Andre Agassi

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Andre Agassi Tennisspieler
Andre Agassi
Nationalität: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag: 29. April 1970
Größe: 180 cm
Gewicht: 80 kg
1. Profisaison: 1986
Rücktritt: 2006
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 31.152.975 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 870:274
Karrieretitel: 60
Höchste Platzierung: 1 (10. April 1995)
Wochen als Nr. 1: 101
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 40:42
Karrieretitel: 1
Höchste Platzierung: 123 (17. August 1992)
Grand-Slam-Bilanz
Olympische Spiele
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Andre Kirk Agassi (* 29. April 1970 in Las Vegas, Nevada) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler und Olympiasieger.

In seiner 21 Jahre dauernden Karriere gewann Andre Agassi 60 Einzelturniere, darunter insgesamt acht Grand-Slam-Turniere. Als einer von sieben Spielern in der Tennisgeschichte konnte Agassi dabei alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewinnen. Zudem errang er 1996 die olympische Goldmedaille im Einzel und führte die USA zu drei Davis-Cup-Siegen. Aufgrund dieser Erfolge gilt Agassi als einer der dominanten Spieler der 90er und frühen 2000er Jahre, vereinzelt auch als einer der besten Tennisspieler aller Zeiten.

Tenniskarriere[Bearbeiten]

Jugendzeit (1970–1986)[Bearbeiten]

Agassi wurde bereits in jungen Jahren von seinem Vater auf eine Tenniskarriere vorbereitet. Der Vater sorgte z.B. dafür, dass Agassi schon früh mit Tennislegenden wie Jimmy Connors und Roscoe Tanner trainieren konnte. Mit 13 Jahren wurde Agassi dann in die Tennisakademie von Nick Bollettieri in Florida aufgenommen. Dort erwarb er sich bereits den Ruf eines Rebellen, durch den er in seinen ersten Profijahren weltbekannt wurde - unter anderem wegen seiner langen, wilden Haare und seiner Vorliebe für bunte und schrille Spielbekleidungen. Bereits 1986 im Alter von 15 Jahren verließ Agassi die Akademie, um der Profitour beizutreten.

Rebellenimage und erste Erfolge (1986–1991)[Bearbeiten]

Sein erstes Match auf der Profitour gewann Agassi im Februar 1986 gegen den Amerikaner John Austin. Im weiteren Saisonverlauf konnte er unter anderem bei dem Turnier in Stratton Mountain das Viertelfinale erreichen. Er beendete seine erste Saison als Profi auf Platz 91 der Weltrangliste. Zum Abschluss der Saison 1987 holte Agassi seinen ersten Profititel in Itaparica in Brasilien. Schon zuvor hatte der Amerikaner einige Viertelfinal- und Halbfinal- sowie eine Endspielteilnahme vorweisen können. So beendete er die Saison auf Platz 25 der Weltrangliste.

In der Saison 1988 gelangen Agassi erstmals nennenswerte Erfolge bei wichtigen Turnieren. So erreichte er bei den French Open und US Open jeweils das Halbfinale und schaffte damit den endgültigen Sprung unter die besten Spieler der Welt. Er beendete das Jahr mit insgesamt sechs Turniersiegen auf Platz 3 der Weltrangliste und sorgte mit seinem Rebellenimage weiter für Aufsehen. In der Folge verzichtete er ab der Saison 1988 für drei Jahre auf die Teilnahme am prestigeträchtigen Turnier in Wimbledon. Nach außen kritisierte er die starre Kleiderordnung des traditionsbewussten Turnieres. Es gab aber auch berechtigte Zweifel, ob Agassis Spielweise für den schnellen Rasen der British Open überhaupt geeignet wäre.

