Bahnhof Berlin-Adlershof

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Berlin-Adlershof
Bahnhof am Adlergestell
Bahnhof am Adlergestell
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BADL
IBNR 8089052
Eröffnung 8. Januar 1894
Webadresse s-bahn-berlin.de
Lage
Gemeinde Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 5″ N, 13° 32′ 29″ O52.43472222222213.541388888889Koordinaten: 52° 26′ 5″ N, 13° 32′ 29″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin

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Der Bahnhof Adlershof ist ein Stadtschnell- und ehemaliger Fernbahnhof im gleichnamigen Berliner Ortsteil Adlershof des Bezirks Treptow-Köpenick. Er befindet sich an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz (Görlitzer Bahn), nördlich des Grünauer Kreuzes mit dem Berliner Außenring. Der Bahnhof wurde bis 2011 umfassend modernisiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bevor ein Bahnhof im eigentlichen Sinn gebaut wurde, gab es zwei Haltepunkte an der Görlitzer Bahn. Der heutige Bahnhof steht etwa auf Höhe des seit 1876 in den Plänen verzeichneten nördlichen Bedarfshaltepunkts Bude 10 Adlershof an der Dorfstraße Adlershof (heute: Dörpfeldstraße), der südliche Haltepunkt Glienicke lag auf Höhe des Glienicker Wegs. Genutzt wurde der Haltepunkt auf freier Strecke schon seit 1872, allerdings wuchs das Fahrgastaufkommen so rasch, dass schon 1874 zwei Seitenbahnsteige errichtet wurden. Am 8. Januar 1894 wurde ein Empfangsgebäude[1] am neuen Bahnhof Adlershof-Glienicke eröffnet und der Haltepunkt Glienicke aufgegeben. Seit Oktober 1901[1] hieß der Bahnhof Adlershof-Altglienicke,[2] später Adlershof-Alt Glienicke.[3][4]

Mit der Errichtung des Teltowkanals von 1900 bis 1906 kam es zu weitläufigen Umbauten und einem Anstieg der angesiedelten Industrie. 1905 begannen Umbauarbeiten im Zuge der Höherlegung der Görlitzer Bahn auf einen Damm. Bis 1907 entstanden so zwei Mittelbahnsteige, jeweils einer für die nun auf eigenen Gleisen verkehrende Vorortbahn (heutige S-Bahn) und für den Fernverkehr. Zeitgleich begann der Bau des Rangierwerks nördlich von Adlershof beim heutigen Betriebsbahnhof Schöneweide, dessen Gleise vor Adlershof in die Görlitzer Bahn mündeten, und weitläufiger Gleisanlagen auf den Betriebsgeländen von Adlershof.

Im Jahr 1909 wurde die Straßenbahn Adlershof–Altglienicke eröffnet. 1912 folgte die Straßenbahn Adlershof–Cöpenick durch die Städtische Straßenbahn Cöpenick. Erst mit der Gründung der Berliner Straßenbahn 1920/1921 wurden beide Strecken zu einer gemeinsamen Linie durchgebunden.

Mit der Elektrifizierung der Vorortbahn 1928 fuhr diese ab 6. November 1928 ab Adlershof elektrisch. Ab 1. Januar 1935 wurde der Namenszusatz Alt Glienicke fallengelassen,[1] der Bahnhof heißt seitdem Berlin-Adlershof.

Bahnhofsumbau (1957–1969)[Bearbeiten]

Das zwischen 1969 und 2007 am Bahnhof stehende Eingangsgebäude

Am 29. September 1957 wurde der Bahnsteig der Fernbahn aufgegeben und anschließend abgerissen. Das alte gründerzeitliche Empfangsgebäude 1964 wurde abgerissen. Es lag etwa in Höhe des südlichen Fußgängertunnels. Die Umbauarbeiten, in deren Verlauf 1960 neue Brückenüberbauten über die Rudower Chaussee eingesetzt wurden, brachten einen neuen Zuschnitt der Zugänge. Das alte Empfangsgebäude lag etwa in Höhe des südlichen Fußgängertunnels, die neue Empfangshalle entstand im Kachelstil der 1960er Jahrean der Kreuzung Dörpfeldstraße/Rudower Chaussee. Am 7. Oktober 1969 fand die Eröffnung des von den Architekten Horst Schubert und Manfred Groß entworfenen Gebäudes statt.[5] Der Bahnhofsbereich blieb danach über 30 Jahre unverändert.

