San Giuliano Terme

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San Giuliano Terme
Wappen
San Giuliano Terme (Italien)
San Giuliano Terme
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pisa (PI)
Koordinaten: 43° 46′ N, 10° 26′ O43.762510.4413888888896Koordinaten: 43° 45′ 45″ N, 10° 26′ 29″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 91,71 km²
Einwohner: 31.066 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 339 Einw./km²
Postleitzahl: 56017
Vorwahl: 050
ISTAT-Nummer: 050031
Volksbezeichnung: Sangiulianesi
Schutzpatron: San Bartolomeo apostolo (24. August)
Website: Gemeinde San Giuliano Terme
Panorama von San Giuliano Terme
Panorama von San Giuliano Terme

San Giuliano Terme (früher Bagni di San Giuliano) ist eine Gemeinde mit 31.066 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Pisa in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von San Giuliano Terme in der Provinz Pisa

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 92 km². Sie liegt ca. 60 km westlich von Florenz und 7 km nördlich von Pisa in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1696 GG[2]. Die nördlichen Ortsteile Patrignone, Pontasserchio und Rigoli liegen am Fluss Serchio, der südliche Ortsteil Colignola liegt am Arno. Der Hauptort San Giuliano Terme liegt zwischen den beiden Flüssen und ist Teil der Gebirgskette Monti Pisani.

Zu den Ortsteilen zählen Agnano, Arena-Metato, Asciano (Pisano), Cafaggiareggi, Campo, Cardeta, Colognole, Gello, Ghezzano, Il Lamo, Le Maggiola, Madonna dell’Acqua, Metato, Mezzana-Colignola, Molina di Quosa-Rigoli, Orzignano, Palazzetto, Pappiana, Patrignone, Piaggia, Pontasserchio, Ponte d’Oro, Pugnano, Rigoli, Ripafratta-Farneta und Sant’Andrea a Pescaiola.[3]

