Straßenbahn Düsseldorf

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Straßenbahn
Straßenbahn Düsseldorf
Bild
Wagen des Typs NF8U auf der Linie 715
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Düsseldorf, Neuss, Ratingen
Eröffnung 6. Februar 1876
Betreiber Rheinbahn
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
Infrastruktur
Streckenlänge 78 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 Volt = (Oberleitung)
Betriebsart Einrichtungsbetrieb
Haltestellen 180
Betriebshöfe 2
Betrieb
Linien 11
Linienlänge 140,6
Takt in der HVZ 10 Minuten
Fahrzeuge 48 NF6
15 NF8
76 NF8U
36 NF10
Statistik
Einwohner im
Einzugsgebiet
1,016 Mio.
Netzplan
Überblick über das Straßenbahnnetz

Die Straßenbahn Düsseldorf ist ein Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Die heute verkehrenden 11 Linien werden von der Rheinbahn betrieben. Sie stellen neben dem Bussystem, der Stadtbahn und der S-Bahn den vierten Verkehrsträger und gehören wie diese zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Düsseldorfer Straßenbahn

Straßenbahnwagen 2501 und 2432 (Typ GT6)

Die Geschichte der Düsseldorfer Straßenbahn reicht zurück bis ins Jahr 1876. Seit dieser Zeit hat sich das System von einer Pferdebahn in der Anfangszeit zu einer heute bekannten Straßenbahn entwickelt. Teile des durch die Straßenbahn betriebenen Netzes wurden seit den 1970er Jahren zu einer Stadtbahn umgebaut. Die Gleise verfügen über eine Spurweite von 1.435 mm.

In den Anfangsjahren wurden die Pferdebahn und die Straßenbahn in Düsseldorf von verschiedenen Unternehmen betrieben. Die erste Strecke der Rheinischen Bahngesellschaft war die Schnellbahn Düsseldorf–Krefeld, genannt K-Bahn, die am 15. Dezember 1898 eröffnet wurde. In den Jahren 1899 und 1900 eröffnete die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn die Straßenbahnstrecke von Düsseldorf nach Duisburg. Am 1. April 1938 wurde die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn aufgelöst und von der Duisburger Straßenbahnen und der Rheinbahn übernommen. Das Benrather Netz wurde durch die Bergische Kleinbahn betrieben und am 1. Oktober 1911 von der Stadt Düsseldorf aufgekauft und an die Rheinbahn verpachtet. Im Dezember 1921 erfolgte schließlich der Zusammenschluss der Düsseldorfer Straßenbahn mit der Rheinbahn, die heute die Straßenbahn und die Stadtbahn Düsseldorf betreibt. Am 1. April 1937 kaufte die Rheinbahn auch die Kreis Mettmanner Straßenbahn.

Am 7. August 1971 stellten die Stadtwerke Neuss ihre letzte Straßenbahnlinie 1 ein und die Rheinbahn übernahm die von der Linie 16 befahrene Strecke in Neuss sowie alle verbliebenen vier- und sechsachsigen Fahrzeuge.

Betrieb[Bearbeiten]

Linienübersicht[Bearbeiten]

Nach dem Jahresfahrplan 2014 verkehren auf Düsseldorfer Stadtgebiet und in Teilen der Stadtgebiete von Neuss und Ratingen elf Straßenbahnlinien:

Linie Verlauf Haltestellen Fahrtzeit Takt Mo.–Fr./Sa./So.
701 Rath S-BahnDerendorf S-Bahn - Jan-Wellem-Platz – Steinstraße Stadtbahn – Uni-Kliniken – Holthausen Stadtbahn - Benrath Bf. Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Benrath Betriebshof Stadtbahn 38 63 min 10/10/15
703 Gerresheim S-BahnWehrhahn S-BahnHeinrich-Heine-Allee Stadtbahn – Kirchfeldstraße 24 39 min 10/15/15
704 Merziger Straße – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Graf-Adolf-Platz (– Polizeipräsidium) – Südfriedhof 24 31 min 10/15/15
706 Bilk, Am Steinberg – Volksgarten S-BahnFlingern S-Bahn – Brehmplatz – Zoo S-Bahn – Jan-Wellem-Platz – Heinrich-Heine-Allee Stadtbahn – Bilk S-Bahn – Bilk, Am Steinberg 31 50 min 10/15/15
707 Unterrath S-Bahn – Jacobistraße – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Bilk S-Bahn – Universität Ost Stadtbahn 30 44 min 10/10/15
708 Mörsenbroich – Brehmplatz – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Bilk S-BahnHamm S-Bahn 21 33 min 12/15/15
709 Gerresheim, Krankenhaus – (Staufenplatz –) Flingern S-Bahn – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Graf-Adolf-Platz – Völklinger Straße S-Bahn – Südfriedhof – Neuss Hbf Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Neuss, Theodor-Heuss-Platz 33 51 min 20/30/30
Neuss Theodor-Heuss-Platz – Grafenberg: 20/25/30
712 Ratingen Mitte – Wehrhahn S-Bahn – Heinrich-Heine-Allee Stadtbahn – Graf-Adolf-Platz – Bilk S-Bahn – Volmerswerth, Hellriegelstraße 33 53 min 10/15/15
713 Gerresheim-Krankenhaus – Grafenberg – Wehrhahn S-Bahn – Jan-Wellem-Platz – Heinrich-Heine-Allee Stadtbahn – Graf-Adolf-Platz – Bilk S-Bahn – Christophstraße, Schleife 29 37 min 20/30/60
715 Unterrath S-Bahn – Spichernplatz – Heinrich-Heine-Allee Stadtbahn – Sonnenstraße (Friedrichstadt S-Bahn) - Oberbilk S-Bahn Stadtbahn – Eller Mitte S-Bahn Stadtbahn – Vennhauser Allee Stadtbahn 32 51 min 20/20/60
719 (Staufenplatz –) Bruchstraße – Flingern S-Bahn – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Graf-Adolf-Platz – Medienhafen, Kesselstraße 22 32 min 20/20/30

Zukünftiges Straßenbahnnetz (ab 2015)[Bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Wehrhahn-Linie am 30. Oktober 2015 wird es zu umfangreichen Linienwegsänderungen kommen. Nach momentanem Stand verkehren ab 2015 nur noch sieben Straßenbahnlinien. Drei Linien (703, 712, 713) gehen in das Stadtbahnnetz über, eine Linie (708) wird komplett eingestellt:

Linie Verlauf Haltestellen Takt Mo.–Fr./Sa./So.
701 (ISS Dome – Rath S-Bahn –) Heinrichstraße – Dreieck – Jan-Wellem-Platz – Steinstraße/Kö Stadtbahn – Karolinger Platz – Am Steinberg 28 10/10/15
ISS Dome – Heinrichstraße: 20/20/30
704 Derendorf Nord – Pempelforter Str. – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Karolingerplatz – Christophstraße 21 10/15/15
706 Am Steinberg – Oberbilker Markt – Brehmplatz – Jan-Wellem-Platz – Steinstraße/Kö Stadtbahn – Landtag – Franziusstraße – Hamm S-Bahn 35 10/15/15
707 Unterrath S-Bahn – Spichernplatz – Dreieck – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Bilk S-Bahn/Elisabethstraße – Franziusstraße – Hafen 29 10/10/15
709 Gerresheim Krankenhaus – Schlüterstraße – Flingern S-Bahn – Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Landtag – Südfriedhof – Neuss 33 20/30/30
Neuss Theodor-Heuss-Platz – Grafenberg: 20/25/30
715 (Unterrath S-Bahn –) Spichernplatz – Dreieck – Jan-Wellem-Platz – Steinstraße/Kö Stadtbahn – Oberbilk S-Bahn – Vennhauser Allee Stadtbahn 32 10/10/50
719 (Staufenplatz – Flingern –) Hauptbahnhof Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn – Landtag – Südfriedhof 22 10/–/–

