Milos Raonic

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Milos Raonic Tennisspieler
Milos Raonic
Nationalität: KanadaKanada Kanada
Geburtstag: 27. Dezember 1990
Größe: 196 cm
Gewicht: 90 kg
1. Profisaison: 2008
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Galo Blanco
Preisgeld: 2.324.218 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 93:50
Karrieretitel: 4
Höchste Platzierung: 13 (5. November 2012)
Aktuelle Platzierung: 15
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 12:14
Höchste Platzierung: 151 (18. März 2013)
Aktuelle Platzierung: 188
Letzte Aktualisierung der Infobox: 18. April 2013
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Milos Raonic (* 27. Dezember 1990 in Titograd, Jugoslawien) ist ein kanadischer Tennisspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere [Bearbeiten]

Werdegang und erste Erfolge als Junior [Bearbeiten]

Milos Raonic zog 1994 zusammen mit seinen Eltern von Montenegro nach Kanada. Mit acht Jahren begann er Tennis zu spielen und trainierte dabei anfangs aus Kostengründen meist frühmorgens oder spätabends mit einer Ballmaschine. Im Alter von zwölf Jahren nahm Raonic erstmals an einem internationalen Juniorenturnier in Kanada teil. In den Jahren 2006 und 2007 konnte er mehrere Turniere gewinnen und erreichte im Oktober 2008 mit Rang 35 seine höchste Platzierung in der Junioren-Weltrangliste.

2007–2009: Future-Turniere und erstes ATP-Turnier [Bearbeiten]

Ab 2007 nahm Milos Raonic an Future-Turnieren der ITF teil und wird seitdem in der Tennis-Weltrangliste geführt. Im März 2008 stand er erstmals in einem Finale, und im März 2009 konnte er seinen ersten Titel gewinnen. Im weiteren Jahresverlauf erreichte er noch zwei weitere Finale, von denen er eines gewinnen konnte. Zudem konnte er sich im August 2009 beim Masters-Turnier in Montreal durch Siege über den Top-100-Spieler Teimuras Gabaschwili sowie Michaël Llodra erstmals für ein ATP-Turnier qualifizieren. In der ersten Hauptrunde hatte er gegen den Top-10-Spieler Fernando González im Tie-Break des zweiten Satzes einen Matchball, verlor das Match jedoch noch in drei Sätzen.[1] Durch die Erfolge dieses Jahres konnte Milos Raonic bis in die Top 400 der Weltrangliste vorstoßen.

2010: Etablierung auf der Challenger-Tour und erste ATP-Siege [Bearbeiten]

Im März 2010 trat Milos Raonic gegen Kolumbien erstmals für Kanada im Davis Cup an. Raonic verlor dabei seine beiden Einzelpartien, konnte jedoch an der Seite Daniel Nestors das Doppelmatch gewinnen. In den folgenden Wochen erreichte Raonic drei Future-Finale und gewann dabei zwei Titel. Im Juli 2010 stand er in Granby zum ersten Mal in einem Challenger-Finale, wo er dem an Position 1 gesetzten Tobias Kamke in zwei Sätzen unterlag. Zwei Wochen später bekam Milos Raonic beim Canada Masters, das in diesem Jahr in Toronto ausgetragen wurde, eine Wildcard, scheiterte jedoch in der ersten Runde in zwei Sätzen an Victor Hănescu. Allerdings konnte er an der Seite seines Landsmannes Vasek Pospisil im Doppel auf sich aufmerksam machen, indem sie das Team aus Rafael Nadal und Novak Đoković, die zu diesem Zeitpunkt die Plätze 1 und 2 der Einzel-Weltrangliste belegten, in drei Sätzen bezwingen konnten. Anschließend nahm Raonic an der Qualifikation zu den US Open teil und konnte sich dort auf Anhieb für sein erstes Grand-Slam-Turnier qualifizieren. In der ersten Hauptrunde scheiterte er aber in vier Sätzen an Carsten Ball. Im Oktober 2010 konnte Raonic in Kuala Lumpur als Qualifikant gegen Igor Kunizyn seinen ersten Sieg bei einem ATP-Turnier feiern. Es folgte ein Sieg über den Top-40-Spieler Serhij Stachowskyj, bevor er im Viertelfinale Igor Andrejew in drei Sätzen unterlag. In der folgenden Woche gelang ihm in Tokio erneut die Qualifikation für ein ATP-Turnier, und wieder konnte er in der ersten Hauptrunde mit Florent Serra einen Top-100-Spieler besiegen, bevor er in der zweiten Runde am Weltranglistenersten Rafael Nadal in zwei knappen Sätzen scheiterte. Durch diese Erfolge konnte Raonic in der Weltrangliste bis auf Platz 155 steigen.

2011: Durchbruch bei den Australian Open, erster ATP-Titel und Verletzungssorgen [Bearbeiten]

Das Jahr 2011 begann für Milos Raonic mit einer erfolgreichen Qualifikation bei den Australian Open. In der ersten Hauptrunde konnte er gegen Björn Phau in drei Sätzen sein erstes Grand-Slam-Match gewinnen. Auch in der zweiten und dritten Runde war er siegreich und konnte dabei mit dem an Position 22 gesetzten Michaël Llodra sowie dem Top-10-Spieler Michail Juschny zwei gesetzte Spieler ausschalten. Im Achtelfinale gegen den an Position 7 gesetzten späteren Halbfinalisten David Ferrer endete schließlich Raonics Siegesserie. Dennoch zog er dadurch erstmals in die Top 100 der Weltrangliste ein. Nach einer Zweitrundenniederlage beim ATP-Turnier in Johannesburg konnte Raonic beim ATP-Turnier in San José mit Xavier Malisse einen weiteren Top-50-Spieler bezwingen und setzte sich danach auch gegen den ehemaligen Weltranglistenvierten James Blake sowie Ričardas Berankis durch. Da sein nächster Gegner Gaël Monfils wegen einer Handgelenkverletzung nicht antreten konnte, gelangte Raonic spielfrei ins Finale. Dort besiegte er in einem knappen Zweisatzmatch ohne ein einziges Break den an Position 1 gesetzten Titelverteidiger Fernando Verdasco und gewann somit seinen ersten ATP-Titel. Nur drei Tage nach seinem Triumph traf Milos Raonic in der ersten Runde des ATP-Turniers von Memphis, wo er eine Wildcard bekam, erneut auf Verdasco, und wieder behielt Raonic in einem knappen Dreisatzmatch die Oberhand. Nach weiteren Dreisatzsiegen über Radek Štěpánek, Robert Kendrick sowie den an Position 4 gesetzten Mardy Fish erreichte Raonic erneut das Finale, wo er auf den an Position 1 gesetzten Andy Roddick traf. Wieder ging das Match über die volle Distanz von drei Sätzen, und obwohl Raonic schon zum zweiten Mal im Turnierverlauf über 30 Asse schlug, verlor er am Ende knapp gegen den Favoriten. Durch die jüngsten Erfolge hatte er sich innerhalb nur eines Monats in der Weltrangliste um über 100 Plätze bis auf Rang 37 verbessert. Bei der Davis-Cup-Partie in Mexiko, welche Anfang März 2011 auf Sandplatz ausgetragen wurde, trug Milos Raonic mit zwei Einzelsiegen sowie einem Doppelsieg (mit Vasek Pospisil) einen erheblichen Anteil zum 4:1-Sieg Kanadas bei. Zwei Wochen später zog er in Indian Wells durch einen erneuten Sieg über Mardy Fish erstmals in die dritte Runde eines Masters-Turniers ein, unterlag dort jedoch in einem knappen Dreisatzmatch dem 18-jährigen Ryan Harrison. Im April 2011 konnte Raonic beim Masters von Monte Carlo erstmals die dritte Runde eines Sandplatzturniers erreichen, wo er jedoch wie schon bei den Australian Open chancenlos gegen den späteren Finalisten David Ferrer war. Auch beim folgenden Sandplatzturnier in Barcelona erreichte Raonic die dritte Runde. In Estoril stand Milos Raonic dann nach einem Dreisatzsieg über Gilles Simon erstmals im Halbfinale eines Sandplatzturniers. Dort traf er zum dritten Mal in dieser Saison auf Fernando Verdasco, musste das Match jedoch nach verlorenem erstem Satz wegen Rückenproblemen aufgeben. Anschließend begann er seine Vorbereitung auf Wimbledon beim Rasenturnier in Halle, wo er im Viertelfinale dem späteren Finalisten Philipp Petzschner unterlag. In Wimbledon selbst zog er sich bei einem Sturz in seiner Zweitrundenpartie gegen Gilles Müller eine Hüftverletzung zu, die eine Operation notwendig machte. Wegen der daraus resultierenden Aufbauphase musste er danach mehrere Monate pausieren und verpasste dabei unter anderem den Rogers Cup in seiner Heimat Kanada sowie die US Open. Sein Comeback feierte er schließlich bei der Davis-Cup-Partie gegen Israel Mitte September 2011. Trotz seiner Niederlage gegen Amir Weintraub schaffte Kanada aufgrund eines 3:2-Sieges erstmals seit acht Jahren wieder den Aufstieg in die Weltgruppe. In den letzten Wochen der Saison 2011 spielte Raonic noch fünf weitere ATP-Turniere. Sein bestes Ergebnis erreichte er dabei im Oktober 2011 in Stockholm, wo er im Halbfinale in drei Sätzen am späteren Turniersieger Gaël Monfils scheiterte. Er beendete seine bislang beste Saison schließlich trotz fast dreimonatiger Verletzungspause auf Rang 31 der Weltrangliste.

