Großrinderfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großrinderfeld
Großrinderfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großrinderfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 56,28 km2
Einwohner: 3920 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97950
Vorwahlen: 09349, 09344
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 045
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 6
97950 Großrinderfeld
Webpräsenz: www.grossrinderfeld.de
Bürgermeister: Anette Schmidt
Lage der Gemeinde Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Großrinderfeld im Winter (2017)

Großrinderfeld ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am äußersten westlichen Rand des Ochsenfurter Gaus ca. 8 km nordöstlich von Tauberbischofsheim und ca. 24 km südwestlich von Würzburg an der Bundesstraße 27, die in diesem Abschnitt parallel zur Bundesautobahn A 81 verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzung in Großrinderfeld, Abzweigung zum Ortsteil Hof Baiertal

Zu Großrinderfeld gehören die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld (in Klammern die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2000).

Zur ehemaligen Gemeinde Gerchsheim (1.583) gehört das Dorf Gerchsheim. Zur Gemeinde Großrinderfeld in den Grenzen von 1971 (1.516) gehören das Dorf Großrinderfeld und der Weiler Hof Baiertal sowie die abgegangenen Ortschaften Bickelhof, Bösehof und Frohehof. Zur ehemaligen Gemeinde Ilmspan (365) gehört das Dorf Ilmspan. Zur ehemaligen Gemeinde Schönfeld (646) gehören das Dorf Schönfeld sowie die abgegangenen Ortschaften Irtenberg und Rohrensee.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Großrinderfeld gibt es insgesamt neun als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1312 gab Graf Ludwig von Rieneck den Ort an das Stift Aschaffenburg. Später kam Großrinderfeld an das Bistum Würzburg.

In Großrinderfeld gab es eine Besonderheit, wie man diese nur von Städten kennt. Ein "Haag" umgab als geschlossene Ortsbefestigung die Ortschaft vollständig. Der Verlauf ist in der Dorfchronik von Behringer genau beschrieben. Die Befestigungsanlage bestand aus einem Graben mit angrenzendem Holzzaun bzw. aus einem Erdwall mit Holzzaun. Es gab zwei Öffnungen. Das Untere Tor und das Obere Tor. Heute weisen nur noch Straßenbezeichnungen auf den ehemaligen Bestand hin. Die beiden Tore wurden um 6 Uhr von einem Nachtwächter geöffnet und um 10 Uhr wieder geschlossen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1583 gelangte Großrinderfeld an das Kurfürstentum Mainz, wo es zunächst zum Amt Tauberbischofsheim und später zum Oberamt Bischofsheim an der Tauber gehörte. 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. In Baden gehörte das Amt wiederum zum Oberamt Tauberbischofsheim, aus dem später der Landkreis Tauberbischofsheim wurde, mit dem Großrinderfeld 1973 im heutigen Main-Tauber-Kreis aufging. 1866 fand bei Gerchsheim eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

Großrinderfeld erhielt am 16. März 1699 Marktrecht. Die Originalurkunde befindet sich im Rathaus der Gemeinde Großrinderfeld. Sie wurde von Lotharius Franz, Erzbischof des Heiligen Römischen Reiches zu Germanien, Ertzkanzler und Churfürst, Bischof zu Bamberg unterzeichnet. Sie erlaubt der Gemeinde Großrinderfeld auf „ewige Zeiten“ zwei Jahr- und Viehmärkte abzuhalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924 wurde Hof Baiertal und am 31. Dezember 1972 Ilmspan[5] eingemeindet. Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der Gemeinden Gerchsheim, Großrinderfeld und Schönfeld.[6]

Wappen der ehemaligen Gemeinden:

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Großrinderfeld (1961 und 1970 mit den später eingegliederten Orten) entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 3045
1970 3161
1991 3813
1995 4107
2005 4148
2010 4045
2015 3920

