24 km südwestlich von Würzburg an der Bundesstraße 27, die in diesem Abschnitt parallel zur Bundesautobahn A 81 verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Großrinderfeld gehören die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld (in Klammern die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2000).

Zur ehemaligen Gemeinde Gerchsheim (1.583) gehört das Dorf Gerchsheim. Zur Gemeinde Großrinderfeld in den Grenzen von 1971 (1.516) gehören das Dorf Großrinderfeld und der Weiler Baiertal (Hof) sowie die abgegangenen Ortschaften Bickelhof, Bösehof und Frohehof. Zur ehemaligen Gemeinde Ilmspan (365) gehört das Dorf Ilmspan. Zur ehemaligen Gemeinde Schönfeld (646) gehören das Dorf Schönfeld sowie die abgegangenen Ortschaften Irtenberg und Rohrensee.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Großrinderfeld gibt es insgesamt neun als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1312 gab Graf Ludwig von Rieneck den Ort an das Stift Aschaffenburg. Später kam Großrinderfeld an das Bistum Würzburg.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1583 gelangte Großrinderfeld an das Kurfürstentum Mainz, wo es zunächst zum Amt Tauberbischofsheim und später zum Oberamt Bischofsheim an der Tauber gehörte. 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. In Baden gehörte das Amt wiederum zum Oberamt Tauberbischofsheim, aus dem später der Landkreis Tauberbischofsheim wurde, mit dem Großrinderfeld 1973 im heutigen Main-Tauber-Kreis aufging. 1866 fand bei Gerchsheim eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924 wurde Hof Baiertal und am 31. Dezember 1972 Ilmspan eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld.

Wappen der ehemaligen Gemeinden:

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtbevölkerung der Ortsteile der Gemeinde Großrinderfeld entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 3.045[5]
1970 3.161[6]
2004 4.141[7]
2015 3.920[8]

Quellen: Gemeindeverzeichnis[9] und Angaben der Gemeinde Großrinderfeld

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Bevölkerungsfortschreibung vom 30. Juni 2004 lebten 4.141 Personen in Großrinderfeld, davon männlich 2.079 Personen und weiblich 2.062 Personen. Eine genaue Aufteilung auf die Teilorte wurde in dieser Fortschreibung nicht mitgeteilt.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Großrinderfeld hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (unverändert). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 % (2009: 63,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Initiative Mündiger Bürger 38,05 % 7 Sitze 2009: 17,0 %, 3 Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands-CDU 36,71 % 7 Sitze 2009: 59,3 %, 11 Sitze
Freie Wähler Großrinderfeld e.V. 25,24 % 4 Sitze 2009: 23,7 %, 4 Sitze

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Großrinderfeld bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim, sowie den Gemeinden Königheim und Werbach zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein privat betriebenes Landwirtschaftliches Museum befindet sich in Großrinderfeld.

Bauwerke und Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildstöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen vier Ortsteilen gibt es zahlreiche Bildstöcke. Zwei sehr bedeutende stehen in Großrinderfeld, die auf die Wieskirchbewegung zurückgehen. Dabei handelt es sich um einen Wallfahrtsort am Ende der Romantischen Straße bei Steingaden.

Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Großrinderfelder Ortsmitte steht die barocke Pfarrkirche St. Michael.

Schloss Schönfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schönfeld

Im Ortsteil Schönfeld befindet sich ein spätgotisches, aus zwei Gebäuden bestehendes Schloss Schönfeld aus dem Jahre 1376.

Weitere Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius in Ilmspan
  • Friedhofskapelle in Großrinderfeld
  • Kirche St. Johannes der Täufer in Gerchsheim (1729)
  • Kriegergedächtniskapelle Gerchsheim
  • Pfarr- und Rathaus Gerchsheim (Herrenstraße)
  • Rathaus und Pfarrhaus am Marktplatz in Großrinderfeld
  • Rokokokirche St. Laurentius in Ilmspan (Johann Michael Fischer, Schüler Balthasar Neumanns)
  • Kirche St. Vitus in Schönfeld

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Großrinderfeld führen zwei bekannte Straßen: Zum einen die Romantische Straße, die von Würzburg nach Füssen führt. Zum anderen die Siegfriedstraße, die von Worms nach Würzburg führt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld findet alle zwei Jahre der Bauernmarkt statt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Großrinderfeld gibt es einen Sportverein, der das Hornussen als einer von nur zwei Vereinen in ganz Deutschland betreibt.

Weitere Sportvereine sind:

  • TUS Großrinderfeld
  • TSV Gerchsheim
  • SV Schönfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld gibt es keine größeren Unternehmen. Im März 2007 wurde eine Müllverbrennungsanlage im Industriepark A 81 geplant, gegen deren Bau sich eine Bürgerinitiative wendete.

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Grenze zu Werbach gibt es ein kleines Weinbaugebiet (Beilberg).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großrinderfeld liegt an der Landesstraße 578 (in Bayern: Staatsstraße 578), die von Tauberbischofsheim nach Kist führt und ehemals Teil der Bundesstraße 27 (MosbachWürzburg) war, dann aber wegen der parallel verlaufenden A 81 (Würzburg–Stuttgart) zur Landesstraße herabgestuft wurde. Der Ortsteil Gerchsheim verfügt über eine Ausfahrt an der A 81.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 348–350
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Großrinderfeld.
  5. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis)
  6. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis)
  7. a b Quelle: Mitteilungsblatt Nr. 45/2004
  8. Fortgeschriebene Daten der Gemeinde Großrinderfeld anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Schultheiß: Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld, Großrinderfeld 2012.
  • Autorenteam des Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld: "In Wanderschuhen durch die Heimat" - HKV Großrinderfeld, Großrinderfeld 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großrinderfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien