Benjamin Becker

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Benjamin Becker Tennisspieler
Benjamin Becker
Becker 2013 in Wimbledon
Spitzname: Benni
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 16. Juni 1981
Größe: 178 cm
Gewicht: 72 kg
1. Profisaison: 2005
Spielhand: Rechts
Trainer: Jan Stoces
Preisgeld: 2.998.027 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 112:166
Karrieretitel: 1
Höchste Platzierung: 38 (5. März 2007)
Aktuelle Platzierung: 83
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 49:82
Höchste Platzierung: 58 (5. Juli 2010)
Aktuelle Platzierung: 360
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 16. Juni 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Benjamin Becker (* 16. Juni 1981 in Merzig) ist ein deutscher Tennisspieler.

Tenniskarriere[Bearbeiten]

Im Alter von neun Jahren begann Becker mit Tennisspielen. Während seiner Zeit auf der Baylor Universität im texanischen Waco wurde er amerikanischer Collegemeister des Jahres 2004 sowohl mit der Mannschaft der Universität als auch im Einzel. Im November 2005 entschied sich Becker entgegen früheren Planungen für eine Karriere als Tennisprofi. Mit Teilnahmen an zweit- und drittklassigen Turnieren kämpfte er sich in der Weltrangliste nach oben.

Durchbruch 2006[Bearbeiten]

Im Juni 2006 gelang es ihm erstmals, sich für ein Grand-Slam-Turnier zu qualifizieren. In der ersten Runde der Wimbledon Championships besiegte er den Argentinier Juan Ignacio Chela. In der zweiten Runde kam gegen den Spanier Fernando Verdasco das Aus in seinem ersten Fünfsatzmatch auf der Tour.

Als Nummer 112 der Weltrangliste qualifizierte er sich für die US Open in New York. Nachdem er in der ersten Runde den Italiener Filippo Volandri und anschließend den gesetzten Franzosen Sébastien Grosjean hatte schlagen können, traf er in Runde 3 auf den amerikanischen Routinier Andre Agassi. In einem dramatischen Match war es am Ende Becker, der in vier Sätzen mit 7:5, 6:7, 6:4 und 7:5 die Oberhand behielt und damit Agassis lange Karriere beendete (dieser hatte zuvor angekündigt, dass die US Open sein letztes Turnier sein würden). Im Achtelfinale schied Becker dann mit 3:6, 4:6 und 3:6 gegen Andy Roddick aus. In der am 11. September 2006 erschienenen Weltrangliste war er mit Platz 76 erstmals unter den Top 100.

Beim ATP-Turnier in Tokio konnte ihn im Halbfinale die Nummer 1, der Schweizer Roger Federer, mit 3:6 und 4:6 stoppen. Sein Viertelfinalspiel gegen den Tschechen Jirí Novák am Tag zuvor hatte erst um 3:24 Uhr morgens (Ortszeit) geendet – das zweitspäteste Ende in der ATP-Geschichte.

2007[Bearbeiten]

Auch bei den ATP-Turnieren im amerikanischen Delray Beach (3:6, 6:7 gegen James Blake) und in San José (6:7, 5:7 gegen Ivo Karlović) konnte Becker das Halbfinale erreichen und so bis auf Weltranglisten-Rang 38 klettern. Zuvor hatte er bei den Australian Open nur knapp eine Überraschung verpasst. Er unterlag dort in der ersten Runde in fünf umkämpften Sätzen Marat Safin mit 7:5, 6:7, 6:3, 3:6 und 4:6.

Im weiteren Verlauf der Saison verlor Becker häufig schon in Runde eins oder zwei. Nur beim Rasenturnier in ’s-Hertogenbosch erreichte er das Viertelfinale, unterlag dort aber dem Franzosen Anthony Dupuis (damals Nummer 345 der Weltrangliste) mit 6:7, 3:6. Im September erreichte er in Bangkok sein erstes ATP-Finale, in dem er Dmitri Tursunow mit 1:6, 2:6 unterlag.

Durststrecke und erster Turniersieg (2008–2009)[Bearbeiten]

Nach einem enttäuschend verlaufenden Jahr 2008, in dem er neben vielen frühen Niederlagen, teilweise sogar in der ersten Runde der Qualifikation, auch drei Viertelfinalteilnahmen in Adelaide (6:7, 4:6 gegen Michaël Llodra), Memphis (1:6, 0:6 gegen Steve Darcis) und Basel (6:7, 4:6 gegen David Nalbandian) verbuchte, beendete er die Saison auf Platz 129 der Weltrangliste. Erst im Mai 2009 schaffte Becker durch Siege bei den Challenger-Turnieren von Heilbronn, Baton Rouge, Rhodos und Cremona, sowie die Finalteilnahme in Ramat haScharon den Sprung zurück unter die Top 100. Im Juni erreichte Becker bei den Gerry Weber Open 2009 in Halle nach Siegen über Victor Hănescu und Rainer Schüttler als einer von fünf Deutschen die Runde der letzten Acht, wo er gegen den Qualifikanten Olivier Rochus mit 7:6, 3:6 und 3:6 unterlag. Eine Woche später gewann Becker im niederländischen 's-Hertogenbosch, einem weiteren Vorbereitungsturnier für Wimbledon durch ein 7:5, 6:3 gegen Raemon Sluiter seinen ersten Titel auf der ATP World Tour. Beim folgenden Grand-Slam-Turnier schied er dann allerdings in der zweiten Runde gegen Jürgen Melzer mit 6:7, 3:6 und 6:7 aus. Beim ATP World Tour Masters 1000 Turnier von Cincinnati erreichte Becker Runde 2, wo er Lleyton Hewitt unterlag. Bei den US Open 2009 schied er in Runde 1 gegen Fernando Verdasco aus. Er blieb in den folgenden fünf Turnieren ohne Sieg. Erst beim Turnier in Lyon konnte Becker wieder einen Auftaktsieg verbuchen, schied aber schon in Runde zwei aus. Das letzte Turnier des Jahres spielte Becker in Paris-Bercy, wo er zunächst Michaël Llodra besiegte, ehe er gegen Nikolai Dawydenko chancenlos war.

Das Jahr 2010[Bearbeiten]

Das Jahr begann mit einer erfolgreichen Qualifikation in Doha, wo Becker in der zweiten Runde des Hauptfeldes an Ivo Karlović scheiterte. Beim Medibank International von Sydney schied er eine Woche später erneut in Runde 2 aus. Bei den Australian Open verlor er wieder sein Zweitrundenmatch, diesmal gegen Nicolás Almagro in fünf Sätzen. Auch bei den anschließenden Turnieren in Zagreb und San José schied Becker in Runde 2 aus. In Delray Beach erreichte er zum ersten Mal in der Saison ein Viertelfinale, wo er im dritten Satz mit 6:7 an Jarkko Nieminen scheiterte. Beim ATP World Tour Masters 1000 von Miami erreichte Becker die vierte Runde nach Siegen über Simon Greul, Ivan Ljubičić und Tommy Robredo, er verlor gegen Andy Roddick (6:7, 4:6). Höhepunkt der Sandplatzsaison waren die Zweitrundenteilnahmen in Monte-Carlo und Madrid, er scheiterte an Juan Carlos Ferrero bzw. an Roger Federer. Die French Open in Paris waren für ihn mit einer Erstrundenniederlage gegen Denis Istomin zu Ende. Becker startete mit zwei aufeinanderfolgenden Halbfinalteilnahmen in Halle/Westfalen und s´Hertogenbosch erfolgreich in die Rasensaison. In Halle verlor er in drei Sätzen gegen Lleyton Hewitt (7:6, 6:7, 2:6). In Wimbledon war in Runde 2 gegen den späteren Finalisten Tomáš Berdych Endstation. Beim Turnier von Los Angeles erreichte er die zweite Runde, wo er gegen James Blake ausschied. Bei den US Open schlug Becker im Auftaktmatch Daniel Brands, verlor jedoch in Runde 2 gegen David Ferrer. Bei den Open de Moselle in Metz scheiterte er gleich in Runde 1 am Finnen Jarkko Nieminen. Bei dem folgenden Turnier spielte sich Becker mit Siegen über Mischa Zverev, den an Nummer zwei gesetzten Fernando Verdasco und Daniel Brands bis ins Halbfinale vor. Dort unterlag er erneut Nieminen mit 3:6 und 2:6. Er überstand die Qualifikation für das ATP-Turnier von Shanghai, verlor jedoch in Runde 1 gegen den Franzosen Gaël Monfils mit 1:6, 5:7. In Stockholm erreichte er die zweite Runde mit einem Sieg über einen Qualifikanten, scheiterte dann jedoch in zwei Sätzen an Robin Söderling. In Sankt Petersburg erreichte Becker das Viertelfinale. Bei den BNP Paribas Open in Paris-Bercy überstand er die Qualifikation. Im Hauptfeld besiegte er Denis Istomin, bevor er in Runde 2 an Gael Monfils scheiterte. Becker beendete die Saison mit einer Matchbilanz von 29:31 und einem Preisgeld von 553.431 US-Dollar.