In der Saison 1989 wurde Agassis Aufstieg an die Spitze des Welttennis' erstmals gebremst. Der Amerikaner gewann erst im Oktober des Jahres seinen ersten Saisontitel und scheiterte bei den French Open bereits in der dritten Runde. Bei den US Open spielte sich Agassi dagegen erneut ins Halbfinale vor, wo er erneut Ivan Lendl unterlag. In der Weltrangliste rutschte Agassi auf Platz 7 ab. Die Saison 1990 brachte ihn aber wieder weiter nach vorne: So konnte er bei den French Open in Paris erstmals das Finale eines Grand-Slam-Turniers erreichen. Im Endspiel musste er sich allerdings Andrés Gómez geschlagen geben. Auch bei den US Open erreichte Agassi das Endspiel, dieses Mal unterlag er seinem jungen Landsmann Pete Sampras. Diese Niederlage bildete den Auftakt für die jahrelange, medienwirksame Rivalität, die sich Agassi und Sampras auf und neben den Tennisplätzen noch bieten würden. Zum Saisonende gelangen Agassi noch zwei große Erfolge mit dem Gewinn des Davis Cups mit der amerikanischen Mannschaft und dem Sieg bei der abschließenden Weltmeisterschaft im Finale gegen Stefan Edberg. Damit beendete Agassi die Saison 1990 mit insgesamt vier Titeln auf Platz 4 der Weltrangliste.

In der Saison 1991 musste Agassi seine dritte Niederlage in einem Grand-Slam-Finale hinnehmen, in seinem zweiten French-Open-Finale musste er sich Jim Courier beugen. In der Folge entschied sich Agassi, erstmals seit drei Jahren wieder beim Turnier in Wimbledon anzutreten: In traditioneller weißer Spielbekleidung spielte sich Agassi bis in das Viertelfinale des Turniers. Die zweite Saisonhälfte verlief weniger erfolgreich mit einer Niederlage im Davis-Cup-Finale und dem Scheitern im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Zwei Saisonsiege reichten gerade noch für das Verbleiben in der Top-Ten der Weltrangliste.

Durchbruch und Etablierung in der Weltspitze (1992–1996)[Bearbeiten]

Rekord-Weltranglistenerste im Herreneinzel
Rang Tennisspieler Wochen
1. SchweizSchweiz Roger Federer 302
2. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Sampras 286
3. TschechoslowakeiTschechoslowakei Ivan Lendl 270
4. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jimmy Connors 268
5. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John McEnroe 170
6. SpanienSpanien Rafael Nadal 141
7. SchwedenSchweden Björn Borg 109
8. SerbienSerbien Novak Đoković 105
9. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andre Agassi 101
Stand: 28. Juli 2014

Die Saison 1992 sollte den endgültigen Durchbruch für den mittlerweile 21-jährigen Agassi bringen. Nach mäßigem ersten Saisondrittel scheiterte er zunächst bei den French Open im Halbfinale an Courier. In Wimbledon spielte sich Agassi dagegen mit Siegen gegen ehemalige Titelträger wie Boris Becker und John McEnroe ins Finale, in dem er den Kroaten Goran Ivanišević in fünf Sätzen bezwang - der erste Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Bei den US Open unterlag Agassi im Viertelfinale wieder einmal seinem Landsmann Courier. Im Dezember gelang ihm dann der zweite Daviscup-Sieg mit der amerikanischen Mannschaft. In der Weltrangliste konnte sich Agassi zum Saisonende durch seine drei Titel um einen Platz auf Position 9 verbessern.

Statt der erwarteten weiteren Steigerung brachte die Saison 1993 vor allem Verletzungssorgen und relativ früh Niederlagen bei den wichtigen Turnieren. So konnte Agassi in diesem Jahr nicht an den French Open teilnehmen und scheiterte in Wimbledon schon im Viertelfinale an Pete Sampras. Bei den US Open verlor er bereits in der ersten Runde und im Winter musste er sich einer Handgelenksoperation unterziehen. Mit zwei Saisontiteln im Frühjahr konnte der US-Amerikaner die Saison noch unter den besten dreißig Spielern (Platz 24 der Weltrangliste) beenden.