Ergänzend zum neuen Liniennetz prüft die Stadt Düsseldorf die Einrichtung einer neuen Linie vom Hafen über Neusser- und Haroldstraße zum Jan-Wellem-Platz.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Typ Baujahr Fahrzeug-
nummer
Bauform Türart Anzeigen Einsatz (Linie) Bemerkungen
GT6
GT6
1956–1965 2301–2320, 2401–2440, 2501–3520, 2601–2515, 2621–2623 Hochflur Falttür Rollbandanzeigen alle Fahrzeuge wurden ausgemustert oder sind jetzt im Betrieb in Polen oder im Iran, einige sind heute als Museumsbahn unterwegs
GT8
GT8 (hier mit Beiwagen)
1956–1961, 1968/69 2310, 2351–2358, 2451–2458, 2552–2559, 2497–2499, 2651–2673 Hochflur Falttür Rollbandanzeigen alle Fahrzeuge wurden ausgemustert oder sind jetzt im Betrieb in Polen oder im Iran, einige sind heute als Museumsbahn unterwegs, letzte Personenfahrt am 21. Mai 2012
GT8S
GT8S
1973–1974 3201–3236 Hochflur Falttür Rollbandanzeigen Typ Mannheim, 1981 Umbau aus GT8S 3001–3036 in GTSU, teilweise abgestellt, Wagen 3211 nach Brand im Betriebshof Duisburg-Grunewald am 16. Februar 1983 verschrottet, letzte Personenfahrt am 10. Juni 2011
NF6
NF6
1996–1999 2101–2148 Niederflur Schwenkschiebetür Matrixanzeigen 703, 704, 706, 708, 713, 719 erste Niederflurstraßenbahn der Rheinbahn
NF8
NF8
2003 2201–2215 Niederflur Schwenkschiebetür Matrixanzeigen 704, 709, 713 kleinere Fahrzeuggattung zum NF10, 8-Achser
NF10
NF10
2000–2002 2001–2036 Niederflur Schwenkschiebetür Matrixanzeigen 701, 707, 709, 712 größere Fahrzeuggattung zum NF8, 10-Achser
NF8U
NF8U
2006–2007,
2010–2012
3301–3315,
3316–3376
Niederflur Schwenkschiebetür Wagen 3301–3315 Matrixanzeigen,
Wagen 3316–3376 LED–Anzeigen
703, 704, 706, 707, 708, 709, 712, 713, 715 zweite Bauserie verfügt über neue Linienwegmonitore in Form von LED–Anzeigen, Videoüberwachung und Ticketautomaten

ab 2015 auf der Wehrhahn–Linie im Einsatz

NF6[Bearbeiten]

1996 begann die Rheinbahn zu ihrem 100. Jubiläum, die Düsseldorfer Straßenbahn mit Niederflurfahrzeugen auszustatten. Als erstes Modell wurde der Wagentyp NF6 beschafft. Dieser wurde von Siemens und der Düwag produziert und ist die erste Niederflurstraßenbahn der Stadt Düsseldorf. Die Fahrzeuge haben eine Länge von 28,62 m und eine Wagenkastenbreite von 2,40 m. Im Fahrzeug finden 76+1 Fahrgäste auf Sitzen Platz sowie weitere 79 im Stehen. Die NF6 werden zumeist auf den Linien 703 in Doppeltraktion und auf den Linien 708 sowie 715 eingesetzt. 1999 wurde das letzte der 48 Fahrzeuge fertiggestellt und 2000 in Betrieb genommen. Die NF6 tragen die Fahrzeugnummern 2101–2148.