Quellen: Gemeindeverzeichnis[7] und Angaben des Statistischen Landesamtes

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Bevölkerungsfortschreibung vom 30. Juni 2004 lebten 4141 Personen in Großrinderfeld, davon 2079 männliche und 2062 weibliche Personen. Eine genaue Aufteilung auf die Teilorte wurde in dieser Fortschreibung nicht mitgeteilt.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 2015 wurde Anette Schmidt mit 97,8 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt. Sie wurde damit zur ersten Bürgermeisterin in der Geschichte des 18 Gemeinden umfassenden Main-Tauber-Kreises.[9]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Großrinderfeld hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (unverändert). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 % (2009: 63,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Initiative Mündiger Bürger 38,05 % 7 Sitze 2009: 17,0 %, 03 Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands-CDU 36,71 % 7 Sitze 2009: 59,3 %, 11 Sitze
Freie Wähler Großrinderfeld e.V. 25,24 % 4 Sitze 2009: 23,7 %, 04 Sitze

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Großrinderfeld bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim sowie mit den Gemeinden Königheim und Werbach zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein privat betriebenes Landwirtschaftliches Museum befindet sich in Großrinderfeld.

Bauwerke und Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildstöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen vier Ortsteilen gibt es zahlreiche Bildstöcke. Zwei sehr bedeutende stehen in Großrinderfeld, die auf die Wieskirchbewegung zurückgehen. Dabei handelt es sich um einen Wallfahrtsort am Ende der Romantischen Straße bei Steingaden. Einer der beiden Bildstöcke steht in der Alten Hohle am Kinderspielplatz, Ecke Kapellenstraße. Der obere Säulenabschluss trägt Jesus mit Palmzweig (Friedensfürst)auf dem Sockel darunter ist zu lesen: Hir ist Jesus von der Wis, der voller Gnaden ist. Behüt durch deinen Segen unser Land vor Schauer, Hagel und Brand. Der zweite Bildstock ist nach der Renovierung 2016 an seinen ursprünglichen Standort an der Kirche zurück versetzt worden. Es handelt sich dabei um die sogenannte "Geißelungsgruppe", ein Kleinod von höchster Güte im Madonnenländchen. Diese Figurengruppe zeigt in der Mitte den gegeißelten Heiland, links und rechts daneben St. Michael und St. Wendelin. Die Figurengruppe ist eine identische Kopie des Heilands, wie er in der Mitte der Wieskirche in Steingaden steht. In der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, so lautet der vollständige Name dieser Wallfahrtskirche, sah 1738 die Bäuerin Maria Lory Tränen in den Augen dieser Figur.Das Tränenwunder war der Anfang für die Wallfahrt zur Wieskirche. Die Großrinderfelder Figurengruppe wurde in den Anfängen der Wieswallfahrt von frommen Pilgern errichtet. Neben dem historischen Pilgerweg zur Wieskirche nach Steingaden liegt Großrinderfeld an einem 2. historischen Pilgerweg, vom Käppele in Würzburg zum Heiligblut in Walldürn. An der "Alten Bischemer Strasse" zwischen Großrinderfeld und Tauberbischofsheim steht am Eingang zum Staatswald ein Bildstock aus dem Jahr 1650.Auf der Vorderseite steht: ECCE HOMO auf der Rückseite des Bildstockes kann man noch gut lesen: GOTT ZU EHREN und des HL. BLUTES zu WALTHÜRN DAHIER DIESER BILTSTOCK VON ETLICHEN GUTHERZIGEN WÜRTZBURGER WALLEYTEN AUFGERICHTET WORDEN. Das riesige Monument mit wuchtigem Sockel, hohen Säulenschaft und dem kunstvollen ECCE_HOMO-Bild (aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet dies soviel wie "Siehe,(welch) ein Mensch, Joh.19,5; für den Ausruf des Pilatus, als er Jesus dem Volke vorstellte) wurde 1969 vollständig revnoviert.

Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Großrinderfelder Ortsmitte steht die barocke Pfarrkirche St. Michael.

Schloss Schönfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schönfeld

Im Ortsteil Schönfeld befindet sich ein spätgotisches, aus zwei Gebäuden bestehendes Schloss Schönfeld aus dem Jahre 1376.

