Ranga Yogeshwar

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Ranga Yogeshwar

Ranganathan Gregoire Yogeshwar (* 18. Mai 1959 in Luxemburg) ist ein luxemburgischer Wissenschaftsjournalist, Physiker und Moderator.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Kunsthistorikerin ist ein Enkel des indischen Bibliothekars und Erfinders der Colon-Klassifikation S. R. Ranganathan (1892–1972). Nachdem er in Indien und Luxemburg zur Grundschule gegangen war, begann er eine Musikausbildung in Luxemburg, machte das Abitur am Lycée classique de Diekirch und studierte danach experimentelle Physik mit dem Schwerpunkt „Experimentelle Elementarteilchenphysik und Astrophysik“ an der RWTH Aachen mit Abschluss als Diplom-Physiker.[1] Ab 1983 begann er zuerst bei verschiedenen Verlagen, dann im Bereich Hörfunk und Fernsehen zu arbeiten. Während eines Aufenthalts in Indien 1985 leitete er dort Seminare und Konferenzen unter anderem beim Indian Institute of Science in Bangalore. Yogeshwar ist luxemburgischer Staatsbürger. Die Universität Wuppertal verlieh ihm am 23. Juni 2009[2] im Fachbereich Elektrotechnik, Informationstechnik, Medientechnik die Ehrendoktorwürde.

Yogeshwar lebt in Hennef und besitzt eine eigene Sternwarte im Garten. Er ist mit der Sopranistin Ursula Yogeshwar verheiratet und hat vier Kinder. Sein Zwillingsbruder Pierre Kalyana Yogeshwar ist promovierter Physiker, außerdem hat er eine jüngere Schwester.

1993 wurde Yogeshwar in Prag tätlich angegriffen.[3] Seitdem engagiert er sich verstärkt für Initiativen gegen Rassismus.[4]

Medienarbeit[Bearbeiten]

Wissenschaftsredakteur und Fernsehmoderator[Bearbeiten]

Ranga Yogeshwar beim Präsentieren eines Experiments

1987 begann Ranga Yogeshwar als Wissenschaftsredakteur unter Jean Pütz beim Westdeutschen Rundfunk in Köln zu arbeiten. Er moderierte zusammen mit Pütz bis 1990 zahlreiche Sendungen der Wissenschaftsshow. Die Programmgruppe Wissenschaft des WDR entwickelte für Yogeshwar aus dem Konzept der Wissenschaftsshow die Sendung Quarks & Co, durch die er seit 14. April 1993 führt. Von 1989 bis 1999 ko-moderierte er die Sendung Kopfball. Bis 2002 präsentierte er in der ARD das Forschungs- und Umweltmagazin Globus und von 2006 bis Ende 2007 W wie Wissen. Er moderiert die Veranstaltungsreihe Wissenschaft live des Deutschen Museums Bonn, die gelegentlich vom Fernsehsender Phoenix übertragen wird. Für das Kinder-Hörfunkprogramm Lilipuz (WDR 5) gestaltet er die Rubrik Nussknacker.

Von 1995 bis 2001 war er stellvertretender Leiter der Programmgruppe Wissenschaft beim WDR. 2001 folgte Yogeshwar als Leiter der Programmgruppe Wissenschaft Fernsehen Alfred Thorwarth (* 1938). Im März 2005 löste ihn in dieser Funktion Thomas Hallet (* 1959) ab.

