Butterfly Effect

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Filmdaten
Deutscher Titel Butterfly Effect
Originaltitel The Butterfly Effect
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 16[1]
Stab
Regie Eric Bress,
J. Mackye Gruber
Drehbuch Eric Bress,
J. Mackye Gruber
Produktion Chris Bender,
A. J. Dix,
Anthony Rhulen,
JC Spink
Musik Michael Suby
Kamera Matthew F. Leonetti
Schnitt Peter Amundson,
Kirk Moses
Besetzung

Butterfly Effect ist ein US-amerikanischer Kinofilm aus dem Jahr 2004. Regie führten die Debütanten Eric Bress und J. Mackye Gruber.

Handlung[Bearbeiten]

Evan Treborn (Ashton Kutcher) hat jedes Zeitgefühl verloren. Seine Kindheit, später auch seine Jugend, war bestimmt von mehreren entscheidenden Ereignissen, an die er sich durch so genannte Blackouts nicht mehr erinnern kann. Nur zusammenhanglose Erinnerungsfetzen sind ihm geblieben.

Das Leben seiner früheren Kindheitsfreunde Kayleigh (Amy Smart), Lenny (Elden Henson) und Tommy (William Lee Scott) ist zerstört, aber er weiß nicht warum.

Sein Psychologe rät ihm als Kind, Tagebuch zu führen, welches ihm später weiterhelfen wird. Jahre sind vergangen, und er wird durch ein Date auf seine Tagebücher aufmerksam. Sie sind der Schlüssel, und mit ihnen gelingt es ihm, die Vergangenheit zu ändern, aber dies geht schief …

Beim ersten Versuch, sich mit Hilfe seines Tagebuches an vergangene Erlebnisse zu erinnern, wird Evan in eine Szene versetzt, in der seine Freundin Kayleigh und er selbst gerade von Kayleighs Vater sexuell missbraucht werden. Verstört von dieser Szene, fährt er in seinen alten Heimatort zurück, um Kayleigh zu besuchen. Er findet sie als Kellnerin in einer Bar, befragt sie zu den Erlebnissen ihrer Kindheit, konfrontiert sie mit Dingen, die sie lieber vergessen würde, bringt sie dazu wegzulaufen, fährt wieder weg und erfährt kurze Zeit später, dass sich seine Jugendfreundin getötet hat. Er versucht nun, sich mit Hilfe seiner Tagebücher in die ausschlaggebende Situation zurück zu versetzen und diese zu verändern – was ihm auch gelingt, in dem er Kayleighs Vater mit den Folgen seiner Handlung konfrontiert.

Nach dieser Szene wacht er wieder auf, Kayleigh ist am Leben und liegt neben ihm, beide sind ein glückliches Paar und recht wohlhabend. Doch kurze Zeit später stellt sich heraus, dass Kayleighs Bruder gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun auf der Suche nach Evan ist. Da Evan verhindert hatte, dass Kayleigh von ihrem Vater missbraucht wird, wurde ihr Bruder von ihm missbraucht, und ist deswegen sehr aggressiv. Im Park treffen sie aufeinander, Evan überwältigt Kayleighs Bruder, schlägt ihm mit dessen Radmutterschlüssel den Schädel ein und landet dafür im Gefängnis, wo er von seinen Mithäftlingen gemobbt wird.

Diese Ereigniskette wird immer weiter zugespitzt (Kayleigh wird zu einer drogenabhängigen Prostituierten, Evan verliert beide Arme, verschiedene seiner Freunde sind tot oder geisteskrank), da Evan alle erdenklichen Möglichkeiten ausprobiert, um Kayleigh zu retten. Der Film gipfelt schließlich darin, dass Evan verhindern muss, dass Kayleigh sich überhaupt mit ihm anfreundet. Dies ist anscheinend der einzige Weg, alles Schlimme zu verhindern. Wieder zurück in der Zukunft sehen sich Evan und Kayleigh acht Jahre später auf der Straße, wo sie Evan allerdings nicht anspricht, sondern weitergeht.

