Žilina

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Žilina (Begriffsklärung) aufgeführt.
Žilina
Wappen Karte
Wappen von Žilina
Žilina (Slowakei)
Žilina
Žilina
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Žilinský kraj
Okres: Žilina
Region: Severné Považie
Fläche: 80,028 km²
Einwohner: 81.515 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 1.018,58 Einwohner je km²
Höhe: 342 m n.m.
Postleitzahl: 010 01
Telefonvorwahl: 0 41
Geographische Lage: 49° 13′ N, 18° 44′ O49.222518.739722222222342Koordinaten: 49° 13′ 21″ N, 18° 44′ 23″ O
Kfz-Kennzeichen: ZA
Kód obce: 517402
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 15 Stadtteile
Verwaltung (Stand: November 2010)
Bürgermeister: Igor Choma
Adresse: Mestský úrad Žilina
Námestie obetí komunizmu 1
01131 Žilina
Webpräsenz: www.zilina.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Žilina (deutsch Sillein oder Silein, ungarisch Zsolna, polnisch Żylina, lateinisch Solna) ist ein Zentrum der Nordwest-Slowakei und hat zirka 85.000 Einwohner. Die Stadt ist Hauptstadt des Bezirks Žilina (Žilinský kraj) und der Namensgeber und die wichtigste Stadt des gleichnamigen Kreises Žilina.

Geographie[Bearbeiten]

Žilina liegt im Talkessel Žilinská kotlina (Silleiner Kessel) unweit der Grenzen zu Tschechien und Polen und ist von zahlreichen Gebirgen umschlossen. Hierzu gehören Javorníky im Nordwesten, Kysucká vrchovina im Nordosten, Kleine Fatra im Osten und Süden und Súľovské vrchy im Südwesten, die alle zu den Westkarpaten gehörten. Der Hauptfluss ist die Waag, die hier von Osten nach Westen fließt und in der Stadt zwei Flüsse aufnimmt: die Kysuca von Norden und die Rajčianka von Süden. Žilina ist zugleich die größte an der Waag gelegene Stadt. In unmittelbarer Nähe der Stadt befinden sich an der Waag zwei Stauseen: der Hričov-Stausee (2,53 km²) im Westen und der neuere Žilina-Stausee (2,55 km²) im Osten. Beide dienen neben dem Hochwasserschutz auch dem Tourismus und der Stromerzeugung. Die Hauptstadt Bratislava ist 200 km südwestlich gelegen. Die Stadt bedeckt eine Fläche von 80,028 km², die Seehöhe des Marktplatzes (Mariánske námestie) beträgt 345 m n.m.

Žilina
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Slovak Hydrometeorological Institute (SHMÚ)
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Žilina
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Max. Temperatur (°C) 0,9 3,7 8,7 14 19,6 22,2 24 24,2 19,2 14 6,4 1,9 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) -5,8 -4,6 -1,3 2,5 7,3 10,1 11,5 11,2 8 3,9 -0,1 -3,7 Ø 3,3
Niederschlag (mm) 45 34 40 51 79 96 93 83 71 49 54 54 Σ 749
Regentage (d) 14 12 13 13 15 16 14 13 12 12 15 16 Σ 165
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Geschichte[Bearbeiten]

Frühe Geschichte und Mittelalter[Bearbeiten]

Die Stadt Žilina ist ein alter Siedlungsplatz (Altsteinzeit, Lausitzer Kultur, Puchauer Kultur). In der Zeit Großmährens befand sich hier eine slawische/slowakische Siedlung. Im 12. Jahrhundert stand hier eine romanische Kirche.

Im Mittelalter war Žilina lediglich eine Kleinstadt (weniger als 1000 Einwohner). Der erste Quellenbeleg stammt von 1208 in der Form terra de Selinan (siehe unten). Das Zentrum der alten slawischen Stadt Žilina befand sich in der Nähe der Kirche des Heiligen Königs Stephan im Stadtteil Rudiny. Die Kirche blieb bis heute als das einzige Denkmal aus dieser Zeit erhalten.

In der Nähe der alten Stadt, die Ende des 13. Jahrhunderts zerstört wurde, legten deutsche Kolonisten aus dem schlesischen Fürstentum Teschen Anfang des 14. Jahrhunderts eine neue Siedlung an. Vor dem Jahr 1312 erhielt Žilina die Stadtrechte. 1321 bekam Žilina durch den König Karl Robert das Marktrecht sowie das Meilenrecht zugesprochen. Die Stadt wurde zum Zentrum von Handwerk, Handel und Verwaltung für zahlreiche Gemeinden der nordwestlichen Slowakei. Zu den wertvollsten Dokumenten gehört die als Privilegium pro Slavis bezeichnete Urkunde von König Ludwig I. dem Großen aus dem Jahr 1381. Mit dieser Urkunde wurden soziale, wirtschaftliche und vor allem nationale Widersprüche zwischen Slowaken und Deutschen geregelt. Der König ordnete darin an, dass der Stadtrat von den Deutschen und Slowaken paritätisch besetzt wird, was angeblich „schon seit der Gründung der Stadt so praktiziert“ wurde. Der Anteil der deutschen Bevölkerung nahm bereits zu dieser Zeit deutlich ab.

Stadtrechtsbuch[Bearbeiten]

Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und Burian-Turm in Zilina

Das alte Stadtrechtsbuch ist ein sehr wichtiges Sprachdenkmal: Sein erster Teil von 1378 in Spätmittelhochdeutsch enthält das Magdeburger Stadtrecht und einige Gebete. Der zweite Teil von 1473 enthält die Übersetzung des ersten Teils in ein slowakisiertes Tschechisch. Es handelt sich hierbei um den ältesten erhaltenen Rechtstext, der in der damaligen slowakischen Amtssprache verfasst wurde. Der dritte Teil von 1380-1524 enthält diverse Eintragungen auf Deutsch, Latein sowie in slowakisiertem Tschechisch.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt protestantisch. 1610 fand hier die wichtige Synode von Žilina statt, die zum ersten Mal eine protestantische kirchliche Organisation im Königlichen Ungarn festlegte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte jedoch eine starke Rekatholisierung ein und führte wegen des heftigen Widerstands der hiesigen Bürger 1691 zu einem Vertrag, aufgrund dessen die inzwischen königliche Freistadt ihre Rechte verlor und auf eine Untertanenstadt reduziert wurde.

Als Folge von lang anhaltenden Kämpfen, einer Heuschreckenplage (1693), von Hochwasserschäden, Bränden (1521 und 1678 brannte die Stadt fast vollständig ab) und Pestepidemien (1710 und 1713) verfiel die Stadt Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Námestie A. Hlinku

Zu einer wirtschaftlichen Belebung kam es nach dem Ausbau der Bahnstrecke Košice-Bohumín (1871) sowie der Waag-Strecke (1883). Die Stadt wurde zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und erhielt so einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung von Industrie (1891 Tuchfabrik, 1892 Kunstdüngerfabrik, 1896 Elektromotorenfabrik und andere).

Vom 11. Dezember 1918 bis 3. Februar 1919 war Žilina Sitz der ersten (vorübergehenden) slowakischen Regierung innerhalb der Tschechoslowakei unter dem Vorsitz Vavro Šrobárs. Am 6. Oktober 1938 wurde hier wiederum die slowakische Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei erklärt. Die Stadt war auch Schauplatz der ersten Kämpfe des Slowakischen Nationalaufstands.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier viele neue Unternehmen (Großplattenwerk, Kühlhaus, Ziegelwerk, Stahlkonstruktionen und andere) sowie die Universität Žilina (1953).

1949–1960 und seit 1996 war Žilina Sitz eines Landschaftsverbands.

Folgende Gemeinden wurden der Stadt angeschlossen: Bánová (1970), Budatín (1949), Bytčica (1970), Považský Chlmec (1970), Trnové (1970) und Závodie (1949).

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

In der Nähe der Stadt entstand in den Jahren 2004 bis 2006 das Automobilwerk der Kia Motors Slovakia. Es gilt als das erste europäische Werk des Kia-Konzerns.

Geschichte des Stadtnamens[Bearbeiten]

Der erste Quellenbeleg stammt von 1208 in der Form terra de Selinan. Der slowakische Name ist entweder vom Personennamen Žila + Possessivendung -ina („(Das Dorf) von Žila“), oder vom Personennamen Žilin + Endung -jane („Die Leute von Žilin/ die Žilins“) abgeleitet. Die deutsche sowie ungarische Namensform sind aus der slowakischen entstanden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz mit Arkaden (Mariánske námestie)

Die Innenstadt von Žilina ist ähnlich wie die von Bratislava als sehr große Fußgängerzone gestaltet, in der Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie dominieren.

