Pempelfort

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Dieser Artikel behandelt einen Stadtteil von Düsseldorf. Zum deutschen Architekten siehe Gert Pempelfort.
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Düsseldorf Pempelfort
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten [1]
Geograph. Lage   51° 14′ N, 6° 47′ O51.2380555555566.786944444444443.0Koordinaten: 51° 14′ N, 6° 47′ O
Höhe   43,0 m ü. NN
Fläche   2,69 km²
Einwohner   27.277 (Stand 31. August 2007)
Bevölkerungsdichte   10.140 Einwohner je km²
Stadtbezirk   Stadtbezirk 1
Stadtteilnummer   014
Verkehrsanbindung
Bundesstraße   B1
S-Bahn   S 1 S 6 S 11
Stadtbahn   U70 U74 U75 U76 U77 U78 U79
Straßenbahn   701 703 704 706 707 712 713 715
Schnellbus   SB50 SB55
Buslinie   721 722 737 752 754 756 758
Nachtverkehr   NE1 807

Pempelfort ist ein Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf. Er liegt in der Mitte des Stadtbezirks 1.

Wegen seiner zentralen Lage, seiner dichten, gemischten und historischen Bebauung sowie seiner Prägung durch Kleinbetriebe der Kultur- und Kreativwirtschaft gilt er als Quartier mit urbaner Atmosphäre. Daher ist er beliebt bei jungen Menschen und Singles. Die Sozialstruktur im Stadtteil ist äußerst facettenreich – sowohl hinsichtlich des Alters als auch des Einkommens seiner Einwohner. Es gibt viele alteingesessene Bewohner, die die Traditionen ihrer jeweiligen Gemeinden pflegen, andererseits eine hohe Fluktuation, beispielsweise von Mitarbeitern großer Düsseldorfer Unternehmen, die aus ganz Deutschland und anderen Ländern kommen und für die Dauer ihrer Anstellung in der Stadt Pempelfort zum Wohnen wählen. Besonders teuer ist das Wohnen in den Straßen nördlich des Hofgartens nah am Rhein. Nach Osten hin sinken die Mietpreise wie auch die Qualität des Wohnumfelds. Der Bau der Neuen Stadtquartiere Derendorf, geplant mit 139.000 m² Wohnfläche für ca. 3000 Bewohner und 311.000 m² Büroflächen für ca. 9000 Arbeitsplätze, auch Le Quartier Central®[2] genannt, soll jedoch auch hier das Niveau erhöhen und wird so vermutlich zur weiteren Gentrifizierung beitragen.

Geographie[Bearbeiten]

Nordstraße/Duisburger Straße
Rondell Parkstraße

Der Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort grenzt im Süden an Altstadt und Stadtmitte. Nach Westen hin wird der Stadtteil vom Rhein begrenzt, nach Osten von der Haupttrasse der Deutschen Bahn AG und vom Stadtteil Düsseltal. Teile Pempelforts, sogar sein bedeutendstes Versorgungszentrum, die Nordstraße, werden oft irrtümlich zum Stadtteil Derendorf gerechnet, doch tatsächlich liegt dieser erst nördlich der Jülicher Straße. Die Klever Straße trennt Pempelfort nach Norden hin vom Stadtteil Golzheim.[3]

In Nord-Süd-Richtung wird Pempelfort von der Prinz-Georg-Straße durchschnitten, einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße, in deren baumbestandener Mitte ein Arm der Düssel oberirdisch fließt.

Der Stadtteil gehört zum zentralen Stadtbezirk 1. Hier befinden sich einige wichtige Institutionen, wie die Bezirksregierung Düsseldorf, das Oberlandesgericht Düsseldorf und der Museumskomplex Ehrenhof mit dem museum kunst palast, dem NRW-Forum und der Tonhalle. Die großen Konzerne E.ON AG und die Ergo Versicherungsgruppe/Victoria-Versicherung haben hier ihre Zentralen.

Der Bereich um die Nordstraße bildet mit seinem vergleichsweise breiten und tiefen Angebot des Einzelhandels, der Gastronomie und der Dienstleistungen das wichtigste Versorgungszentrum nördlich der Innenstadt; es versorgt nicht nur Pempelfort sondern auch die Stadtteile Derendorf und Golzheim.

Demographie[Bearbeiten]

Pempelfort ist mit seinen 2,69 km² und 26.800 Einwohnern der größte und am dichtesten besiedelte Stadtteil des Stadtbezirkes 1 und weist mit fast 10.000 Einwohnern pro Quadratkilometer eine hohe Bevölkerungsdichte auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Düsseldorf vom Atelierfenster (Rückseite der Jägerhofstraße), Gemälde von August Jernberg, um 1865: Sicht auf die noch locker bebaute Feldmark in Pempelfort[4]

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war das vor den ehemaligen Stadtmauern liegende Pempelfort nur wenig besiedelt. Ursprünglich soll der Dynastensitz der Ritter von Pempelfort an einer Furt über die Düssel hier gelegen haben.[5] In der Urkunde zur Stadterhebung von 1288 wird neben anderen das Gut eines „Rumpolds in Pempelfort“ angeführt. Weiterhin wurde 1667 die Rochus-Kapelle am späteren Standort der gleichnamigen Kirche geweiht.[6] 1854 wurde vom preußischen König im Rahmen eines Stadterweiterungsplans das Gebiet zu einem offiziellen Stadtteil neben der Altstadt und Karlstadt ernannt. Auch zu dieser Zeit wies Pempelfort nur vereinzelte Siedlungsansätze und Gebäude auf, insbesondere das namensgebende Gut Pempelfort, den früheren Wohnsitz des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi, eingestreut in einer vorwiegend noch landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Landschaft, unter den Gebäuden auch das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Schloss Jägerhof.

Auf der Grundlage des Stadterweiterungsplans, dem die preußische Fluchtlinienplanung zu Grunde lag, entwickelte sich Pempelfort im 19. Jahrhundert rasch zum Wohnviertel des gehobenen Bürgertums. Unter den neuen Bewohnern traten Professoren der Kunstakademie Düsseldorf und arrivierte Künstler der Düsseldorfer Malerschule hervor, die insbesondere an der Jägerhofstraße ihre eleganten Stadthäuser bezogen.

Zur Beliebtheit des neuen Stadtviertels trug maßgeblich der Hofgarten bei, dessen ältesten Teile bereits zwischen 1769 und 1771 angelegt worden waren. Nach der Schleifung der alten Festungsanlagen war der Hofgarten ab dem Jahre 1804 im Stil eines englischen Parks durch Maximilian Friedrich Weyhe beträchtlich erweitert sowie nach und nach mit Denkmälern und gastronomischen Einrichtungen ausgestaltet worden. So existierte im Hofgärtnerhaus zeitweise ein Gartenlokal sowie auf dem Ananasberg neben dem Weiher an der Landskrone ein Restaurant. Im westlichen Teil des Hofgartens gab es als Café das Majolikahäuschen, welches ursprünglich ein Ausstellungspavillon der Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf 1902 gewesen war.

Der Golzheimer Friedhof, welcher mit seinem südlichen Teil im Stadtteil Pempelfort liegt, wurde 1804 angelegt und 1897/98 wieder geschlossen. Er ist heute als Park für Spaziergänger geöffnet.

Der Künstlerverein Malkasten erwarb das Jacobi-Haus im Jahre 1860 und erweiterte es 1953.

Im Jahre 1888 wurde die Prinz-Georg-Straße als Allee angelegt und nach Prinz Georg von Preußen benannt, einem Gönner des Historischen Museums und der Düsseldorfer Schützen.

1897 wurde die Rochuskirche geweiht und der Gemeinde übergeben. Das Gebäude des Oberlandesgerichts stammt aus dem Jahr 1910, ein Jahr später wurde das benachbarte Gebäude des Regierungspräsidenten fertiggestellt.

1902 eröffnete am Rheinufer (an der Stelle des heutigen Rheinparks) die Industrie- und Gewerbeausstellung und zahlreiche Gebäude und Hallen bildeten den Grundstock für ein späteres Messegelände an dieser Stelle, u.a. mit der GeSoLei, der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen im Jahre 1926. 1971 wurde die Messe an den heutigen Standort nach Stockum verlegt und die vorhandene Stadthalle wich nach 1990 den Bauten der Verwaltung der Victoria-Versicherung.

Die Tonhalle bezog das ehemalige Planetarium im Ehrenhof im Jahre 1978.

Gegenwart[Bearbeiten]

Münster-Therme, von der Moltkestraße gesehen

Als Zentrum des westlichen Pempelforts kann die Einkaufsmeile Nordstraße angesehen werden. Sie hält mit Geschäften für Lebensmittel, Delikatessen, Bio- und Dritte-Welt-Produkte, Möbel, Blumen, Spiel- und Schreibwaren, Kleidung und Sportbedarf über Buch-, Wein- und Antiquitätenhandlungen bis hin zu Optikern, Goldschmieden, Parfümerien sowie der einzigen unabhängigen Hörbuchhandlung Deutschlands u.v.m. ein reichhaltiges Warenangebot bereit. Somit stellt sie außerhalb der Innenstadt die größte Einkaufsstraße der Stadt dar. Dazwischen und in den Seitenstraßen befinden sich viele Kneipen, Restaurants und Cafés; besonders viele Italiener – von einfach bis edel.

An der Münsterstraße, in der Nähe des Dreiecks, befindet sich das jüngst behutsam renovierte Jugendstil-Schwimmbad Münster-Therme.

Das Zentrum des östlichen Pempelforts stellt mit Geschäften des täglichen Bedarfs die Derendorfer Straße dar. Beliebt ist hier außerdem das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, auf dem einige Geschäfte und Restaurationen ihre Dienste anbieten. Der samstägliche Indoor-Trödelmarkt musste Ende 2007 dem Beginn des Großbauprojektes Neue Stadtquartiere Derendorf weichen. Das Restaurant und Club „Les Halles“ führt seinen Betrieb aber weiter fort.[7] Beliebt waren bis zur gesamten Übernahme des Geländes durch das Bauvorhaben auch die Gastronomien in den ehemaligen Güterbahnhofshallen, deren Trödel-Interieur den Lokalen den charakteristischen Shabby Chic verlieh. Weiterhin gut frequentiert sind die Cafés, Restaurants und Kneipen weiter nördlich im Bereich Moltke- und Tußmannstraße. Am Kolpingplatz, der von der Klever Straße, der Mauerstraße, der Pfalzstraße und der Schwerinstraße gerahmt wird, findet mittwochs und samstags der Rheinische Bauernmarkt mit einem Angebot von Lebensmitteln und Blumen aus der Region statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ehrenhof
Rochuskirche

Verkehr[Bearbeiten]

Pempelfort wird von einer Vielzahl von Straßenbahn- (701, 703, 704, 706, 707, 711, 712, 713, 715) und Buslinien (SB50, SB55, 721, 722, 737, 752, 754, 756, 758) bedient. Im Westen des Stadtteils verkehren außerdem die Stadtbahn-Linien U78 und U79 (hier als U-Bahn). Im Osten bieten die Bahnhöfe Wehrhahn und Zoo Anschluss an die S-Bahnen S1, S6, und S11 der S-Bahn Rhein-Ruhr.

Für den Autoverkehr gewährleistet der Zubringer Kennedydamm im Norden des Stadtteils einen schnellen Anschluss an die Autobahnen nördlich der Stadt. Nach Süden hin dient vor allem der Rheinufertunnel als Verbindung. Im Zuge der Bebauung des früheren Güterbahnhofs Derendorf soll die neue Entlastungsstraße Derendorf als Hauptverkehrsstraße die anderen Nord-Süd-Verbindungen entlasten und Mobilität für die neuen Bewohner und Angestellten im „neuen Stadtteil“ sicherstellen.[8]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Pempelfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 014 – Pempelfort
  2. [1]Aurelis: Le Quartier Central®
  3. OpenStreetMap / Relation: Pempelfort (91061). Abgerufen am 7. August 2009.
  4. Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 358, Kat.-Nr. 122
  5. J.F. Wilhelmi: Panorama von Düsseldorf und seinen Umgebungen. J.H.C. Schreiner’sche Buchhandlung, Düsseldorf 1828, S. 139
  6. Adalbert Natorp, in: Vortrag: Geschichte der evangelischen Gemeinde zu Düsseldorf, Voß, 1881, S. [46]42.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  7. Stadt Düsseldorf:Rahmenplan Güterbahnhof Derendorf
  8. Stadt Düsseldorf: Entwicklungsbereich Güterbahnhof Derendorf