Calcinaia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Calcinaia ist auch ein Ortsteil der Gemeinde San Casciano in Val di Pesa in der Provinz Florenz.
Calcinaia
Wappen
Calcinaia (Italien)
Calcinaia
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pisa (PI)
Koordinaten: 43° 41′ N, 10° 37′ O43.68444444444410.61916666666716Koordinaten: 43° 41′ 4″ N, 10° 37′ 9″ O
Höhe: 16 m s.l.m.
Fläche: 14,99 km²
Einwohner: 11.838 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 790 Einw./km²
Postleitzahl: 56012
Vorwahl: 0587
ISTAT-Nummer: 050004
Volksbezeichnung: Calcinaioli
Schutzpatron: Santa Ubaldesca
Website: www.comune.calcinaia.pi.it
Panorama von Calcinaia
Panorama von Calcinaia

Calcinaia ist eine Gemeinde in der Provinz Pisa in der italienischen Region Toskana mit 11.838 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Calcinaia in der Provinz Pisa

Der Hauptort der Gemeinde Calcinaia liegt ca. 25 km östlich von Pisa und ca. 50 km westlich von Florenz am rechten Ufer des Arno, in der Ebene südöstlich des Monte Pisano in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1864 GR/G[2]. Zum Gemeindegebiet gehören ebenfalls der fünf Kilometer südwestlich gelegene Ortsteil Fornacette sowie Oltrarno, Sardina und Montecchio.

Calcinaia grenzt im Norden an Bientina, im Osten an Santa Maria a Monte, im Süden an Pontedera und im Westen an Cascina und Vicopisano.

Geschichte[Bearbeiten]

In römischer Zeit hieß der Ort Vicus Vitri. Im Mittelalter ist er unter diesem Namen ab 975 bezeugt, während der im Jahre 1193 zuerst bezeugte Name Calcinaia auf zahlreiche in der Gegend errichtete Kalköfen zurückgeht (ital.: calce).

Im Hochmittelalter gehörte der Calcinaia zunächst zur Herrschaft der Grafen Cadolingi von Fucecchio und dann zur ghibellinischen Familie Upezzinghi aus Pisa. Der bekannteste Vertreter der Familie war Gualtieri di Calcinaia, der 1221 Podestà von San Gimignano und 1243 von Arezzo wurde.

Calcinaia wurde Schauplatz der Rivalitäten zwischen den Republiken Pisa und Lucca, und kam im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft von Florenz. Ab 1555 ließ Großherzog Cosimo I. de' Medici, u.a. nach Plänen von Leonardo da Vinci, großflächige Wasserregulationsarbeiten ausführen, um die zum Teil schweren Überschwemmungen des Arno zu bekämpfen. Dabei wurde das Flussbett des Arno nach Süden verlegt, so dass Calcinaia, das ursprünglich am linken Arnoufer lag, sich heute rechts davon befindet. Unter den Habsburg-Lothringer Großherzögen wurden die Arbeiten fortgesetzt.

Nach den Trockenlegungsmaßnahmen entwickelte sich um Calcinaia die Landwirtschaft (Getreide, Gemüse, Hanf und Leinen). Ab den 1960er Jahren siedelten sich vor allem im Ortsteil Fornacette viele Industrie- und Dienstleistungsbetriebe an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torre degli Upezzinghi
Rathaus
  • Chiesa di San Giovanni Battista – Die Kirche wurde im Jahre 1193 zum ersten Mal erwähnt. Das heutige Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert, und wurde nach starken Schäden im Zweiten Weltkrieg restauriert. In der Kirche befindet sich das Grab der heiligen Ubaldesca.
  • Chiesa di Sant’Andrea in Pozzale - Kirche im Ortsteil Fornacette im klassizistischen Stil.
  • Torre degli Upezzinghi - Der Turm ist Rest einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Regata Storica - Historische Regatta auf dem Arno am 4. Juni. An der von einem Umzug in historischen Kostümen begleiteten Regatta treten drei Stadtbezirke (rioni) gegeneinander an: Montecchio im Norden, das traditionell das Bürgertum repräsentiert; Oltrarno südlich des Arno, das die einfache Landbevölkerung darstellt, und Nave. Die Regatta ist der Höhepunkt der Feiern zu Ehren von Schutzheiligen Ubaldesca.
  • Sagra della Nozza, Dorffest im Mai, auf dem man eine traditionelle Süßspeise des Ortes, die Nozza, angeboten wird.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Calcinaia unterhält mit folgenden Orten Partnerschaften:

In der Gemeinde geborene Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emanuele Repetti: Calcinaja - Cilecchio Vecchio e Nuovo. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 26. Januar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)