Yogeshwar ist neben Joachim Bublath, Harald Lesch, Ingolf Baur, Dennis Wilms und Karsten Schwanke einer der derzeit bekanntesten Wissenschaftsvermittler und ein wichtiger Vertreter des „Infotainment“. Er setzt dabei auf einen erheblichen technischen und personellen Aufwand. Mit ihm als Moderator vollzog der WDR in den 1990er Jahren einen Wechsel vom umwelt- und gesellschaftskritischen Journalismus, wie ihn unter anderem Jean Pütz seit den 1970er Jahren vertrat, hin zur wissenschaftlichen Unterhaltung,[5] weshalb Sendungen wie der WDR-ComputerClub, Dschungel und die Hobbythek unter seiner Redaktion eingestellt wurden.[6] Das neue Konzept wird zum Beispiel in der ARD-Sendereihe W wie Wissen deutlich, in der Showeffekte eine große Rolle spielen. Zusammen mit dem Moderator Frank Elstner präsentiert Yogeshwar seit dem 4. Mai 2006 auch Die große Show der Naturwunder. In dieser Sendung werden Showelemente (in Form eines Quiz mit prominenten Kandidaten) und die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte (durch Ranga Yogeshwar) miteinander verknüpft. Dieser Ansatz wird gelegentlich kritisiert. Der Wissenschaftsjournalist Eckart Roloff sieht Yogeshwar neben Jean Pütz als „Magier des TV-Geschäfts, als Meister des Scientainments, die an Gaukler erinnern und verlernt haben, normal zu sprechen […] Die Quotenjagd lässt keine andere Wahl.“[7]

Ende des Jahres 2007 gab er die Moderation der Sendung W wie Wissen an Dennis Wilms ab. Stattdessen kreierte Yogeshwar mit der Sendung Wissen vor acht ein neues Format. Darin versucht er, ein Thema innerhalb von 145 Sekunden zu erklären. Die Sendereihe wird im Ersten um 19:45 Uhr ausgestrahlt. Bislang (Stand 3. September 2010) liefen 412 Folgen dieser „Informationsschnipsel“.[8]

Im September 2008 beendete Yogeshwar seine Tätigkeit als Redakteur beim WDR und arbeitet seither als freiberuflicher Moderator.

Medienwirksame Auftritte[Bearbeiten]

Moderation einer Wissensshow bei der IdeenExpo 2011

Im Mai 2006 unternahm Yogeshwar für eine Folge der Sendung Die große Show der Naturwunder ein gewagtes Experiment: Er kletterte mit dem Gekkomat wie ein Insekt senkrecht die spiegelglatte Fassade des Düsseldorfer Stadttors hinauf. Solche Experimente von Ranga Yogeshwar sind als Selbstversuche ein fester Bestandteil der Wissenschaftsshow. Das Gekkomat-Experiment wurde später auch in der Sendung W wie Wissen gezeigt.[9] Ranga Yogeshwar musste jedoch wegen eines Computerdefekts am Klettergerät auf den letzten Metern aufgeben.

Anlässlich des 20. Jahrestages des Reaktorunfalls im Kernkraftwerk Tschernobyl war Yogeshwar zusammen mit Mitarbeitern des WDR und des Forschungszentrums Jülich im März 2006 zu Besuch in der Ukraine, um die Sperrzone und das Innere des Sarkophags (Stahlbetonmantel um den havarierten Reaktor) zu erkunden. Eine Sondersendung von Quarks & Co berichtete am 11. April 2006 über die Reise und die Hintergründe des Unfalls.[10]

Am 16. Oktober 2006 moderierte Yogeshwar den Festakt zum 10-jährigen Bestehen der Initiative Schulen ans Netz in Bonn. Außerdem moderierte Yogeshwar den E.ON International Research Award 2008 und die Verleihung des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Ranga Yogeshwar übernahm 2008 und 2009 Schirmherrschaften für Aktionen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)[11] und rief dazu auf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Kuratorien und Jurytätigkeiten[Bearbeiten]

Kuratorien[Bearbeiten]

Jurytätigkeiten[Bearbeiten]

Literatur von und über Yogeshwar[Bearbeiten]

Ranga Yogeshwar ist (Mit-)Herausgeber und Verfasser von Veröffentlichungen aus den Bereichen Wissenschaft, Informationstechnik und Medien, wie zum Beispiel:

