American Friends Service Committee

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Ein älteres AFSC Logo

Das American Friends Service Committee (AFSC) wurde während des Ersten Weltkriegs 1917 gegründet.

Seine Mitglieder sind Quäker, die aus Glaubensgründen den Wehrdienst verweigern. Das AFSC organisierte zivile Friedensdienste. Dabei konzentrierten sie sich auf medizinische Versorgung und die Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung. Hierbei machten sie keinen Unterschied zwischen Sieger und Besiegten. Auch oder gerade nach Ende des Ersten Weltkriegs sorgten sie für das Überleben von vielen Kindern in Deutschland.

AFSC-Logo

Zusammenarbeit mit Herbert Hoovers Hilfswerk[Bearbeiten]

Das „Hilfskomitee der Freunde“ wandte sich nach dem Ende des Krieges an Herbert Hoover mit der Bitte um Zuweisung einer Aufgabe in Europa. Hoover – selbst Quäker und später US-Präsident – war zu diesem Zeitpunk Direktor der American Relief Administration. Er übertrug dem AFSC für Deutschland die Organisation des zur A.R.A. gehörenden Kinderhilfswerks. Hoover schickte ihnen Fachleute, die wussten, wie man eine derartige Aktion zu Wege bringt, und führte einen Kontakt zwischen den Quäkern und der deutschen Regierung herbei.[1] Die „Freunde“ wurden Mitglied im Europäischen Hilfsrat (Eurelcon).

Diese Hilfeleistung mündete später in die Gründung zweier Deutscher Jahresversammlungen, in denen sich Deutsche organisierten, die zum Quäkertum konvertierten. Eine von beiden besteht noch heute. In Deutschland wurde das AFSC als Quäkerhilfe bekannt.

Ein Interessenkonflikt mit Hoover zeichnete sich aber im Januar 1921 ab, als das AFSC in Russland tätig war und jener eine A.R.A.-Lebensmittellieferung im Wert von 100.000 Dollar in Aussicht stellte, gekoppelt an die Freilassung amerikanischer Gefangener in sowjetischen Gefängnissen. Hierzu nahmen die Quäker den Standpunkt ein, es nicht als die Aufgabe eines Kinderhilfswerks zu betrachten, die Freilassung politischer Gefangener zu verlangen oder zu verhandeln. Zwar bewilligte Hoover trotzdem die Mittel, war aber aufgebracht und unterließ jede weitere Hilfe, als er zur Überzeugung kam, die Quäker würden nicht die Verantwortung für die Ernährung amerikanischer Inhaftierter übernehmen.[2]

Letztlich bekam Hoover die amerikanischen Gefangenen frei, als sich im Sommer die Ernährungslage verschärfte und in Riga ein Abkommen über eine weitreichende Hilfsaktion zwischen der A.R.A. und der Sowjetregierung zustande kam. Zwecks Einhaltung dieses Abkommens, das aus Hoovers Sicht eine Hilfeleistung ohne Stützung der bolschewistischen Machthaber ermöglichte, wurden am 24. August 1921 bei einem Treffen im US-Handelsministerium alle Eurelcon-Mitglieder zu einer Unterordnung unter den A.R.A.-Direktor aufgefordert.[3] Hoover wollte die Aktion alleine aus US-Staatsmitteln und mit russischem Gold finanzieren, die Quäker bestanden aber bald darauf, dass ein öffentlicher Aufruf zur Hilfe für Russland erfolgen müsse. Hoover konterte, sie seien der Propaganda von Mühlenbetreibern aufgesessen und beschuldigte sie schließlich eines Zusammengehens mit radikalen Gruppen. Die Hilfsorganisationen führten ihre Kampagnen und griffen Hoover persönlich an, was ihn in einem Schreiben an AFSC-Chef Rufus Jones beklagen ließ, sich jemals auf eine Sache, einhergehend mit dermaßen vielen Verleumdungen seiner Personon, eingelassen zu haben.[4]

Arbeit nach 1945[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der AFSC das zweite Mal in ein vom Krieg zerstörten Deutschland, um erneut zunächst tausende Kinder vor dem Verhungern und Erfrieren zu bewahren. Diese beiden Hilfeleistungen blieben über Jahrzehnte im kollektiven Gedächtnis der Deutschen und wurden zu dem stehenden Begriff „Quäkerspeisung“.

1947 wurde dem AFSC gemeinsam mit der britischen Quäkerorganisation Quaker Peace and Social Witness, stellvertretend für die unermüdlichen Bemühungen verschiedenster organisierter und nicht organisierter Quäker, der Friedensnobelpreis verliehen.

1996 gründete der AFSC zusammen mit der Quäker-Hilfe e.V (Hilfswerk der deutschen Quäker) die Quäker-Hilfe Stiftung.[5], die Hilfsprojekte der Quäker in vielen Ländern der Welt finanziell unterstützt.

Noch heute ist das AFSC aktiv. Das AFSC unterstützt aktiv durch enge Zusammenarbeit das Quaker United Nations Office (QUNO) in New York City. Das QUNO ist das offizielle Büro und vertritt die Stimme des Quäkertums im UNO-Hauptquartier.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Hoover: Memoiren (Bd. 1). Jahre der Abenteuer 1874–1920, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1951, S. 289
  2. Benjamin Murry Weissman: Herbert Hoover and Famine Relief to Soviet Russia. 1921−1923, Hoover Institution Press, Stanford 1974, ISBN 0-8179-1341-6, S. 41 f.
  3. B. M. Weissman: Herbert Hoover and Famine Relief to Soviet Russia. Stanford 1974, S. 71
  4. B. M. Weissman: Herbert Hoover and Famine Relief to Soviet Russia. Stanford 1974, S. 107 f.
  5. quaeker-stiftung.de.