Bistum Verden

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Dieser Artikel behandelt das untergegangene römisch-katholische Bistum Verden. Mit dem gleichen Namen wurde oft auch das weltliche Herrschaftsgebiet der Verdener Bischöfe bezeichnet, siehe Hochstift und Herzogtum Verden.
Wappen des Bistums Verden

Das Bistum Verden war ein römisch-katholisches Bistum im heutigen Niedersachsen. Es wurde um 800 im Zuge der Sachsenmission Karls des Großen in der Stadt Verden gegründet und gehörte zur Kirchenprovinz Mainz. Erster Bischof war wahrscheinlich Suitbert der Jüngere. Drei frühe Bischöfe, Spatto, Tancho und Harud, waren zugleich Abt im Kloster Neustadt am Main und im Kloster Amorbach sowie Bischof von Verden an der Aller.

Die meisten Bischöfe wurden unter den Mönchen der Abtei Corvey ausgewählt. Hauptkirche war der Dom zu Verden.

Domkapitel[Bearbeiten]

Seine Mitglieder ergänzte das Kapitel selbständig. Zu den Kapitularen gehörten als besondere Amtsträger Propst, Dekan, Scholaster, Kellner, Kantor und Thesaurar. Ab dem Jahre 1275 war die Anzahl der Kapitulare auf 16 festgelegt, von denen die fünf ältesten die Priesterweihe, die fünf mittleren die Diakonenweihe und die fünf jüngsten die Subdiakonenweihe besitzen mussten. Einen Sonderstatus hatte als 16. Mitglied der Propst von St. Johannis in Lüneburg. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kamen dazu nicht weniger als 48 Domvikare, an deren Spitze die beiden Bischofsvikare standen.

Von den acht Archidiakonaten waren mehrere dem Domkapitel inkorporiert.

Entwicklung[Bearbeiten]

Ende des 10. Jahrhunderts erhielt der Bischof in seinem Diözesangebiet einen weltlichen Besitz im Sturmigau, dem späteren Hochstift Verden. Der Rest des Diözesangebietes gehörte überwiegend zum Fürstentum Lüneburg, kleinere Teile zur Altmark (z.B. Arendsee) und etwa 10 % des Diözesangebietes zum Erzstift Bremen (3. Meile des Alten Landes und Buxtehude mit Hinterland).

Seit 1558 traten verstärkt reformatorische Einflüsse auf. Durch Erlass einer Kirchenordnung durch den Administrator Eberhard von Holle wurde die Reformation zunächst 1568 abgeschlossen.

Die folgenden sechs lutherischen Bischöfe in Verden trugen den Titel eines Fürstbischofs. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone.

Im Dreißigjährigen Krieg gab es in Verden von 1630 bis 1634 als Folge des umstrittenen Restitutionsedikts mit Franz Wilhelm von Wartenberg erneut ein kurzes Intermezzo als römisch-katholisches Bistum, ehe das Gebiet endgültig lutherisch wurde.

Die Betreuung der römisch-katholischen Christen im Gebiet des dann nicht mehr existierenden katholischen Bistums Verden ging seitdem zunächst an das Apostolische Vikariat des Nordens, ab 1824 an das Bistum Hildesheim über. Im Jahr 1894 wurde die Propsteikirche Sankt Josef nach einjähriger Bauzeit geweiht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gesellschaft für die Geschichte des Bistums Verden e.V.: Bistum Verden, 770 bis 1648, Editions du Signe 2001, ISBN 2-7468-0384-4
  • Bernd Kappelhoff, Thomas Vogtherr: Immunität und Landesherrschaft, Beiträge zur Geschichte des Bistums Verden, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2002, ISBN 3-931879-09-7
  • Thomas Vogtherr: Chronicon episcoporum Verdensium, Die Chronik der Verdener Bischöfe, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 1997, ISBN 3-931879-03-8
  • Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden, Band 1, Von den Anfängen bis 1300, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2001, ISBN 3-931879-07-0
  • Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden, Band 2, 1300–1380, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2004, ISBN 3-931879-15-1
  • Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden, Band 3, 1380–1426, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2012, ISBN 978-3-931879-52-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bischöfe von Verden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Verden – Quellen und Volltexte