Berlin-Karow

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Karow
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowKarow auf der Karte von Pankow
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 36′ 52″ N, 13° 28′ 11″ O52.61444444444413.469722222222Koordinaten: 52° 36′ 52″ N, 13° 28′ 11″ O
Fläche 6,65 km²
Einwohner 18.626 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2801 Einwohner/km²
Postleitzahl 13125
Ortsteilnummer 0305
Verwaltungsbezirk Pankow
Neu-Karow, Januar 2006
Karower Teiche: Inselteich

Berlin-Karow [ˈkaːroː] ist ein Ortsteil im Bezirk Pankow. Karow wurde als Dorf erstmals 1375 urkundlich erwähnt. Bei der Eingemeindung zu Groß-Berlin im Jahr 1920 hatte die Landgemeinde nur 949 Einwohner. Seinen dörflichen Charakter hat es trotz reger Siedlungstätigkeit in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg bis heute bewahrt. Durch ein großes geschlossenes Neubauvorhaben im Norden Karows (1992–1996) stieg die Einwohnerzahl erneut stark an. Karow ist sehr unterschiedlich in seiner Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur, sodass ein homogener Ortsteil bislang noch nicht entstanden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Da bisher kein archäologischer Befund aus der spätslawischen Zeit vorliegt wird angenommen, dass Karow um 1230, vielleicht schon in den späten 1220er Jahren „aus wilder Wurzel“ als Straßendorf angelegt wurde. Die Dorfkirche Karow wurde um 1250 errichtet. Urkundlich erwähnt wurde Karow (Kare) im Jahre 1244 erstmals indirekt durch Fridericus de Kare. Im Landbuch Karls IV. (1375) wurde Kare mit 42 Hufen, davon vier Pfarrhufen und sechs Ritterhufen, sowie mit einem Krug verzeichnet. Die Ritterhufen hatten ursprünglich die von Gröben als Lehen der Markgrafen von Brandenburg erhalten. Vom Vasallendienst hatten sie sich freigekauft und die Ritterhufen an die Kare, eine Ratsfamilie aus Berlin, als Afterlehen veräußert. Dass die Familie Kare als „de Kare“ erwähnt wurde, erklärt sich nicht aus adliger Herkunft, sondern dass sie „in Kare“ sitzen, „aus Kare“ kommen. Die Markgrafen hatten außer dem Karrendienst alle Rechte am Dorf verkauft, sodass zahlreiche Eigentümer als Lehnsleute des Markgrafen aus den restlichen 32 Hufen Abgaben erhielten. Spätestens im Jahre 1572 waren die von Röbel zu Buch im Besitz des Hofes mit 4 ½ Hufen.

Der Ortskern von Karow liegt an der Straße Alt-Karow. Neben der Kirche, dem ehemaligen Schulgebäude und dem Gemeindehaus finden sich noch zahlreiche Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert.

Mit Bau des Bahnhofs Karow erhielt der Ort 1882 Eisenbahnanschluss über die Stettiner Bahn nach Berlin und in der Gegenrichtung nach Bernau. Die äußeren Bereiche Karows entstanden größtenteils in den 1920er und 1930er Jahren, besonders um den S-Bahnhof im Nordwesten. Es waren fast ausschließlich kleinere Siedlungshäuser auf Grundstücken zur teilweisen Selbstversorgung.

Auf den ehemaligen Rieselfeldern im Norden sowie auf einigen Feuchtwiesen im südlichen und östlichen Teil der Gemarkung entstanden von 1992 bis 1996 viele Ein- und Mehrfamilienhäuser und mehrgeschossige Wohnblocks. Dazu kamen weitere Kindergärten, Schulen, ein kirchliches Begegnungszentrum, Geschäfte, Restaurants sowie ein zentrales Geschäftszentrum mit Wochenmarktplatz. Die Altbürger Karows nennen die Siedlung oft Neu-Karow, womit sie eine gewisse Distanz zur modernen, eher städtisch anmutenden Erscheinung der Siedlung ausdrücken.

Natur[Bearbeiten]

Im Nordwesten Karows befinden sich die Karower Teiche, die ein großes zusammenhängendes Naturschutzgebiet bilden. Im Osten liegen zwischen dem Ortskern und der Berliner Stadtgrenze Flächen des Barnimer Landschaftsparks, die überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptverkehrsachse in Karow ist der Straßenzug Blankenburger Chaussee – Alt-Karow – Bucher Chaussee. Er verbindet über den Ortsteil hinaus die B 109 in Heinersdorf mit der B 2 nach Bernau.

Karow ist über den zentral gelegenen Bahnhof Karow an das Netz der Berliner S-Bahn sowie mit der Regionalbahn-Linie RB27 der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) verbunden. Ferner werden mehrere Buslinien der BVG durch Karow in die westlich angrenzenden Berliner Ortsteile geführt.

Südlich des Bahnhofs Karow liegt das Karower Kreuz, an diesem führt die Stettiner Bahn über den Berliner Außenring mit Verbindungskurven zwischen beiden Strecken. Am Kreuzungspunkt war ein neuer Turmbahnhof für die Regionalbahn und die S-Bahn (Linie S2) geplant.[1][2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkirche Karow, erbaut vor 1250, das älteste Gebäude auf dem Barnim in Berlin
  • altes Schulhaus, eingeweiht 1516, geschlossen seit 1934, restauriert 2006–2009
  • altes Feuerwehr-Spritzenhaus, gebaut 1904, restauriert 2004–2006
  • Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts entlang der Straße Alt-Karow
  • Bahnhof Karow aus dem späten 19. Jahrhundert (Standardtypus; eine sehr ähnliche Anlage befindet sich in Blankenburg)
  • Jugendeinrichtung K14 in Karow Nord
  • Robert-Havemann-Oberschule
  • Grundschule Alt-Karow

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Eckart Pfannschmidt: Geschichte der Berliner Vororte Buch und Karow. Berlin 1927.
  • Adriaan von Müller: Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann. Berlin im Mittelalter, Berlin 1979.
  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VI (Barnim), Potsdam 2011 (Reprint der Erstausgabe von 1980).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Karow – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berlin verzichtet vorerst auf den Turmbahnhof Karower Kreuz. www.morgenpost.de, abgerufen am 17. Februar 2012.
  2. Turmbahnhof am Karower Nordkreuz. www.dorfanger-blankenburg.de, abgerufen am 14. Februar 2012.