Belagerung von Antwerpen (1914)

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Belagerung von Antwerpen
Antwerpen - Kampf.jpg
Datum 20. August bis 10. Oktober 1914
Ort Umland der belgischen Stadt Antwerpen
Ausgang deutscher Sieg
Folgen Rückzug der belgischen Streitkräfte nach Westflandern und der Briten nach England
Konfliktparteien
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Flag of the Habsburg Monarchy.svg Österreich-Ungarn
BelgienBelgien Königreich Belgien
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich
Befehlshaber
General der Infanterie Hans von Beseler König Albert I. von Belgien
Truppenstärke
Armeegruppe Beseler:

III. Reserve-Korps, Marine-Division, 4. Ersatz-Division, drei Landwehr-Brigaden, Festungsartilleriebataillon 8 der k.u.k. Armee; insgesamt ca. 120.000 Mann

Festung Antwerpen:

ca. 80.000 Mann (inkl.) Feldarmee, 2.000 britische Soldaten der Royal Naval Division;

Verluste
unbekannt ca. 28.000 Engländer und Belgier wurden in den Niederlanden interniert

Die Belagerung von Antwerpen fand zu Beginn des Ersten Weltkrieges vom 20. August bis zum 10. Oktober 1914 statt. Angreifer waren Deutsche Truppen, verstärkt durch 30,5-cm-Belagerungsmörser der k.u.k. Artillerie, verteidigt wurde die Festung durch Belgische Heer, unterstützt durch britische Marinesoldaten Die Belagerung endete damit, daß die Festung kapitulieren musste, die belgische Feldarmee zog sich nach Westflandern zurück.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Belgien kam im Rahmen der deutschen Kriegsplanung im Jahre 1914 eine große Bedeutung zu. Um die französischen Festungen an der deutsch-französischen Grenze zu umgehen, plante die Oberste Heeresleitung (OHL), mit dem größten Teil des Heeres durch Belgien und Luxemburg zu marschieren. Die belgische Regierung des Königs Albert I. war jedoch entschlossen, die Neutralität des Landes zu verteidigen. Bereits kurz nach dem Kriegsausbruch kam es zum deutschen Angriff auf Lüttich (4.–16. August), welches als Festung und Eisenbahnknotenpunkt für den deutschen Vorstoß besonders wichtig war. Doch erst nach der Vollendung des Aufmarsches begann am 18. August 1914 die allgemeine deutsche Offensive. Die belgische Armee, 120.000 Man stark, bestand aus sechs Infanterie- und eine Kavalleriedivision. Die 3. und 4. Division waren zur Verteidigung von Lüttich und Namur abgestellt, die anderen hatten hinter der Gete Verteidigungsstellungen bezogen hatte, wurden in den folgenden beiden Tagen geschlagen und zum Rückzug gezwungen. König Albert I. lehnte einen Abzug zur französischen Grenze ab und führte die verbliebenen 80.000 Mann der Feldarmee in die Festung Antwerpen, die als „réduit national“ angesehen und am 20. August erreicht wurde. Dort sollte sich die belgische Armee bis zum Eintreffen der Entente-Truppen behaupten.[1]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Fortgürtel um Antwerpen
Die Räumung von Antwerpen
Gemälde von Willy Stöwer

In der Festung standen ab dem 20. August 1914 die 80.000 Mann des sich hierhin zurückgezogenen Feldheeres und die eigentlichen Besatzung, insgesamt fünf Divisionen. Zur Blockade der Festung wurde zunächst nur das III. Reserve-Korps unter General der Infanterie z.D. Hans von Beseler von der 1. Armee abgestellt. Eine Einschließung war mit den vorhandenen Truppen nicht möglich insbesondere auch westlich von Antwerpen noch feindliche Kräfte standen und das Meer, bzw. die holländische Grenze noch nicht hatte erreicht werden können, um die Festung gänzlich vom eigenen Hinterland und der Verbindung zu den Alliierten abzuschneiden. Nach Norden, Nordwesten und Nordosten war eine Abriegelung nicht nötig, da es hier durch die nahe holländische Grenze keine wie auch immer geartete Möglichkeiten gab. König Albert I. entschloss sich, zur Entlastung der französisch-britischen Truppen selbst offensiv zu werden. Am 25./26. August 1914 unternahmen seine Streitkräfte einen Ausfall in Richtung Mechelen, der Verluste von etwa 4.000 Mann kostete. Ein weiterer Ausfall fand vom 8. bis zum 13. September 1914 statt, bei dem weitere 8.000 Soldaten getötet oder verwundet wurden.[1]

