Bahnhof Oberursel (Taunus)

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Oberursel (Taunus)
Oberursel-2011-hessentag-124.jpg
Gleisanlagen (oben), Empfangsgebäude und U-Bahn-Station (unten)
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise
Abkürzung FOU
IBNR 8004596
Eröffnung 1860
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Oberursel (Taunus)
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 11′ 56″ N, 8° 35′ 17,8″ O50.1988945986118.5882835697222Koordinaten: 50° 11′ 56″ N, 8° 35′ 17,8″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Oberursel (Taunus) liegt an der Homburger Bahn in der Stadt Oberursel (Taunus). Er wird heute von der S-Bahn-Linie S5 der S-Bahn Rhein-Main und der Stadt-Express-Linie SE 15 der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) angefahren. Die im östlichen Teil der Stadt gelegene Bahnanlage wurde bei Streckenkilometer 15,3 auf 189,1 m ü. NN errichtet.[1]

Vom Bahnhof geht auch die ehemalige Gebirgsbahn zur Hohemark aus, die heute Teil der U-Bahn-Linie U3 ist. Die Umsteigestation zur U-Bahn der Kategorie 4 (Nahverkehrsknoten), die dort den Namen Oberursel Bahnhof trägt, wird in RMV-Plänen nur als Oberursel bezeichnet.

2013 wurde der Bahnhof zum Kleinstadt-Bahnhof des Jahres gewählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Empfangsgebäude von der Straßenseite

Als Ersatz für die seit 1850 teils über Oberursel verkehrende Pferdeomnibuslinie wurde nach mehreren gescheiterten Versuchen 1860 die Homburger Bahn eröffnet, die von Frankfurt ins namensgebende Bad Homburg führte. An dieser Strecke erhielt Oberursel einen Bahnhof. Das Empfangsgebäude stand zunächst westlich des Bahnüberganges der Frankfurter Landstraße. Später wurde das heute noch vorhandene Empfangsgebäude östlich der Straße errichtet.

1901 wurde die Strecke Friedberg–Friedrichsdorf in Betrieb genommen. Sie brachte einen Vorteil, da zwecks Kapazitätssteigerung und auf persönlichen Wunsch des Kaisers die gesamte Trasse von Frankfurt über Friedrichsdorf bis Friedberg in den Jahren von 1907 bis 1910 zweigleisig ausgebaut wurde.

Noch im Jahr 1899 wurde die normalspurige Gebirgsbahn zur Hohemark eröffnet, die mit Dampfloks dem Güter- und Personenverkehr diente. Im östlichen Bahnhofsteil wurde ein Übergang zur Homburger Bahn hergestellt. 1910 folgte die Kleinbahnstrecke von Heddernheim, die die Gebirgsbahn mit dem Frankfurter Straßenbahnnetz verknüpfte.

Ab 1968 wurde die Linie von Frankfurt zur Hohemark als U-Straßenbahn mit der Nummer 24 betrieben, später als A3. Ab 1978 hielten die Züge in Oberursel als U-Bahn-Linie U3. Für die U-Bahn wurde die ursprünglich eingleisige Strecke zweigleisig ausgebaut, wodurch Oberursel als Bahnhof an Bedeutung verlor und dafür eine Wendeanlage errichtet wurde. Der Übergang zur Homburger Bahn wurde weiterhin genutzt, etwa zur Anlieferung der ersten Serie von U-Bahn-Fahrzeugen vom Typ U2. Diese rollten zunächst auf eigenen Achsen, nach einer Entgleisung auf einer Weiche wurden sie auf Flachwagen angeliefert. Gezogen wurden die Güterzüge von Dampfloks der Baureihe 50.

Am 27. September 1970 wurde die Strecke über Oberursel und Bad Homburg bis Friedrichsdorf elektrifiziert.[2] Sieben Jahre später, am 8. Mai 1977, wurde zudem in Bad Homburg ein Relaisstellwerk errichtet, das den Bereich ab Weißkirchen kontrolliert.[3] Dadurch wurden das Fahrdienstleiterstellwerk an der Ostseite des Bahnhofs, der Schrankenposten am Gattenhöferweg und der Weichen-/Schrankenwärter an der Frankfurter Landstraße überflüssig. 1974 begann mit der Aufnahme in den Frankfurter Verkehrsverbund (FVV) ein S-Bahn-ähnlicher Vorlaufbetrieb vom Frankfurter Hauptbahnhof unter der Linienbezeichnung R5.[4] Damit war der Grundstein für den 1978 beginnenden, unter der noch heute erhaltenen Linienbezeichnung S5 laufenden S-Bahn-Betrieb gelegt. Seit dem Eintritt in den FVV 1993 fahren auch Züge der Taunusbahn bis Frankfurt Hauptbahnhof. Diese halten in Oberursel, nicht aber in Stierstadt und Weißkirchen.

Heutige Situation[Bearbeiten]

U-Bahnhof Oberursel Bhf vor dem Umbau

Gebäude und Anlagen[Bearbeiten]

Von den ursprünglich vielen Gebäuden sind heute nur noch zwei vorhanden: das frühere Weichenwärtergebäude und das Empfangsgebäude. Einziger Zugang zum Inselbahnsteig war bis zum Hessentag 2011 eine Unterführung, die direkt in der Halle des Empfangsgebäudes endete. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wurde ein neuer Zugang geschaffen. Neben dem zeitweise von Pfadfindern genutzten Anbau befand sich in der Halle ein Kiosk.

Gleise[Bearbeiten]

Nördliche Ausfahrt

Der Oberurseler Bahnhof an der Homburger Bahn besteht heute nur noch aus den zwei Streckengleisen mit Inselbahnsteig und zwei Gleiswechseln. Die Gleise im weitläufigen Güterbereich waren bis zum Hessentag 2011 noch vorhanden, aber nicht mehr angeschlossen und größtenteils überwachsen. Auch der Übergang zum U-Bahn-Netz war schon länger durch einen GSM-R-Sendemast unterbrochen. Auf dem Bereich zwischen dem Verladekran und dem Empfangsgebäude wurden bei einer spontanen Zählung 200 verschiedene Pflanzenarten registriert.[5] Seit dem Hessentag liegt das Gelände wieder brach.

Der U-Bahnhof besteht aus einem zweigleisigen Haltepunkt mit sich anschließender Wende- und Abstellanlage, vor der die Strecke zur Hohemark von den parallel zur Homburger Bahn verlaufenden Gleisen abzweigt. Die Wendeanlage war bis 2011 in Betrieb; seitdem die freiwilligen Zusatzzüge der VGF bis zum Bahnhof nicht mehr fahren, dient sie nur noch als Reserve für Betriebsstörungen.

Planungen[Bearbeiten]

Im Empfangsgebäude wurde im Mai 2012 ein Restaurant mit den Namen H-Lounge eröffnet (als ursprünglicher Name war wegen des Einrichtungsstils Hemingway-Lounge geplant. Wegen Klagen musste der Name jedoch geändert werden.). Die Unterführung wurde durch einen barrierefreien Zugang mit Rollstuhlrampen im Bereich des heutigen Bahnüberganges der Frankfurter Landstraße ersetzt, der dafür geschlossen wurde. Auf dem Güterbereich ist eine Mischbebauung aus Gewerbe wie einem Ärztehaus und Wohnhäusern geplant.[6]

ehemaliger Güterbereich

Zum Hessentag 2011 sollte das Bahnhofsgelände ursprünglich weiträumig umgebaut werden. Die U-Bahn-Gleise sollten dabei auf die andere Seite des Empfangsgebäudes – zur Homburger Bahn – verlegt werden, um ein bahnsteiggleiches Umsteigen zu ermöglichen. Wenige fehlende Zentimeter im Lichtraumprofil verhinderten dies jedoch. Deshalb wurde wegen der ansonsten hohen Kosten nur eine einfache Lösung umgesetzt. Sie sah vor, die Bahnsteige des U-Bahnhofs barrierefrei umzubauen und den Platz vor dem Empfangsgebäude auf der Straßenseite umzugestalten, was auch verwirklicht wurde.[6]

Anbindung[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

In Oberursel halten die Züge der S5 im Halbstundentakt, der montags bis freitags bis etwa 18 Uhr zu einem Viertelstundentakt verdichtet wird. Dazu kommen die durchgehenden Züge der Taunusbahn vom und zum Frankfurter Hauptbahnhof. Die U3 bedient den Oberurseler Bahnhof werktags alle 15 Minuten, abends und sonntags alle 30 Minuten.

Linien
Bad Homburg S-Bahn S5
Homburger Bahn
Stierstadt
Bad Homburg Hessische Landesbahn SE 15
Taunusbahn
Frankfurt-Rödelheim
Oberursel Stadtmitte U-Bahn U3
A-Strecke
Bommersheim

Busverkehr[Bearbeiten]

Am Oberurseler Bahnhof halten drei Regionalbuslinien, zwei Stadtbuslinien sowie drei Nachtbuslinien (davon eine überregionale Überland-Nachtbuslinie), welche den Bahnhof mit allen Oberurseler Stadtteilen sowie den umliegenden Städten und Gemeinden des Hochtaunuskreises verbinden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oberursel auf weiltalbahn.de
  2. Friedrichsdorf auf weiltalbahn.de
  3. Zeittafel Schienen in Bad Homburg (siehe Weblinks)
  4. FVV-Netzplan von 1974
  5. fr-online: Bahnhof Oberursel: Blumengarten im alten Gleisbett
  6. a b Diverse Berichte in der Taunus-Zeitung (Frankfurter Neue Presse)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberursel Bahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien