Wilchingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilchingen
Wappen von Wilchingen
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen (SH)
Bezirk: Unterklettgauw
BFS-Nr.: 2974i1f3f4
Postleitzahl: 8217/8218
Koordinaten: 677216 / 28006447.6666618.466667419Koordinaten: 47° 40′ 0″ N, 8° 28′ 0″ O; CH1903: 677216 / 280064
Höhe: 419 m ü. M.
Fläche: 21.10 km²
Einwohner: 1713 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 81 Einw. pro km²
Website: www.wilchingen.ch
Karte
Deutschland Kanton Zürich Bezirk Oberklettgau Bezirk Schaffhausen Bezirk Schleitheim Hallau Oberhallau Trasadingen WilchingenKarte von Wilchingen
Über dieses Bild
ww

Wilchingen ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.

Die Gemeinde Wilchingen besteht aus den Ortschaften Wilchingen und Osterfingen. Diese bildeten bis 2005 eigene Gemeinden und wurden nach einer Volksabstimmung zusammengeschlossen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Klettgau, in den Hügeln des Südrandens. Das Klima ist ausserordentlich mild mit für diese nördliche Breite überdurchschnittlich vielen Sonnentagen und einer durch die geschützte Lage in Seitentälern des Südrandens bedingte niedrigen Niederschlagsmenge. Eine Besonderheit stellt das nach Süden ausgerichtete Wangental dar, welches unter Naturschutz steht und vielen Orchideen einen Lebensraum ermöglicht. Hoch über dem Wangental thront auf einem Felsvorsprung des Rossbergs die mittelalterliche Ruine Radegg.

Gewässer[Bearbeiten]

  • Seltenbach
  • Ernstel

Wirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Beide Dörfer haben eine alte Rebbautradition und produzieren Weine mit beachtlicher Qualität. Diverse Keltereien und Weinkeller sind in den Dörfern ansässig und laden alljährlich im Herbst zu traditionellen Weinfesten ein. Der wohl bekannteste Weinkeller ist das Bad Osterfingen an der Strasse nach Jestetten und beherbergt auch ein bekanntes Speiserestaurant. Weiter wird Ackerbau und Forstwirtschaft in den umliegenden Wäldern betrieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Wilchingen-Hallau der DB in der Schweiz.

Wilchingen besitzt zusammen mit der Nachbargemeinde Hallau einen Regionalbahnhof der Deutschen Bahn auf der Linie Schaffhausen–Waldshut, welcher rund 3 km ausserhalb des Dorfkerns beim Weiler Unterneuhaus liegt. Von hier aus verkehren stündlich Züge in beide Richtungen sowie ein Autobusanschluss in die umliegenden Gemeinden. Der Ortsteil Osterfingen ist durch die Südbadische Busgesellschaft erschlossen.

Trotz der Anbindung an den öffentlichen Verkehr gilt die Gemeinde als verkehrstechnisch abgelegen, weil der Bahnhof ausserhalb des Zentrums liegt. Die wichtige Verbindungsstrasse nach Jestetten (Deutschland), welche den direkten Weg nach Bülach und Zürich darstellt, ist bis heute nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das alte Wappen von Osterfingen
Grenzwachtmannschaft in Wilchingen, Kompanie III/64, 1914-1918
Hauptstrasse im Dorfzentrum

Auf dem Gemeindegebiet von Wilchingen finden sich verschiedene urgeschichtliche Spuren, im Talboden führte eine römische Strasse nach Tenedo (Bad Zurzach) und Reste von Schutzwällen gegen die Germanen wurden gefunden. Als Besitz des Klosters Rheinau wurde Wilechinga 1049 erstmals schriftlich erwähnt, die Siedlung wurde jedoch schon früher von einem Alemannen namens Willico mit seiner Sippe gegründet. 1371/1373 gingen die Wilchinger Vogteirechte an das Spital in Schaffhausen über, welches wie ein Kloster, Ländereien und Gutshöfe auf dem Klettgauer Land verwaltete. 1515 wurde nach jahrelangen Zankereien der Wilchinger Kirchgänger eine eigene Pfarrei eingerichtet, die in das benachbarte habsburgische Erzingen zur Kirche mussten. Die Kirche St. Othmar wurde ebenfalls 1515 auf einem Rebhang oberhalb des Dorfes errichtet und musste bereits 1588 erweitert werden. Durch die Erzgewinnung und den Weinanbau wurde die Gemeinde recht wohlhabend, und die Bevölkerung wuchs kontinuierlich. 1816 wurde das erste Schulhaus eingerichtet und 1845 bereits erweitert. 1863 wurde die Badische Eisenbahn eingeweiht, welche die Gemeinde an das regionale Verkehrsnetz anbinden sollte. 2006 wurde die Gemeinde Osterfingen mit Wilchingen fusioniert.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In rot aufrechte weisse Pflugschar belegt mit rotem Tatzenkreuz.

Das erste Mal findet sich das Wappen auf einer Wappenscheibe 1569. Es stellt einen Ritter zu Fuss mit Fahne und Schild mit weissem Kreuz dar. Vermutlich handelt es dabei um den heiligen Georg oder Mauritius. Bei letzterem könnte es eine Verwechslung mit Hallau sein. Auf jeden Fall muss bei diesem Wappen ein Irrtum vorliegen. Ein zweites Wappen aus dieser Zeit verweist auf den Zusammenhang mit dem Heiliggeistspital in Schaffhausen. Es stellt ein weisses Kreuz in schwarz, also das Spitalwappen in verkehrten Farben, dar. Der älteste Hinweis auf das heutige Wappen findet sich auf einer Wappenscheibe von 1575. Es stellt die aufrechte, silberne Pflugschare, belegt von rotem Kreuz auf rotem Grund dar. 1610 findet sich das erste Siegel von Wilchingen mit eben jenem Symbol. Bis heute findet sich kein anderes Wappen mehr, als diese Pflugschare mit dem Kreuz. Einzige Veränderung stellen Verzierungen (z.B. Lorbeeren oder Reben) dar. Bei der Bereinigung 1950 war die Wahl des Wappens mit den Farben von 1575 kein Diskussionsthema. [2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Bächtold: Geschichte von Wilchingen, Wilchingen 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Kanton Schaffhausen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kanton Schaffhausen
 Commons: Wilchingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S.318-327