Nach der Schlacht an der Marne (5.–12. September 1914) beschloss die deutsche Heeresleitung, die Flankenbedrohung durch die belgische Festung zu beseitigen. Zu diesem Zweck wurden etwa 120.000 Soldaten zusammengezogen,[1] wozu neben Beselers Reservekorps als Hauptverbände noch die Marine-Division, die 4. Ersatz-Division und drei Landwehr-Brigaden gehörten. Ab Ende September wurde diese Gruppierung als Armeegruppe Beseler bezeichnet und der Obersten Heeresleitung direkt unterstellt.[2] Zu ihrer Unterstützung verfügten diese Truppen über 160 schwere Geschütze und 13 sehr schwere Mörser wie die „Dicke Bertha“.[3] Auch einige Škoda-Mörser der k.u.k. Armee waren beteiligt. Der planmäßige deutsche Angriff begann am 27. September 1914. Vom 28. bis 30. September wurde die Festung bombardiert. Die Belgier baten die Westmächte um Unterstützung, doch zwischenzeitlich mussten diese sich unter hinhaltendem Widerstand bis über die Nete zurückziehen. Am 2. Oktober trafen 2.000 britische Marinesoldaten ein, doch erwies sich diese Verstärkung als zu schwach. Deshalb beschloss König Albert I. am folgenden Tag die Räumung der Stadt. Vom 4. bis 8. Oktober 1914 brachen die deutschen Truppen in schweren verlustreichen Kämpfen in die belgischen Stellungen bei Lier ein. Während dieser Gefechte entschied man sich am 6. Oktober im belgischen Hauptquartier zum Rückzug.[1] Noch an diesem Tag wurde die belgische Regierung nach Ostende evakuiert. In den Tagen vom 7. bis zum 9. Oktober beschossen die Deutschen die Stadt. Daraufhin setzten sich die verbliebenen belgischen und britischen Truppen ab. Am 10. Oktober 1914 kapitulierte der Bürgermeister von Antwerpen.[3]

Folgen[Bearbeiten]

Propagandapostkarte zur Eroberung Antwerpens, Oktober 1914
Antwerpen, die Königin der Schelde.

Rings sank Dein Reich in Scherben
Vorm deutschen Schwerte hin,
Dann galt es erst zu werben
Um Dich, o Königin.

Nun nahm der deutsche Freier
Im Sturm Dich in Besitz.
Das war eine Hochzeitsfeier
Mit Donner und mit Blitz!
000000000000000000000U.M.

Da die Festung nicht komplett eingeschlossen werden konnte, war es nach dem Räumungsbefehl gelungen, vier vollständige belgischen Divisionen mit der Bahn in Richtung Gent abzutransportieren. Zurück blieben zunächst die 2. belgische Division, die 1. und die 2. britische See-Brigade und die britische Marinebrigade. Diese Verbände versuchten am 9. Oktober über Beveren-Waes auf Lokeren zu entkommen. Nachdem jedoch Lokeren beriets von den Deutschen besetzt war, bogen die Truppen auf St.Gilles-Waes ab, um hier die Bahn zu erreichen. Bevor jedoch der Abtransport beendet werden konnte, unterbrach die 1. bayerische Landwehrbrigade die Bahnlinie bei Moerbeke. Nachdem sich die Belgier und Engländer den Abzug nicht erkämpfen konnten gingen von den Belgiern der größte Teil der 2. Infanteriedivision und Versprengte (ca. 26.000 Mann) sowie ca 2.000 Mann der britischen 1. Seebrigade über die holländische Grenze und wurden interniert.

Am 9. Oktober bot die Zivilverwaltung unter Bürgermeister de Vos die Kapitulation an, da es keine militärische Kommandostruktur mehr gab (der Gouverneur der Festung, General de Guise wurde am 10. Oktober im Fort Ste. Marie gefangengenommen). Das Reserve-Infanterieregiment Nr. 8 zog als erste Einheit in die Festung ein, deren vorgeschobene und noch besetzte Forts am 10. Oktober aufgeben mussten.

Auffallend gering war die Zahl der Gefangenen.[4]

Die Beute betrug 1.300 Geschütze aller Kaliber, 900.000 Granaten, große Mengen an Kaffee, Hopfen, Flachs, Lebensmitteln, mehrer tausend Tonnen Getreide, Felle, Petroleum, Silber, Hölzer, Wolle und 180 Kraftwagen.

Die Masse der verbliebenen belgischen Feldarmee nahm bereits Ende Oktober an der Schlacht an der Yser teil. Auch im weiteren Verlauf des Krieges blieben die belgischen Streitkräfte an der Westfront eingesetzt. Das belgische Parlament und die Regierung gingen nach Le Havre ins Exil.[1] Die an der Belagerung beteiligten deutschen Verbände wurden zum größten Teil ebenfalls nach Westflandern verlegt und nahmen dort an der Ersten Flandernschlacht teil. Das Oberkommando und der Oberbefehlshaber der Armeegruppe Beseler wurde vom 21. Juli - 24. August 1915 an der Ostfront zur Einnahme der russischen Festung Nowogeorgiewsk herangezogen.[2]

Aufstellung der deutschen Artillerie bei der Belagerung von Antwerpen[Bearbeiten]

Während der Belagerung wurden die südlichen bis östlichen Forts des äußeren Ringes der Festung mit Feldartillerie und schwerster Artillerie beschossen und so sturmreif gemacht. Die älteren Werke des inneren Rings (Nr. 1–8) wurden nicht beschossen. Es waren sowohl deutsche als auch österreich-ungarische Artillerieverbände eingesetzt.

Eingesetzte Einheiten der Belagerungsartillerie[Bearbeiten]

Bei der Belagerungsartillerie handelte es sich um speziell für diesen Zweck zusammengezogene Einheiten der Fußartillerie.

Fußartilleriebrigade der 5. Reservedivision (Brigadekommandeur: Generalmajor Schabel)[Bearbeiten]

  • Fußartillerieregiment Oberst Bormkam
½ Landwehr Fußartilleriebataillon 7 mit zwei schweren Feldhaubitzen 13 kurz (15 cm)
½ II. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 3 zwei schweren Feldhaubitzen 02 (15 cm)
½ I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 3 mit zwei Feldkanonen 04 (10 cm)
I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 7 mit vier Mörsern (21 cm)
I. Bataillon Fußartillerieregiment 9 mit zwei Mörsern (21 cm)
II. Bataillon Fußartillerieregiment 9 mit zwei Mörsern (21 cm)
  • Selbstständige Batterien
Schwere Küstenmörserbatterie 1 (Batterie Neumann) mit zwei Küstenmörsern (30,5 cm)
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 (Bataillon Amann) mit vier Belagerungsmörsern (30,5 cm)
Kurze Marinekanonenbatterie 2 (Batterie Becker) mit zwei Kurzen Marinekanonen (Gamma-Gerät 42 cm)
Kurze Marinekanonenbatterie 3 (Batterie Erdmann) mit zwei Kurzen Marinekanonen (Gamma-Gerät 42 cm)
Artilleriepark-Kommando: Oberst Hirsch

Fußartillerieregiment der 6. Reservedivision (Regimentskommandeur: Oberstleutnant Schaubode)[Bearbeiten]

II. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 7 mit zwei Feldkanonen (13 cm)
½ I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 3 mit zwei Feldkanonen 04 (10 cm)
I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 2 mit vier schweren Feldhaubitzen 02 (15 cm)
½ II. Bataillon Fußartillerieregiment 8 mit zwei Geschützen[5]

Fußartilleriebrigade der Marinedivision (Brigadekommandeur: Generalmajor Ziethen)[Bearbeiten]

  • Fußartillerieregiment Oberst Breusing
Landwehr-Fußartilleriebataillon 2 mit vier schweren Feldhaubitzen (15 cm)
½ I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 18 mit zwei Feldkanonen 04 (10 cm)
  • Fußartillerieregiment Oberst Schradin
III. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 7 mit zwei Feldkanonen (13 cm)
I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 9 mit vier Mörsern (21 cm)
  • Selbstständige Batterien
Schwere Küstenmörserbatterie 5 (Batterie Scharf) mit zwei Küstenmörsern (30,5 cm)
Schwere Küstenmörserbatterie 6 (Batterie Buch) mit zwei Küstenmörsern (30,5 cm)
Fußartillerie-Munitionskolonne
Kraftwagen-Kolonne
Artilleriepark-Kommando: Generalmajor von Fichte

Eingesetzte Einheiten der Korpsartillerie des III. Reservekorps[Bearbeiten]

Bei den Einheiten der Korpsartillerie handelte es sich um die Verbände, die als zugeteilte Feldartillerie des III. Reservekorps mit diesem vor Antwerpen verlegt wurden.

6. Reservedivision (Generalleutnant von Schickfus und Neudorff)[Bearbeiten]

Reserve-Feldartillerieregiment 6 (Oberstleutnant von Oertzen) mit sechs Feldkanonen 96 (7,7 cm)

5. Reservedivision (Generalleutnant Voigt)[Bearbeiten]

Reserve-Feldartillerieregiment 5 (Oberstleutnant Schweinitz) mit sechs Feldkanonen 96 (7,7 cm)

Korpsartillerie[Bearbeiten]

I. Bataillon Reserve-Fußartillerieregiment 2 (Major Banke) mit vier Feldhaubitzen 02 (15 cm)

4. Ersatzdivision (Generalleutnant von Werder)[Bearbeiten]

  • 33. gemischte Ersatzbrigade (Generalleutnant Melior)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 60 (Schwerin) mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm und einer Feldkanone 96 (7,7 cm)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 45 (Altona) mit zwei Feldkanonen 96 (7,7 cm)
  • 13. gemischte Ersatzbrigade (Generalmajor von Mechow)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 75 (Halle) mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm und einer Feldkanone 96 (7,7 cm)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 40 (Burg) mit zwei Feldkanonen 96 (7,7 cm)
  • 9. gemischte Ersatzbrigade (Generalmajor Trip)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 39 (Perleberg) mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm und einer Feldkanone 96 (7,7 cm)
Feldartillerie-Ersatzabteilung 18 (Frankfurt/Oder) mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm und einer Feldkanone 96 (7,7 cm)

Marinedivision (Admiral von Schröder)[Bearbeiten]

  • I. Bataillon Landwehr-Artillerieabteilung X. Armeekorps mit zwei Feldkanonen 96 (7,7 cm)
  • 26. Landwehr-Infanteriebrigade (Generalleutnant von Schütz)
2. Ersatzbatterie 59 mit einer Feldkanone 96 (7,7 cm)
  • 37. Landwehr-Infanteriebrigade (Generalleutnant von Meyer)
1. Ersatzbatterie 59 mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm
Feldartillerie-Ersatzabteilung 26 mit einer leichten Feldhaubitze 10,5 cm und einer Feldkanone 96 (7,7 cm)
½ schweres Feldhaubitzbataillon mit einer schweren Feldhaubitze (15 cm)
  • 1 bay. Landwehr-Infanteriebrigade mit einem Feldgeschütz (7,7 cm)
1 Landsturmbatterie mit einem Feldgeschütz (7,7 cm)

Zugewiesene Ziele[Bearbeiten]

Fort Wavre-Ste.Catherine[Bearbeiten]

Beschossen vom 28. September bis 1. Oktober 1914 durch:

Kurze Marinekanonenbatterie 2 mit 171 Schuss Kaliber 42 cm aus einer Entfernung von 10,1 km
Schwere Küstenmörserbatterie 1 mit 327 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 7,5 km

Fort Koningshoykt[Bearbeiten]

Beschossen vom 29. September bis 2. Oktober 1914 durch:

Kurze Marinekanonenbatterie 2 mit 113 Schuss Kaliber 42 cm aus einer Entfernung von 11,7 km
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 mit 411 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 8,8 km

Fort Lierre[Bearbeiten]

Beschossen vom 30. September bis 2. Oktober 1914 durch:

Kurze Marinekanonenbatterie 3 mit 175 Schuss Kaliber 42 cm aus einer Entfernung von 7,8 km
7,5 cm Geschützpanzerkuppel von Fort Kessel mit Volltreffer einer Granate aus einem 30,5 cm Škoda-Belagerungsmörser (HGM)

Fort Kessel[Bearbeiten]

Beschossen am 4. Oktober 1914 durch:

Kurze Marinekanonenbatterie 3 mit 57 Schuss Kaliber 42 cm aus einer Entfernung von 8,4 km
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 mit 66 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 8,0 km

Fort Broechem[Bearbeiten]

  • Beschossen vom 5. bis 6. Oktober 1914 durch:
Kurze Marinekanonenbatterie 3 mit 74 Schuss Kaliber 42 cm aus einer Entfernung von 8,2 km
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 mit 70 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 8,9 km

Fort Breendonck[Bearbeiten]

Beschossen am 1. Oktober und vom 4.bis 8. Oktober 1914 durch:

Schwere Küstenmörserbatterie 1 mit 221 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 7,8 km
Schwere Küstenmörserbatterie 5 mit 225 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 8,0 km
Schwere Küstenmörserbatterie 6 mit 117 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 8,0 km

Fort Waelhem[Bearbeiten]

Beschossen vom 28. September bis 2. Oktober 1914 durch:

Schwere Küstenmörserbatterie 5 mit 422 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 9,1 km
Schwere Küstenmörserbatterie 6 mit 134 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 7,7 km

Fort Duffel[Bearbeiten]

Beschossen vom 30. September bis 1. Oktober 1914 durch:

Schwere Küstenmörserbatterie 5 mit 137 Schuss Kaliber 30,5 cm aus einer Entfernung von 10,3 km

Abgegeben wurden 590 Schüsse vom Kaliber 42 cm und 2130 Schüsse vom Kaliber 30,5 cm. Dazu kommen noch ca. 11.800 Schüsse vom Kaliber 21 cm auf die Zwischenstellungen und Kommunikationen.

Erste Stellungen der Belagerungsartillerie[Bearbeiten]

Schwere Küstenmörserbatterie 1 (1 Geschütz)
Schwere Küstenmörserbatterie 5 (1 Geschütz)
nach Stellungswechsel von nordöstl. Hofstade: Schwere Küstenmörserbatterie 6 (1 Geschütz)
  • südlich von Hombeek
III./ResFußartillerieregiment 7
  • östlich von Hombeek
Landwehr-Fußartilleriebataillon 2
½ I./ResFußArtRgt 18
I./ResFußArtRgt 9
  • südlich von Hofstade
Schwere Küstenmörserbatterie 5 (1 Geschütz)
  • nördlich von Hofstade
Schwere Küstenmörserbatterie 6 (1 Geschütz)
  • Halbwegs zwischen Mechelen und Hever
I./ ResFußArtRgt 9
½ I./ResFußArtRgt 3
  • am Bahnhof Boort Meerbeek
Kurze Marinekanonenbatterie 2
  • nördlich von Hever
Schwere Küstenmörserbatterie 1 (1 Geschütz)
  • an der Straße zwischen Mechelen und Peulis
½ Landwehr Fußartilleriebataillon 7
II. Fußartillerieregiment 9
¼ I./Res Fußartillerieregiment 3
¼ II./Res Fußartillerieregiment 3
I./Res Fußartillerieregiment 7
  • nördlich Peulis
¼ II./Res Fußartillerieregiment 3
  • südöstlich von Putte
I. Res Fußartillerieregiment 2
  • östlich von Beersel
II./ResFußartillerieregiment 7
½ I./Res Fußartillerieregiment 3
  • bei Heykant
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 (2 Geschütze)
Kurze Marinekanonenbatterie 3 (1 Geschütz)
  • östlich von Isschoto
Kurze Marinekanonenbatterie 3 (1 Geschütz)
  • westlich von Doornlaer
k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 (2 Geschütze)
  • bei Vythoek
nach Stellungswechsel von Isschoto: Kurze Marinekanonenbatterie 3 (1 Geschütz)
  • westlich Koningshoyckt
nach Stellungswechsel von Heykant: k.u.k. Festungsartilleriebataillon 8 (2 Geschütze)

Ergebnisse der Beschießung auf die Geschützpanzertürme[Bearbeiten]

Fort Wavre-Ste.Catherine[Bearbeiten]

  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je zwei 15 cm Kanonen (beide zerstört)
  • 4 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone zur Nahverteidigung (drei zerstört, eine intakt)

Fort Koningshoykt[Bearbeiten]

  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je zwei 15 cm Kanonen (beide zerstört)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 12 cm Kanone (beide intakt)
  • 4 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone (eine zerstört, drei intakt)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone zur Nahverteidigung (beide intakt)

Fort Lierre[Bearbeiten]

  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je zwei 15 cm Kanonen (beide zerstört)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 12 cm Kanone (beide intakt)
  • 4 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone zur Nahverteidigung (zwei zerstört, zwei intakt)

Fort Kessel[Bearbeiten]

  • 1 Geschützpanzerkuppeln mit einer 15 cm Kanone (intakt)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 12 cm Kanone (eine zerstört, eine intakt)
  • 4 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone (alle intakt)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone zur Nahverteidigung (alle intakt)

Fort Broechem[Bearbeiten]

  • 1 Geschützpanzerkuppeln mit einer 15 cm Kanone (intakt)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 12 cm Kanone (beide intakt)
  • 4 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone (alle intakt)
  • 2 Geschützpanzerkuppeln mit je einer 7,5 cm Kanone zur Nahverteidigung (eine zerstört, eine intakt)

Insgesamt verfügten die bekämpften Forts über 46 Geschützpanzertürme mit 65 Geschützen.

Eingesetzte Geschütze[Bearbeiten]

Museale Rezeption[Bearbeiten]

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ist eine Panzerkuppel der Festung Antwerpen (Fort Kessel) ausgestellt, die einen Volltreffer eines 30,5-cm-Belagerungsmörsers der k.u.k.-Artillerie aufweist.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Belagerung von Antwerpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Hirschfeld / Gerd Krumeich/ Irina Renz (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Verlag Schöningh, Paderborn 2003. ISBN 3-506-73913-1
  • Erich von Tschischwitz: Antwerpen 1914 (2. Aufl.), Verlag Oldenburg, Stalling 1925 (= Schlachten des Weltkrieges in Einzeldarstellungen, Bd.3).
  • Spencer Tucker (Hrsg.): Encyclopedia of World War I, ABC-Clio Inc, Santa Barbara 2005. ISBN 1-851-09420-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Laurence van Ypersele: Antwerpen, in: Hirschfeld, Gerhard/Krumeich, Gerd/Renz, Irina (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2003, S. 336 f.
  2. a b Hermann Cron: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914–1918, Berlin 1937, S.84
  3. a b William P. McEvoy: Antwerp, Siege of, in: Spencer Tucker (Hrsg.): Encyclopedia of World War I, Santa Barbara 2005, S.111
  4. Reichsarchiv „Antwerpen“ S. 93
  5. Typ nicht bekannt