Bahnhofsumbau (2006–2011)[Bearbeiten]

Mit der Errichtung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Adlershof (WISTA) ab 1992 entstand der Wunsch nach einem leistungsfähigen modernen Bahnhof. Erste Pläne entstanden 1996, am 5. September 2002 lag die Konzeption des neuen Bahnhofs fertig vor. Jedoch wurde der für Ende 2003 bis 2006 angesetzte Umbau immer wieder verschoben.[6]

Neuer Bahnsteig

In einem Großprojekt wurden von 2006 bis 2010 sieben Brücken und drei Bahnhöfe an der Görlitzer Bahn in Berlin modernisiert oder neu errichtet.[7] Die Arbeiten im Bahnhof Adlershof erstrecken sich von Juli 2006 bis November 2011. Die Brücken, Empfangshallen, Aufgänge und der Bahnsteig wurden dabei vollständig durch Neubauten ersetzt. Die Brücken über die Rudower Chaussee wurden von 36 auf 54 Meter aufgeweitet, so dass Straßenbahnen und Busse direkt darunter halten können.

Bis 1962 fuhr die Straßenbahn auf dem Adlergestell östlich des Damms der Görlitzer Bahn, seitdem führte sie am Bahnhof Adlershof auf der Rudower Chaussee unter den Eisenbahnbrücken und hatte danach einen Halt am südlichen Ausgang westlich des Damms. Dort liegt seit Stilllegung der Strecke nach Altglienicke 1993 eine Wendeschleife. Während des Bahnhofsumbaus wurde der Straßenbahnhalt temporär auf eine Dreieckswende auf dem Adlergestell östlich des Damms verlegt. Die Verlängerung der Straßenbahn auf dem Mittelstreifen der Rudower Chaussee nach Westen bis zur Karl-Ziegler-Straße wurde am 4. September 2011 eröffnet,[8] die am Bahnhof Wendeschleife blieb für betriebliche Zwecke erhalten. Die Buslinien aus Richtung Rudower Chaussee werden seitdem kurz vor dem Bahnhof auf die Trasse der Straßenbahn geführt, um die Richtungsfahrbahn zu entlasten.

Der neue Bahnsteigbereich wurde am 15. Juli 2009 eröffnet. Der südliche Zugangstunnel wurde bis zum Adlergestell verlängert und der neue Ausgang am 11. November 2010 geöffnet.[9] Die Bauarbeiten an der Unterführung sollten ursprünglich bis Ende 2010 abgeschlossen sein,[10] zogen sich aber bis zum 30. November 2011 hin. An diesem Tag wurde die Rudower Chaussee wieder für den allgemeinen Durchgangsverkehr freigegeben.[11]

Anbindung[Bearbeiten]

Linie Verlauf Takt
Berlin S45.svg (Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg –) Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen 20 min
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen) 20 min
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau) 20 min
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

Neben den S-Bahnlinien ist der Bahnhof auch an das Omnibus- und Straßenbahnnetz der Berliner Verkehrsbetriebe angeschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Meyer-Kronthaler und Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe – Ein dreiviertel Jahrhundert, be.bra Verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1, S. 11–12

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin-Adlershof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe / Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1, S. 12
  2. Reichs-Kursbuch 1905, Nachdruck bei Ritzau Verlag Zeit und Eisenbahn, 2005, ISBN 3-935-10108-2
  3. Reichs-Kursbuch 1914, Nachdruck bei Ritzau Verlag Zeit und Eisenbahn, 2005, ISBN 3-921-30409-1
  4. Amtliches Kursbuch für das Reich mit Fernverbindungen, Sommer 1934, Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Oberbetriebsleitung Ost Berlin, Berlin
  5. Günter Kühne, Fern- und S-Bahnhöfe, in: Berlin und seine Bauten, Band B, Anlagen und Bauten für den Verkehr, (2) Fernverkehr, Ernst und Sohn, Verlag für Architektur und technische Wissenschaften, Berlin 1984, ISBN 3-433-00945-7, S. 60.
  6. WISTA: Pressemitteilung 16/02 - Neues Portal für Adlershof. Archiviert vom Original am 14. Oktober 2008. Abgerufen am 5. September 2011.
  7. S-Bahn Berlin: Aktuelles - Baumschulenweg bis Grünauer Kreuz: Baubeginn nach der Fußball-WM / Abschluss im Jahr 2010 geplant. Archiviert vom Original am 20. Juni 2010. Abgerufen am 5. September 2011.
  8. BVG: Eröffnung in Adlershof. Abgerufen am 5. September 2011.
  9. S-Bahn Berlin: S-Bahnhöfe - Frohnau, Zepernick und Adlershof modernisiert. 11. November 2010. Abgerufen am 5. September 2011.
  10. BVG: Veränderte Buslinien rund um den S-Bahnhof Adlershof. 17. Mai 2007. Abgerufen am 31. Dezember 2011.
  11. Adlershof Projekt GmbH (WISTA): Eröffnung Durchfahrt Rudower Chausse / Dörpfeldstraße. Abgerufen am 17. November 2011.