Weitere Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius in Ilmspan
  • Friedhofskapelle in Großrinderfeld
  • Kirche St. Johannes der Täufer in Gerchsheim (1729)
  • Kriegergedächtniskapelle Gerchsheim
  • Pfarr- und Rathaus Gerchsheim (Herrenstraße)
  • Rathaus und Pfarrhaus am Marktplatz in Großrinderfeld
  • Rokokokirche St. Laurentius in Ilmspan (Johann Michael Fischer, Schüler Balthasar Neumanns)
  • Kirche St. Vitus in Schönfeld
  • Marienkapelle in Hof Baiertal

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Großrinderfeld führen zwei bekannte Straßen: Zum einen die Romantische Straße, die von Würzburg nach Füssen führt. Zum anderen die Siegfriedstraße, die von Worms nach Würzburg führt.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Großrinderfeld gibt es über 80 Kilometer Rundwanderwege. Diese sind in dem Buch des Heimat- und Kulturvereines Großrinderfeld : Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten, vom Autor Siegfried Schultheiß beschrieben.Die Wanderwege verbinden kulturell bedeutsame Kleindenkmale.

1. Rundwanderweg zum Bösen Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke ist zirka 8 Kilometer lang. Es handelt sich dabei um eine kulturhistorische Wanderstrecke, auf deren Verlauf 8 Bildstöcke und ein historischer Wegweiserstein zu bewundern sind. Sie beginnt und endet an der Ecke Hauptstraße L 578/Wenkheimer Straße am Bildstock Kreuz. Dieser Bildstock ist ein steinernes KRUZIFIX aus dem 19. Jahrhundert. Es trägt die Inschrift: Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser!Schräg gegenüber steht eine wunderbare MARIENSÄULE aus dem 18. Jahrhundert (neben der Bushaltestelle). Wir wandern weiter entlang der L 578 in Richtung Tauberbischofsheim und kommen nach zirka 100 m auf der rechten Seite zu einem weiteren bedeutenden Bildstock. Der PIETA-Bildstock trägt foldende Inschrift: O, schmerzhafte Mutter Gottes, bitt für uns alle, die hier vorübergehen um Gnade und Segen! Während der Fronleichnamsprozession ist hier die erste Station. Die Wanderung führt weiter entlang der Hauptstraße. Am Ortsende fallen links und rechts der Straße zwei Bildstöcke aus dem Jahr 1891 auf.Auf dem linken Herz-Mariä-Bildstock ist folgende Inschrift zu lesen: Haltet fern alles Unheil, das sich dieser Gemeinde in geistiger und leiblicher Weise nähren will. Auf dem rechten Herz-Jesu-Bildstock steht: Aus Liebe zu Gott und zur Erinnerung der Vorübergehenden an das hl. Herz Jesu wurde dieses Bild errichtet.Der Wanderweg führt weiter in Richtung Tauberbischofsheim auf einem asphaltierten Feldweg entlang der L 578 zum Parkplatz unterhalb der Aussiedlerhöfe.Dort findet sich ein historischer Wegweiserstein mit eingemeißelten Streckenangaben nach Tauberbischofsheim (7,9 km), nach Gerchsheim (7,1 km), nach Grünsfeld(7 km) und nach Grünsfeldhausen (5,1 km). Dort, an diesem Parkplatz, am Beginn der "Alten Bischemmer Stroose" (Abzweigung rechts von der Landstraße)führt uns die Wanderung weiter in Richtung Wald (Forst). Am ersten Forstbuckel, nach zirka 300 m, befindet sich der Älteste Bildstock der 'Gemeinde Großrinderfeld`s aus dem Jahr 1596. Die Inschrift lautet: GOT ZU LOB UND EHR HABEN DIS BILT LASSEN SETZEN DAHER VALENTIN KAUTMANN VON HIER CASPAR SCHMIDT SCHULTHEISS KM BM UND PAVER SCHENK ZU GROSSENRINDERFELD. Der Rundwanderweg führt nun weiter auf dem historischen Pilgerweg von Würzburg nach Walldürn zum Heiligen Blut.Am Eingang zum Wald (Forst) fällt auf der linken Seite der Wallfahrerbildstock aus dem Jahr 1650 auf, der von Würzburger Wallfahrer errichtet wurde. Die Wanderstrecke führt weiter entlang der Forststraße (Gemeindeverbindungsstraße von Großrinderfeld nach Tauberbischofsheim) bis man am Waldende auf Tauberbischofsheimer Gemarkung trifft. Wenn man links abbiegt und immer am Waldrand entlang wandert, gelangt man in den Industriepark A 81. Hier lag früher die untergegangene Ortschaft Böse Hof, die Flurbezeichnung lautet noch heute Böse Hof. Zum Böse Hof gibt es eine Sage. Wir durchqueren den Industriepark A 81 auf der Straße die durch das Gewerbegebiet führt und biegen kurz vor Erreichen der L 578 nach links ab. Dort befindet sich zwischen Hecken oberhalb eines Grabens ein von Hofbauer Fridolin Endres errichteter PIETA-BILDSTOCK. Seine Inschrift lautet: Vater verzeih Ihnen!Wir setzen unsere Wanderung entlang der ehemaligen B 27 nun Richtung Großrinderfeld fort. Nach zirka 400 m kommen wir an der Bushaltestelle zum Paimarer Brückle. Wir überqueren die L 578 und wandern nun rechts der Straße Richtung Großrinderfeld.Etwa 300 m vor dem Ortseingang befindet sich am Ackerrand ein weiterer MARIENBILDSTOCK. Dieser trägt die Inschrift: O Maria ohne Erbsünde empfangen, bitte für uns! Weitere zirka 300 m weiter gelangen wir zum letzten Bildstock unserer Wanderung, direkt am Ortsrand gelegen, einem weiteren PIETA-BILDSTOCK mit der noch lesbaren Gravur: Anno 1734 hat Caspar Schenk und seine Hausfrau Anna Maria dies Bild errichten lassen God zu Ehren. Wir wandern auf dem Feldweg weiter und gelangen zum eingangs erwähnten Parkplatz mit dem historischen Wegweiserstein. Von dort wandern wir wieder in die Ortsmitte, wo es sich lohnt beim "Thailänder" einzukehren.