Die Nachbargemeinden sind Calci, Capannori (LU), Cascina, Lucca (LU), Pisa, Vecchiano und Vicopisano.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Bewohner der Gegend waren die Etrusker.[4] In der Zeit der Römer wurde der Ort von Plinius als Acque pisanae erwähnt. Weitere geläufige Namen für den Ort waren Terme di Pisa und Bagni di Pisa (Pisas Therme bzw. Bäder von Pisa). Die römischen Therme wurden auf Veranlassung von Mathilde von Tuszien 1112 restauriert.[5] Eine weitere Restaurierung fand am Anfang des 14. Jahrhunderts statt, aber bereits 1406 wurden sie im Krieg zwischen Pisa und Florenz zerstört. Nach der Niederlage Pisas gelangte der Ort unter die Herrschaft des Herzogtum Toskana und ab 1737 unter die Herrschaft von Franz Stephan[5] der Habsburg-Lothringer[4], die selbst unter der Besatzung Napoleons die Herrschaft in dem Gebiet aufrechterhalten konnten. Im Zweiten Weltkrieg litt der Ort erheblich. Bei der Strage de la Romagna wurden 69 Einwohner von den deutschen Besatzungstruppen ermordet.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Palazzo delle Terme in San Giuliano Terme
Kirche Chiesa della Santissima Concezione im Ortsteil Madonna dell’Acqua
Villa Agostini Venerosi della Seta, auch Villa di Corliano genannt
  • Acquedotto Mediceo di Pisa, Aquädukt, welches vom Ortsteil Asciano bis nach Pisa zur Piazza delle Gondole führt. Entstand im 16. Jahrhundert auf Wunsch von Ferdinando I. de’ Medici.[6]
  • Acquedotto Romano di Caldaccoli, Aquädukt aus der Römerzeit, das von Caldaccoli zu den Bädern Bagni di Nerone in Pisa führte.[7]
  • Chiesa della Santissima Concezione, 1647 erbaute Kirche im Ortsteil Madonna dell’Acqua. Enthält das Werk Scene della vita di Maria e figure allegoriche von Giovanni Battista Tempesti und Mattia Tarocchi.[8]
  • Chiesa di San Jacopo (früher Monastero e Chiesa di San Girolamo), Kirche und Monasterium aus dem 14. Jahrhundert im Ortsteil Asciano.[8]
  • Chiesa di Santa Maria, Kirche im Ortsteil Pappiana, bereits 803 konsekrierte Kirche, wurde im 16. und abermals im 19. Jahrhundert vollständig restauriert.[8]
  • Chiesa e monastero di Santa Maria di Mirteto, Kirche und Kloster im Ortsteil Asciano, bereits 1150 erwähnt.[8]
  • Palazzo delle Terme, Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, durch Ignazio Pellegrini entstanden[9]
  • Pieve di San Marco a Rigoli (früher Pieve di San Pietro e San Giovanni Battista), Pieve aus dem 11. Jahrhundert.[8]
  • Pieve di Santa Maria e San Giovanni Battista, bereits 1069 erwähnte Pieve. Der Campanile wurde 1944 durch Bomben zerstört und danach wieder aufgebaut. Enthält das Tafelgemälde Madonna col Bambino von Neruccio di Federigo.[8]
  • Rocca di Ripafratta, auch Castello di Ripafratta oder Rocca di San Paolino genannt, Burg im Ortsteil Ripafratta, die erstmals 1004 erwähnt wurde.[10]
  • Santuario della Madonna dell’Acqua im Ortsteil Madonna dell’Acqua, von 1614 bis 1619 erbaute Kirche und Sanktuarium.[8]
  • Villa Agliata im Ortsteil Molina di Quosa. Entstand am Anfang des 17. Jahrhunderts. Wurde wahrscheinlich durch die Familie der Urbani errichtet und ging bereits 1623 in den Besitz der Campiglia über. Ab dem 18. Jahrhundert im Besitztum der namensgebenden Familie der Alliata[11]
  • Villa Agostini Venerosi della Seta, auch Villa di Corliano genannt. Entstand um 1536 südlich des Ortsteils Rigoli durch Pietro di Niccolao della Seta. Enthält Gemälde und Fresken aus dem Jahr 1592 von Andrea Boscoli.[12]
  • Villa Cristiani, Villa aus dem 16. Jahrhundert. Die Fassadenerneuerung wurde im 19. Jahrhundert durch Alessandro della Gherardesca durchgeführt.[13]
  • Villa Dal Borgo, Gebäude, welches durch die Familie Dal Borgo und den Architekten Ignazio Pellegrini am Anfang des 18. Jahrhunderts zur Villa umgebaut wurde.[14]
  • Villa Mazzarosa, entstand im späten 18. Jahrhundert durch die Familie Prini Aulla nahe dem Ortsteil Pontasserchio. Erlitt im Zweiten Weltkrieg erhebliche Schäden.[15]
  • Villa Medici von Agnano, auch Villa Tadini Buoninsegni genannt, um 1486 von Lorenzo I. de’ Medici in Auftrag gegebene Medici-Villa.
  • Villa Medici von Arena Matato, Medici-Villa
  • Villa Roncioni im Ortsteil Pugnano, entstand im 16. Jahrhundert.[16]

Verkehr[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Giuliano Terme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 30. Januar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Pisa, abgerufen am 3. Februar 2012 (ital.)
  4. a b c Offizielle Webseite der Gemeinde San Giuliano Terme zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 3. Februar 2013 (ital.)
  5. a b sangiulianoterme.com zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 3. Februar 2013 (ital.)
  6. Offizielle Webseite der Stadt Pisa zum Acquedotto Mediceo, abgerufen am 4. Februar 2013 (ital.)
  7. Istituto e Museo di Storia della Scienza (IMSS) Florenz, abgerufen am 5. Februar 2013 (ital./engl.)
  8. a b c d e f g vgl. I luoghi della Fede der Regione Toscana, Webarchiv
  9. vgl. TCI
  10. Castelli Toscani zur Rocca Ripafratta, abgerufen am 5. Februar 2013 (ital.)
  11. vgl. Guaita S. 182 f.
  12. vgl. Guaita S. 183 ff.
  13. vgl. Guaita S. 194 ff.
  14. vgl. Guaita S. 197 f.
  15. vgl. Guaita S. 213 f.
  16. vgl. Guaita S. 231 ff.
  17. Offizielle Webseite der Gemeinde San Giuliano Terme zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 3. Februar 2012 (ital.)