Berlin Ostbahnhof

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Berlin Ostbahnhof
Front der Bahnhofshalle
Bahnhofsdaten
Kategorie Fernverkehrsknoten
Art

Durchgangsbahnhof

Bahnsteiggleise

9

Abkürzung

BOB / BOSB

Architektonische Daten
Eröffnung

23. Oktober 1842

Stadt Berlin
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe im Raum Berlin

Der Berliner Ostbahnhof ist ein großer Bahnhof in Berlin, der seinen Namen so oft gewechselt hat wie kein anderer Berliner Bahnhof. Er trug früher unter anderem den Namen Schlesischer Bahnhof, zu Zeiten der DDR bis 1987 schon einmal den Namen Ostbahnhof, und vom 15. Dezember 1987 bis zum 24. Mai 1998 den Namen Hauptbahnhof.

Die häufige Namensänderung führt dazu, dass er aufgrund von noch immer verbreitetem alten Kartenmaterial mit dem heutigen Berliner Hauptbahnhof oder auch mit dem Alten Ostbahnhof verwechselt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Nördliche Bahnsteighalle, links die beiden S-Bahnsteige, rechts einer der drei Fernbahnsteige.
Nördliche Bahnsteighalle, links die beiden S-Bahnsteige, rechts einer der drei Fernbahnsteige.
Seitenflügel des Bahnhofs mit einzelnen Geschäften
Seitenflügel des Bahnhofs mit einzelnen Geschäften
Eingangshalle des Ostbahnhofs
Eingangshalle des Ostbahnhofs
Hinterer Teil der Eingangshalle mit Geschäften
Hinterer Teil der Eingangshalle mit Geschäften

[Bearbeiten] Bau und erste Jahre

Im Jahre 1842 wurde der Bahnhof unter dem Namen Frankfurter Bahnhof als westlicher Endpunkt der Frankfurter Eisenbahn (nach Frankfurt/Oder) eröffnet. Diesen Namen behielt er bis 1845, als er im Zuge der Fusion der Frankfurter Bahn mit der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn in Niederschlesisch-Märkischer Bahnhof umbenannt wurde. 1852, als die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn vom Preußischen Staat übernommen wurde, erfolgte eine erneute Umbenennung in Schlesischer Bahnhof. Im Volksmund wurde der Schlesische Bahnhof auch „Kathol’scher Bahnhoff“ genannt.

Durch den Bau der Stadtbahn wurde 1882 aus dem ursprünglichen Kopfbahnhof der heute noch bestehende Durchgangsbahnhof. Während der Bauarbeiten wurde der Personenverkehr der Frankfurter Bahn und der Märkisch-Niederschlesischen Eisenbahn in den seinerzeitigen Ostbahnhof einige hundert Meter nördlich am Cüstriner Platz (heute: Franz-Mehring-Platz) umgeleitet. Gleichzeitig wurde auch die Streckenführung der Ostbahn vom Ostbahnhof zum Schlesischen Bahnhof umgeleitet. Der alte Ostbahnhof wurde seinerseits nach Wiedereröffnung des Schlesischen Bahnhofs geschlossen.

[Bearbeiten] DDR-Zeit

1950 erfolgte die Umbenennung des Schlesischen Bahnhofs in Ostbahnhof, um den Bezug zu den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze seitens der DDR 1950 aufzugeben. Ein anderes Beispiel für eine solche politische Umbenennung ist die des Stettiner Bahnhofs in Nordbahnhof.

Der Bahnhof diente unter anderem dem internationalen Verkehr nach Skandinavien und dem Balkan (Neptun und Ostsee-Express nach Kopenhagen, Berlinaren und Saßnitz-Express nach Malmö sowie Expresszüge nach Prag, Budapest und Wien). Der Zugname Vindobona blieb bis heute erhalten. Ab 1962 gab es Zubringerzüge von Berlin Zoo, später Kurswagen. Hier hielten auch die Ost-West-Züge zwischen Polen und Belgien (wie MoskauWarschauKölnBrüsselParis). Der Name Ostbahnhof hielt sich bis zum 15. Dezember 1987, als die DDR den Bahnhof (in Widerspruch zu seinem Verkehrsaufkommen) in Berlin Hauptbahnhof umbenannte [1] und modernisierte.

[Bearbeiten] Gegenwart

Am 24. Mai 1998 erfolgten die bis heute letzte Umbenennung zurück in Ostbahnhof und – nach nur zehn Jahren – ein neuerlicher Umbau.

Heute präsentiert sich der Ostbahnhof in modernisierter Form inklusive eines InterCity-Hotels und zweier großer Bürotürme an seiner Westseite. Der Bahnhof hat neun Bahnsteiggleise, davon vier für die S-Bahn, und zwei Durchgangsgleise ohne Bahnsteig. Im Zeitraum der Sanierung des Stadtbahnviaduktes wurden die Bahnsteige der Fernbahn verlängert und das östliche Gleisvorfeld völlig umgestaltet.

Seit der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs halten in wesentlich geringerer Zahl ICE- und IC-Züge am Ostbahnhof. Der Bahnhof ist Haltepunkt mehrerer RE-Linien u. a. aus den Richtungen Potsdam, Berlin-Spandau, Königs Wusterhausen und Berlin-Schönefeld Flughafen.
Er wird außerdem von den S-Bahnlinien S3, S5, S7, S9 und S75 bedient.

Die Verkehrsanbindung erfolgt durch die Buslinien 140, 240 und 347 sowie die Nachtbuslinien N40, N47.

Frühere Bezeichnung im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis war BHF (Berlin Hauptbahnhof). Der Bahnhof gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie der DB Station&Service.

[Bearbeiten] Umgebung

Ferner gab es seit 1903 direkt nördlich an den Schlesischen Bahnhof anschließend den sogenannten Wriezener Bahnsteig, seit 1924 Wriezener Bahnhof, für die Personenzüge Richtung Wriezen. Der Bahnhof wurde zum 31. Dezember 1949 für den Personenverkehr geschlossen und fortan nur noch für den Postverkehr genutzt.

Der nordöstlich des Ostbahnhofs liegende Ostgüterbahnhof wurde 2003 abgerissen. Südlich des Ostbahnhofs befindet sich außerdem der ehemalige Postbahnhof, dessen Halle erhalten ist und heute für Ausstellungen, als Club, sowie für Konzerte genutzt wird.

Panorama des Berliner Ostbahnhofs
Panorama des Berliner Ostbahnhofs

[Bearbeiten] Belege

  1. http://www.berliner-untergrundbahn.de/cs-80.htm#1987

[Bearbeiten] Literatur

  • Laurenz Demps: Der Schlesische Bahnhof in Berlin. Berlin 1991.
  • Joachim Seyppel: Schlesischer Bahnhof, Erinnerungen. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 1998. ISBN 3776620536

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Berlin Ostbahnhof – Bilder, Videos und Audiodateien
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