Anhalter Vorortbahn

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Berlin–Ludwigsfelde
Kursbuchstrecke (DB): 200.25
Streckennummer: 6036
Streckenlänge: 14,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750 V =
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
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von Potsdamer Platz
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-0,2 Anhalter Bahnhof
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nach Wannsee
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Anhalter Gbf
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von Berlin Hauptbahnhof
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1,5 Yorckstraße
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3,5 Südkreuz Ringbahn
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Rangierbf. Tempelhof
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5,1 Priesterweg
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nach Zossen
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6,5 Südende
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Teltowkanal
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7,8 Lankwitz
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9,1 Lichterfelde Ost
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10,7 Osdorfer Straße
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11,7
0,0
Lichterfelde Süd
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Landesgrenze Berlin / Brandenburg
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nach Teltow Stadt
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Teltow
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Großbeeren
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zum Berliner Außenring
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vom Berliner Außenring
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Berliner Außenring
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Birkengrund Nord
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Birkengrund Süd
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Ludwigsfelde
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nach Halle

Die Anhalter Vorortbahn ist eine Bahnstrecke in Berlin und Brandenburg. Sie verläuft von Berlin parallel zur Anhalter Bahn. Bis in die 1940er Jahre hatte sie ihren Endpunkt im Bahnhof Berlin-Lichterfelde Ost. 1943 wurde sie bis Lichterfelde Süd für die elektrische S-Bahn und bis Ludwigsfelde für Dampfzüge verlängert. 1961 wurde sie durch den Bau der Berliner Mauer an der Berliner Stadtgrenze unterbrochen. 2005 ging eine S-Bahn-Neubaustrecke von Lichterfelde Süd nach Teltow Stadt in Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Trennung in Fern- und Vorortgleise [Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in einer Reihe von Orten rund um Berlin deutlich an. Lichterfelde (ab 1884 Groß-Lichterfelde) wuchs bereits seit den 1870er Jahren zu einem Villenvorort. Die Anzahl der Vorortzüge auf der Anhalter Bahn nahm in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts beständig zu. 1891 trat auf vielen Strecken um Berlin, darunter auf der Anhalter Bahn bis Groß Lichterfelde B. H. (die Abkürzung steht für Berlin und Halle, seit 1899 hieß der Bahnhof Groß Lichterfelde Ost), ein günstiger Vororttarif in Kraft. 1893 ging ein neuer Haltepunkt Groß-Lichterfelde-Süd in Betrieb, der jedoch erst 1943 in den Vororttarif einbezogen wurde. 1895 wurde der Haltepunkt Lankwitz-Victoriastraße (heute: Berlin Lankwitz) eröffnet.[1]

Wegen der zunehmender Zuganzahl beschloss man den Bau separater Vorortgleise und die Verlegung der Strecke bis Lankwitz in Hochlage über dem Straßenniveau. Ursprüngliche Planungen sahen eine Verlauf der Vorortstrecke östlich der Ferngleise vor. Man entschied sich jedoch schließlich, sie westlich der Ferngleise zu verlegen. Ein Grund dafür waren geplante Erweiterungen des Anhalter Bahnhofs, sodass die Vorortzüge in den westlich gelegenen Ring- und Vorortbahnhof am Potsdamer Bahnhof verlegt wurden. Am 1. Dezember 1901 konnte der Betrieb der Anhalter Vorortbahn bis nach Groß Lichterfelde Ost aufgenommen werden. Mit Streckeneröffnung ging auch der neue Vorortbahnhof Papestraße in Betrieb, der 2006 im neuen Bahnhof Berlin Südkreuz aufging. Am 1. Mai 1903 wurde der Haltepunkt Yorkstraße eröffnet.[2]

Elektrischer Betrieb [Bearbeiten]

Bereits seit Juni 1903 gab es hier einen elektrischen Versuchsbetrieb für Vorortzüge mit 550 Volt Gleichstrom zwischen dem Berliner Ring- und Vorortbahnhof am Potsdamer Bahnhof und Lichterfelde Ost. Die Züge verkehrten seitdem die meiste Zeit des Tages im 10-Minuten-Takt.[3] 1929 wurde auf das System der 1924 eröffneten Berliner S-Bahn umgestellt.

1915 wurde der Bahnhof Groß-Lichterfelde-Ost auf Dammniveau verlegt und erweitert.[4] Nachdem die Stromversorgung der Strecke in den Jahren 1936 bis 1938 erheblich verbessert worden war, konnte am 15. Mai 1939 der elektrische Betrieb auch auf der Dresdener Bahn bis Mahlow aufgenommen wurde. Damit entfiel der bisherige Mischbetrieb zwischen Dampf- und elektrischen Zügen zwischen Potsdamer Ringbahnhof und Priesterweg.[5] Am 9. Oktober des gleichen Jahres wurde die Vorortstrecke in den neuen Nord-Süd-Tunnel über eine Rampe vom Bahnhof Yorckstraße eingebunden.

Verlängerung bis Ludwigsfelde [Bearbeiten]

Planungen aus den 1930er Jahren sahen eine Reihe von Eisenbahngroßprojekten vor allem im Süden von Berlin, die wegen der Kriegsereignisse nur teilweise realisiert werden konnten. Dazu zählte die Verlängerung der S-Bahn bis Trebbin vor, wo auch ein neues S-Bahn-Betriebswerk entstehen sollte.[6] Tatsächlich realisiert wurde eine separate Vorortstrecke bis Ludwigsfelde, die am 9. August 1943 in Betrieb ging. Bis etwa in Höhe von Genshagener Heide verlief die Strecke auf einem Damm, danach neben der alten Strecke im Geländeniveau. In Ludwigsfelde entstand ein eigener Kopfbahnhof für die Vorortstrecke. Neue Haltepunkte wurden in Birkengrund Nord und Süd eröffnet. Diese waren zunächst für den Werkverkehr zum Daimler-Flugzeugmotorenwerk vorgesehen, wurden aber wenig später auch für die Öffentlichkeit freigegeben.[7] 1944 pendelten die Vorortzüge zwischen Lichterfelde Süd und Ludwigsfelde im Berufsverkehr alle 10 bis 20 Minuten, tagsüber alle 30 oder 60 Minuten.[8] Auch die Ferngleise wurden bis hinter Teltow auf den Damm verlegt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zu schweren Schäden an der Anhalter Bahn, die Brücken über den Teltowkanal wurden von deutschen Truppen gesprengt.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg [Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde der Verkehrs auf der Strecke abschnittsweise wieder in Betrieb genommen. Seit 8. Juni 1945 verkehrten wieder Züge zwischen Yorckstraße und Südende, am 17. August ging die Strecke bis Lichterfelde Süd zunächst eingleisig wieder in Betrieb. Ab 18. Juli 1946 wurde südlich der Teltowkanalbrücke das zweite Gleis wieder in Betrieb genommen; die S-Bahn-Strecke im Bereich der Brücke blieb dagegen bis heute eingleisig. Im Sommer 1946 wurde der südliche Teil des Nord-Süd-Tunnels wieder eröffnet, der Verkehr über die Rampe zwischen Anhalter Bahnhof und Yorckstraße wurde erst am 15. August 1946 wieder aufgenommen.[9]

In den Folgejahren machte sich die Auswirkungen der deutschen Teilung mehr und mehr auf der Strecke bemerkbar. Bis 1952 wurde die Vorortbahn bis Großbeeren noch genutzt. 1951 wurde zwischen Lichterfelde Süd und Teltow der elektrische S-Bahn-Betrieb aufgenommen. Der Zugverkehr aus Richtung Süden endete in Teltow, wo in Richtung Berlin auf die S-Bahn umgestiegen werden musste. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde der S-Bahn-Betrieb eingestellt.

Der Damm der Vorortbahn ist zwischen der Berliner Stadtgrenze bis hinter Großbeeren auf vielen Abschnitten noch erhalten. Einige weitere Relikte, wie etwa die Treppen zum Vorortbahnsteig in Großbeeren, wurden bei einem Straßenausbau nach 1990 beseitigt.

Betrieb und Stilllegung nach 1980 [Bearbeiten]

Trotz des Reichsbahnerstreiks im September 1980 blieb die S-Bahn auf der Anhalter Bahn in Betrieb. Erst am 8. Januar 1984 wurde der Verkehr nach der Übernahme durch die BVG eingestellt, weil der Senat diese Strecke im Betriebskonzept als nicht rentabel für eine Betriebsfortführung eingestuft hatte.

In der Folge wurden Pläne diskutiert, die S-Bahnstrecke der Anhalter Bahn teilweise für den Betrieb mit neu entwickelten Spurbussen der Firma Daimler-Benz zu betreiben. Der Senat erhoffte sich damit in den Genuss erheblicher Fördergelder des Bundes zu kommen. Für den Aufbau dieses Systems hätten die Bahnanlagen entwidmet, komplett beseitigt, und durch eine Betonfahrbahn ersetzt werden müssen. Zu- und Abfahrtsrampen wären ebenfalls erforderlich gewesen. Der Umbau wäre einem Totalabriss der gesamten Bahninfrastruktur auf der Anhalter Bahn gleichgekommen. Der Plan war letztendlich politisch und technisch nicht umsetzbar.

Wiederinbetriebnahme der S-Bahn auf der Anhalter Bahn nach der Wende:

  • 28. Mai 1995: bis Lichterfelde Ost
  • 27. September 1998: bis Lichterfelde Süd
  • 24. Februar 2005: Neubau bis Teltow Stadt (S-Bahnlinie S25).

Die Idee zur Verbindung der Stahnsdorfer Friedhofsbahn mit der Anhalter S-Bahn-Strecke über Teltow geht bereits auf eine Planung aus den 1930er Jahren zurück. Erste Erdarbeiten waren noch während des Zweiten Weltkriegs begonnen worden. Die ursprünglichen Pläne des Weiterbaus bis Stahnsdorf werden nicht weiterverfolgt, die Trassenfreihaltung wurde aufgegeben. Bis Teltow wurde im Februar 2005 realisiert.[10] In der Nähe des Stadtzentrums entstand der Bahnhof Teltow Stadt.[11] Die Trassenplanung aus den 1930er Jahren konnte beim Neubau trotz mehrerer Umplanungen genutzt werden. An der Berliner Stadtgrenze zweigt die S-Bahn-Strecke von der Anhalter Bahn ab.

Der Bahnhof Teltow auf der Anhalter Bahn ist heute ein reiner Regionalbahnhof. Die Bahnsteigzugänge der Vorortbahn wurden beim Ausbau der Anhalter Bahn nach 2000 beseitigt. Der Bahndamm der Vorortgleise weiter bis Großbeeren ist erhalten geblieben, wird aber nicht mehr genützt. Im Bereich Birkengrund verläuft der Bahnbetrieb sowohl über die alte Fernbahntrasse als auch über die der Vorortbahn.

Verkehr [Bearbeiten]

Zugläufe der S-Bahn auf der Anhalter Vorortbahn nach Fertigstellung des Nord-Süd-Tunnels:

  • 6. November 1939: Lichterfelde OstFriedrichstraße – Velten (Mark)
  • 9. August 1943: Verlängerung Lichterfelde Ost – Lichterfelde Süd
  • nach 1945: Lichterfelde Ost – Bernau (bei Berlin)
  • nach 1951: Teltow (Vorortbahnhof, Anhalter Bahn) – Bernau.
  • nach 13. August 1961: Lichterfelde Süd – Gesundbrunnen

Literatur [Bearbeiten]

  •  Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Halle railway line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Peter Bley, 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 89/90
  2. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 92–96
  3. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 98
  4. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 104
  5. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 113
  6. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 121
  7. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 121
  8. Deutsches Kursbuch, Jahresfahrplan 1944/1945
  9. Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 126
  10. Neue S-Bahn-Verbindung zwischen Berlin und Teltow eröffnet. Pressemitteilung, S-Bahn Berlin, 24. Februar 2005
  11. Die S-Bahn kommt nach Teltow, Themenseite mit Bildergalerie, S-Bahn-Berlin.de, 10. Februar 2005 bis 3. März 2005