2012: Weitere ATP-Titel [Bearbeiten]

Das Jahr 2012 begann für Milos Raonic in Chennai, wo er ohne Satzverlust ins Finale einziehen konnte. Dort traf er auf den topgesetzten Janko Tipsarević, gegen den er sich in einem Match ohne ein einziges Break knapp durchsetzen und somit den Titel gewinnen konnte. Dabei gab Raonic im gesamten Turnierverlauf kein einziges Mal seinen Aufschlag ab; dies war zuletzt Roger Federer bei seinem Titelgewinn 2008 in Halle geglückt.[2] Bei den Australian Open hätte es im Achtelfinale zu einem Aufeinandertreffen von Raonic mit dem Weltranglistenersten Novak Đoković kommen können, er schied jedoch bereits in der dritten Runde gegen Lokalmatador Lleyton Hewitt aus. Anfang Februar 2012 gewann Milos Raonic bei der Davis-Cup-Begegnung gegen Frankreich sein erstes Einzel gegen Julien Benneteau, musste sein zweites Einzel gegen Jo-Wilfried Tsonga jedoch verletzungsbedingt absagen und konnte somit die 1:4-Niederlage Kanadas nicht verhindern. Trotz dieser Verletzung reiste er sofort weiter nach San José, um dort seinen letztjährigen Titel zu verteidigen. Raonic gewann alle vier Matches ohne Satzverlust und konnte somit durch einen Finalsieg über Denis Istomin seinen zweiten Titel der Saison 2012 gewinnen. Nur eine Woche später erreichte er auch in Memphis wie schon im Vorjahr das Finale, ging dort jedoch nach zwei knappen Sätzen gegen Jürgen Melzer erneut als Verlierer vom Platz. Beim ersten Masters-Turnier der Saison in Indian Wells traf Raonic in der dritten Runde auf den Weltranglistendritten Roger Federer. Er gewann zwar den ersten Satz, verlor aber letztendlich in drei Sätzen gegen den späteren Turniersieger. Im April 2012 besiegte Raonic in Barcelona mit Andy Murray erstmals einen Spieler aus den Top 4, bevor er im Halbfinale knapp in zwei Sätzen gegen David Ferrer verlor. In Madrid kam es danach zu einem erneuten Aufeinandertreffen mit Roger Federer, und erneut musste sich Raonic dem späteren Turniersieger knapp in drei Sätzen geschlagen geben.