2. Rundwanderweg zum Linsenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke ist zirka 7 Kilometer lang. Sie beginnt am Rathaus in Großrinderfeld. Die Hauptstraße wird überquert und man gelangt in die Untere Tor Straße. Am Ende dieser Straße (dort stand früher das Untere Tor, das Bestandteil der Ortsbefestigung war), gehen wir nach rechts, dann geradeaus über die Brücke in die Paimarer Straße. An der Kreuzung gehen wir halbrechts bis zur Feldscheune. Dort steht ein prächtiger Dreifaltigkeitsbildstock aus dem Jahr 1832 , mit den Heiligen Georg, Franziskus, Barbara und Ursula. Wir wandern nach links hoch bis zur Bergkuppe.(zirka 250 m). Von hier oben hat man eine schöne Fernsicht. Die Strecke führt anschließend zirka 300 m abwärts, dort biegen wir nach rechts ab, nach weiteren zirka 250 m geht es nach links, bis wir nach zirka 400 m die Autobahnunterführung erreichen. Zuvor kann man auf der rechten Seite den Bildstock zu Ehren der Heiligen Familie bewundern. Die Inschrift lautet: O HL. FAMIL BITT FÜR UNS. Zirka 250 m nach der Autobahnunterführung biegen wir nach rechts in einen asphaltierten Feldweg ab, der uns nach zirka 10 Minuten zum Linsenkreuz führt um dessen, aus einem Stein gehauenen zirka 60 cm hohen Kreuz sich eine Sage ringt. Am LInsenkreuz führt der Weg nach links weiter am Graben entlang zum Gerchsheimer Grundgraben mit angrenzendem Wald. Hier verläuft auch die Gemarkungsgrenze zu Paimar. Nach zirka 600 m verlassen wir die Gemarkungsgrenze und laufen nach links in Richtung Seehütte. Vor der Seehütte laufen wir nach rechts weiter, überqueren die Autobahn A 81. Wir biegen dann wieder nach links ab und steuern auf das weit sichtbare Naturdenkmal Riesenlindenbaum. Hier hat man wieder eine wunderbare Sicht auf den Ort und die Umgebung. Von dort aus geht es zurück in die Ortsmitte.

3. Rundwanderweg zum Sinkloch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke ist zirka 10 Kilometer lang. Es handelt sich in erster Linie um eine naturkundliche Wanderung. Man kann sich auf der Strecke zwei Bildstöcke und einen Grenzstein (Dreimärker) anschauen.

Die Strecke beginnt am Marktplatz. Nach der Überquerung der Hauptstraße gelangt man in die Straße Unteres Tor. Am Ende führt der Weg weiter in die Ilmspaner Straße. An der Kreuzung Bergstraße/Frankenstraße steht ein Vierzehnheiligen-Bildstock. Dieser trägt auf der Rückseite die Innschrift: Zu Ehren des Gekreuzigten hat dieses Bild errichten lassen Franz Valentin Thoma und dessen Ehefrau Maria-Maria 1873. Man folgt der Ilmspaner Straße weiter und überquert die Kreisstraße 2882. Man folgt dem Holzweg bis zum Gemeindewald. Am Eingang zum Wald steht eine Wegwanderkarte auf der drei verschiedene Strecken beschrieben sind. Wir wählen die Route zum Sinkloch. Nach zirka einem Kilometer gelangt man an eine Kreuzung. Hier haben vier Grundschulklassen am 6. Mai 1978, am Tag des Baumes vier Bäume gepflanzt. Hier geht es links ab, zur Waldhütte.An der Waldhütte kann man links abbiegend einen Abstecher zu einem Steinkreuz machen. Dieses trägt die Inschrift: IHS, 1751 D. 8. Merz ist Johannes Schenk von einem Baum dahier erschlagen worden. Wir gehen wieder zurück zur Waldhütte. Dort geht man geradeaus und gelangt nach 100 m zum 'Schrägen Weg, der uns an den Waldrand führt. Von hier folgen wir einem steil abfallenden schrägen Fuhrholzweg, der nach zirka 1 Kilometer auf den II. Stellweg stößt. Rechts aabbiegend gelangen wir nach einem steilen Anstieg zum Distrikt Hartmannsberg. Wir orientieren uns links und gelangen nach zirka 500 m an ein Naturdenkmal, eine geschätzt über 400 Jahre alte Eiche. Wir folgen dem Weg weiter und gelangen zum III.Stellweg. Dieser führt abwärts zum Sinklochweg. Am rechten Wegrand fällt ein Naturdenkmalschild auf, das auf das erste und zweite Sinkloch hinweist. Hierbei handelt es sich um 2 Dolineneinbrüche, wie sie öfters in Karstgebieten mit unterirdisch ausgewaschenen Muschelkalkböden vorkommt. Zum Sinkloch gibt es eine Sage. Wir wandern den Weg weiter bis zum Waldrand und laufen anschließend am Waldrand entlang in Richtung Ortschaft Großrinderfeld und gelangen so zu unserem Ausgangspunkt.

4. Rundwanderweg zur verschollenen Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke ist zirka 8 Kilometer lang.Sie beginnt am Marktplatz in Großrinderfeld und führt an fünf, teilweise sehr bedeutsamen Kleindenkmälern, vorbei.

Vom Marktplatz aus geht es an der Kirche vorbei zum Ortsausgang Richtung Würzburg. An der linken Gartenzaunecke steht am Ortsausgang ein Muschelkalk-Denkmal mit dem gekreuzigten Heiland. Als Inschrift ist zulesen: Bete ein Veterunser zu Ehren des gekreuzikten Heiland. Wir überqueren die Neubaustraße und sehen einen Vierzehnheiligen - Bildstock mit der Inschrift: O,ihr vierzehn Heiligen Nothelfer bittet für uns. Wir folgen nun dem asphaltierten Feldweg parallel zur Landstraße 578. Nach zirka 500 m stoßen wir auf einen nicht zu übersehenden Riesenbildstock, Kreuzschlepper. Auf dem Sockelstein kann man Folgendes lesen: Will jemand mir nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und wandle mir nach! Hier biegen wir links ab, in Richtung Tannen - Wald. Wir folgen diesem Feldweg, er macht nach zirka 400 m einen großen Bogen und weiter, nach zirka 300 m, stoßen wir auf den sehr bedeutsamen Bildstock Bögnersbild. Es handelt sich um den zweitältesten Bildstock in Großrinderfeld. Der Name Bögner gaeht auf einen berühmten Tauberbischofsheimer Weinhändler zurück, der in der Nähe überfallen wurde, jedoch gerettet werdenkonnte. Johann Bögner hatte 1744 in Tauberbischofsheim das Barockpalais am Marktplatz erbauen lassen. Dieser Bildstock aus dem Jahr 1602 trägt die Inschrift: Jesus Christus war Gott und Mensch, mein Erlöser; Anno 1602 S.JA. Der Wanderweg führt weiter durch den Wald (Tannen). Nach zirka 500 m kommt ein idylisches Feuchtgebiet auf der linken Seite. Am Biotop überschreiten wir die Alte Straße. Sie führte als Geleitstraße von Mainz über Tauberbischofsheim nach Würzburg. Der Weg führt aus dem Wald hinaus, nach zirka 200 m führt eine Abzweigung nach Hof Baiertal. Wir gehen geradeaus weiter. Wwir stoßen auf die bayerische Landesgrenze. Der Weg führt weiter in den angrenzenden Wald. Wir folgen der linken abzweigenden Waldgasse und stoßen auf einen Ort wo nach mündlicher Überlieferung eine Burg gestanden haben soll. Berberich schreibt in seinem Heimatbuch aus dem Jahr 1895, Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim, von Mauern, die beim Umgraben entdeckt wurden. Wir wandern rechts durch den Wald,nach zirka 500 m wiederum rechts und wir stoßen auf den bereits bekannten Wanderweg. Am Bögnersbild zweigen wir aber nicht rechts, sondern links ab und gelangen zum hohen Wegkreuz an der L 578. Von dort geht es wieder zurück zum Marktplatz, wo man beim Thailänder einkehren kann.

