Consolidated Vultee Aircraft Corporation

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Eine Convair B-58 im Flug

Die Consolidated Vultee Aircraft Corporation (ab 1954 Convair) war ein US-amerikanischer Flugzeug- und Raketenhersteller. Das durch Fusion von Vultee Aircraft und Consolidated Aircraft entstandene Unternehmen existierte von 1943 bis 1996. Erst ab 1954 wurde das bis dahin als umgangssprachliches Akronym benutzte Convair als offizielle Bezeichnung verwendet. Bedeutung erlangte das Unternehmen in der Entwicklung von Militärflugzeugen und in der Weltraumtechnik.

Geschichte[Bearbeiten]

RB-36D in Bau bei Convair

Consolidated Vultee entstand im März 1943, als sich die Flugzeugbauer Vultee und Consolidated Aircraft zu einem neuen Hersteller vereinigten. Grund war die Anforderung an die Herstellung eines neuen Langstreckenbombers, der von US-amerikanischen Stützpunkten aus gegen Japan und Deutschland eingesetzt werden sollte. Aus diesem Projekt ging die Convair B-36 Peacemaker hervor.

Im April 1954 schloss sich Consolidated Vultee der General Dynamics-Gruppe an und trat seitdem als Convair Division of General Dynamics auf. Zu diesem Zeitpunkt unterhielt Convair Fertigungsstätten in San Diego, Pomona und Fort Worth.

1994 wurde Convair an McDonnell Douglas verkauft und 1996 in den Konzern eingegliedert.

Convair CV 990 Coronado
Atlas Centaur mit Pioneer 10 auf der Startrampe 36 (1972)

Produkte[Bearbeiten]

Flugzeuge[Bearbeiten]

Insbesondere im militärischen Bereich war Convair konkurrenzfähig. So entwickelte das Unternehmen das erste Flugzeug mit einem Deltaflügel, die Convair F-102 und den ersten Überschallbomber der Welt, die Convair B-58. Im zivilen Bereich wurde Convair nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Mustern CV 240, CV 340 und CV 440 zum erfolgreichsten Hersteller dieser Größenklasse. Es handelte sich dabei um zweimotorige Kurz- und Mittelstrecken-Verkehrsflugzeuge mit dem damals bei Zivilflugzeugen noch zeitgemäßen Kolbenmotor-Propellerantrieb. Einige davon wurden in den 1960er-Jahren zu Turbopropflugzeugen weiterentwickelt.

Mit Beginn des Jetzeitalters Ende der 1950er-Jahre entwickelte Convair die für den Mittel- und Langstreckenverkehr ausgelegten vierstrahligen Typen CV 880 und CV 990. Diese konnten jedoch nicht gegen die bereits etablierte Konkurrenz von Boeing und Douglas bestehen. Sie waren für besonders hohe Reisegeschwindigkeiten ausgelegt, entsprachen mit dem deswegen sehr schmalen Rumpf und dementsprechend geringer Passagierkapazität jedoch nicht den Wünschen der meisten Fluggesellschaften. Durch diese Fehlplanungen geriet Convair in den 1960er-Jahren in finanzielle Schwierigkeiten. Die Verluste aus Konstruktion und Herstellung der Typen CV 880 und 990 bezifferten sich auf eine Summe von 425 Millionen US-Dollar ($). Bezogen auf das Jahr 1963, dem Ende der CV 990-Produktion, entspricht dies unter Berücksichtigung der Inflation einem heutigen Wert von 3.400.000.000 $. Dies stellt bis dato den größten Misserfolg dar, den ein Flugzeughersteller überleben konnte, ohne bankrottzugehen.

Die Convair-Flugzeugproduktion endete 1965. Danach lieferte das Unternehmen nur noch Teile für die McDonnell Douglas DC-10 und McDonnell Douglas MD-11 und konzentrierte sich auf den Bau von Raketen sowie als Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Raketen[Bearbeiten]

Bereits 1951 bekam Convair den Auftrag, eine Interkontinentalrakete für den Einsatz von Atomwaffen zu entwickeln. Daraus entstand die Trägerrakete Atlas, die am 18. Dezember 1958 erstmals startete. Mit einer solchen weiterentwickelten Rakete wurde John Glenn 1962 zum ersten amerikanischen Astronauten, der die Erde umrundete. Zusammen mit der ebenfalls von Convair entwickelten Centaur-Stufe wurde die Atlas-Rakete für etwa 30 Jahre das wichtigste Mittel der Amerikaner, um Satelliten in den Orbit zu bringen.

Als Komponentenzulieferer baute das Unternehmen Sektionen für das Space Shuttle und war am Tomahawk-Flugkörperprogramm beteiligt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Convair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien