Ciriaco De Mita

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Ciriaco De Mita

Luigi Ciriaco de Mita (* 2. Februar 1928 in Nusco, Avellino) ist ein italienischer Politiker der Unione di Centro (UdC) und Mitglied des Europäischen Parlaments. Als Mitglied der Democrazia Cristiana war er vom April 1988 bis Mai 1989 italienischer Ministerpräsident und damit einer der letzten seiner Partei vor ihrem Verfall und ihrer Spaltung.

Leben[Bearbeiten]

De Mita war ab 1963 Mitglied des Abgeordnetenhauses und von 1969 bis 1973 Vizegeneralsekretär der DC. In den 1970er Jahren hatte er verschiedene Ministerämter inne: 1973 war er Industrieminister, 1974 Minister für Außenhandel, 1976 für den Mezzogiorno.

Von 1982 bis 1989 war De Mita Generalsekretär der DC und gilt als Vertreter des linken Parteiflügels. Bei der Europawahl 1984 wurde er ins Europäische Parlament gewählt, dem er bis 1988 angehörte. In diesem Jahr wurde er italienischer Ministerpräsident; er behielt den Posten bis zum 22. Juli 1989.

1989 wurde er zum Präsidenten der DC gewählt, was jedoch ein eher repräsentatives Amt ist. Nach dem Zusammenbruch der DC trat er in den PPI ein.

1996 gehörte Ciricao De Mita zu den Begründern des Mitte-Links-Bündnisses L’Ulivo und 2002 zu den Begründern der christdemokratischen Partei Democrazia è Libertà - La Margherita, mit der er 2007 im Partito Democratico (PD) aufging. Bei der Europawahl 1999 erzielte er wiederum ein Mandat im Europäischen Parlament, das er bis 2004 innehatte.

Am 20. Februar 2008 verließ er den PD, da dieser ihn - gemäß seinen Parteistatuten - nach mehr als drei Legislaturperioden im italienischen Parlament nicht mehr zur Kandidatur bei den Parlamentswahlen 2008 vorschlug.[1] Daraufhin gründete er seine eigene Partei, die Popolari per la Costituente, mit der er sich der neu gegründeten UdC anschloss. Für diese kandidierte er vergeblich in der Region Kampanien für den Senat.[2] Bei der Europawahl in Italien 2009 wurde er schließlich zum dritten Mal ins Europäische Parlament gewählt. Er war in dieser Legislaturperiode als Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei der älteste Abgeordnete des Parlaments und gehört als Mitglied dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten an. Ebenso war er Mitglied in der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU, Stellvertreter im Haushaltskontrollausschuss und in der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Chile,[3] bis 2014 sein Mandat endete.

Ehrungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ciriaco De Mita lascia il Partito Democratico irpinianews.it, 20. Februar 2008
  2. De Mita capolista al Senato con l’Unione di centro. Pionati verso la Camera Ottopagine.it, 5. März 2008
  3. Website des Europäischen Parlaments
  4. AAS 82 (1990), n. 4, p. 408.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Goria Ministerpräsident von Italien
1988/1989
Giulio Andreotti