Ed Wood (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ed Wood ist ein Spielfilm des US-amerikanischen Filmregisseurs, Autors und Produzenten Tim Burton aus dem Jahr 1994. Die Tragikomödie basiert auf dem Buch Nightmare of Ecstasy von Rudolph Grey und wurde von dem Filmstudio Touchstone Pictures der Walt Disney Company produziert.

Handlung[Bearbeiten]

Ed Wood hält sich mit diversen Hilfsjobs in Hollywood über Wasser. Als großer Verehrer von Orson Welles träumt er davon, eines Tages in dessen Fußstapfen treten zu können. Zufällig lernt er den arbeitslosen Filmstar Bela Lugosi kennen. Lugosi hat zwar seit Jahren keinen Film mehr gedreht, verfügt aber dank seiner Titelrolle als Dracula immer noch über einen hohen Bekanntheitsgrad. Wood kann einen B-Film-Produzenten überreden, ihm die Regie eines Films zu übertragen. Mit Lugosi als Darsteller, der inzwischen ein guter Freund von Wood geworden ist, soll die Produktion ein Erfolg werden. Ed Wood, der selber gerne Frauenkleider trägt, macht Transvestitismus zum Thema seines Films Glen or Glenda. Wood selbst und seine Freundin Dolores Fuller übernehmen die Hauptrollen. Beim Lesen des Drehbuchs erfährt Dolores erst, dass Ed Transvestit ist. Der Film wird zum Misserfolg und Wood wird vom Produzenten entlassen. Auch bei anderen Verleihern und Produzenten erntet Woods Werk nur Belustigung und Kopfschütteln.

Ed Wood lässt sich dadurch aber nicht beirren. Er beginnt mit den Dreharbeiten zu seinen nächsten Film, Bride of the Atom, den er später in Bride of the Monster umbenennt. Diesmal soll Bela Lugosi als Star herausgestellt werden. Tor Johnson, ein Wrestler, wird ebenfalls als Darsteller engagiert. Wood hatte in einer Bar eine junge Frau, Loretta King, kennengelernt und angenommen, dass diese über beträchtliche Geldmittel verfügt, was sich später als Missverständnis herausstellt. Er muss Loretta dafür die weibliche Hauptrolle in dem Film geben. Ursprünglich sollte seine Freundin Dolores den Part übernehmen, was zu heftigem Streit zwischen den beiden führt. Nach wenigen Tagen geht Wood beim Drehen das Geld aus und seine Crew wird aus dem Studio geworfen.

Nach etlichen gescheiterten Versuchen, neue Geldgeber zu finden, gelangt Ed schließlich an einen Fleischproduzenten, der bereit ist, den Film zu finanzieren – unter der Bedingung, dass Änderungen am Drehbuch vorgenommen werden und dass sein in der Schauspielerei gänzlich unerfahrener Sohn eine wichtige Rolle als Polizist übernimmt. Ed willigt ein und der Film kann zu Ende gedreht werden. Auch diesmal bleibt der Erfolg aus. Die Premiere des Films wird von den Zuschauern niedergeschrien. Ed wird von Dolores verlassen. Bela Lugosi, der seit vielen Jahren drogensüchtig ist, erleidet mehrere Zusammenbrüche. Ed steht ihm dabei stehts selbstlos bei und geleitet ihn schliesslich zum Drogenentzug in eine Klinik. Im Warteraum lernt er Kathy kennen. Die beiden verlieben sich und werden ein Paar. Lugosi muss wegen Geldmangels die Klinik verlassen. Kurz nachdem Ed einige Szenen mit Lugosi vor dessen Haus gedreht hat, erhält er die Nachricht vom Tod Lugosis. Der einstige Horrorfilm-Star wird im Draculakostüm beigesetzt.

Ed wohnt in einer ärmlichen Behausung und kann die Miete nicht bezahlen. Vermieter ist ein Mitglied der baptistischen Gemeinde. Ed Wood bietet ihm an, einen erfolgreichen Science-Fiction-Film zu drehen. Mit dem Gewinn könnte die Gemeinde dann Filme über die 12 Apostel drehen. Das gedrehte Material von Lugosi soll es ermöglichen, diesen als „Star“ des Films herauszustellen. Nach einigem Zögern erklären sich die Baptisten bereit, die Mittel für den Film bereitzustellen. Alle Mitglieder der Filmcrew müssen sich zuvor als Baptisten taufen lassen. Die TV-Ansagerin Vampira und der „Wahrsager“ Criswell können als Darsteller gewonnen werden. Kathys Chiropraktiker, in dem Wood Ähnlichkeiten mit Bela Lugosi zu erkennen meint, spielt dessen Rolle in den fehlenden Szenen, indem er sich das Cape vor das Gesicht hält. Aufnahmen von Spielzeug-UFOs, Archivmaterial und einige Minuten Film mit Bela Lugosi kombiniert Ed Wood mit seinem Drehbuch zum Film Plan 9 aus dem Weltall. Nach einer Auseinandersetzung mit seinen Geldgebern - die Baptisten sind entsetzt, weil Ed zeitweise in Frauenkleidern Regie führt und zweifeln seine Fähigkeiten als Regisseur an - flieht Ed entnervt in eine Bar, wo er tatsächlich Orson Welles begegnet und sich mit ihm über das Filmemachen unterhält. Mit neuem Enthusiasmus beendet Ed Wood seinen Film.

Bei der umjubelten Premiere von Plan 9 aus dem Weltall sinniert Ed Wood, dass er mit diesem Werk in die Filmgeschichte eingehen werde. Nach der Aufführung fahren Ed und Kathy nach Las Vegas um zu heiraten.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • George „The Animal“ Steele, der in diesem Film Tor Johnson verkörpert, war auch im wahren Leben Wrestler.
  • Gregory Walcott, Hauptdarsteller von Plan 9 aus dem Weltall, hatte einen Gastauftritt als potenzieller Finanzier.
  • Plan 9 aus dem Weltall und Regisseur Ed Wood gingen auf andere Weise als im Film dargestellt in die Geschichte ein: Mit einem Golden Turkey Award und ähnlichen Preisen "ausgezeichnet" gilt das Werk als einer der schlechtesten Filme überhaupt.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films fällt ein positives Urteil:

„Die etwas holprige Dramaturgie wird durch viel Liebe zum Detail, bewußte Stilisierungen, spielfreudige Darsteller und visuelle Fantasie mehr als wettgemacht. Eine Tragikomödie, die bei aller Absurdität tiefe Sympathie für ihre Figuren verrät.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film gewann Academy Awards in zwei Kategorien: Ein Oscar ging an Martin Landau als Besten Nebendarsteller, der andere wurde für das beste Make-up an Rick Baker, Ve Neill und Yolanda Toussieng vergeben.

Martin Landau erhielt für seine Darstellung des alten Bela Lugosi außerdem den Golden Globe als Bester Nebendarsteller, den Saturn Award als Bester Hauptdarsteller und den American Comedy Award als Bester Nebendarsteller;[2] für den BAFTA Award erhielt er eine Nominierung.[3]

Überdies gewann der Film 19 weitere Preise und wurde elfmal nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ed Wood im Lexikon des internationalen Films
  2. Gewinner des American Comedy Awards 1995 unter whosdatedwho.com.
  3. Personendaten auf Cinefacts.de.