Bargen SH

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SH ist das Kürzel für den Kanton Schaffhausen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bargenf zu vermeiden.
Bargen
Wappen von Bargen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen (SH)
Bezirk: Schaffhausenw
BFS-Nr.: 2931i1f3f4
Postleitzahl: 8233
UN/LOCODE: CH BGN
Koordinaten: 687038 / 29317647.7833368.599998605Koordinaten: 47° 47′ 0″ N, 8° 36′ 0″ O; CH1903: 687038 / 293176
Höhe: 605 m ü. M.
Fläche: 8.27 km²
Einwohner: 283 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 34 Einw. pro km²
Website: www.bargen.ch
Karte
Deutschland Deutschland Deutschland Kanton Thurgau Kanton Zürich Bezirk Oberklettgau Bezirk Reiat Bezirk Schleitheim Bezirk Unterklettgau Bargen SH Beringen SH Buchberg SH Buchberg SH Buchberg SH Merishausen Neuhausen am Rheinfall Rüdlingen SchaffhausenKarte von Bargen
Über dieses Bild
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Bargen ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Bargen ist die nördlichste Gemeinde der Schweiz. Sie besteht aus dem Dorf Bargen (ursprünglich Niederbargen) und dem Weiler Oberbargen.

Bargen liegt an der Durach im oberen Durachtal auf 605 m ü.M., wo sich das Tal weiter in Hoftal und Mülital verzweigt. Getrennt werden die beiden Täler durch den Nieder Hengst (746 m ü.M.) und den sich daran anschliessenden Hoh Hengst, mit 861 m ü.M. der höchste Punkt der Gemeinde und Grenzpunkt zu Deutschland.

Das südlicher gelegene Mülital ist unbesiedelt und wird nach Süden hin durch den Bargemer Randen (808.7 m ü.M.) begrenzt, über dessen Rücken die Gemeindegrenze zu Merishausen verläuft. Im nördlicher gelegenen Hoftal liegt das Gehöf Oberbargen (694.6 m ü.M.), einst eine mit Niederbargen gleichwertige Siedlung.

Im Südosten der Gemeinde liegt im Durachtal, an der Grenze zu Merishausen und zu Wiechs am Randen (Gemeinde Tengen, Deutschland) der sogenannte Schlauch (570 m ü.M.), eine Talsohle zwischen Bargemer Randen, Ebnet (734 m ü.M.) und Bohl (786 m ü.M.). Die verworrenen Grenzlinien im Schlauch wurden in zwei Anläufen bereinigt, zuletzt 1967 beim Bau der damaligen Autostrasse N4 (heute Hauptstrasse 4).

Nachbargemeinden von Bargen sind Merishausen im Süden, Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) im Westen und im Norden sowie Tengen (Landkreis Konstanz) im Osten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 327
1900 226
1950 203
1990 211
2002 237
2010 249

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeindepräsident ist Erich Graf (Stand 2012).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bargen ist über die Hauptstrasse 4 mit Schaffhausen verbunden. In nördlicher Richtung erreicht die Strasse die Ortschaft Neuhaus am Randen (Gemeinde Blumberg) in Deutschland. Der öffentliche Verkehr benutzt eine Nebenstrasse, auf dieser verkehrt werktags stündlich eine Buslinie nach Schaffhausen. Einige Kurse pro Tag verkehren auch nach Deutschland. Ein nicht ganz unbedeutender Faktor der Wirtschaft in Bargen sind die drei Tankstellen an der Hauptstrasse 4, die durch die Grenznähe durchaus bequeme Möglichkeiten zum Tanktourismus bereitstellen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bargen wird erstmals 884 als Paragen erwähnt, als der Hegaugraf Peringer seinen Merishausener Besitz gegen die Bargener Güter des Klosters St. Gallen tauschte. Früher bestand Bargen aus den drei Weilern Unter-, Mittel- und Oberbargen.

Bargen gehörte zur Landgrafschaft Nellenburg und nach der Gründung des Klosters Allerheiligen 1049 zu dessen Immunitätsbezirk, der 1451 bzw. 1491 an die Stadt Schaffhausen kam. Wichtigste Grundbesitzer in Bargen waren die Roten von Randenburg. 1378 verkaufte Egbert der Rote seinen Besitz in Bargen samt Kirche und Vogtei dem Spital zum Heiligen Geist Schaffhausen, das seine Stellung bis 1510 weiter ausbaute. Die Vogteirechte wurden von der Reformation bis 1798 von Schaffhausen wahrgenommen (Obervogtei Merishausen).[2]

In Bargen steht der nördlichste Grenzstein der Schweiz. Über diesen Schwarzen Stein wurden früher Verbannte oder Verurteilte von der Schaffhauser Obrigkeit nach Deutschland abgeschoben.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In gelb schwarzes Senkblei, überhöht von Freiheitshut mit je einer grünen, roten und gelben Feder.

Das Wappen der Gemeinde Bargen erscheint als erstes auf einem Munizipalitätssiegel aus dem Jahre 1805. Die Darstellung des Freiheitshuts über einem Senkblei ist ein typisches Hoheitssymbol aus der Zeit der Helvetik. Da die Ortschaft vor der Zeit der Helvetik kein Wappen besessen hatte, behielt sie dieses auch nachher bei. 1950 wurde das heute gültige Wappen an der Gemeindeversammlung offiziell anerkannt.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet "Tannbüehl" ist bekannt für seine über 20 Orchideen-Arten (z.B. Purpur-Knabenkraut, Fliegen- und Bienen-Ragwurz, Gelber Frauenschuh etc.), die dort im Frühjahr blühen.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Ulrich Guyan: 1100 Jahre Bargen 884-1984. Das nördlichste Dorf der Schweiz und seine Landschaft. Gedenkschrift zur 1100-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung, Schaffhausen 1984, ISBN 3-8580-1005-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Kanton Schaffhausen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kanton Schaffhausen
 Commons: Bargen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Darstellung der Ortsgeschichte auf der Internetpräsenz der Gemeinde Bargen
  3. Der nördlichste Grenzstein der Schweiz
  4. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 169-171.