Nach einem guten Saisonstart 1994 in Scottsdale mit seinem ersten Turniersieg seit einem Jahr und einer Finalteilnahme in Miami musste sich Agassi sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon in der ersten Turnierwoche geschlagen geben. In der Hardcourt-Sommersaison gelang ihm allerdings ein Comeback mit dem zweiten Saisontitel in Toronto. Bei den US Open musste er dennoch als ungesetzter Spieler antreten und konnte im Finale den Deutschen Michael Stich bezwingen. Bei seinem zweiten Grand-Slam-Titel war Agassi so der erste Spieler, der die US Open als ungesetzter Teilnehmer gewinnen konnte. Seine Saisontitel vier und fünf brachten Agassi zum Saisonende auf Platz 2 der Weltrangliste, für ihn die bisher höchste Position.

Die Saison 1995 sollte Agassi noch weiter nach vorne bringen. Für Aufsehen sorgte erst einmal seine Entscheidung, sich die langen Haare, sein bisheriges Markenzeichen, abzurasieren. Im Jahr 2009 gab Agassi allerdings preis, dass es sich zu diesem Zeitpunkt längst nurmehr um ein Haarteil handelte, nachdem er immer mehr Haare verloren hatte.[1] Zum Jahresbeginn nahm Agassi erstmals in seiner Karriere an den Australian Open teil und konnte diese auf Anhieb (im Finale gegen Pete Sampras) gewinnen. Im Verlauf der Saison erreichte die Rivalität zwischen Agassi und Sampras ihren Höhepunkt. Bei insgesamt fünf Endspielen trafen die beiden US-Amerikaner aufeinander und Agassi konnte drei der Spiele für sich entscheiden. Im April 1995 stand er erstmals an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. In Paris und in Wimbledon musste sich Agassi dann zweimal überraschend vorzeitig geschlagen geben. Rechtzeitig zur amerikanischen Hardcourtsaison nahm das Duell zwischen Agassi und Sampras noch einmal an Intensität zu. Agassi galt als Turnierfavorit beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, nachdem er seine vier Vorbereitungsturniere auf die US-Meisterschaften allesamt gewonnen hatte und mit einer Siegesserie von 20 Spielen bei den US Open antrat. Sampras dagegen hatte nach seinem Turniersieg in Wimbledon nur ein weiteres Finale erreichen können und dieses gegen Agassi in Montreal verloren. Wie von der Öffentlichkeit erhofft, spielten sich Agassi und Sampras relativ problemlos ins Finale der US Open vor. Agassi musste nur in seinem Zweitrundenmatch gegen den Spanier Àlex Corretja über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen. In einem engen Spiel konnte Sampras schließlich mit 6:4, 6:3, 4:6 und 7:5 triumphieren. Erst im Oktober griff Agassi wieder in das Turniergeschehen ein und verlor im November die Führung in der Weltrangliste wieder an Sampras.

In der Saison 1996 konnte Agassi seinem Landsmann Sampras nicht die erhoffte Konkurrenz bieten. Agassi erreichte im Saisonverlauf zwar bei den Australian Open und US Open jeweils das Halbfinale, musste sich jedoch beidesmal Michael Chang geschlagen geben. Mit insgesamt drei Saisontiteln beendete Agassi die Saison auf Platz 8 der Weltrangliste. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta gelang dem Amerikaner dann sein größter Saisonerfolg mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille gegen den Spanier Sergi Bruguera.

