Bill Murray

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Dieser Artikel behandelt den Schauspieler Bill Murray. Für andere Personen siehe William Murray.
Bill Murray, 2014

William James „Bill“ Murray (* 21. September 1950 in Wilmette, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Komödiant und Produzent. Murray ist einem breiten Publikum durch eine Reihe erfolgreicher Filmkomödien in den 1980er Jahren bekannt geworden, wobei seine Arbeit mit dem Regisseur Ivan Reitman herausragt. Ab den 1990er Jahren erweiterte Murray sein Repertoire um tragikomische und ernsthafte Rollen, für welche er zunehmend auch von der Filmkritik gewürdigt wurde. Murray hat sich eine treue Fangemeinde erarbeitet, in der er Kultstatus genießt.

Leben[Bearbeiten]

Bill Murray wurde in einem Vorort von Chicago als viertes von neun Kindern geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine Eltern waren irischer Abstammung. Murray wurde römisch-katholisch erzogen. Schon früh begann er mit seinem Bruder Brian zusammen als Golfcaddy zu arbeiten, um seine Ausbildung bezahlen zu können. Als Teenager spielte er in einer Rockband und in der High School gehörte er einen Theatergruppe an. Während seiner Zeit am College verdiente er sein Geld als Dealer mit Marihuana. Im Alter von 21 Jahren wurde er deswegen verhaftet und bekam eine Bewährungsstrafe.[1]

Murray begann an der römisch-katholischen Regis University in Denver, Colorado, Medizin zu studieren, brach das Studium jedoch bald ab und kehrte wieder nach Illinois zurück. Im Jahr 2007 verlieh ihm die Regis University die Ehrendoktorwürde.[2]

Bill Murray war zweimal verheiratet, von 1981 bis 1996 mit Margaret Kelly und von 1997 bis 2008 mit Jennifer Butler. Aus den beiden Ehen hat er sechs Kinder. Drei seiner Geschwister (John, Joel und Brian) sind ebenfalls Schauspieler.

Wirken[Bearbeiten]

Saturday Night Live[Bearbeiten]

Mitte der 1970er brach Murray sein Medizinstudium ab und schloss sich dem Improvisationstheater Second City an. Er gehörte zum Ensemble der 1975-76 ausgestrahlten TV-Show Saturday Night Live with Howard Cosell. Ab 1977 war er fester Bestandteil des Autoren- und Darstellerteams der legendären TV-Sendung Saturday Night Live und erhielt seinen ersten Emmy.

Schauspielerei[Bearbeiten]

Im Jahr 1976 gab Murray sein Spielfilmdebüt in Paul Mazurskys Ein Haar in der Suppe in einer kleinen Nebenrolle, allerdings ohne Nennung im Abspann. 1979 begann die Zusammenarbeit mit Ivan Reitman mit der Hauptrolle in dessen Film Babyspeck und Fleischklößchen. Reitman war es auch, der Murray mit den Komödien Ich glaub’, mich knutscht ein Elch! und Ghostbusters – Die Geisterjäger zum Durchbruch verhalf. Weitere große Erfolge konnte Murray mit Caddyshack, Tootsie und der Dickens-Adaption Die Geister, die ich rief verbuchen. 1989 folgte mit Ghostbusters II ein weiterer sehr erfolgreicher Reitman-Film.

1993 spielte Murray in Und täglich grüßt das Murmeltier einen Reporter, der denselben Tag immer wieder von neuem erlebt. Diese Rolle ist bis heute eine seiner bekanntesten und beliebtesten. Nach einer kleinen Flaute ab Mitte der 1990er gelang ihm 1999 mit der gesellschaftskritischen Komödie Rushmore, seinem ersten Film mit Wes Anderson, ein Comeback. Seitdem gehört er zum festen Schauspielerensemble von Wes Anderson. Obwohl Murrays Rolle in Rushmore wieder eine komische war, bekam er insgesamt sieben Preise dafür, darunter den Preis der Los Angeles Film Critics Association.[3]

Bill Murray auf dem Toronto International Film Festival, 2009

Ebenfalls recht erfolgreich war seine zweite Zusammenarbeit mit Anderson, die Tragikomödie The Royal Tenenbaums im Jahr 2001. Ein Höhepunkt seiner Karriere war der Film Lost in Translation (2003) von Sofia Coppola. Für diese Rolle erhielt er u. a. einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung. 2004 folgte mit dem kommerziellen Flop Die Tiefseetaucher ein weiterer Anderson-Film. Darauf folgte 2005 die ihm von Jim Jarmusch auf den Leib geschriebene Hauptrolle in dem Film Broken Flowers, in dem er sich als eingefleischter Junggeselle eher widerwillig auf die Suche nach der Mutter seines angeblichen (19 Jahre alten) Sohnes quer durch die Vereinigten Staaten auf den Weg macht.

In der Zombie-Komödie Zombieland aus dem Jahr 2009, die in Teilen auch als eine Hommage an den Schauspieler interpretiert werden kann, verkörpert Murray sich selbst.

Regiearbeit[Bearbeiten]

Mit dem Remake Ein verrückt genialer Coup lieferte Murray 1990 seine erste Regiearbeit ab, die nach eigenen Angaben auch seine letzte bleiben soll.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: MTV Movie Award – Bester Darsteller in einer Komödie für Und täglich grüßt das Murmeltier
  • 2004: Golden Globe – Bester Schauspieler (Musical oder Komödie) für Lost in Translation
  • 2004: British Academy Film Award – Bester Hauptdarsteller für Lost in Translation[4]
  • 2010: Scream Award – Bester Cameo Auftritt für Zombieland

Synchronstimme[Bearbeiten]

Seine deutsche Synchronstimme stammt zumeist von Arne Elsholtz. In früheren Filmen wurde er aber auch z.B. von Manfred Lehmann, Manfred Seipold und Sigmar Solbach synchronisiert.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bill Murray – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. news.de NYT, 20. August 1988.
  2. Regis University dropout Bill Murray earns stripes with honorary degree. In: The Denver Post, 17. Juli 2007. Abgerufen am 9. März 2010. 
  3. Porträt auf news.de
  4. Awards Database. BAFTA, abgerufen am 3. Februar 2009 (englisch).
  5. Bill Murray in der Deutschen Synchronkartei (zuletzt abgerufen am 24. April 2014, 12:58 Uhr)