Sonstige Sehenswürdigkeiten:

  • sehr gut erhaltener quadratischer mittelalterlicher Marktplatz mit Arkaden, mit:
    • dem alten Rathaus
    • der Jesuiten-Kirche mit einem Kloster
Schloss Budatín, November 2005
  • Schloss Budatín im Ortsteil Budatín: eine Wasserburg auf dem Nordufer der Waag, die nach 1545 um einen gotischen Wachturm aus dem 13. Jahrhundert herum errichtet wurde. Der Turm wurde lange Zeit als Zollstation benutzt. Zuletzt wurde das Schloss 1849–1923 im klassizistischen Stil erneuert. Heute beherbergt das Schloss ein Museum, dessen ständige Ausstellung dem Drahtbinderhandwerk gewidmet ist. Zurzeit ist das Schloss wegen Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich (Stand Sommer 2008).
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Žilina

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballclub MŠK Žilina spielt in der Corgoň liga, der höchsten slowakischen Liga und wurde bisher sechsmal slowakischer Meister. In der Saison 2010/11 schafften sie die Qualifikation zur Gruppenphase der UEFA Champions League, schlossen dort allerdings als Gruppenletzter ab. Ein anderer Sportverein ist der Eishockeyclub MsHK Žilina, welcher in der Extraliga teilnimmt und bisher die Liga einmal gewonnen hat.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Gebäude des Stadtrats von Žilina

Die Stadt besteht offiziell aus folgenden 15 Stadtteilen:

  1. Bánová (1970 eingemeindet)
  2. Brodno (1980 eingemeindet)
  3. Budatín (1949 eingemeindet)
  4. Bytčica (1970 eingemeindet)
  5. Celulózka
  6. Mojšova Lúčka (1980 eingemeindet)
  7. Považský Chlmec (1970 eingemeindet)
  8. Strážov (1970 eingemeindet)
  9. Trnové (1970 eingemeindet)
  10. Vranie (1980 eingemeindet)
  11. Zádubnie (1980 eingemeindet)
  12. Zástranie (1980 eingemeindet)
  13. Závodie (1949 eingemeindet)
  14. Žilina mit den Stadtvierteln Staré mesto, Hliny, Hájik, Solinky, Vlčince und Rosinky
  15. Žilinská Lehota (1980 eingemeindet)

Verkehr[Bearbeiten]

Das Gebäude des Rektorats der Universität Žilina

Eisenbahn[Bearbeiten]

Žilina ist ein Eisenbahnknotenpunkt und liegt an den Enden der Bahnstrecken von Bratislava sowie von Košice und damit fast genau in der Mitte der Bahnverbindung Bratislava - Žilina - Poprad - Košice. Daneben gibt es auch eine Lokalbahn nach Rajec.
Eine weitere Hauptstrecke führt über Čadca nach Ostrava und Prag bzw. nach Katowice. Zusätzlich gibt es noch eine Regionalbahnverbindung nach Rajec.
Bratislava und Košice sind mit Schnellzügen im 2-Stunden-Takt erreichbar. Die wesentlich schnelleren InterCity-Züge fahren seltener, mit ihnen beträgt die Fahrzeit nach Bratislava 2:30, nach Košice 2:40.
Im internationalen Verkehr bestehen regelmäßige Verbindungen nach Wien, Katowice, Warschau, Krakau, Prag, Brünn, Budapest und Kiew.

Siehe auch: Bahnhof Žilina

Stadtverkehr[Bearbeiten]

Es gibt einige Trolleybuslinien und ein Stadtbussystem.

Straße[Bearbeiten]

Žilina liegt an der noch nicht fertiggestellten D1, die Bratislava mit Košice verbinden soll, und an der teilweise fertiggestellten D3. Derzeit führen nur Staatsstraßen nach Žilina. Mittlerweile kann man Žilina gut über die D1 erreichen, da die Autobahn von Bratislava bis an die Stadtgrenze von Žilina fertiggestellt wurde. Es fehlt noch die Anbindung in Richtung Košice. Andere Staatsstraßen führen Richtung Norden nach Tschechien und Polen (Bezeichnung: I/11), Martin und Bytča (I/18) und Prievidza (I/64).

Drei Europastraßen kreuzen sich in Žilina: 50, 75 und 442.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Flughafen Žilina ist ein internationalen Flughafen mit der IATA Kennung ILZ und einer ICAO Kennung LZZI.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Žilina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien