Unione di Centro

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Dieser Artikel erläutert die 2008 gegründete Sammlungspartei Unione di Centro, zur gleichnamigen historischen Partei (1993-1999) siehe Unione di Centro (historisch).
Unione di Centro
Parteilogo
Partei­vorstand Pier Ferdinando Casini
(Leader)
Savino Pezzotta
(Coordinatore)
Gründung 28. Februar 2008
Ideologie christdemokratisch
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale
Europäische Partei EVP
EP-Fraktion EVP
Abgeordnete
6/630
Senatoren
2/315
Europa­abgeordnete
1/73
Haupt­sitz ItalienItalien Via dei Due Macelli, 66 00187 Rom
Webseite www.udc-italia.it

Die Unione di Centro (UdC; dt.: Union der Mitte) ist eine italienische Sammlungspartei, die im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2008 zunächst als gemeinsame Wahlliste christdemokratischer und zentristischer Gruppierungen gebildet wurde. In ihr streben folgende Parteien nach den Wahlen auch eine endgültige Vereinigung als offizielle Partei und maßgebliche Kraft der politischen Mitte an:

Geschichte[Bearbeiten]

Wesentlicher Kern der Neubildung ist die Wiedervereinigung von UDC und Rosa Bianca am 28. Februar 2008,[1] nachdem letztere sich nur 20 Tage zuvor von ersterer aus Protest gegen Casinis Wiederannäherung an Silvio Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis CdL getrennt und einen unabhängigen Kurs der Mitte angekündigt hatte. Als es zwei Wochen später jedoch zum neuerlichen Bruch zwischen Casini und Berlusconi kam, legten vor allem die wahlrechtlichen Bestimmungen einen raschen Wiederzusammenschluss der zerstrittenen Parteiflügel nahe: Die Überwindung der Sperrklauseln (4 % zur Wahl in die Abgeordnetenkammer und 8 % zum Senat) gilt für beide Kräfte nur bei einem vereinten Antritt als quarto polo ("vierter Pol" neben PdL, PD und Sinistra-Arcobaleno) als gesichert. Gemeinsamer Spitzenkandidat ist Casini, während Savino Pezzotta bei der offiziellen Parteigründung zum Vorsitzenden (segretario) gewählt werden soll. Unmittelbar nach dem ausgehandelten Kompromiss schlossen sich weitere Gruppierungen und Persönlichkeiten der Liste an, darunter auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Ciriaco De Mita.[2]

Am 14. April 2008 erhielt die UdC bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer 5,6 % der abgegebenen Stimmen und schaffte damit den Einzug mit 36 Abgeordneten, während ihr bei den Senatswahlen mit 5,7 % nur in der Region Sizilien der Einzug mit drei Senatoren gelang - dort erhielt sie 8,7 % der Stimmen. Bei der Regierungsbildung durch Berlusconis neues Rechts-Bündnis spielt die neue Formation jedoch keine ausschlaggebende Rolle, da der PdL mit seinen Partnern (Lega Nord und Movimento per l’Autonomia) über eine ausreichende eigene Mehrheit verfügt.

Am 3./4. April 2009 beschloss ein gemeinsamer Kongress der Mitgliedsparteien die Gründung einer gemeinsamen Partei. Hierfür wurde zunächst eine Koordinierungsstelle, die Costituente di Centro gegründet, die gemeinsame Positionen ausarbeiten soll. Zur Europawahl in Italien 2009 trat die UdC mit einer gemeinsamen Wahlliste an und erreichte fünf Mandate. Im Verlauf der nächsten Jahre kündigten zudem verschiedene prominente Politiker von PdL und PD ihren Übertritt zur UdC an. Außerdem erklärten verschiedene Kleinparteien und politische Gruppierungen ihre Teilnahme an der Constituente. Mitte 2010 kam es jedoch auch zu internen Konflikten, da eine Gruppe von Mitgliedern der UdC-Führung vorwarf, in der Opposition zu Berlusconi zu weit nach links zu rücken. Im September 2010 kam es daher zur Abspaltung der Gruppierung I Popolari di Italia Domani.

Ab Ende 2010 intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen der UdC und weiteren Zentrumsparteien, vor allem der Alleanza per l’Italia (einer Abspaltung der PD), der Futuro e Libertà per l’Italia (einer Abspaltung der PdL) sowie dem Movimento per l’Autonomia. Gemeinsam mit weiteren Kleinparteien gründeten sie im Januar 2011 den Nuovo Polo per l'Italia (zunächst als Polo della Nazione bezeichnet, umgangssprachlich oft auch als Terzo Polo), ein informelles Organ, um das Abstimmungsverhalten der Fraktionen im italienischen Parlament zu koordinieren.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elezioni: accordo tra Rosa Bianca e Udc Corriere della Sera, 28. Februar 2008
  2. De Mita capolista al Senato con l’Unione di centro. Pionati verso la Camera Ottopagine.it, 5. März 2008