5. Rundwanderweg nach Hof Baiertal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wanderung beginnt am Rathaus in der Ortsmitte. Dahinter befindet sich ein Brunnen.(Röhrenstein - früher Rossbrunnen genannt).Dieser Brunnen war die frühere Dorftränke. Schräg gegenüber steht das Pfarrhaus. Wir setzten unseren Weg entlang der Kreisstraße (Wenkheimerstraße)fort. An der Einmündung zur Friedhofstraße laufen wir gerade aus weiter. Die Friedhofstraße entsprach der früheren Ortsbefestigung(Hag). Wir biegen an der nächsten Straße, die die Bezeichnung Alte Hohle trägt, ins Neubaugebiet Alte Hohle ab. Hier kann man noch einen alten Wegweiserstein mit Ortsangaben bewundern (Hof Baierthal 1/2 Std und Wenkheim 1 Std).Nach zirka 100 m finden wir am Ende des Kinderspielplatzes an der Ecke zur Kapellenstraße einen wuchtigen Bildstock, mit der Inschrift: Hir ist Jesus von der Wis. Er steht mit der Wallfahrt zur Wieskirche im Zusammenhang. Wir folgen der Straße weiter, laufen links an einem Biotop vorbei und verlassen das Neubaugebiet Alte Hohle.Nach zirka 100 m befindet sich an einer leichten Rechtskurve am Graben ein Herz-Jesu-Bildstock. Er trägt die Inschrift: Süßes Herz Jesu gieb, dass ich immer mehr dich lieb!Nach der Kurve führt der Weg zirka 150 m weiter, bis er in eine Verbindungsstraße einmündet, die schnurgerade hinauf zur Bärlistanne (einem rechteckigen Waldgebiet). Dieses befindet sich auf einer Höhe von 375 m über dem Meeresspiegel. Links zu Beginn des Wäldchens steht eine Eiche, die als Naturdenkmal gilt. Wir wandern am Wäldchen vorbei und genießen von hier eine herrliche Aussicht bis zu den Ausläufern des Odenwaldes und des Spessarts.Direkt vor uns im Tal liegt versteckt Hof Baiertal mit Friedhof und Kapelle. Rechts dahinter erkennt man die Steinbacher Siedlung, die bereits in Bayern liegt und links auf gleicher Höhe die Wenkheimer Siedlung, die noch badisch ist. Wir wandern weiter hinunter ins Tal und kommen auf der rechten Seite an einem Vierzehnheiligen-Bildstock vorbei. Auf dem Kapitell blicken in westlicher Richtung 14 Nothelfer. Am Sockel ist eingraviert: O! Ihr 14 Heiligen Nothelfer, bittet für uns!Wir wandern weiter ins Tal und erkennen auf der linken Seite, oberhalb des Friedhofs ein Kreuzschlepper-Denkmal.Dieses wurde 1765 von Michael Dürr errichtet und trägt die Innschrift: Wer mein Creutz nit auf sich nimbt, der ist meiner nicht werth. Im Friedhof befindet sich links neben der Kapelle eine Lourdes-Grotte. Der Hof Baiertal hat seinen Namen vermutlich vom Land Bayern, das nur wenige Hundert m vom Hof entfernt beginnt. Hof Baiertal wurde 1838 in politischer Hinsicht der Gemeinde Großrinderfeld zugeteilt.Die Route wird nun unterhalb des Friedhofes fort. Man wandert vom Hof weg auf der Wenkheimer Straße.Nach zirka 200 m kommt auf der rechten Seite ein Käppellele, kurz danach führt die Wanderstrecke links in einen Feldweg. Der Weg führt wioeder hoch zum Wäldchen (Bärlistannen). An der rechten Waldecke steht dort ein Bilodstock mit dem gekreuzigten Jesus im Kapitall. Der Weg führt uns nun weiter, rechts am Wäldchen entlang. Wir gelangen zum Wasserhochbehälter.Dort biegen wir rechts ab. Links steht im Feld die Primizlinde von Harald Bethäuser, die anläßlich der PÖrimiz vom 21.5.2006 gepflanzt wurde. Wir gelangen zur Wenkheimer Straße (Kreisstraße). Von dort wandern wir im Straßengraben zum Parkplatz auf der linken Seite. Hier steht ein großes Kreuz das von Anna Gerber gestiftet wurde. Wir wandern am linken Straßenrand weiter und kommen am alten Wasserbehälter aus dem Jahr 1921 vorbei. Wenige m weiter, steht an der Verkehrsinsel ein Bildstock vom H. Bruder Konrad. Von dort kehren wir zum Ausgangspunkt zurück.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld findet alle zwei Jahre der Bauernmarkt statt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Großrinderfeld gibt es einen Sportverein, der das Hornussen als einer von nur zwei Vereinen in ganz Deutschland betreibt.

Weitere Sportvereine sind:

  • TUS Großrinderfeld
  • TSV Gerchsheim
  • SV Schönfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großrinderfeld gibt es keine größeren Unternehmen. Im März 2007 wurde eine Müllverbrennungsanlage im Industriepark A 81 geplant, gegen deren Bau sich eine Bürgerinitiative wendete.

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Grenze zu Werbach gibt es ein kleines Weinbaugebiet (Beilberg).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großrinderfeld liegt an der Landesstraße 578 (in Bayern: Staatsstraße 578), die von Tauberbischofsheim nach Kist führt und ehemals Teil der Bundesstraße 27 (MosbachWürzburg) war, dann aber wegen der parallel verlaufenden A 81 (Würzburg–Stuttgart) zur Landesstraße herabgestuft wurde. Der Ortsteil Gerchsheim verfügt über eine Ausfahrt an der A 81.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 348–350
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Großrinderfeld.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 481.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  8. Quelle: Mitteilungsblatt Nr. 45/2004
  9. Fränkische Nachrichten: Anette Schmidt ist die erste Bürgermeisterin im Landkreis. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 25. Februar 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Schultheiß: Sagenhafte und wahre Großrinderfelder Geschichten. Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld, Großrinderfeld 2012.
  • Autorenteam des Heimat- und Kulturverein Großrinderfeld: "In Wanderschuhen durch die Heimat" - HKV Großrinderfeld, Großrinderfeld 2015.
  • Großrinderfeld im Wandel der Zeit: Geiger-Verlag, Horb am Neckar ISBN 3-89264-586-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großrinderfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien