Verden (Aller)

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Verden ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Verden (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Verden (Aller)
Verden (Aller)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Verden (Aller) hervorgehoben
52.9233333333339.23520Koordinaten: 52° 55′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Verden
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 71,58 km²
Einwohner: 26.668 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 373 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27283
Vorwahlen: 04231, 04230 (Walle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VER
Gemeindeschlüssel: 03 3 61 012
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Große Str. 40
27283 Verden (Aller)
Webpräsenz: www.verden.de
Bürgermeister: Lutz Brockmann (SPD)
Lage der Stadt Verden (Aller) im Landkreis Verden
Emtinghausen Riede Dörverden Blender Ottersberg Oyten Achim Bremen Langwedel Thedinghausen Verden (Aller) Kirchlinteln Landkreis Verden Niedersachsen Landkreis Diepholz Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild
Große Straße in Verden

Verden (Aller) [ˈfɛːɐ̯dn̩] (Plattdeutsch Veern) ist die Kreisstadt des Landkreises Verden in Niedersachsen. Die Stadt liegt in der Mittelweserregion an der Aller unmittelbar vor deren Mündung in die Weser. Sie trägt als Zentrum der Pferdezucht und des Pferdesports den Beinamen Reiterstadt. Der Zusatz „Aller“ hat sich zu einer Zeit eingebürgert, in der im deutschsprachigen Raum für die französische Stadt Verdun ebenfalls der Name „Verden“ gebräuchlich war. Der Stadtname leitet sich etymologisch hingegen nicht vom Wort 'Pferd' ab. Er stammt von „Furt“ oder „Fähre“ und wurde gewählt, da Verden günstig an einer Furt durch die Aller, nahe einer wichtigen Handelsstraße, lag.

Geografie[Bearbeiten]

Verden liegt an der Aller kurz vor ihrer Mündung in die Weser, welche die westliche Grenze des Stadtgebietes bildet. Im Norden der Stadt befindet sich die Achim-Verdener Geest. Die Stadt befindet sich etwa 35 km von Bremen und 90 km von Hannover entfernt. Die Verdener Altstadt liegt östlich der Aller, direkt gegenüber befindet sich der Stadtteil Hönisch. Benachbarte Gebietskörperschaften und Samtgemeinden sind Langwedel, die Samtgemeinde Thedinghausen, die Samtgemeinde Grafschaft Hoya (Landkreis Nienburg), Dörverden und Kirchlinteln.

Blick auf Verden

Stadtteile[Bearbeiten]

Zur Stadt Verden gehören neben der Innenstadt sieben Ortschaften mit eigenem Ortsrat:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Verden grenzt an folgende Nachbarkommunen, die, sofern nicht anders vermerkt, ebenfalls zum Landkreis Verden gehören:

Langwedel (Weser)
Blender
Nachbargemeinden Kirchlinteln
Hilgermissen (Landkreis Nienburg/Weser)
Dörverden

Geschichte[Bearbeiten]

1000 Jahre Markt- und Münzrecht in Verden: Briefmarke von 1985

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Bis in die frühe Eisenzeit lassen sich im Weichbild der Stadt Spuren menschlicher Siedlung nachweisen.

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Ferdi in Saxonia, unter dieser Bezeichnung wird Verden in einer Urkunde Karls des Großen zum ersten Mal in etwa heutiger Namensform erwähnt. Der Name weist auf Furt oder Fähre hin.

Im Jahre 782 fand im Raum Verden die Unterwerfung der Sachsen im Verlauf der Sachsenkriege durch Karl den Großen einen grausamen Höhepunkt: Angeblich 4500 Bewohner der damals dünnbesiedelten Region wurden bei dem sogenannten „Verdener Blutgericht“ hingerichtet, nachdem sie sich geweigert hatten, sich dem Frankenkönig Karl zu unterwerfen und den christlichen Glauben anzunehmen. Um 800 wurde das Bistum Verden errichtet, das als kirchliche Diözese in der Reformation unterging.

In den folgenden Jahrhunderten wuchs die Stadt aus zwei Siedlungskernen zusammen: der Norderstadt mit Rathaus und Johanniskirche und der Süderstadt mit dem geistigen Zentrum um den Dom, dem die Fischersiedlung an der Aller angegliedert war.

Vom 11. Jahrhundert bis 1648 bestand das Fürstbistum Verden als eigenständiges Territorium, in dem die Verdener Bischöfe und deren lutherische Rechtsnachfolger als Reichsfürsten herrschten. Am 12. März 1259 wurde Verden durch bischöfliches Privileg das Stadtrecht nach bremischen Recht verliehen. 1476 gründete Berthold II. von Landsberg das Benediktinerinnen-Kloster Mariengarten „unser leven Frouven Rosengarten" in der Norderstadt, in dessen Räume Franz Wilhelm von Wartenberg 1630 die Jesuiten einziehen ließ, sodass die Nonnen in das Kloster Frankenberg ziehen mussten. Im 15. Jahrhundert wurde Verden freie Reichsstadt bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1568 wurde die Reformation im „Stifte Verden“ durch den Landesherrn und evangelischen Bischof Eberhard von Holle (geb. 1531 in Uchte) eingeführt.

Verden war 1517–1683 von Hexenverfolgung betroffen. 80 Frauen und 9 Männer gerieten in Hexenprozesse, 26 Frauen und sechs Männer wurden verbrannt. Margarethe Sievers, 15 Jahre, Tochter eines Steinhauers, vermutlich nervenkrank, angezeigt von den eigenen Eltern, wurde 1618 enthauptet. Sechs Frauen starben unter der Folter, fünf in der Haft. Im Jahr 1606 wird bei 16 Prozessen vermerkt: Flucht, Prozessausgang unbekannt.[2]

Zugehörigkeit zu Schweden und Hannover[Bearbeiten]

Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone. 1667 wurden die Norder- und Süderstadt durch die schwedische Königin Christina zwangsvereint.

Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg wurde 1675 Verden in einem Feldzug durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Im Zuge des Frieden von Saint-Germain im Jahre 1679 fiel Verden wieder an Schweden.

Durch Kauf kam Verden dann nach kurzer dänischer Herrschaft 1719 zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, welches umgangssprachlich auch als Kurhannover bekannt war. Von März bis Dezember 1810 war Verden Distrikthauptstadt im Departement der Elbe- und Weser-Mündung, einem Teil des Königreichs Westphalen. Dann wurde es vom Kaiserreich Frankreich annektiert und war bis Ende 1813 ein Teil des Departement der Wesermündungen. 1814 kam Verden wieder zu Kurhannover, das auf dem Wiener Kongress zum Königreich Hannover erhoben wurde. Nach dem verlorenen Krieg von 1866 gelangte Verden, wie das gesamte Königreich Hannover, durch Annexion unter preußische Herrschaft, wo es 80 Jahre lang verblieb. Ab 1873 führte das Haus Hohenzollern und somit der Deutsche Kaiser auch den Titel Fürst zu Verden.

Preußische Zeit bis zum Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg bestimmten Handel und Handwerk sowie zahlreiche örtliche und überörtliche Behörden und Dienststellen und die Garnison (berittene Artillerie) die Entwicklung Verdens. Die Wehrmacht hatte in den zum Teil noch heute erhaltenen Kasernen Front- und Ersatztruppenteile sowie andernorts Kommandobehörden bzw. Dienststellen und andere Einrichtungen des Wehrkreis X untergebracht. Verden war ab November 1943 formeller Sitz eines Plünderungs-Sondergerichtes[3]. Mit der Möbelfabrik Wöhler, dem Gaswerk sowie einzelnen Handwerksbetrieben („Sozialgewerk“) befanden sich in der Stadt Verden Firmen, die zivile Zwangsarbeiter einsetzten. Des Weiteren betrieb das KZ Neuengamme vom Januar bis April 1945 in Verden ein Außenlager, in dem acht KZ-Häftlinge für die SS-Bauleitung Verden beim Ausbau einer Schulungsstätte der Schutzstaffel (SS) im Sachsenhain arbeiten mussten[4]. Von Kampfhandlungen blieb die Stadt weitgehend verschont.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Gedenkmedaille zum 1000-jährigen Bestehen von eigenen Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechten

Zu Beginn der 1950er Jahre stellte die Sozialistische Reichspartei die stärkste Fraktion in Verden.[5] Von 1945 bis 1993 war Verden Garnisonsstadt der Britischen Rheinarmee, unter anderem der 7. britischen Panzerdivision. Im Stadtgebiet siedelten sich viele Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, der Tschechoslowakei und Bessarabien an. Hinzu kamen in den 1960er Jahren Gastarbeiter aus Südeuropa und Anatolien. Im Jahr 1985 feierte die Stadt das 1000-jährige Bestehen von eigenen Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechten. Nach 1990 kamen viele Zuwanderer aus Osteuropa nach Verden, wo nicht zuletzt auch als Folge des Abzugs der britischen Truppen Wohnraum frei geworden war.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Borstel, Dauelsen, Döhlbergen, Eitze, Groß Hutbergen, Hönisch, Klein Hutbergen, Scharnhorst und Walle eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Stadtdirektoren[Bearbeiten]

Hauptamtliche Bürgermeister in Verden:

  • 1806–1837 Carl-Christian Münchmeyer
  • 1837–1855 Christoph Gottlieb Pfannkuche
  • 1855–1890 Theodor Otto Münchmeyer
  • 1890–1919 Wilhelm Schorcht
  • 1919–1937 Dr. Friedrich Urban
  • 1937–1945 Dr. Eduard Lang
  • 1945–1946 Johann Thies (von der Besatzungsmacht eingesetzt)

Ehrenamtliche Bürgermeister in Verden:

  • 1946–1948 Andreas Willmesen (DP-CDU)
  • 1948–1951 Gustav Schäfer (SPD)
  • 1951–1952 Andreas Willmsen (DP-CDU)
  • 1952–1956 Gustav Schäfer (SPD)
  • 1956–1961 Dr. Hartmut Friedrichs (Wahlgemeinschaft)
  • 1961–1964 Johann Thies (CDU)
  • 1964–1969 Kurt Winkel (SPD)
  • 1970 Hanns Toonen (SPD)
  • 1970–1990 Dr. Hartmut Friedrichs (CDU)
  • 1990–2001 Wolfgang Krippendorff (CDU)
  • 2001–2004 Angelika Lürman (CDU)

Stadtdirektoren in Verden:

  • 1946–1947 Werner Cassebaum
  • 1948–1955 Gustav Hoffmann
  • 1955–1964 Helgo-Fritz Töwe
  • 1964–1985 Kai Füllgraf
  • 1985–2004 Dirk Richter

Nach Einführung der kommunalen Eingleisigkeit und Ablauf der Amtszeit des letzten Stadtdirektors sind beide Positionen seit dem 1. April 2004 im Amt des Hauptamtlichen Bürgermeisters vereint.

Hauptamtlicher Bürgermeister:

Lutz Brockmann (SPD) seit 2004

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[7][8]
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50
40
30
20
10
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43,4 %
35,1 %
12,9 %
5,0 %
1,8 %
1,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g Neue ökologische Linke, Wähler/innenvereinigung im Landkreis Verden

Nach der Stadtratswahl am 11. September 2011 verteilen sich die Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (Veränderungen zur Stadtratswahl am 10. September 2006):

  • SPD: 15 Sitze (+1)
  • CDU: 12 Sitze (±0)
  • GRÜNE: 5 Sitze (+2)
  • FDP: 2 Sitze (–3)
  • NPD: 1 Sitz (±0)
  • LINKE: 1 Sitz (+1)
  • NÖL: n. k. (–1)

Das NPD-Stadtratsmitglied trat 2012 zu der Partei Die Rechte über.[9]

Als Auszeichnung verleiht der Stadtrat der Stadt Verden die „Städtische Verdienstmedaille“.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein schwarzes fußgespitzes Tatzenhochkreuz (sogenanntes „Nagelkreuz“).“

Die älteste Abbildung ist auf einem Siegel aus dem Jahr 1338 zu finden.

Partnerschaften und Patenschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Verden unterhält folgende Partnerschaften und Patenschaften:[10]

Partnerstädte
Patenschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dom, von der Aller aus betrachtet
Dom, Südseite
Domplatz
Rathaus und Johanniskirche

Stadt und Bauwerke[Bearbeiten]

  • Historische Altstadt an der Aller mit der Fußgängerzone Große Straße, dem Domviertel am Lugenstein, der Stadthalle und dem Domherrenhaus
  • Altes Rathaus, Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, 1903–1905 umgebaut und erweitert, dabei der neubarocke Turm errichtet
  • Fachwerkhaus Strukturstraße 7, 1577

Kirchen[Bearbeiten]

  • Dom zu Verden, gotische dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. und 15. Jahrhundert
  • St.-Andreas-Kirche, spätromanischer Backsteinbau, um 1200 errichtet, in dem die Grabplatte des Bischofs Yso aufbewahrt wird
  • St. Johanniskirche, um 1150 errichtet, zählt zu den ältesten Backsteinkirchen Norddeutschlands, die gotischen Seitenschiffe wurden im 14. Jahrhundert hinzugefügt, Turm mit barocker Haube von 1697
  • römisch-katholische Propsteikirche Sankt Josef, neuromanische dreischiffige Basilika aus Backstein, erbaut nach Entwurf von Richard Herzig, geweiht am 5. August 1894
  • evangelisch-lutherische Zionskirche der SELK, Backsteinbau nach Entwurf des Berliner Architekten Richard Oertwig (1908–1944), errichtet 1937–1938, eingeweiht am 26. Juni 1938[11]
  • Ehemalige Nikolaikirche auf dem Sandberg. Die im Mittelalter erbaute gotische Kirche diente zuletzt bis 1810 als Garnisonskirche, wurde 1814 profaniert und wird seitdem unter Veränderung ihres äußeren Erscheinungsbildes für nichtkirchliche Zwecke genutzt.[12][13][14]

Museen und Freizeitparks[Bearbeiten]

  • Das Domherrenhaus – Historisches Museum Verden, im ältesten Stadtteil, dem Fischerviertel, gelegen, birgt u. a. eines von dreien der ältesten Holzartefakte der Menschheit, die „Lanze von Lehringen“; dieser Fundkomplex dokumentiert ein Jagdgeschehen einer Neandertaler-Jagdgruppe auf einen Waldelefanten und ist für die Erforschung der Evolution des Menschen von weltweiter Bedeutung.
  • Deutsches Pferdemuseum am Holzmarkt, welches deutschlandweit einzigartig die Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Funktionen für den Menschen im Laufe der Jahrhunderte präsentiert.
  • Der Magic Park Verden, ein Freizeitpark für Kinder, der sich auf die Themen Zauberei und Märchen spezialisiert hat.

Natur und Denkmale[Bearbeiten]

  • Im Sachsenhain (Ortsteil Dauelsen) stehen beiderseits eines von großen Eichen gesäumten Weges 4500 Findlinge, die 1935 zum Gedenken an die hier angeblich hingerichteten Sachsen aufgestellt wurden.
  • Auf dem Domfriedhof befindet sich das „Goldmanngrab“, das durch seine Einzäunung auffällt. Am 11. Mai 1818 verstarb Franz Goldmann im jungen Alter von nur 20 Jahren infolge eines Jagdunfalls in Rieda bei Verden. Sein Vater, der Amtmann und Pächter zu Förste am Harz Christoph Goldmann, hielt die Erinnerung seines Sohnes durch ein Vermächtnis aufrecht, für das er 1000 Thaler stiftete. Am 11. Mai jeden Jahres sollte ein „unbescholtenes und tugendhaftes Mädchen“ 30 Thaler erhalten, wenn sie am gleichen Tag heiratete und am Tag zuvor das Grab von Franz Goldmann mit Blumen geschmückt hatte und dort betete. Das Vermächtnis wird heute noch erfüllt.
  • In der Nähe der Stadt Verden liegt das Naturschutzgebiet Verdener Dünen.
  • Im Nordosten der Stadt, unweit der Dünen, befindet sich die ehemalige Heilquelle Verdener Brunnen.
  • Das einzige Denkmal für John Lennon in Deutschland befindet sich in der Altstadt. Es erinnert an Dreharbeiten in der Verdener Altstadt zum Film Wie ich den Krieg gewann, in dem John Lennon mitwirkte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Show der Besten, Rinderzuchtshow (einmal im Jahr)
  • Pferdeauktionen, nationale und internationale Turniere, Pferderennen, Ausstellungen, Freizeit- und Breitensportfestival rund ums Pferd
  • Verdener Domweih, eines der ältesten Volksfeste Norddeutschlands; in der Innenstadt (Anfang Juni)
  • Verdener Wochenmarkt, jeden Dienstag und Freitag
  • Lätarespende, Verteilung von Brot und Heringen als Vermächtnis von Klaus Störtebeker (am Montag nach dem Lätare Sonntag – drei Wochen vor Ostern)[15][16]
  • Domfestspiele, saisonales Freilichttheater im Schatten des Doms
  • Verdener Jazz- und Bluestage
  • Kurzfilmfestival „Filmsalat“, veranstaltet vom Verein Kommunal Kino Verden e.V. (seit 1987)
  • Autosonntag (einmal im Jahr)
  • Sport und Schau (einmal im Jahr, meistens Januar)
  • Verdener Tanznacht (dreimal im Jahr)

Einrichtungen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Das Rathaus der Stadt Verden (Aller), Große Straße 40, 27283 Verden (Aller)
  • Die Stadtbibliothek, Am Holzmarkt 7
  • Die Freiwillige Feuerwehr, Lindhooper Straße 52
  • Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Verden gibt es zahlreiche Bildungseinrichtungen und zwar

Sozialeinrichtungen[Bearbeiten]

Krankenversorgung

weitere Sozialeinrichtungen

  • Kindertagesstätten: sieben städtische Kindertagesstätten und fünf Kindertagesstätten von freien Trägern
  • Jugendheime: die Jugendherberge Verden
  • Altenheime: Seniorenresidenz „Am Burgberg“, die St.-Johannis- sowie die Sankt-Josef-Seniorenwohnanlage, Pflegeheim CURA

Sport[Bearbeiten]

Verden hat ein umfangreiches Sportangebot mit über 40 Sportvereinen. Neben einer Vielzahl von kleineren Freiluftanlagen und Sporthallen sind das Stadion am Berliner Ring sowie die Aller-Weser-Halle als Verdens größte Sportstätten erwähnenswert. In der Niedersachsenhalle finden überwiegend Veranstaltungen des Reitsports und Viehauktionen statt.

Tierzucht[Bearbeiten]

Verden ist ein Zentrum der Pferdezucht. So hat der Verband der Hannoveraner-Pferde seinen Hauptsitz in Verden, in der zugehörigen Niedersachsenhalle werden auch die international besuchten Hannoveraner-Auktionen abgehalten. Daneben spielt die Rinderzucht ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die hier ansässige Masterrind GmbH veranstaltet ebenfalls Auktionen in der Niedersachsenhalle.

Religion und Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Evangelische Gemeinden

Traditionell ist Verden evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz des Kirchenkreises Verden.

Daneben bestehen Kirchgemeinden

Katholische Kirche

Verden ist Sitz eines römisch-katholischen Dekanats im Bistum Hildesheim mit Sitz in der Propsteikirche Sankt Josef.

Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche hat eine Gemeinde in Verden.

Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas unterhalten in der Borsteler Chaussee im Stadtteil Eitze einen Königreichssaal.

Islamische Gemeinde

In der Verdener Innenstadt, unweit des Domes, befindet sich in einem früheren Lagergebäude eine islamische Moscheegemeinde, die organisatorisch zur DITIB gehört.

Jüdische Gemeinde

Bis 1938 existierte in Verden eine jüdische Gemeinde mit einer Synagoge im Bereich des Johanniswalls, nahe dem heutigen Justizzentrum. Diese Synagoge wurde im Zuge der Reichspogromnacht zerstört, an die Gemeinde erinnert noch ein erhaltener jüdischer Friedhof an der Ecke Ahornweg/Eichenweg.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Betriebe
  • Die Mars Petcare, Anbieter im Heimtierbedarf, ist der größte Industriebetrieb in Verden.
  • Die Block Transformatoren-Elektronik GmbH ist ein Anbieter der Stromversorgungen, elektrischen Filtern und Transformatoren.
  • Die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag.
  • Das Kühl- und Logistikunternehmen Nordfrost.
  • Sowie die Badenhop Fleischwerke, der Maschinenbaubetrieb Focke & Co., der Vemag Maschinen- und Anlagenbau, die Thom Metall- und Maschinenbau, der Matthäi Straßenbau, der Holzkamm Hochbau, die Tierzucht Masterrind GmbH, die Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung, der Hannoveraner-Zuchtverband und der Lebensmitteldiscounter Netto.
  • Im Umland der Stadt wird unter anderem Pferdezucht und Milchwirtschaft betrieben.
  • Verden besitzt Geschäftsstellen der Volksbank Aller-Weser eG und der Kreissparkasse Verden, die hier ihren Sitz hat.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Verden liegt an der Bundesautobahn 27 Cuxhaven-Bremen-Walsrode, an der Bundesstraße 215 Rotenburg (Wümme)-Nienburg/Weser-Minden sowie an den Landesstraßen 171 Verden – Visselhövede – Schneverdingen und 203 Richtung Thedinghausen. Im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin gibt es drei Fotos, die den Bau der „Allerbrücke bei Verden“ dokumentieren.[18]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Verden verknüpft im Netz der Deutschen Bahn die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen mit der nach Rotenburg (Wümme). Er ist Halt für Intercity-, Regionalexpress-, Regionalbahn- und (vereinzelt) ICE-Züge. Seit Mitte Dezember 2011 ist Verden in das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen eingebunden.[19]

Verden ist Sitz der Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE), deren Stammstrecke in eine 12,5 km lange Bahnstrecke von Verden nach Stemmen und eine weitere von Böhme nach Walsrode zerfallen ist. Auf den VWE-Strecken findet seit Jahrzehnten nur Güterverkehr und gelegentlicher Museumseisenbahnverkehr statt. Unter anderem wird über die VWE das Mars-Werk an das Schienennetz angebunden.

ÖPNV[Bearbeiten]

Darüber hinaus verfügt die Stadt über einige lokale und regionale Buslinien. Verden gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Der innerstädtische Verkehr und der Busverkehr nach Kirchlinteln wird von der Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG, Tochter der VWE) versorgt, während die meisten regionalen Verbindungen von Bussen der Verden-Walsroder Eisenbahn, vereinzelt auch von der Weser-Ems Bus (WEB) bedient werden.

Wasser[Bearbeiten]

Der Altarm der Aller, die „Alte Aller“ bei Verden
Fahrgastschiff am Anleger Verden

Die Kernstadt liegt unmittelbar an der für die Binnenschifffahrt befahrbaren Aller (nur äußerst geringer Sportboot- und Ausflugsschiff-Verkehr), die im Norden des Stadtgebietes (Ortsteil Eissel bei Dauelsen) in die Weser mündet. Die Weser wird auch für die gewerbliche Binnenschifffahrt genutzt. Das Ausflugsschiff fährt gelegentlich nach Intschede und Bremen.

Die Lage an zwei Flüssen führt regelmäßig zum Ende des Winters zu Hochwasser. Dabei werden zumeist die Landesstraße 203 (Verden-Blender) sowie die Kreisstraße zwischen Eissel und Verden sowie Eissel und Langwedel überflutungsbedingt gesperrt. Eissel ist dann vorübergehend nur per Boot zu erreichen, Autofahrer aus Richtung Blender müssen kilometerweite Umwege über Hoya (Kreis Nienburg) oder Achim in Kauf nehmen.

Luft[Bearbeiten]

In Verden-Scharnhorst befindet sich der Flugplatz Verden-Scharnhorst, ein Verkehrslandeplatz (ICAO-Code: EDWV) für Maschinen bis 2000 kg Höchstabfluggewicht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt Verden[Bearbeiten]

Zeitliche Reihenfolge

  • 1862: Wilhelm Freiherr von Hammerstein, 1854–1862 Amtmann (Landrat) des Kreises Verden, später Minister des Königs von Hannover
  • 1868: Dr. phil. Hermann Gottlieb Plass, 1833–1871 Direktor des Verdener Domgymnasiums
  • 1887: Dr. iur. Friedrich Georg Wilhelm Müller, Justizrat, Bürgervorsteher
  • 1890: Theodor Otto Münchmeyer, 1855–1890 Bürgermeister der Stadt Verden
  • 1919: Wilhelm Schorcht, 1890–1919 Bürgermeister der Stadt Verden

Söhne und Töchter der Stadt Verden[Bearbeiten]

Alphabetische Reihenfolge

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Alphabetische Reihenfolge

  • Artur Becker (* 1968 in Bartoszyce), in Verden lebender Schriftsteller
  • Tillmann Benfer (* 1956), Kirchenmusikdirektor
  • Johann Bornemacher (auf dem Scheiterhaufen verbrannt) 3. Januar 1526 in Verden/Aller; luth. Theologe und Märtyrer
  • Peter Bohlmann (* 1972 in Coesfeld), Politiker, Landrat des Landkreises Verden
  • Wilhelm von Dommes (1867–1959), Generalleutnant
  • Karl von Einem (* 1853 in Herzberg am Harz; † 1934 in Mülheim an der Ruhr), von 1873 bis 1876 Regimentsadjutant in Verden, späterer preußischer Kriegsminister
  • Friedrich Gottlieb Müller (* 1816; † 1908 in Verden), Maler und Zeichner von Stadtansichten u. a. moderne Bauten und Industriebetriebe im nordwestdeutschen Raum
  • Friedrich Lang (1778–1859), Jurist und Politiker, Stadtsyndikus in Verden
  • Henning Pertiet (* 1965), Blues- und Jazz-Pianist
  • Walther von Seydlitz-Kurzbach (1888–1976), General der Artillerie
  • Ludwig Stubbendorff (1906–1941), 1936 Doppelolympiasieger in der Einzel- und Mannschaftswertung der reiterlichen Vielseitigkeitsprüfung (Military)

