Carl Medjani

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Carl Medjani
Algérie - Arménie - 20140531 - Carl Medjani.jpg
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Mai 1985
Geburtsort LyonFrankreich
Größe 183 cm
Position Abwehrspieler
Vereine in der Jugend
0000–2003 AS Saint-Étienne
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2002–2003
2003–2006
2004–2005
2005–2006
2006–2007
2007–2013
2013–2014
2013
2014–
2014–
AS Saint-Étienne B
FC Liverpool
FC Lorient (Leihe)
FC Metz (Leihe)
FC Lorient
AC Ajaccio
AS Monaco
Olympiakos Piräus (Leihe)
FC Valenciennes (Leihe)
Trabzonspor
4 (0)
0 (0)
25 (0)
23 (0)
9 (0)
188 (9)
15 (0)
4 (0)
16 (1)
0 (0)
Nationalmannschaft2
2000–2001
2001–2002
2002–2003
2003–2004
2004–2006
2010–
Frankreich U-15
Frankreich U-16
Frankreich U-17
Frankreich U-18
Frankreich U-21
Algerien
13 (0)
16 (0)
10 (0)
8 (0)
5 (1)
24 (1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 6. August 2014
2 Stand: 5. April 2013

Carl Medjani (arabisch ‏كارل مجاني‎, DMG Kāril Maǧānī; * 15. Mai 1985 in Lyon, Frankreich) ist ein französisch-algerischer Fußballspieler. Der Abwehrspieler steht derzeit beim türkischen Erstligisten Trabzonspor unter Vertrag.

Medjani galt lange Zeit als eines der größten Abwehrtalente in Frankreich, schaffte bisher jedoch nicht den endgültigen Durchbruch. Von 2000 bis 2006 lief er insgesamt 54 Mal für diverse französische Jugendauswahlmannschaften auf. 2010 wechselte er den Verband und spielt seither für Algerien.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Der 1985 im französischen Lyon geborene Medjani begann seine Karriere in der Akademie des französischen Traditionsvereins AS Saint-Étienne, wo er zu einem der größten Talente seines Jahrgangs heranreifte. In der Spielzeit 2002/03 kam er im Alter von 17 Jahren zu insgesamt 4 Spielen in der B-Mannschaft des Vereins, ohne jedoch für die Profi-Abteilung herangezogen zu werden. In der Folge lehnte er einen Profivertrag, der ihm von Saint-Étienne angeboten wurde, ab, wodurch er zu einer der begehrtesten Transferaktien der Sommerübertrittszeit mutierte.

Neben dem FC Bayern München, Juventus Turin und dem FC Arsenal bekundeten vor allem Manchester United und der FC Liverpool großes Interesse an einer Verpflichtung des Spielers.[1] Bei Manchester United bemühte sich Alex Ferguson persönlich um den Transfer und lud ihn im Februar 2003 auf das Vereinsgelände ein, um ihm den Trainingskomplex des Vereins vorzustellen. Ein Vertragsangebot von ManU folgte, Medjani entschied sich jedoch für Landsmann Gérard Houllier, damals Manager des FC Liverpool, der ihm eine bessere Perspektive bot.[1]

In Liverpool sollte er behutsam an die Profimannschaft herangeführt werden und verstärkte vorerst die Reserve-Mannschaft, die er bereits zur Rückrunde als Kapitän aufs Feld führen durfte. Zur Folgesaison deutete alles auf seinen Aufstieg in die Profimannschaft der Reds hin, ehe Houllier durch Rafael Benítez ersetzt wurde. Benítez baute die Mannschaft in Folge nach seinen Vorstellungen um und verpflichtete insgesamt vier neue Abwehrspieler. Medjani hatte daraufhin keine Perspektive in der Premier League-Mannschaft der Reds zu spielen und wurde in die Ligue 2 an den FC Lorient ausgeliehen.[2]

In der mit Talenten wie Karim Ziani oder André-Pierre Gignac gespickten Mannschaft konnte sich Medjani auf Anhieb etablieren und bildete gemeinsam mit Richard Martini die Innenverteidigung der Bretonen. Die Spielzeit verlief für den Verein jedoch enttäuschend. Als ambitionierter Aufstiegskandidat gestartet, war man vor allem in der Rückrunde eingebrochen und beendete die Saison auf Tabellenplatz 10. In Folge bemühte sich der als Talenteförderer bekannte Lorient-Trainer Christian Gourcuff um eine Verlängerung des Leihvertrags von Medjani, die Liverpool ablehnte.[3]

Vor allem Benítez hatte sein Veto für eine weitere Ausleihe des Spielers eingelegt, da er ihn nach seinen starken Leistungen für Lorient als Alternative für die Profimannschaft der Reds einplante. In Folge absolvierte er die gesamte Saisonvorbereitung des Vereins[4] und saß in der Qualifikation zur Champions League im Heimspiel gegen den FBK Kaunas das erste Mal in einem Bewerbsspiel auf der Bank der Profis.[3] Nachdem sich für Medjani in Folge herausstellte, dass er von Benítez als Ergänzung für die Profimannschaft eingeplant wird und zum Großteil abermals in der Reserve zum Einsatz kommen würde, bat er um ein weiteres Leihgeschäft, um Spielpraxis in einer Profiliga zu sammeln.[5] Daraufhin wurde er für ein Jahr in die Ligue 1 an den FC Metz ausgeliehen.[6]

In Metz startete er neben Jamal Alioui als Stamm-Innenverteidiger in die Saison, den er jedoch nach schwachen Leistungen zu Saisonbeginn bald verlor. Es folgten 23 Spiele, alle fast ausschließlich über die vollen 90 Minuten, in denen er sich fast in jedem Spiel auf einen anderen Abwehrpartner einstellen musste. Die Mannschaft präsentierte sich über die gesamte Saison als nicht erstligatauglich, wobei man vor allem in der Defensive große Schwächen offenbarte. Medjani, der zu dieser Zeit den Ruf eines der größten Abwehrtalente des Landes zu sein innehatte, litt augenscheinlich unter der daraus resultierenden hohen Erwartungshaltung. Er lieferte zwar konstante Leistungen ab, ohne jedoch zu glänzen, wofür er oftmals in den Medien kritisiert wurde. Metz stieg zum Saisonende als Tabellenletzter mit der schlechtesten Defensive ab, Medjani ging zurück zu Liverpool.

Zurück bei den Reds teilte ihn Benítez mit, dass durch die zwischenzeitlichen Verpflichtungen von Antonio Barragán, Jan Kromkamp und Daniel Agger ein Überangebot an Abwehrspielern bestehen würde und er keine Rolle in den zukünftigen Planungen für die Profi-Mannschaft spielen würde.[7]

In Folge bemühte sich vor allem der FC Lorient mit Trainer Gourcuff um den Spieler, der in der Spielzeit 2004/05 starke Leistungen für den Verein erbracht hatte.[7] Im Juli 2006 wechselte er daraufhin ablösefrei zurück zu Lorient.[8][9]

Zurück in Lorient war er in der zweiten und dritten Spielrunde in der Stammformation aufgeboten, ehe er verletzungsbedingt bis zum November 2006 ausfiel. Danach war er bis zur Winterübertrittszeit Stammspieler, spielte jedoch überwiegend schwach, wodurch er in der Rückrunde seinen Stammplatz an Sylvain Marchal verlor. In der Rückrunde startete der Verein einen Erfolgslauf und die etatmäßige Innenverteidigung Marchal/Guillaume Moullec glänzte mit starken Leistungen. Medjani avancierte dadurch zum großen Verlierer und absolvierte bis zum Saisonende kein weiteres Spiel für Lorient. In Folge entschloss sich der Verein den in seiner Entwicklung stagnierenden Spieler in die Ligue 2 nach Korsika an den AC Ajaccio zu verleihen.[10]

In Liga 2 bot er daraufhin wieder starke Leistungen und entwickelte sich zum Abwehrchef der „Ajacciens“, die ihn in der Folge für eine unbekannte Ablösesumme fest von Lorient verpflichteten. Bis dato (Juni 2010) scheiterte Medjani mit den ambitionierten Korsen drei Mal deutlich am Wiederaufstieg in die Ligue 1, gilt jedoch als einer der stärksten Defensivspieler der Liga. Im Januar 2013 wechselte Medjani zum AS Monaco. Wenige Monate später, im Sommer 2013, wurde er an den griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus ausgeliehen. Medjani konnte sich beim griechischen Klub nicht durchsetzen und brachte es in der Hinrunde auf vier Ligaeinsätze. Im Winter 2013 kehrte er zum AS Monaco zurück, um sich, abermals auf Leihbasis, dem FC Valenciennes anzuschließen.

Zur Saison 2014/15 wechselte Medjani in die türkische Süper Lig zum Traditionsklub Trabzonspor.[11]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Bereits im Alter von 14 Jahren debütierte Medjani im Jahr 2000 in der französischen U-15 auf internationaler Ebene für sein Heimatland. In Folge war er in der U-15/U-16/U-17/U-18 und der U-21 Mannschaftskapitän und kam bis 2006 in insgesamt 54 Jugendländerspielen für Frankreich zum Einsatz. Seinen größten Erfolg feierte er mit der U-17 Nationalmannschaft, mit der er bei der Europameisterschaft 2002 in Dänemark bis ins Finale vordrang, wo man gegen die Schweiz mit 4:2 im Elfmeterschießen unterlag.

Nachdem ihm infolge der erwartete Durchbruch im Profigeschäft verwehrt blieb, wurde er niemals in die Französische Fußballnationalmannschaft einberufen.

Da sein Vater Algerier ist und er somit auch automatisch die algerische Staatsangehörigkeit besitzt, fragte Anfang 2010 der algerischen Verband bezüglich eines Nationenwechsels an. Er bekannte seine Bereitschaft, auf internationaler Ebene für Algerien aufzulaufen.

Am 1. Juni 2010 wurde er von Nationalmannschaftstrainer Rabah Saadane, ohne jegliches Länderspiel absolviert zu haben, in den endgültigen Kader Algeriens für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nominiert.[12] Nachdem er bei dieser Weltmeisterschaft ohne Einsatz blieb, debütierte er am 11. August 2010 in einem Freundschaftsspiel gegen Gabun.

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Reds sign French starlet (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  2. Reds starlet back in France (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  3. a b Medjani wants Rafa chat (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  4. Rafa to rebuff approach (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  5. Medjani nears Metz switch (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  6. Dudek's injury blow (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  7. a b Reds star set for France (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  8. Reds starlet heads home (englisch) skysports.com, abgerufen am 6. Juni 2010
  9. Medjani, de retour chez les Merlus (französisch) lfp.fr, abgerufen am 6. Juni 2010
  10. Rodrigo prêté à Strasbourg (französisch) francefootball.fr, abgerufen am 6. Juni 2010
  11. trtspor.com.tr: „Trabzonspor'da imza şov sürüyor“ (abgerufen am 6. August 2014)
  12. Algerien: Deutsches Trio im WM-Kader fifa.com, abgerufen am 6. Juni 2010