NF10[Bearbeiten]

Auch der NF10 ist ein Niederflurfahrzeug, das 2000-2002 in den Werken von Siemens und Düwag produziert wurde. Mit 39.980 mm ist es das längste einteilige Straßenbahnfahrzeug in den Diensten der Rheinbahn. Hier finden 234 Fahrgäste Platz, die sich auf sieben Wagenteile verteilen. Die Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h wird im Stadtbetrieb kaum erreicht. Eingesetzt wird das Fahrzeug auf den Linien 701, 707, 709 und 712. Im Volksmund wird der NF10 auch „Silberpfeil“ genannt. Die Fahrzeugnummern lauten 2001-2036.

NF8[Bearbeiten]

Die Niederflurstraßenbahn NF8 wurde 2003 in den Werken von Siemens und Kiepe produziert. Seinem Vorgängermodell NF10 gleicht dieser Wagentyp sowohl technisch als auch äußerlich. Der einzige Unterschied liegt in der Anzahl der Wagenteile: Statt aus sieben besteht er lediglich aus fünf Wagenteilen und wird daher auch „kleiner Silberpfeil“ genannt. Der NF8 hat auch mit acht Achsen zwei weniger als der NF10. Insgesamt hat das Fahrzeug 56 Sitz- und 112 Stehplätze. Die Fahrzeugnummern lauten 2201-2215.

NF8U[Bearbeiten]

Der NF8U ist das neuste Fahrzeug der Rheinbahn und wurde bei Siemens und Kiepe von 2006 bis 2007 und von 2010 bis 2012 eigens für die niederflurige U-Stadtbahnstrecke gebaut. Das 30,40 m lange und 2,40 m breite Fahrzeug schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Bei einer Antriebsleistung von 400 kW wird dieses Tempo auch schnell im Stadtverkehr erreicht. Mit der Eröffnung der Wehrhahn-Linie werden die NF8U der Straßenbahnflotte entnommen und den Stadtbahnfahrzeugen zugeordnet. Momentan ist das Fahrzeug auf den Linien 703, 704, 706, 707, 708, 709, 712 (Doppeltraktion), 713 und 715 unterwegs. Seine Bezeichnung „Silberpfeil II“ verdankt er dem Fahrzeugmodell NF10. Es gibt 170 Plätze, davon 50+4 Sitzplätze stehen den Fahrgästen zur Verfügung. Die Fahrzeugnummern lauten 3301-3376.

Betriebshöfe[Bearbeiten]

Betriebshof Heerdt[Bearbeiten]

Betriebshof Heerdt
Hauptartikel: Betriebshof Heerdt

Der von 1928 bis 1929 errichtete Betriebshof entstand nach den Plänen des Düsseldorfer Architekten Eduard Lyonel Wehner und steht seit 1997 unter Denkmalschutz.[1] Das im gleichnamigen Stadtteil am Handweiser gelegene Depot beherbergt – seit der ausschließlichen Bedienung der Strecke nach Neuss Hauptbahnhof mit Stadtbahnen – überwiegend Stadtbahntriebwagen der Typenreihen B80 und GTSU. Daneben sind einzelne Straßenbahntriebwagen, die auf den Linien 704 und 709 zum Einsatz kommen, in Heerdt stationiert. Das Kennzeichen des Betriebshofs in den Fahrzeugumläufen ist „H“.

Betriebshof Lierenfeld[Bearbeiten]

Der Betriebshof Lierenfeld befindet sich an der Lierenfelder Straße und ist derzeit der neueste Betriebshof der Rheinbahn. Er hat die ehemaligen Betriebshöfe Derendorf und Wersten ersetzt. Der Betriebshof besitzt Ausfahrten zur Erkrather Straße und zur Karl-Geusen-Straße. Sein Kennzeichen in den Fahrzeugumläufen ist „LS“ (für Lierenfeld Schiene).

Betriebshof Am Steinberg[Bearbeiten]

Ehemaliges Straßenbahndepot Am Steinberg

Bis zum Fahrplanwechsel am 12. Juni 2011 war dieser der älteste noch im Betrieb befindliche Betriebshof. Er konnte allerdings nicht von der Baureihe B80 oder B80D angefahren werden. Aufgrund der hohen Dienstmasse wurden auch keine GT8SU in der Wagenhalle abgestellt, da diese die Statik der Halle gefährdet hätten. Der NF8U wurde aufgrund seiner Wagenbreite auch nicht Am Steinberg abgestellt.

Am 19. Juni 2011 wurde der Betriebshof mit einem öffentlichen Fest verabschiedet. Über die zukünftige Nutzung wird derzeit noch diskutiert. Neben einer Initiative, den Betriebshof als Museum und Standort der historischen Bahnen zu erhalten, wird auch eine Nutzung für Veranstaltungen und als Künstleratelier diskutiert.[2][3]

Betriebshof Derendorf[Bearbeiten]

Bis 1992 existierte der Betriebshof Derendorf im Norden der Düsseldorfer Innenstadt. Er lag an der Münsterstraße in unmittelbarer Nähe des Mörsenbroicher Eis.[4]

Betriebshof Erkrather Straße[Bearbeiten]

Betriebshof Erkrather Straße51.2238666.799775

Geplanter Betriebshof[Bearbeiten]

In den ursprünglichen Stadtbahnplanungen der 1970er Jahre war ein neuer Betriebshof im Stadtteil Itter vorgesehen. Der Anschluss an diesen sollte über die Stammstrecken 1 und 3 erfolgen. Die Planungen wurden in den 1990er Jahren wieder diskutiert. Der Widerstand in der Bevölkerung führte zu einer verkleinerten Version, welche einige Jahre später präsentiert wurde. Dieses Projekt scheiterte letztlich an der Finanzierung. Zwischenzeitlich wurden auch andere Standorte für den absehbar größer werdenden Wagenpark der Stadtbahn diskutiert, dazu zählten Standorte in den Stadtteilen Holthausen und Bilk. Im letztgenannten Stadtteil befindet sich der bestehende Betriebshof Am Steinberg. Hier sollte in direkter Nähe an einer Autobahnanschlussstelle das neue Depot errichtet werden. Auch eine Erweiterung des bestehenden Betriebshofes wurde zu diesem Zeitpunkt erwogen. Der hohe finanzielle Aufwand bei gleichzeitig ausbleibender Förderung durch das Land NRW führte zu einer kostengünstigeren Lösung. So wurde bis 2010 der Betriebshof Lierenfeld erweitert.

Projekte[Bearbeiten]

Fertiggestellte Projekte[Bearbeiten]

Anschluss Medienhafen[Bearbeiten]

Medienhafen bei Nacht
Hafenbahn
719, (708)
   
weiter in Richtung Düsseldorf Hbf Logo Deutsche Bahn.svg S-Bahn Stadtbahn
   
Wupperstraße
   
Franziusstraße
   
weiter in Richtung D-Hamm S-Bahn Rhein-Ruhr
   
Speditionstraße
   
Medienhafen, Kesselstraße
   
Wendeschleife Kesselstraße

Der Medienhafen soll besser mit der Straßenbahn erreichbar werden. Es wurde über zwei verschiedene Varianten nachgedacht. Nachdem 2003 die Variante durch die Hammer Straße aufgrund von Anwohnerprotesten zurückgestellt wurde, soll die Straßenbahn nun durch die Gladbacher Straße fahren. Zusätzlich wurde geplant, eine Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum Medienhafen am Hafenbecken entlangzuführen. Diese Linie sollte mit Oldtimer-Wagen bedient werden und eine Touristenattraktion darstellen. Jedoch wurde diese Linie in jüngster Zeit aufgrund von hohen Baukosten und Befürchtungen der Wirte am Hafenbecken wieder verworfen.

Im Oktober 2012 wurde nun endgültig mit dem Bau der Verlängerung begonnen.[5] Die Neubaustrecke verläuft über die Franziusstraße und die Holzstraße in die Kesselstraße. Es sollen die neuen Haltestellen Speditionstraße und Kesselstraße entstehen. Diese werden auf Niederflurniveau gebaut. Am Ende der Strecke schließt sich eine zweigleisige Wendeschleife an. Die Kosten belaufen sich auf 6,5 Millionen Euro. Seit der Inbetriebnahme der Strecke am 8. Januar 2014 befährt zunächst die Linie 719 die neue Strecke, nach Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie und der Neustrukturierung des Liniennetzes, dann die 707.

Geplante Projekte[Bearbeiten]

Für die nähere Zukunft werden zurzeit mehrere Ausbauplanungen diskutiert. In Teilen sind diese auch im aktuellen Nahverkehrsplan niedergeschrieben.

Anschluss Universität[Bearbeiten]

Darüber hinaus soll die Linie 706 von ihrem bisherigen Endpunkt „Am Steinberg“ über die Himmelgeister Straße bis Universität-West verlängert werden, was die ÖPNV-Erschließung dieser bisher in erster Linie für den Autoverkehr gut erschlossenen „Campus-Universität“ noch einmal deutlich verbessern würde. Die gemeinsame Endstelle von 706 und U79 soll dann voraussichtlich im zentralen Bereich der Universität nahe der Mensa liegen, wobei der Zeitpunkt der Realisierung allerdings noch ungewiss ist.

Anschluss ISS Dome[Bearbeiten]

ISS Dome
Anschluss ISS Dome
701
   
weiter in Richtung Jan-Wellem-Platz
   
D-Rath S-Bahn Rhein-Ruhr
   
Theodorstraße
   
Am Hülserhof (ISS Dome)
   
Wendeschleife Theodorstraße

Im Sommer 2006 wurde in Rath der ISS Dome, Multifunktionsarena und neue Heimspielstätte des Eishockeyclubs Düsseldorfer EG, errichtet. Die schon im Vorfeld geplante Anbindung an das Düsseldorfer Straßenbahnnetz, durch die Verlängerung der Linie 701 über die bisherige Endstelle Rath S-Bahn hinaus,[6] wird voraussichtlich 2015 in Betrieb gehen.

Am 8. Februar 2013 erschien ein Bericht in der Rheinischen Post, aus dem hervorging, dass die Stadt Düsseldorf nun nach mehrjährigen Verhandlungen das letzte Grundstück kaufen kann, um die Strecke der Linie 701 endgültig vom Rather S-Bahnhof bis zur Veranstaltungshalle ISS Dome zu verlängern. Der Bau des neuen Streckenabschnitts soll voraussichtlich rund ein Jahr dauern. Die Planung für die Verlängerung gebe es bereits, die Trasse in der Mitte der Theodorstraße sei bereits vorbereitet für die neuen Gleise. Bis zur Fertigstellung der Verlängerung müssten die Besucher des ISS Dome noch mit Bussen vom Rather oder Unterrather S-Bahnhof zur Halle des ISS Dome fahren. Neben der Anbindung des ISS Dome sei es auch wichtig, dass die Mitarbeiter der Unternehmen, die an der Theodorstraße bereits seien oder bald sein würden, möglichst schnell durch die neue Straßenbahnverlängerung zu ihrem Arbeitsplatz kämen. Auch die Verantwortlichen des Eishockey-Klubs DEG unterstützen laut dem Bericht die neue Verlängerung zum ISS Dome.[7]

In einem weiteren Artikel der Rheinischen Post am 28. März 2013 stellte Verkehrsdezernent Stephan Keller auch den Zeitplan nach dem Kauf des letzten Grundstückes vor: Bis die Baugenehmigung der Bezirksregierung vorläge könne es bis zu sechs Monaten dauern. Die anschließende europaweite Ausschreibung des 28 Millionen Euro teuren Bauvorhabens erfordere ebenfalls bis zu sechs Monate. "Wir streben an, dass die 701 ab 2015 endlich bis zur Theodorstraße fahren kann." Dieser Termin sei besonders wichtig, da dann auch die Wehrhahn-Linie fertiggestellt werden soll.[8]

Anschluss Fachhochschule[Bearbeiten]