Davis Cup und Bundesliga[Bearbeiten]

Becker wurde Anfang 2007 von Patrik Kühnen zum ersten Mal für das deutsche Daviscup-Team nominiert. In der ersten Runde, die Deutschland gegen Kroatien gewann, blieb Becker allerdings ohne Sieg. Im März 2010 wurde Becker für das Erstrundenspiel gegen Frankreich erneut ins Team berufen, er unterlag Jo-Wilfried Tsonga in vier Sätzen. Im unbedeutenden letzten Einzel unterlag er auch Julien Benneteau in zwei Sätzen. Das deutsche Team verlor am Ende mit 1:4.

Benjamin Becker spielt zudem in Mannheim beim TK Grün-Weiß Mannheim in der Tennis-Bundesliga, wo er im Jahr 2007 eine Einzelbilanz von 2:1 und eine Doppelbilanz von 3:0 vorzuweisen hatte und mit Grün-Weiß Deutscher Mannschaftsmeister wurde.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende
Grand Slam
Tennis Masters Cup /
ATP World Tour Finals
ATP Masters Series /
ATP World Tour Masters 1000
ATP International Series Gold /
ATP World Tour 500 Series
ATP International Series /
ATP World Tour 250 Series (1)
ATP Challenger Tour (9)

Einzel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 20. Juni 2009 NiederlandeNiederlande 's-Hertogenbosch Rasen NiederlandeNiederlande Raemon Sluiter 7:5, 6:3
ATP Challenger Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 13. März 2006 EcuadorEcuador Salinas Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jesse Witten 4:6, 6:3, 6:2
2. 26. Januar 2009 DeutschlandDeutschland Heilbronn Hartplatz (i) SlowakeiSlowakei Karol Beck 6:4, 6:4
3. 6. April 2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Baton Rouge Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rajeev Ram 6:2, 3:6, 6:4
4. 27. April 2009 GriechenlandGriechenland Rhodos Hartplatz DeutschlandDeutschland Simon Stadler 7:5, 6:3
5. 18. Mai 2009 ItalienItalien Cremona Hartplatz SudafrikaSüdafrika Izak van der Merwe 7:63, 6:1
6. 10. Juni 2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nottingham Rasen RusslandRussland Dmitri Tursunow 4:6, 6:1, 6:4
7. 11. November 2012 ItalienItalien St. Ulrich in Gröden Teppich (i) ItalienItalien Andreas Seppi 6:1, 6:4
8. 14. Juli 2013 TurkeiTürkei Istanbul Hartplatz IsraelIsrael Dudi Sela 6:1, 2:6, 3:2 ret.
9. 3. November 2013 DeutschlandDeutschland Eckental Teppich (i) BelgienBelgien Ruben Bemelmans 2:6, 7:63, 6:4

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 30. September 2007 ThailandThailand Bangkok Hartplatz RusslandRussland Dmitri Tursunow 2:6, 1:6
2. 21. Juni 2014 NiederlandeNiederlande ’s-Hertogenbosch Rasen SpanienSpanien Roberto Bautista Agut 6:2, 6:72, 4:6

Sonstiges[Bearbeiten]

Es besteht keine familiäre Verbindung zum ehemaligen deutschen Tennisspieler Boris Becker. Benjamin Beckers Großvater war der saarländische Landtagsabgeordnete Alfred Becker, der im Jahr 1995 verstarb. Sein Cousin ist der Radiomoderator Tom Becker.

Weblinks[Bearbeiten]