Besonderheiten [Bearbeiten]

Mit seinem Triumph in San José im Februar 2011 wurde Milos Raonic der erste Kanadier seit Greg Rusedski, der ein ATP-Turnier gewinnen konnte. Rusedski, der später für Großbritannien antrat, hatte im April 1995 in Seoul seinen letzten Titel unter kanadischer Flagge geholt. Gleichzeitig wurde Raonic auch der jüngste Spieler seit Marin Čilić, der einen ATP-Titel gewann. Zum Zeitpunkt seines Sieges war Raonic 20 Jahre und 1 Monat alt, während Čilić bei seinem Triumph in New Haven im August 2008 19 Jahre und 10 Monate alt gewesen war.[3] Nach seiner Finalteilnahme in Memphis eine Woche später wurde Milos Raonic zudem mit Rang 37 der bestplatzierte Kanadier aller Zeiten in der Tennis-Weltrangliste.[4] Die alte Bestmarke von Rang 47 war im Mai 1995 ebenfalls von Greg Rusedski gesetzt worden (dieser stieg jedoch später als Brite noch bis auf Platz 4).[5]

2012 war er mit insgesamt 1002 Assen in 65 Spielen der zweitaufschlagstärkste Spieler der Saison, nur John Isner schlug mit 1005 Assen mehr.[6]

Erfolge [Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500
ATP World Tour 250 (4)
ATP Challenger Tour (1)

Einzel [Bearbeiten]

Siege [Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 13. Februar 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San José (1) Hartplatz (i) SpanienSpanien Fernando Verdasco 7:66, 7:65
2. 8. Januar 2012 IndienIndien Chennai Hartplatz SerbienSerbien Janko Tipsarević 6:74, 7:64, 7:64
3. 19. Februar 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San José (2) Hartplatz (i) UsbekistanUsbekistan Denis Istomin 7:63, 6:2
4. 17. Februar 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San José (3) Hartplatz (i) DeutschlandDeutschland Tommy Haas 6:4, 6:3

Finalteilnahmen [Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 20. Februar 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis (1) Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Roddick 6:77, 7:611, 5:7
2. 26. Februar 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis (2) Hartplatz (i) OsterreichÖsterreich Jürgen Melzer 5:7, 6:74
3. 7. Oktober 2012 JapanJapan Tokio Hartplatz JapanJapan Kei Nishikori 6:75, 6:3, 0:6

Doppel [Bearbeiten]

Siege [Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 9. November 2008 KanadaKanada Rimouski Hartplatz (i) KanadaKanada Vasek Pospisil DanemarkDänemark Kristian Pless
SchwedenSchweden Michael Ryderstedt
5:7, 6:4, [10:6]

Finalteilnahmen [Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 12. Juni 2011 DeutschlandDeutschland Halle Rasen NiederlandeNiederlande Robin Haase PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi
IndienIndien Rohan Bopanna
6:78, 6:3, [9:11]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv) [1] [2] Vorlage:Toter Link/www.itftennis.com ITF Pro Circuits meets... Milos Raonic
  2. Raonic tops Tipsarevic in thriller for Chennai title
  3. San José: Premiere für Kanadier Raonic
  4. The Missile Finds Its Mark
  5. Greg Rusedski ATP Rankings History
  6. http://de.eurosport.yahoo.com/news/tennis-federer-djokovic-asse-ohne-chance-154141631.html

Weblinks [Bearbeiten]