Absturz und Comeback (1997–1999)[Bearbeiten]

Die Saison 1997 bildete den Tiefpunkt in der Karriere von Andre Agassi. Bei den Australian Open, den French Open und in Wimbledon konnte er aufgrund einer erneuten Handgelenksverletzung nicht antreten. In San José hatte er noch das Halbfinale erreicht, danach dauerte es jedoch bis zu den US Open im August, bis er wieder drei Matches in Folge gewinnen konnte. Dazwischen lagen insgesamt sieben Erstrundenniederlagen. Mehr als sein Auftreten auf dem Tennisplatz sorgte die turbulente Ehe mit der Schauspielerin Brooke Shields für Aufsehen. Nach seinem Ausscheiden bei den US Open im Achtelfinale fiel Agassi aus den Top 100 der Weltrangliste und musste im November an zwei Challenger-Turnieren teilnehmen, um sich mit einem Turniersieg und einer Finalteilnahme von Platz 141 wieder langsam nach vorne zu arbeiten. In seiner 2009 erschienenen Autobiografie gibt Agassi zu, während seiner Leistungskrise 1997 die Droge Crystal Meth konsumiert zu haben.[2]

Ab der Saison 1998 konzentrierte sich Agassi wieder ganz auf seine Tenniskarriere. Er begann mit konsequentem Fitnessprogramm, auch veränderte er nach und nach sein Verhalten auf dem Platz. Damit wurde Agassi in den folgenden Jahren sogar zu einem Vorbild für jüngere Spieler. Die Umstellungen zahlten sich relativ schnell auch sportlich aus: Bereits im Januar 1998 erreichte Agassi wieder ein Halbfinale auf der ATP-Tour und das Achtelfinale bei den Australian Open, im Februar gelang ihm in San José wieder ein Turniersieg der höchsten Kategorie. Bei den weiteren drei Grand-Slam-Turnieren blieb Agassi zwar der große Erfolg verwehrt, aber mit insgesamt fünf Saisontiteln spielte er sich zurück in die Top Ten der Weltrangliste. Er beendete die Saison auf Platz 6.

1999 war das erfolgreichste Jahr in der Karriere von Andre Agassi und er schrieb mit seinen Erfolgen auch Tennisgeschichte. Im Juni des Jahres gelang ihm bei seiner dritten Finalteilnahme der erste Sieg bei den French Open in Paris. Im Endspiel bezwang er den Ukrainer Andrij Medwedjew, obwohl er bereits mit zwei Sätzen zurücklag. Damit wurde Agassi der insgesamt fünfte Tennisspieler der Geschichte (nach Fred Perry, Don Budge, Rod Laver und Roy Emerson), der alle Grand-Slam-Turniere in seiner Karriere mindestens einmal gewinnen konnte. Zuletzt war dies Rod Laver dreißig Jahre zuvor gelungen (nach Agassi wurde Roger Federer 2009 [nach dem Gewinn der French Open] der sechste und Rafael Nadal 2010 [nach dem Gewinn der US Open] der siebte Spieler, denen dies gelang). Auch in Wimbledon konnte Agassi das Finale erreichen, in dem er allerdings seinem Dauerrivalen Pete Sampras klar unterlegen war. Dennoch eroberte Agassi mit dem Finaleinzug die Spitzenposition der Weltrangliste, musste diese in der von Sampras dominierten Hardcourtsaison allerdings wieder abgeben. Kurz vor Beginn der US Open verletzte sich dann der klare Turnierfavorit Sampras, und Agassi konnte im Finale des Turniers seinen Landsmann Todd Martin bezwingen. Zum ersten Mal in seiner Karriere gelangen Agassi damit zwei Grand-Slam-Turniersiege im Laufe einer Saison. Nach Sampras' verletzungsbedingtem Ausfall wurde Agassi wieder die Nummer eins der Weltrangliste, die er dann relativ sicher bis zum Saisonende verteidigte. Bei der abschließenden Weltmeisterschaft unterlag Agassi Pete Sampras im Finale wieder deutlich. So beendete er das Jahr zwar als bester Saisonspieler, musste aber in fünf Duellen gegen Sampras vier Niederlagen hinnehmen. Im selben Jahr wurde Agassi von der französischen Sportzeitung L’Équipe zum Weltsportler des Jahres gewählt.

