Colima (Bundesstaat)

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Estado Libre y Soberano de Colima
Wappen von Estado Libre y Soberano de Colima
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Hauptstadt Colima
Fläche 5.191 km² (Rang 28)
Einwohnerzahl 650.555 (Rang 31)
Bevölkerungsdichte 105 Einwohner pro km²
(Zensus 2010)
Gouverneur Mario Anguiano Moreno (PRI)
(2009–2015)
Bundesabgeordnete PRI = 1
PAN = 1
(Insgesamt 2)
Senatoren PAN = 1
PRI = 2
ISO 3166-2 MX-COL
Postalische Abkürzung Col.
Website www.colima-estado.gob.mx

Der mexikanische Bundesstaat Colima ist mit 571.000 Einwohnern auf einer Fläche von 5.191 km² der drittkleinste Bundesstaat in Mexiko und mittlerweile der bevölkerungsärmste. Der bekannteste Ort ist Manzanillo, die Hauptstadt ist Colima.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Colima liegt im Südwesten Mexikos zwischen den Bundesstaaten Michoacán und Jalisco. Im Süden grenzt der Bundesstaat an den Pazifik. Zum Bundesstaat Colima gehören auch die Revillagigedo-Inseln.

Klima[Bearbeiten]

Colima zeichnet sich durch eine große Anzahl unterschiedlicher Mikroklimata aus. In Meeresnähe ist es tropisch schwülwarm, je weiter man ins Landesinnere fährt, desto gemäßigter wird es durch die Höhe. Der erloschene Vulkan Nevado de Colima trägt durch die Höhe teilweise sogar Schnee. An den Hängen des aktiven Volcán de Fuego findet man mitteleuropäischen Bewuchs.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Durch die vielen unterschiedlichen Mikroklimata sind auch Flora und Fauna sehr heterogen. Während die küstennahen Berge von subtropischem Wald bewachsen sind, befindet sich eine Halbwüste an der Grenze zum Bundesstaat Jalisco im Regenschatten der Sierra de Manantlán, einem Naturschutzgebiet. Die küstennahen Ebenen werden intensiv landwirtschaftlich genutzt und produzieren unter anderem Kokosnüsse, Limonen, Papayas, Mangos, Chili, Zuckerrohr und Mais. In den Lagunen bei Manzanillo wird Salz aus dem Meerwasser gewonnen. Colima beherbergt eine große Zahl an geschützten Arten von Vögeln, Reptilien und Säugetieren, darunter die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne und die Sonora-Pracht-Erdschildkröte. Ebenfalls in Colima liegt der Nationalpark Nevado de Colima, in dem immer wieder Pumas gesichtet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Herkunft des Namens Colima wurden viele Spekulationen angestellt. Die neuesten Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Colima vom Nahuatl Acolman kommt, was so viel wie „Ort, wo sich das Wasser windet“ oder „Ort, den der Fluss durchquert“ bedeutet. Colima gehörte zur Chimalhuacán-Konföderation, die mit den Purépecha verfeindet war und daher gute Beziehungen zu den Azteken unterhielt. Während der Kolonialzeit war Colima durch seinen Hafen eine wichtige Handelsregion. Colima ist seit 1857 ein eigener Bundesstaat.

Politik[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Colima neigt als landwirtschaftlich geprägter Bundesstaat traditionell der PRI zu. So gehören seit der Wahl im Jahr 2012 sechs der zehn Presidentes Municipales der PRI an, drei der PAN und einer der PRD. Der gegenwärtige Gouverneur von Colima, Mario Anguiano, ist ebenfalls Mitglied der PRI. Er setzte sich in einer äußerst knappen Wahl 2009 gegen die Kandidatin der PAN, der damaligen Senatorin Martha Sosa, durch. Sein Vorgänger, Jesús Silverio Cavazos Ceballos, wurde nach Ausscheiden aus seinem Amt auf offener Straße erschossen. Der Gouverneur des Bundesstaates Colima hat die exekutive Macht. Er wird von den Bürgern Colimas alle sechs Jahre direkt gewählt, eine Wiederwahl ist ausgeschlossen. Die Legislative bildet der Congreso del Estado de Colima, der von 25 Abgeordneten gebildet wird. Die Judikative hält der Oberste Gerichtshof von Colima.

Gliederung[Bearbeiten]

Municipios de Colima.jpg

Der Bundesstaat ist in zehn Gemeindegebiete aufgegliedert, die jeweils nach der größten Ortschaft benannt sind.

INEGI-Nr. Municipio Sitz des Municipios Fläche Einwohner (2010)
001 Armería Armería 0.410,1 km² 028.695
002 Colima Colima 0.748,4 km² 146.904
003 Comala Comala 0.315,5 km² 020.888
004 Coquimatlán Coquimatlán 0.528,6 km² 019.385
005 Cuauhtémoc Cuauhtémoc 0.413,4 km² 027.102
006 Ixtlahuacán Ixtlahuacán 0.367,1 km² 005.300
007 Manzanillo Manzanillo 1.361,3 km² 161.420
008 Minatitlán Minatitlán 0.416,1 km² 008.174
009 Tecomán Tecomán 0.943,7 km² 112.726
010 Villa de Álvarez Villa de Álvarez 0.288,7 km² 119.956

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aufgrund seiner fruchtbaren vulkanischen Böden eignete sich das Gebiet des Bundesstaates hervorragend für die Landwirtschaft. Seit einem Jahrzehnt prägt der Hafen von Manzanillo jedoch die Wirtschaft des Bundesstaates. Dort werden mehr Container umgeschlagen als in jedem anderen Hafen von Mexiko, wodurch sich Logistik-, Transport- und Handelsunternehmen angesiedelt haben. Auch der Bergbau hat seit Jahrzehnten große Bedeutung für die Wirtschaft. Die Mine Peña Colorada bei Minatitlán ist eine der größten Eisenerzminen Mexikos und einer der größten Arbeitgeber des Bundesstaats. Trotz seiner zurückgehenden Bedeutung ist auch der Tourismus weiterhin eine wichtige Einnahmequelle.

Verkehr[Bearbeiten]

Aufgrund seiner geographischen Lage ist der Bundesstaat Colima nur auf wenigen Straßen zu erreichen. Die Grenzen des Bundesstaats überqueren lediglich acht Straßen, von denen zwei unbefestigt sind, fünf Landstraßen (von denen nur zwei überregionale Bedeutung haben) und daher lediglich die Autobahn nach Guadalajara_(Mexiko) eine Fernverbindung zu den wirtschaftlichen Zentren Mexikos darstellt. Die Autobahn durchquert den Bundesstaat und endet in Manzanillo. Es besteht eine Zugverbindung für den Güterverkehr von Colima nach Manzanillo, auf der vor allem Container und Schüttgut zum und vom Hafen transportiert wird. Für den Personenverkehr sind vor allem der internationale Flughafen in Manzanillo und der nationale Flughafen in Colima mit ihren Verbindungen nach Mexiko-Stadt von Bedeutung. Zwischen Manzanillo, Colima und Guadalajara bestehen mehrmals tägliche Busverbindungen.

Bildung[Bearbeiten]

Durch die Universität von Colima hat die Stadt in den letzten Jahren überregionale Bedeutung bekommen. Die Universität gilt als eine der besten öffentlichen Universitäten Mexikos.

Kultur[Bearbeiten]

Ausgrabungsstätten[Bearbeiten]

In der Ausgrabungsstätte La Campana zwischen Colima und Villa de Álvarez wurden die Ruinen einer prähistorischen Stadt gefunden, deren Errichtung bis ins Jahr 1500 v. Chr. zurückreicht. Die dort produzierten Tongegenstände finden sich in großen Teilen der Stadtgebiets und sind nicht vollständig archäologisch gesichtet. Seit dem Fund einer tönernen Darstellung von tanzenden Hunden wurden diese zum Wahrzeichen des Bundesstaats.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit fast 500 Jahren findet jedes Jahr in der ersten Novemberwoche die Feria de Colima statt – eines der größten und ältesten Volksfeste in Mexiko. Jedes Jahr im Februar wird in Villa de Álvarez die Petatera aufgebaut, ein Stadion aus Holz und Palmmatten, das etwa 5000 Menschen Platz bietet und in dem Stierkämpfe ausgetragen werden. Im Unterschied zu den umliegenden Gebieten in Jalisco werden dabei die Stiere in Colima traditionell nicht getötet.

Sport[Bearbeiten]

Die Loros de Colima sind eine Fußballmannschaft, die in der zweiten mexikanischen Liga spielt. Ihre Heimspiele werden im Estadio Olímpico der Universität von Colima ausgetragen.

Küche[Bearbeiten]

Die Gerichte von Colima unterscheiden sich teilweise stark von den der umliegenden Bundesstaaten. So verbreiteten sich Tacos erst in den letzten Jahrzehnten in Colima, Burritos sind weiterhin fast unbekannt. Die traditionelle Küche von Colima umfasst Tamales (Maisteig mit unterschiedlichen Fleischsorten im Inneren, die im Maisblatt dampfgekocht werden), Sopitos (Hackfleisch, Kohl, Zwiebel und Käse auf einer gerösteten Tortilla in einer Tomatensauce mit Gewürzen), Enchiladas dulces (verschiedene Fleischsorten in einer eingerollten Tortilla mit einer süßen Sauce garniert), Pozole (geplatzte Maiskörner zu einer Suppe verkocht) und Atole (mit Zucker gekochte Maismasse). Für viele Gerichte Colimas werden alle Fleischsorten verwendet, darunter Hufe, Gehirn, Gesicht und Ohren von Schweinen und Rindern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Colima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

19.096666666667-103.96083333333Koordinaten: 19° N, 104° W