Dörflingen

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Dörflingen
Wappen von Dörflingen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen (SH)
Bezirk: Reiatw
BFS-Nr.: 2915i1f3f4
Postleitzahl: 8239
Koordinaten: 695931 / 28404647.6999968.716658451Koordinaten: 47° 42′ 0″ N, 8° 43′ 0″ O; CH1903: 695931 / 284046
Höhe: 451 m ü. M.
Fläche: 5.82 km²
Einwohner: 907 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 156 Einw. pro km²
Website: www.doerflingen.ch
Karte
Deutschland Deutschland Kanton Thurgau Kanton Zürich Bezirk Schaffhausen Büttenhardt Dörflingen Lohn SH Stetten SH ThayngenKarte von Dörflingen
Über dieses Bild
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Dörflingen ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.

Die Gemeinde ist an drei von vier Seiten von deutschem Gebiet umschlossen. Sie bildet einen Riegel von wenigen hundert Metern Breite, welcher Büsingen am Hochrhein vom übrigen deutschen Staatsgebiet trennt und es zur Exklave macht.

Der Ortskern von Dörflingen ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgeführt und steht somit als Ensemble unter Denkmalschutz.

Geographie[Bearbeiten]

Dörflingen ist ein altes Bauerndorf, in dem früher insbesondere Ackerbau und Weinbau vorherrschten. 1875 nahmen Rebflächen 25 ha der Gemeindefläche ein. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich der Ort immer mehr zur Wohngemeinde mit zahlreichen Auspendlern. 2005 gab es noch 24 aktive landwirtschaftliche Betriebe vor Ort.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1689 396
1850 560
1860 554
1880 513
1900 426
1910 427
1930 418
1950 458
1970 469
1980 492
1990 582
2006 797
2010 857
2011 893

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Pentti Aellig (Stand 2011).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde bereits 1264 als Dorfelingen urkundlich genannt, als er an die Habsburger fiel.

1535 wurde im Rahmen des Dörflinger Bildersturms die Reformation eingeführt.[2]

1651 wurde die Gemeinde zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Die heute noch stehende Kirche wurde 1689 errichtet.

Zusammen mit dem Städtchen Stein am Rhein und den Gemeinden Ramsen und Hemishofen[3] wurde Dörflingen gegen den Willen der Bevölkerung 1798 in der Helvetischen Republik dem Kanton Schaffhausen zugeteilt. Bis anhin gehörten sie zu Zürich.[4] Dörflingen wurde gegen Ellikon am Rhein getauscht. [5]

2006 erfolgte eine Kirchenrenovation. Dabei wurde die Metzler-Orgel von 1941 abgebaut,[6] ein neues Instrument der Stanser Firma Erni wurde 2007 eingeweiht.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In blau weisse, aufrechte Pflugschar, überhöht von frei schwebendem gleichschenkligem, weissem Kreuz.

Der älteste Beleg für das Dörflinger Wappen findet sich auf einem Scheibenriss im Ashmolean Museum in Oxford und stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es zeigt bereits eine Pflugschare, über der ein gleichschenkliges Kreuz schwebt. Die Kenntnis über dieses Wappen ging im Laufe der Zeit verloren. Umso erstaunlicher ist es, dass das Wappen sich anfangs des 19. Jahrhunderts wieder auf dem Siegel der Gemeinde befindet. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der untere Balken des Kreuzes verlängert wurde und nun auf der Pflugschare steckte.

Die Pflugschare als Symbol weist auf die Ackerschaft hin. Das weisse Kreuz ist ein Beispiel für den in der alten Eidgenossenschaft verbreiteten Brauch, ein weisses Kreuz als Erkennungsmal auf der Panzerung oder Kleidung zu tragen. Als Tinktur wurde 1951 diejenige von Zürich (blei-weiss) gewählt.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Panorama vom Buck
Das Seeli, ein Eiszeitweiher zwischen Dörflingen und Randegg/D
Das Seeli im Winter
Ansicht von Dörflingen von Südwesten
Der Rhein an der Laag

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Bryner: Geschichte der Kirchgemeinde Dörflingen, Dörflingen 1989.
  • Fritz Keller: Dörflingen. Vom Bauerndorf zur Wohngemeinde, in: Schaffhauser Magazin 18 (1995), No. 3, S. 9-49.
  • Thomas Schärli: Der Dörflinger Bildersturm vom 23. April 1535. Zur Einführung der Reformation in Dörflingen vor 450 Jahren, in: Schaffhauser Beiträge zur Geschichte 62 (1985), S. 43-56.
  • Andreas Schiendorfer: 1000 Jahre Thayngen, Thayngen 1995, ISBN 3-905116-03-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Kanton Schaffhausen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kanton Schaffhausen
 Commons: Dörflingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Thomas Schärli: Der Dörflinger Bildersturm vom 23. April 1535. Zur Einführung der Reformation in Dörflingen vor 450 Jahren, S. 43-56.
  3. Schaffhauser Magazin 02/1987: Die Grenzen, Verlag Steiner + Grüninger AG, Schaffhausen
  4. Andreas Schiendorfer: Dörflingen im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Markus Höneisen, Oliver Landolt, Roland E. Hofer, Eduard Joos, Markus Späth-Walter: Schaffhausen (Kanton) im Historischen Lexikon der Schweiz
  6. Dörflinger Gemeinde-Information September 2005, abgerufen am 26. Februar 2011.
  7. Dörflinger Gemeinde-Information November 2007, abgerufen am 26. Februar 2011.
  8. Berty Bruckner-Herbstreit: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 189–191.