Erfolge in Australien (2000–2003)[Bearbeiten]

Agassi begann die Saison 2000 so, wie er die vorhergehende abgeschlossen hatte, mit großen Erfolgen. Gleich bei den Australian Open im Januar konnte er im Finale gegen Jewgeni Kafelnikow triumphieren und hatte damit auch vier Grand-Slam-Finals in Folge erreicht, was zuletzt 1969 Rod Laver gelungen war, allerdings nicht auf vier unterschiedlichen Bodenbelägen. In Wimbledon unterlag Agassi dagegen in einem dramatischen Halbfinale dem Australier Patrick Rafter. Zum Jahresende hatte Agassi sogar die Möglichkeit, wieder die Saison auf Platz 1 abzuschließen, doch der Finaleinzug beim Masters-Cup reichte nicht aus. 2001 folgte gleich die Titelverteidigung bei den Australian Open gegen Arnaud Clément. In einer Neuauflage des Spieles vom Vorjahr unterlag Agassi in einem ebenso knappen Halbfinale Patrick Rafter in Wimbledon. In einem sensationellen Viertelfinal-Spiel bei den US Open unterlag er Pete Sampras (7:6, 6:7, 6:7, 6:7), ohne ein einziges Aufschlagspiel abzugeben. Auch 2002 spielte Agassi wieder eine starke Saison, indem er drei Turniere der Masters Series gewann und das Jahr auf dem zweiten Platz der Weltrangliste beendete. Bei den US-Open kam es zum letzten Duell Agassi gegen Sampras, und Sampras hatte am Ende wieder die Oberhand und gewann das Turnier. Ein Jahr später sollte Sampras seine Karriere beenden, ohne jemals ein weiteres Spiel absolviert zu haben. 2003 folgte für Agassi der dritte Sieg in vier Jahren bei den Australian Open, diesmal im Finale gegen den Deutschen Rainer Schüttler. Später im Jahr eroberte Agassi noch einmal Platz 1 der Weltrangliste und hielt diese Position für weitere 13 Wochen. Am Ende reichte es immerhin noch einmal für Platz 4 in der Abschlussrangliste.

Die letzten Jahre (ab 2004)[Bearbeiten]

Andre Agassi bei den Australian Open 2005

Gute Resultate sorgten in der Saison 2004 immerhin dafür, dass Agassi sich in den Top 10 der Weltrangliste halten konnte, auch wenn große Siege der Vergangenheit angehörten. In der Saison 2005 kamen immer wieder Gerüchte auf, Agassi könnte seine lange und erfolgreiche Karriere nach den US-Open oder zum Jahresende beenden. Nachdem er einen Großteil der Saison durch Verletzungen beeinträchtigt war, gelang ihm ein Comeback mit dem 60. Turniersieg seiner Karriere in Los Angeles und einem Finaleinzug in Montreal. Damit zählte Agassi zum weiteren Favoritenkreis der US Open 2005 und wurde den Erwartungen mit der Finalteilnahme auch gerecht. Im Endspiel brachte er Roger Federer zwar in Bedrängnis, musste sich aber schließlich mit 3:6, 6:2, 6:7 und 1:6 geschlagen geben. Agassi beendete die Saison auf Platz 7, nachdem er beim Tennis Masters Cup seine Teilnahme nach nur einem gespielten Match aufgrund einer Verletzung hatte zurückziehen müssen. Bei seiner letzten Wimbledon-Teilnahme 2006 erreichte Agassi mit Siegen über Boris Pašanski und Andreas Seppi die dritte Runde. Dort unterlag er dem Spanier Rafael Nadal in drei Sätzen und wurde dennoch anschließend vom Publikum gefeiert.

Am 24. Juni 2006 gab Agassi gegenüber der Presse bekannt, dass er seine Karriere nach den folgenden US Open beenden würde. Nach hart erkämpften Siegen über Andrei Pavel und Marcos Baghdatis verlor er dort am 3. September 2006 nach 3:03 Stunden in der dritten Runde gegen den deutschen Qualifikanten Benjamin Becker in vier Sätzen (5:7, 7:6, 4:6, 5:7) und beendete anschließend unter stehenden Ovationen des Publikums und mit Tränen in den Augen seine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Karriere als Tennisprofi.