Sonstiges[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Geschichte von Verden wurde in 17 Bänden von 1972–1991 aufgearbeitet.
  • Jürgen Weidemann: Novemberpogrom 1938 „Kristallnacht“ in Verden. 1988
  • Das Weinkaufsbuch, Übertragung von Carl-Christian Hesse 1988
  • Urgroßvaters Tagebuch, Max Lehmann 1936–1989
  • J. C. Trumph: 1744 – Die Verdener, ihre Gesundheit und ihr Bier. Neubearbeitung: F. Schmitz, W. Schöttler, 1991
  • Otto Voigt: Bauernreihen in den Dörfern der Kirchspiele des alten Amtes Verden. 2 Bände, 1993
  • Margarethe Wolters: Testamente 1774–1850. 2 Bände, o.J. (ca. 1994)
  • Björn Emigholz: Die Tagebücher der Gertrud Schädla 1914–1918. 2000
  • Jürgen Siemers: Das historische Verden. 2000
  • Edmund von Lührte: Die Holzmarktkaserne im Wandel zu einem neuen Zentrum städtischen Lebens. 2002
  • Joachim Woock: Zwangsarbeit ausländischer Arbeitskräfte im Regionalbereich Verden/Aller (1939–1945). 2004
  • Daniela Piplat: Entwicklung und gegenwärtige Struktur der Pferdehaltung im Raum Verden. 2005
  • Bernd Kappelhoff, Jan Lokers: Verdener Gerichts- und Geschichtsquellen 1663–1909. 2006
Chroniken der zu Verden gehörenden Orte
  • Elisabeth Söhl: Scharnhorst. 1981
  • Otto Voigt: Walle. 1981
  • Else Arens: Eitze. 1989
  • Jürgen Siemers: Döhlbergen-Hutbergen. 1995
  • Arbeitskreis Dorfchronik (Hrsg.): Eissel. 1996
  • Arbeitskreis Dorfchronik: (Hrsg.): Dauelsen.1996
  • Jürgen Siemers, Arbeitskreis Dorfchronik (Hrsg.): Hönisch. 1997
  • Heimatverein Borstel in Verden e.V. (Hrsg.): Borstel. 2004

weitere Werke

  • Karl Nerger: Verden stellt sich vor. Ein Führer für Touristen. Verden (Aller) 1981, 24 S. m. 12 Abb.
  • Jürgen Bohmbach: Verden. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, Seite 1518–1523 ; ISBN 3-89244-753-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Joachim Woock: Unterrichtsmaterialien zum Thema „Hexenverfolgung im Stift Verden und in den Herzogtümern Bremen-Verden“, Verein für Regionalgeschichte Verden e. V., Verden 2009, S. 88–96.
  3. Joachim Woock, Rede anlässlich der Wanderausstellung „Justiz im Nationalsozialismus“, 2002
    Am 9. November 1943 wurde der Sitz des Plünderungs-Sondergerichtes formell von Wesermünde, wo weiterhin Verhandlungen stattfanden, nach Verden verlegt
  4. Marc Buggeln: In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 5, Hinzert, Auschwitz, Neuengamme. Beck-Verlag, München 2007, S. 530. ISBN 3-406-52965-8
  5. http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/24449/srp_verbot.html
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  7. http://www.verden.de/portal/seiten/stadtratswahl-2011-br-b-gesamtergebnis-stadt-verden-b--907000833-20680.html?s_sprache=de&rubrik=7000009
  8. http://www.verden.de/portal/seiten/stadtratswahl-2006-br-b-gesamtergebnis-stadt-verden-b--907000618-20680.html?s_sprache=de&rubrik=7000009
  9. Partei „Die Rechte“ tritt Nachfolge von NPD an
  10. Website der Stadt Verden Abgerufen am 19. April 2014
  11. http://www.selk-verden.de /index.php?option=com_content&view=article&id=5&Itemid=5
  12. http://www.nikolaigemeinde-verden.de/index.php?id=1102
  13. http://www.panoramio.com/photo_explorer#view=photo&position=794&with_photo_id=72601906&order=date_desc&user=5517002
  14. http://www.domgymnasium-verden.de/buch/nikolaistrasse.html
  15. http://www.domgymnasium-verden.de/buch/stoertebekerstrasse-.html
  16. http://www.matjestag.de/stoertebeker.html
  17. http://www.efg-verden.de/
  18. 3 Fotos aus der Bauzeit der Allerbrücke
  19. http://www.regiosbahn.de/de/aktuelles/nachricht/anzeige/fahrplanwechsel-2011-mit-neue-rs-1-ver.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Verden (Aller) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Verden – Reiseführer
 Wikisource: Verden – Quellen und Volltexte