Convair R3Y

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Convair R3Y Tradewind
R3Y Tradewind.jpg
Eine Convair R3Y-1 über der Bucht von San Francisco
Typ: Transport-Flugboot
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Consolidated Vultee Aircraft Corporation
Erstflug: 18. April 1950
Indienststellung: 1956
Stückzahl: 13

Die Convair R3Y Tradewind war ein amerikanisches Flugboot mit Turboprop-Antrieb von 1954, welches zur Luftbetankung und als Truppentransporter verwendet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vergab die US Navy eine Anforderung nach einem großen Flugboot mit Turboprop-Antrieb an Convair. Das Langenstreckenflugboot sollte für Patrouillenflüge eingesetzt werden. Convair stellte sein Model 117 mit vier Allison T40-Motoren mit sechsblättrigen gegenläufigen Propellern vor. Die US-Marine bestellte 1946 zwei Prototypen mit der Bezeichnung XP5Y-1. Der Erstflug erfolgte am 18. April 1950. Einer der beiden Prototypen (BuNo 121455) stürzte am 15. Juli 1953 vor San Diego ab, die elfköpfige Besatzung konnte sich mit dem Fallschirm retten. Das Programm P5Y wurde daraufhin beendet, der verbliebene zweite Prototyp (der nie geflogen ist) wurde 1957 verschrottet.

Die XP5Y-1 am Tag ihres Erstflugs, 1950

Die P5Y konnte 3.600 kg Bomben tragen und besaßen fünf 20 mm Zwillings-Kanonen. Die U.S. Navy ließ jedoch die Entwicklung der Aufklärungsvariante einstellen. Bei den nächsten fünf Maschinen, die als Truppentransporter gebaut wurden entfernt man die Bewaffnung und vergrößerte die Länge auf 43,43 Meter. Sie wurden als R3Y-1 bezeichnet und das erste Exemplar flog am 25. Februar 1954.

Die letzten sechs Maschinen von Typ R3Y-2 erhielten eine aufklappbare Flugzeugnase und ein höheres Cockpit. Sie waren für schwere Transporte und für Landeoperationen von See aus vorgesehen. Der Erstflug erfolgte am 24. Februar 1955.

Beladung einer R3Y-2
Eine R3Y-2 betankt 1956 vier F9F-8 Cougar

Die R3Y stellte als transkontinentales Wasserflugzeug 1954 mit 649 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Es nutzte allerdings den Jetstream in großen Höhe aus. Es war das einzige Flugzeug der Welt, das vier Flugzeuge gleichzeitig betanken konnte. Heutige Tankflugzeuge können maximal drei andere Flugzeuge auf einmal auftanken.

Insgesamt wurden 13 Maschinen gebaut. Nach dem Absturz von 1953 gingen noch zwei weitere Maschinen wegen der fehlerbehafteten Triebwerkanlage verloren: BuNo 128448 musste am 10. Mai 1957 in der San Francisco Bay notlanden, ist dabei in flachem Wasser gesunken, wurde später aber gehoben und verschrottet. BuNo 128446 verlor am 24. Januar 1958 auf einem Flug von Hawaii nach Alameda/Kalifornien einen Propeller. Das angeschlagene Flugzeug konnte zwar den Flug fortsetzen, wurde aber bei der Landung irreparabel beschädigt. Glücklicherweise gab es bei keinem der drei Verluste Opfer zu beklagen. Der letzte Unfall war schließlich Anlass genug, das Programm mit Datum 16. April 1958 zu beenden. Die verbliebenen Maschinen wurden 1959 verschrottet.

Varianten[Bearbeiten]

XP5Y-1
Prototyp eines Langstreckenaufklärers; zwei gebaut (BuNo 121455-121456).
R3Y-1
Transportflugboot, Beladung durch Seitentüren; fünf gebaut (BuNo 128445-128449).
R3Y-2
Transportflugboot mit kürzerem Bug, Beladung nach oben aufklappbaren Bug, später zu Tankflugzeugen umgebaut; sechs gebaut (BuNo 128450, 131720-131734).

Technische Daten[Bearbeiten]

3-Seiten-Riss der XP5Y-1
Kenngröße Daten der R3Y-2 Tradewind
Länge 42,26 m
Flügelspannweite 44,42 m
Tragflügelfläche 195,3 m²
Höhe 15,68 m
Antrieb 4x Allison T40-Turboprop mit je 5.100 PS (3.800 kW)
Höchstgeschwindigkeit 624 km/h
Reichweite 4,482 km
Besatzung k. A.
Dienstgipfelhöhe 12.100 m
Leergewicht 32.579 kg
Fluggewicht 66.000 kg
Bewaffnung keine

Weblinks/Literatur[Bearbeiten]

 Commons: R3Y Tradewind – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Last of the US "big boats", AIR International, Plane Facts, Januar 1981