Anfang November 2009 geriet Agassi in die Schlagzeilen, als er wie bereits zuvor erwähnt in seiner Biografie zugab, während seiner Laufbahn zum Aufputschmittel Crystal Meth gegriffen zu haben.[3] Das Drogen-Vergehen an sich war zwar zu diesem Zeitpunkt verjährt, doch könnte er wegen einer seinerzeit getätigten Falschaussage vor Gericht noch belangt werden. Er hatte damals ausgesagt, versehentlich von dem Drink eines Kollegen getrunken zu haben, der mit der Dopingsubstanz verunreinigt gewesen wäre.[4]

Am 20. Januar 2011 wurde er in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen.

Davis Cup[Bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2005 spielte Agassi 36 Mal im Davis-Cup-Team der USA mit einer Bilanz von 30:6 Siegen.

Im Kader der USA stand er zudem bei den Davis-Cup-Triumphen 1990 und 1992. Das Team von 1992 mit den Spielern Pete Sampras, Jim Courier, Andre Agassi und John McEnroe kann dabei als das beste aller Zeiten angesehen werden, da es aus vier Akteuren bestand, die entweder bereits an der Spitze der Weltrangliste waren, oder aber nach kurzer Zeit diese Position einnahmen. 2005 musste Agassi vor heimischem Publikum eine bittere Niederlage gegen Ivan Ljubičić hinnehmen; diese bedeutete das Erstrunden-Aus der USA gegen Kroatien.

Persönliches[Bearbeiten]

Sein Vater Emmanuel Agassi war ein iranischer Boxer armenischer Herkunft und zweifacher (1948 und 1952) Olympiateilnehmer im Boxen. Seine Mutter ist die Amerikanerin Elizabeth "Betty" Dudley, die der Vater nach der Auswanderung in die USA im Jahre 1958 heiratete.

Von 1997 bis 1999 war Agassi mit der Schauspielerin Brooke Shields verheiratet. Seit Oktober 2001 ist er mit der ehemaligen deutschen Tennisspielerin Steffi Graf verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, Jaden Gil (* 26. Oktober 2001) und Jaz Elle (* 3. Oktober 2003).

Erfolge[Bearbeiten]

Bilanz[Bearbeiten]

Turnier 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Australian Open - - - - - - - - - S HF - AF AF S S - S HF VF -
French Open - 2 HF 3 F F HF - 2 VF 2 - 1 S 2 VF VF VF 1 1 -
Wimbledon - 1 - - - VF S VF AF HF 1 - 2 F HF HF 2 AF - - 3
US Open 1 1 HF HF F 1 VF 1 S F HF AF AF S 2 VF F HF VF F 3
Turniersiege 0 1 6 1 4 2 3 2 5 7 3 0 5 5 1 4 5 4 1 1 0
Weltrangliste 91 25 3 7 4 10 9 24 2 2 8 122 6 1 6 3 2 4 8 7 19

AF = Achtelfinale, VF = Viertelfinale, HF = Halbfinale, F = Finale, S = Sieg, Ziffer = Vorrunde

Siehe auch[Bearbeiten]

Hörbuch[Bearbeiten]

  • Andre Agassi: Open. Das Selbstporträt, gekürzt gelesen von Heikko Deutschmann, 6 CD, Der Hörverlag, München 2009

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Falsche Lockenmähne. spiegel.de, 30. Oktober 2009
  2. Agassi admits using crystal meth. AFP, 28. Oktober 2009
  3. Mitteilung auf news.de. Abgerufen am 21. September 2012.
  4. Einleitung eines Verfahrens? - Artikel auf sport.ORF.at

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andre Agassi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien