Bahnhof Berlin Rathaus Steglitz

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Berlin Rathaus Steglitz
S-Bahnsteig mit aus Richtung Süden einfahrendem Zug
S-Bahnsteig mit aus Richtung Süden einfahrendem Zug
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BRST
IBNR 8089036
Eröffnung 13. Juni 1839
Webadresse s-bahn-berlin.de
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 27′ 22,4″ N, 13° 19′ 17,7″ O52.45621860277813.321588038889Koordinaten: 52° 27′ 22,4″ N, 13° 19′ 17,7″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin

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Der Bahnhof Rathaus Steglitz ist ein Bahnhof der Berliner S- und U-Bahn. Er dient seit 1839 dem Eisenbahnverkehr. Seit 1974 ist es ein Umsteigebahnhof zwischen der U-Bahn und S-Bahn. Heute verkehren dort die S-Bahn-Linie S1, die U-Bahn-Linie U9 sowie mehrere Buslinien.

S-Bahnhof[Bearbeiten]

Denkmalgeschützter Verkaufspavillon am Ostausgang zur Berlinickestraße
Provisorische Bahnsteige während des Umbaus 1989, S-Bahn-Zug der BVG auf den Fernbahngleisen

Der Bahnhof Stegelitz (seit etwa 1870: Steglitz) an der Stammbahn nach Potsdam wurde als einer der ersten deutschen Bahnhöfe am 13. Juni 1839 eröffnet. 1845 wurde die Station bereits wieder geschlossen und 1864 wieder eröffnet. Nach dem Eisenbahnunfall von Steglitz im Jahr 1883 wurden die Gleise zwischen 1884 und 1886 in Hochlage verlegt und der Bahnhof entsprechend umgebaut.

Im Jahr 1902 gab es erste Versuchsfahrten mit Zügen, die mit 750 Volt Gleichstrom angetrieben wurden. Der reguläre elektrische Betrieb begann allerdings erst 1933. Der Stationsname ab 1920 war Berlin-Steglitz.

Der Bahnhof befindet sich unmittelbar neben der Bundesautobahn 103 (Westtangente). 1965 musste das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1873 dem Bau der Autobahn weichen. Erhalten geblieben sind die 1910 errichteten Gebäude am Osteingang Albrechtstraße Ecke Berlinickestraße. Sie stehen unter Denkmalschutz. Als Ersatz für die Diensträume im Bahnhofsgebäude erhielt die Deutsche Reichsbahn im Erdgeschoss des Gebäudes Berlinickestraße 13 (Ecke Mittelstraße) Büroräume, die bis Mitte der 1980er Jahre auch dem Verkauf von Fernfahrkarten dienten.

Der Bahnhof ist durch einen Tunnel direkt mit dem U-Bahnhof verbunden. Der S-Bahnhof verfügt über einen Aufzug, sodass er barrierefrei ist.

Im September 1980 fuhren, wie auf sehr vielen Strecken in West-Berlin, nach dem zweiten Reichsbahnerstreik keine S-Bahnen mehr auf dieser Strecke. Am 1. Februar 1985 wurde der Verkehr durch die BVG wieder aufgenommen. Von Ende 1988 bis August 1990 wurde die S-Bahn vorübergehend an die Gütergleise (ehemalige Fernbahngleise zum Potsdamer Bahnhof) verlegt, zwei provisorische Außenbahnsteige entstanden. Am 31. Mai 1992 wurde der Bahnhof, in Anpassung an den U-Bahnhof, in Rathaus Steglitz umbenannt.

U-Bahnhof[Bearbeiten]

Der heutige Bahnsteig der U9, mit einfahrendem Zug des Typs H
Der eigentlich für die U9 vorgesehene Bahnsteig

Der U-Bahnhof wurde im Zusammenhang mit der Verlängerung der Linie U9 vom Walther-Schreiber-Platz bis Rathaus Steglitz am 30. September 1974 eröffnet. Der Bahnhof, der im Bahnhofsverzeichnis der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit Rzu bezeichnet wird, besitzt sowohl Lauf- und Fahrtreppen als auch einen Aufzug und ist damit auch barrierefrei.

Die Senatsverwaltung ließ darüber hinaus auch einen zweiten Tunnel für eine geplante U10 errichten. So baute man von der Kreuzung Bundesallee/Rheinstraße durch die Schloßstraße bis zum Hermann-Ehlers-Platz einen doppelgeschossigen Tunnel für die U9 und U10. Die U10 sollte ursprünglich über Klinikum Steglitz (heute: Campus Benjamin Franklin der Charité) zur Drakestraße (Wiesenbaude) führen. Die Planungen für die U10 wurden 1993 endgültig eingestellt.[1]

Die eigentlich für die U9 vorgesehenen Gleise machen am Rathaus Steglitz einen großen Schwenk in Richtung S-Bahnhof. Bereits seit der Eröffnung benutzt die U9 die Gleise der U10 mit einem Mittelbahnsteig. Grund ist, dass der Platz für die nötige Kehranlage erst hinter dem Tunnel zum S-Bahnhof gewesen wäre, was eine Erlaubnis der Deutschen Reichsbahn erfordert hätte. Nach der Betriebsübernahme der S-Bahn in West-Berlin durch die BVG 1984 konnte der Tunnel unter der S-Bahntrasse verlängert werden. Die Arbeiten wurden unter Aufrechterhaltung des S-Bahn-Betriebs 1989 und 1990 durchgeführt. Dazu wurden an den Gütergleisen – mit Genehmigung der Deutschen Reichsbahn – seitliche Behelfsbahnsteige für die S-Bahn erstellt. Gleichzeitig wurden für die Albrechtstraße höhere Brücken eingebaut, damit auch Doppeldeckbusse die Unterführung benutzen konnten.

Die Seitenbahnsteige für die U9 sind im Rohbau vorhanden und dienten bis zur Wende als Senatslager, u. a. für Notbetten. Durch die Verwendung des U10-Bahnsteigs verlängern sich die Umsteigewege zur S-Bahn erheblich. Eine Verlängerung der U9 bis Lankwitz bleibt langfristig geplant.

Busbahnhof unter dem Steglitzer Kreisel

Im Untergrund ließ die BVG außerdem ein großes Unterführungsbauwerk errichten, sodass direkte Zugangswege zum Steglitzer Kreisel und zum Rathaus Steglitz bestehen. Wie damals üblich entwarf der Senatsarchitekt Rainer Rümmler die Konzeption für den Bahnhof. Rümmler verwendete große Wandelemente in den Farben Rot und Silber, der Bahnhofsschriftzug „Rathaus Steglitz“ dominiert die Gestaltung. An der Decke befinden sich überdimensionale – dem Stil der 1970er Jahre entsprechende – Kreiselemente, die als Abdeckung für die Bahnhofslampen dienen. In der Fußgängerpasserelle wacht eine große Stahlblechskulptur des aus der griechisch-römischen Mythologie stammenden Höllenhundes Zerberus, der von Waldemar Grzimek entworfen wurde. Darüber hinaus findet sich an der Nordostwand eine Installation mit den Schriftzügen aller Weltmetropolen, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1974 eine U-Bahn besaßen.

Im Jahr 2005 wurden Teile des U-Bahnhofs renoviert und im März 2006 das Einkaufszentrum Das Schloss eröffnet. Es entstand neben dem alten Steglitzer Rathaus und besitzt direkte Zugangswege zum U-Bahnhof.

Für 2013 plant die BVG eine Grundinstandsetzung und den barrierefreien Ausbau der Station. 23,2 Millionen Euro sollen hierfür investiert werden.[2]

Anbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird von der Linie S1 der S-Bahn sowie der Linie U9 der U-Bahn bedient. Im Steglitzer Kreisel wurde im Erdgeschoss ein Busbahnhof gebaut; dort und an den Haltestellen in der Schloßstraße und in der Albrechtstraße halten die Buslinien M48, M82, M85, X83, 170, 186, 188, 282, 283, 284, 285, 380, N9 und N88. Rathaus Steglitz ist damit der wichtigste Bus-Umsteigeknoten im Berliner Südwesten.

Linie Verlauf
Berlin S1.svg Oranienburg – Lehnitz – Borgsdorf – Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Frohnau – Hermsdorf – Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – Wollankstraße – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße (Großgörschenstraße) – Julius-Leber-Brücke – Schöneberg – Friedenau – Feuerbachstraße – Rathaus Steglitz – Botanischer Garten – Lichterfelde West – Sundgauer Straße – Zehlendorf – Mexikoplatz – Schlachtensee – Nikolassee – Wannsee – Griebnitzsee – Babelsberg – Potsdam Hauptbahnhof
Berlin U9.svg Osloer Straße – Nauener Platz – Leopoldplatz – Amrumer Straße – Westhafen – Birkenstraße – Turmstraße – Hansaplatz – Zoologischer Garten – Kurfürstendamm – Spichernstraße – Güntzelstraße – Berliner Straße – Bundesplatz – Friedrich-Wilhelm-Platz – Walther-Schreiber-Platz – Schloßstraße – Rathaus Steglitz

Güterbahnhof Steglitz[Bearbeiten]

Stellwerk Sob des Güterbahnhofs an der Feuerbachbrücke, links der Bahnsteig des S-Bahnhofs Feuerbachstraße, 1990

Auf der Ostseite der Gleistrasse, an den ehemaligen Gleisen der Stammbahn, erstreckte sich zwischen der Albrechtstraße und der Feuerbachbrücke der Güterbahnhof Steglitz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Rathaus Steglitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Sebastian Höhn: Kein Zug wird kommen. In: Berliner Zeitung. 9. Juni 2011 (Online-Artikel).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBVG-Aufsichtsrat lobt sehr gutes operatives Ergebnis. Berliner Verkehrsbetriebe, 24. April 2013, abgerufen am 25. April 2013.