TV-Talkshows[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ranga Yogeshwar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vita von Ranga Yogeshwar, Phoenix
  2. a b www.presse.uni-wuppertal.de (Archiv) – Ehrendoktor für Ranga Yogeshwar
  3. „Das ist eine perfide Provokation“, Berliner Zeitung, 20. März 2000.
  4. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Patinnen und Paten und ihre Rolle im Projekt, Berlin; Veronika Kabis: Wer diskriminiert wen, wo, wann und wie?, taz, 12. Mai 2003; „Das ist eine perfide Provokation“: „Kinder statt Inder“? – ein Interview mit Ranga Yogeshwar, Berliner Zeitung, 20. März 2000
  5. Rüdiger Heimlich: Im Bauch des Trojanischen Pferdes, Kölnische Rundschau, 3. April 2003
  6. Thomas Gehringer: "Der Zuschauer ist faul geworden. Jean Pütz über seine Abschiedsshows, seinen Zwist mit Ranga Yogeshwar und die Lust des Alters." Westdeutsche Zeitung, 20. März 2004.
  7. Eckart Roloff: Scientainment. Sprachwahl zwischen Hermetik und Populismus. In: Gegenworte. Zeitschrift für den Disput über das Wissen. hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 7. Heft (Frühjahr 2001), S. 53–55.
  8. www.daserste.de/wissenvoracht (abgerufen am 5. September 2009)
  9. Birgit Quastenberg: Gekkomat – senkrecht die Wand hinauf (Version vom 18. Oktober 2006 im Internet Archive), ARD, Pressemitteilung zur W wie Wissen-Sendung vom 7. Mai 2006
  10. Tschernobyl und seine Folgen - Reise des WDR-Teams nach Tschernobyl 2006. In: Website des Forschungszentrum Jülich (fz-juelich.de). 11. April 2006, archiviert vom Original am 16. Juni 2011, abgerufen am 24. Februar 2013.
  11. Hauke Friederichs: Hilfe für Helene. In: zeit.de. 19. Februar 2009, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  12. www.minorplanets.de
  13. Deutsches Museum: Jahresbericht 2002 (PDF-Datei; 2,1 MB), S. 23
  14. Deutsche Physikalische Gesellschaft: Auszeichnung für Ranga Yogeshwar, Pressemitteilung, Nr. 22/2002, 6. November 2002
  15. Margret Klose: Das Lachen der Erkenntnis, Bonner Rundschau, 7. Mai 2004 (zitiert nach der Homepage der Europaschule Bornheim)
  16. Deutsche Gesellschaft für Psychologie: Preis für Wissenschaftspublizistik 2006 (Laudatio)
  17. NiBB-Innovationspreis 2007 an Ranga Yogeshwar: Presseinfo bei OpenPR
  18. www.baden-wuerttemberg.de Homepage des Landes Baden-Württemberg
  19. www.geoberuf.de Homepage des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAnnette Milz: Die Journalisten des Jahres 2010. 21. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.
  21. http://www.vdv-online.de/das-goldene-lot.html
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBibliothek & Information Deutschland (BID): Ranga Yogeshwar erhält die Karl-Preusker-Medaille 2012. 20. Juni 2012, abgerufen am 21. Juni 2012 (PDF; 198 kB).
  23. GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel vom 21. Mai 2013: Ranga Yogeshwar erhält Meerespreis 2013. Bekannter Wissenschaftsjournalist wird am Kieler GEOMAR geehrt, abgerufen am 23. Mai 2013
  24. goerlitzer-meridian.de: Preisverleihung 2014. Abgerufen am 9. März 2014.
  25. Ranga Yogeshwar mit Medienpreis für Sprachkultur ausgezeichnet. Westdeutscher Rundfunk, Pressestelle, 1. Juni 2014, abgerufen am 1. Juni 2014.
  26. Junge Presse NRW: Das JugendpresseKuratorium