Another Side of Bob Dylan

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Another Side of Bob Dylan
Studioalbum von Bob Dylan
Veröffentlichung 8. August 1964
Label Columbia Records
Format CD, LP
Genre Folk
Anzahl der Titel 11
Laufzeit 50m 44s

Besetzung

Bob Dylan – voc, g, harm

Produktion Tom Wilson

Studios

Chronologie
The Times They Are A-Changin'
(1964)
Another Side of Bob Dylan Bringing It All Back Home
(1965)

Another Side of Bob Dylan ist das im August 1964 veröffentlichte vierte Studio-Album des amerikanischen Songwriters Bob Dylan. Es sollte nach der Protestsong-Phase eine andere Seite von Dylan zeigen. „Auf dieser Platte ist (mit wenigen Ausnahmen) nicht mehr der Kritiker vom Dienst zu hören, sondern Dylan, der Privatmann, ein Mensch in Auseinandersetzung mit seinen Emotionen.“[1]

Die Musik auf dem Album ist zwar noch an der Folk-Musik orientiert, die Texte enthalten jedoch schon viele surrealistische Elemente.

Das bekannteste Lied auf dem Album ist It Ain't Me Babe, das bereits im selben Jahr von Johnny Cash für dessen Album Orange Blossom Special gecovert wurde.[2] Es kann als Dylans Wunsch, nicht mehr der Anführer einer Bewegung sein zu wollen, gedeutet werden. Noch deutlicher bringt My Back Pages eine Abwendung des Ichs von der Rolle des Predigers und Künders vermeintlich einfacher Wahrheiten und eine Absage an einfaches Schwarz-Weiß-Denken zum Ausdruck.[3]

Bob Dylan nahm das Album am 9. Juni 1964 in einer einzigen Session auf. Dabei gab es auch einen ersten Versuch, Mr. Tambourine Man aufzunehmen, das dann aber erst auf dem folgenden Album erschien. Das Album erreichte Platz 43 in den US-Charts und 1965 Platz 8 im UK.

Bei Teilen der Folkszene sorgte das Album für Befremden. So veröffentlichte Irwin Silber in der von ihm herausgegebenen Folk-Zeitschrift Sing Out! einen offenen Brief an Dylan, in dem er seiner Sorge Ausdruck verlieh, der Sänger drohe durch die Begleitumstände von Ruhm und Erfolg den Kontakt zur Basis zu verlieren, was auch in seinen neuen Liedern zum Ausdruck komme.[4] Der Folksänger Phil Ochs hingegen verteidigte im Broadside Magazine Dylans Recht auf Wandel.[5]

Der kanadische Sänger und Songwriter Neil Young bezieht sich in dem Song Flags Of Freedom auf seinem 2006 erschienenen Album Living With War ziemlich eindeutig auf den Song Chimes Of Freedom.[6]

Titelliste[Bearbeiten]

  1. "All I Really Want to Do" (4:04)
  2. "Black Crow Blues" (3:14)
  3. "Spanish Harlem Incident" (2:24)
  4. "Chimes of Freedom" (7:09)
  5. "I Shall Be Free No. 10" (4:47)
  6. "To Ramona" (3:52)
  7. "Motorpsycho Nitemare" (4:33)
  8. "My Back Pages" (4:22)
  9. "I Don't Believe You (She Acts Like We Never Have Met)" (4:22)
  10. "Ballad in Plain D" (8:16)
  11. "It Ain't Me Babe" (3:33)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathias R. Schmidt: Bob Dylan und die sechziger Jahre. Aufbruch und Abkehr. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, S. 82.
  2. http://www.allmusic.com/album/mw0000218157 Orange Blossom Special von Johnny Cash bei allmusic.com
  3. Vgl. Mathias R. Schmidt: Bob Dylan und die sechziger Jahre. Aufbruch und Abkehr. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, S. 86 ff.
  4. Irwin Silber: An Open Letter to Bob Dylan. Sing Out!, November 1964, online abgerufen am 16. Januar 2009.
  5. Vgl. Mathias R. Schmidt: Bob Dylan und die sechziger Jahre. Aufbruch und Abkehr. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, S. 89 f.
  6. http://www.oldroads.org/pastblogs/pastsingles2007/Flags_of_Freedom_Neil_Young.htm

Weblinks[Bearbeiten]