Bernhard Pörksen

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Bernhard Pörksen (2012)

Bernhard Pörksen (* 1969 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Medienwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Bernhard Pörksen studierte Germanistik, Journalistik und Biologie in Hamburg und absolvierte auf Einladung von Ivan Illich Forschungsaufenthalte an der Pennsylvania State University. Von 1996 bis 1997 volontierte er beim „Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt“. Er publizierte Essays, Kommentare und Debattenbeiträge in diversen Tageszeitungen (Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Tageszeitung, Hamburger Abendblatt, Frankfurter Rundschau u. a.), Wochenzeitungen (Die Zeit, Freitag, Die Weltwoche), Magazinen (Der Spiegel, Cicero, Wiener, Gehirn & Geist, Journalist u. a.) und Onlinemedien (Telepolis, Meedia).

Während seiner Promotion von 1997 bis 1999 war Bernhard Pörksen Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung und schrieb eine Doktorarbeit über Die Konstruktion von Feindbildern: zum Sprachgebrauch in neonazistischen Medien. Im Jahre 2000 konzipierte und leitete er an der Universität Greifswald die Studieneinheit „Schreibpraxis“ und lehrte in der Kommunikations- und Sprachwissenschaft. Ab 2002 arbeitete er als Juniorprofessor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg, vertrat 2006 den Lehrstuhl für Kommunikationstheorie und Medienkultur an der Universität Münster und wurde 2007 für Kommunikations- und Medienwissenschaft habilitiert.

2008 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Im November 2008 wurde er in einem bundesweiten Wettbewerb der Zeitschrift Unicum Beruf zum „Professor des Jahres“ gewählt [1]. Von 2009 bis 2011 war er Gründungsbeauftragter und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Pörksen arbeitet im „Editorial Board“ unterschiedlicher systemisch-konstruktivistischer Zeitschriften („Constructivist Foundations“, „Cybernetics & Human Knowing“, „Familiendynamik“). Er ist überdies im Beirat der Zeitschriften Message und "Pop" tätig. Er gibt im Carl-Auer-Verlag die Buchreihe „Systemische Horizonte. Theorie der Praxis“ heraus; die dort veröffentlichten Bücher zeigen die praktische Nutzbarmachung des Konstruktivismus und der Systemtheorie in der Organisationsberatung und im Management, in der Politik und der Pädagogik und Didaktik. Zu den zentralen Themen seiner Forschungs-, Berater- und Vortragstätigkeit gehören: die Dynamik öffentlicher Empörung, Medienskandale und Fragen der Medienethik, Kommunikationsmodelle und Kommunikationstheorien, Inszenierungsstile in Politik und Medien, Journalismus und Prominenz. Als Interviewpartner und Diskussionsteilnehmer ist er in unterschiedlichen Medien präsent und kommentiert aktuelle medienpolitische Debatten. Seine Bücher über die moderne Systemtheorie und die Philosophie des Konstruktivismus (mit dem Kybernetiker Heinz von Foerster und dem chilenischen Neurobiologen Humberto Maturana[2]) liegen in englischer, italienischer, dänischer, koreanischer und spanischer Sprache vor. Sein 1998 gemeinsam mit Heinz von Foerster publiziertes Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners gilt als Klassiker des systemischen Denkens[3]. Gemeinsam mit Studenten der Universität Hamburg und der Universität Tübingen hat Bernhard Pörksen mehrere Bücher geschrieben, die aktuelle Medienthemen aufgreifen (Trendbuch Journalismus, „Skandal! – Die Macht öffentlicher Empörung“, „Medienmenschen – Wie man Wirklichkeit inszeniert“, Die Casting-Gesellschaft und 2013 Die gehetzte Politik[4]).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Wahl zum Professor des Jahres 2008[5]
  • Auszeichnung und Übersetzungsförderung des Buches Der entfesselte Skandal (gemeinsam mit Hanne Detel) im Rahmen des Programms Geisteswissenschaften international durch den Börsenverein und das Auswärtige Amt[6]

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Heinz von Foerster: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 1998, ISBN 978-3-89670-646-1.
  • Die Gewissheit der Ungewissheit. Gespräche zum Konstruktivismus. Mit Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Humberto R. Maturana, Gerhard Roth, Siegfried J. Schmidt, Helm Stierlin, Francisco J. Varela und Paul Watzlawick. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2001.
  • mit Heinz von Foerster: La verità è l´ invenzione di un bugiardo. Colloqui per scettici. Meltemi Editore, Rom 2001.
  • mit Heinz von Foerster: Understanding Systems. Conversations on Epistemology and Ethics. Carl-Auer-Systeme/Kluwer Academic Publication/Plenum Publishers, Heidelberg/New York 2002.
  • mit Humberto R. Maturana: Vom Sein zum Tun. Die Ursprünge der Biologie des Erkennens. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2002.
  • mit Heinz von Foerster: Sandhed – opfundet af en løgner. Samtaler for skeptikere. Billesø & Baltzer, Vaerløse 2003.
  • The Certainty of Uncertainty – Dialogues Introducing Constructivism. Imprint Academic, Exeter 2004.
  • mit Joan Kristin Bleicher (Hrsg.): Grenzgänger. Formen des New Journalism. VS, Wiesbaden 2004.
  • mit Humberto R. Maturana: From Being to Doing. The Origins of the Biology of Cognition. Carl Auer, Heidelberg 2004.
  • mit Humberto R. Maturana: Del ser al hacer. Los origines de la biologia del conocer. J. C. Editor, Santiago 2004.
  • (Hrsg.): Trendbuch Journalismus. Erfolgreiche Medienmacher über Ausbildung, Berufseinstieg und die Zukunft der Branche. Unter Mitarbeit von Jens Bergmann. Halem, Köln 2005.
  • mit Siegfried Weischenberg, Hans J. Kleinsteuber (Hrsg.): Handbuch Journalismus und Medien. UVK, Konstanz 2005.
  • Die Konstruktion von Feindbildern. Zum Sprachgebrauch in neo-nazistischen Medien. Mit einem Geleitwort von Johano Strasser. VS, Wiesbaden 2005.
  • Die Beobachtung des Beobachters. Eine Erkenntnistheorie der Journalistik. UVK, Konstanz 2006.
  • mit Jens Bergmann (Hrsg.): Medienmenschen. Wie man Wirklichkeit inszeniert. Solibro, Münster 2007.
  • mit Wiebke Loosen, Armin Scholl (Hrsg.): Paradoxien des Journalismus. Theorie – Empirie – Praxis. VS, Wiesbaden 2008.
  • mit Jens Bergmann (Hrsg.): Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung. Halem, Köln 2009.
  • mit Wolfgang Krischke (Hrsg.): Die Casting-Gesellschaft. Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien. Halem, Köln 2010. ISBN 978-3869620145
  • mit Humberto R. Maturana: Fra væren til handlen. En interviewbog om levende systemer i natur og samfund. Mindspace, Kopenhagen 2011.
  • The Creation of Reality. A Constructivist Epistemology of Journalism and Journalism Education. Imprint Academic, Exeter 2011.
  • Schlüsselwerke des Konstruktivismus (Hrsg.). VS, Wiesbaden 2011
  • mit Hanne Detel: Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter. Halem, Köln 2012.
  • mit Wolfgang Krischke (Hrsg.): Die gehetzte Politik. Die neue Macht der Medien und Märkte. Halem, Köln 2013. ISBN 978-3-86962-079-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. unicum.de: Professor des Jahres 2008 in der Kategorie „Geistes-/Gesellschafts- und Kulturwissenschaften“, November 2008.
  2. Tom Levold über das Buch von Humberto Maturana und Bernhard Pörksen: http://www.systemagazin.de/buecher/neuvorstellungen/2008/10/maturana_poerksen_sein_tun.php
  3. Dagmar Wiegel über Heinz von Foerster und Bernhard Pörksen: http://www.systemagazin.de/buecher/klassiker/foerster_poerksen_wahrheit.php
  4. Zeit online über die "Casting-Gesellschaft" von Bernhard Pörksen und Wolfgang Krischke: http://www.zeit.de/karriere/bewerbung/2010-11/rezension-casting-gesellschaft
  5. Laudatio auf Bernhard Pörksen zur Auszeichnung von Klaus Landfried: http://www.klauslandfried.de/index.php?id=46
  6. http://www.boersenverein.de/de/158446/Pressemitteilungen/158417?presse_id=639990