Ursprüngliche Fassung: Director’s Cut[Bearbeiten]

Der Director’s Cut ist die ursprünglich von den beiden Regisseuren intendierte Fassung. Neben einigen zusätzlichen Szenen, die die Handlung ausführen und vertiefen, hat diese Fassung ein anderes Ende: Evan geht mit seiner Mutter zu einer Wahrsagerin, von der er erfährt, dass sein eigenes Leben ein einziger Fehler sei, dass er keine Seele habe und es ihn nie hätte geben dürfen, da seine Hand keine Lebenslinie aufweise. Danach erzählt ihm seine Mutter, dass sie vor ihm bereits zwei Fehlgeburten gehabt hätte (sein Familienname, Treborn, weist auf three-born, „Drittgeborener“, hin). Am Ende des Films wird Evan daher klar, dass die Wahrsagerin Recht hatte und dass er selbst der Grund für das Leid ist, das in veränderter Form immer wieder auftritt, egal wie er die Dinge zu verändern versucht. Deshalb bittet er in der Nervenklinik seine Mutter um den Film von seiner eigenen Geburt, mittels dessen er in den Mutterleib zurückreist und sich vor seiner Geburt mit der eigenen Nabelschnur selbst erdrosselt. Am Ende des Director’s Cut ist zu sehen, dass sich Evans Mutter nach der dritten Fehlgeburt von ihrem Mann scheiden lässt und mit einem neuen Mann glückliche Kinder großzieht, die offenbar nicht von dem Fluch betroffen sind, den Evans Vater an seine drei Kinder weitergegeben hatte.

Die Regisseure haben in einem Kommentar zum Film angegeben, dass sie dieses Ende, welches in Deutschland auch in einigen Previews zu sehen war, für das bessere Ende halten. Die Vertriebsfirma New Line Cinema bestand für die Kinoversion jedoch auf ein weniger schockierendes Ende.

Alternative Enden[Bearbeiten]

Auf der Special-DVD sind mehrere alternative Enden zu sehen:

  • Evan folgt Kayleigh, als er sie acht Jahre später auf der Straße trifft. Es wird nicht klar, ob er sie anspricht oder nicht.
  • Evan sieht Kayleigh, jedoch gehen beide ihre Wege weiter.
  • Evan und Kayleigh verabreden sich zu einem Kaffee.
  • Evan sieht sich nicht den Film der Geburtstagsfeier an, sondern den seiner eigenen Geburt. Im Bauch seiner Mutter erdrosselt er sich mit seiner Nabelschnur. (Director’s Cut)

Kritiken[Bearbeiten]

„Spannungsarmer Mystery-Thriller, der besonders durch die dramaturgischen Schlupflöcher aus ausweglosen Situationen und das absehbare gute Ende [der Kinofassung] einen unbefriedigenden Eindruck hinterlässt.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Das Thema Zeitreisen und Parallel-Universen in einem straighten Psycho-Thriller verpackt? Das ruft zwangsläufig die gestrengen Wächter der Logik auf den Plan. Genau damit hat auch Eric Bress’ und J. Mackye Grubers „Butterfly Effect“ hart zu kämpfen. Spannend und packend inszeniert bietet der Film über die gesamte Spielzeit einiges an trashigem Spaß, aber die Fallstricke des Plausiblen machen dem Vergnügen am Ende einen Strich durch die Rechnung, so dass aus dem Low-Budget-Thriller lediglich ein Film wurde, der zwar einen hohen Unterhaltungswert bietet, aber mit Mängeln behaftet ist.“

Filmstarts.de[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Schmetterlingseffekt[Bearbeiten]

Der Titel des Films bezieht sich auf den populärwissenschaftlichen Begriff des Schmetterlingseffekts. Dieser Begriff aus der Chaostheorie steht für die Überlegung, dass selbst kleinste Einflüsse ungeahnte und unberechenbare Folgen haben können; dass z. B. der Flügelschlag eines Schmetterlings als Ursache für einen Wirbelsturm auf der anderen Seite der Erde in Frage kommt. Die Handlung des Films zeigt allerdings eigentlich nur einen Domino-Effekt und nicht den Schmetterlingseffekt, da theoretisch kleinste Eingriffe in die Vergangenheit die Gegenwart vollkommen verändern könnten. Der Film beschränkt sich aber auf das enge Umfeld des Protagonisten – Freunde und Eltern – und damit auf leicht nachvollziehbare Veränderungen. Die Theorie vom Schmetterlingseffekt wird vom Film eher als Metapher für die moralische Ansicht genutzt, dass man nicht Gott spielen dürfe, indem man versuche, komplexe Gebilde zu beeinflussen, da man die Welt nie zur Zufriedenheit aller umgestalten könne und letztendlich nie genau wisse, was man tut.

Das Zeitreisekonzept[Bearbeiten]

Der Film behandelt das Konzept der Zeitreise. Ähnlich wie im Film The Jacket (2005) reist der Protagonist nicht mittels der technischen Apparatur einer Zeitmaschine, sondern allein durch mentale bzw. seelische Vorgänge durch die Zeit. Er springt zurück in Erinnerungslücken, die ihm in seiner Jugend widerfuhren, wodurch diese zu Momenten der übernatürlichen Seelenwanderung bzw. mentalen Zeitreise werden, bei der das Ich vorübergehend stillgelegt wird, solange die Zeitreise andauert.

Die Erzählstruktur mit ihren schnellen und verwirrenden Sprüngen in der Handlung bzw. mit verschiedener Handlungsebenen oder Realitäten zeigt Ähnlichkeiten zu den Filmen Memento (2000) oder eXistenZ (1999).

Für das Was wäre gewesen, wenn …-Sujet, siehe auch die Filme Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit, Mr. Nobody, Donnie Darko, The I Inside, Lola rennt, Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht, Und täglich grüßt das Murmeltier, Der Zufall möglicherweise, Next, Kate & Leopold, Zurück in die Zukunft, Die Tür und 12 Monkeys.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Es gibt Anspielungen auf David Finchers Film Sieben. In der Kinoszene ist ein Ausschnitt dieses Films zu sehen. Evan Treborns Tagebücher sind denen von John Doe nachempfunden.
  • Der Name des Hauptcharakters Evan Treborn sollte ursprünglich Chris Treborn lauten ((Christ reborn) wörtl. Christus [ist] wiedergeboren). Die Autoren änderten dies jedoch noch vor Beginn der Dreharbeiten.
  • Des Weiteren ist der Nachname Treborn eine Anspielung darauf, dass Evan dreimal (three = drei) geboren wurde. (Mrs. Treborn hatte, bevor sie Evan bekam, zwei Fehlgeburten.) Die Szene, in der Mrs. Treborn davon erzählt, wurde aber aus dem Film herausgenommen und ist nur auf der Directors Cut DVD des Films zu sehen. Außerdem könnte Evan Treborn auch „Event Reborn“ bedeuten.
  • Das Lied, welches im Trailer als Hintergrundmusik läuft, ist It’s been a while von der Band Staind.
  • Die Free-TV-Premiere fand am 11. Juli 2007 im Schweizer Programm SF zwei statt. Im österreichischen Fernsehen lief der Film zum ersten Mal am 1. Mai 2008 auf ORF sowie auf dem deutschen Kanal RTL.
  • Butterfly Effect spielte in den ersten Monaten nach Start in den US-amerikanischen Kinos mehr als 57 Mio. US-Dollar ein, was ungefähr dem fünffachen der Produktionskosten entspricht.[4]

Fortführung als Filmreihe[Bearbeiten]

Aufgrund des beachtlichen Erfolgs folgte 2006 ein Film mit dem Titel Butterfly Effect 2, der in den Vereinigten Staaten am 10. Oktober 2006 und in Deutschland am 8. Dezember 2006 als Direct-to-DVD-Produktion erschien. Butterfly Effect 2 spielt mit dem Titel auf den sehr erfolgreichen Film Butterfly Effect an und suggeriert eine Fortsetzung, steht inhaltlich und hinsichtlich der Besetzung aber in keiner Verbindung zu dem vorhergegangenen Film. Ein dritter Teil erschien 2009 unter dem Titel Butterfly Effect 3 – Die Offenbarung im Januar in den Vereinigten Staaten und im November in Deutschland gleichfalls direkt auf DVD. Dieser Teil ist ebenso unabhängig von den anderen.

Komplette Besetzung[Bearbeiten]

Schauspieler/in Rolle
Logan Lerman Evan Treborn mit 7
John Patrick Amedori Evan Treborn mit 13
Ashton Kutcher Evan Treborn
Melora Walters Andrea Treborn
Callum Keith Rennie Jason Treborn
Cameron Bright Tommy Miller mit 7
Jesse James Tommy Miller mit 13
William Lee Scott Tommy Miller
Sarah Widdows Kayleigh Miller mit 7
Irene Gorovaia Kayleigh Miller mit 13
Amy Smart Kayleigh Miller
Eric Stoltz George Miller
Elden Henson Lenny Kagan
Jake Kaese Lenny Kagan mit 7
Kevin Schmidt Lenny Kagan mit 13
Nathaniel DeVeaux Dr. Redfield
Lorena Gale Mrs. Boswell
Ethan Suplee Thumper

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Butterfly Effect im Lexikon des Internationalen Films
  3. Carsten Baumgardt: Butterfly Effect. Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 28. Juli 2014.
  4. US-Einnahmen Butterfly Effect