Vom Bündnis 90/Die Grünen wurde vorgeschlagen, die Linie 708 zum Campus der Fachhochschule Düsseldorf zu verlängern.[9] Sie soll vom jetzigen Endpunkt in Düsseltal u.A. durch die Münsterstraße zur Merzinger Straße verlängert werden, wo die Endhaltestelle ausgebaut werden würde. Die Stadtverwaltung hält diese Verlängerung mit Kosten von 1,4 Millionen Euro für zu teuer, während SPD und Linke neben den Grünen auch mit der Strecke sympathisieren.[10] Die Parteien haben vor, die Verlängerung im Stadtrat durchzusetzen.

Der Hintergrund der Verlängerung ist die geplante Stilllegung der Linie, als deren Ersatz auf der Strecke die neue Stadtbahn U71 fahren soll: Da die Anwohner des Stadtteils Düsseltal dagegen Sturm gelaufen sind, hat die "Ampelkoalition" vor, der 708 zumindest zu erhalten; um für die Linie aber zusätzlichen Verkehrswert und einen attraktiveren ÖPNV zu erreichen, müsse die 708 jedoch laut den Grünen verlängert werden.Zunächst haben jene Parteien jedoch vor, einen Probelauf der Linie bis zum Polizeipräsidium zu starten.[11]

Neugliederung des Liniennetzes[Bearbeiten]

Aufgrund der Eröffnung der Wehrhahn-Linie Ende 2015 muss das Liniennetz neu strukturiert bzw. nummeriert werden, da die Straßenbahnlinien 703, 712 und 713 komplett, die Linie 701 auf dem Abschnitt Bilk–Benrath Betriebshof und die Linie 707 auf dem Abschnitt Bilk–Universität Ost/Botanischer Garten durch die neuen U-Bahn-Linien U71, U72 und U73 ersetzt werden. Ebenfalls wird die Straßenbahnstrecke Jan-Wellem-Platz–Bilk abgebaut, so dass die Linien 706 und 715 ebenfalls neue Linienwege erhalten müssen.

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Dörnemann: 100 Jahre Rheinbahn / Im Rheinbahnland. DuMont Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7701-3705-1.
  • Dieter Höltge: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland Band 4: Ruhrgebiet von Dortmund bis Duisburg. EK-Verlag, 1994, ISBN 3-88255-334-0.
  • Landeshauptstadt Düsseldorf Amt für Verkehrsmanagement: Nahverkehrsplan 2002–2007. Veröffentlichung, Düsseldorf 2003.
  • Reinhard Manter: 100 Jahre Rheinbahn / Unter dem Flügelrad. DuMont Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7701-3705-1.
  • Hans G. Nolden: Die Düsseldorfer Straßenbahn. GeraMond Verlag, München 1998, ISBN 3-932785-02-9.
  • Rheinische Bahngesellschaft: Kleine Chronik des Düsseldorfer Nahverkehrs. Rheinische Bahngesellschaft AG, Düsseldorf 1956.
  • Axel Schild, Dieter Waltking: Die Rheinbahn Stadtverkehr in und um Düsseldorf. alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-327-0.
  • Axel Schild, Dieter Waltking: Die Rheinbahn Stadtverkehr in und um Düsseldorf. 2. Auflage. alba, Düsseldorf 1985, ISBN 3-87094-331-9.
  • Axel Schild, Dieter Waltking: Die Rheinbahn Stadtverkehr in und um Düsseldorf. 3. Auflage. alba, Düsseldorf 1996, ISBN 3-87094-355-6.
  • Richard Jacobi, Dieter Zeh: Die Geschichte der Düsseldorfer Straßenbahn Von der Pferdetram zur Stadtbahn. EK-Verlag, Freiburg 1986, ISBN 3-88255-401-0.
  • Richard Jacobi, Dieter Zeh: Die Geschichte der Düsseldorfer Straßenbahn Von der Pferdetram zur Stadtbahn. 2. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1995, ISBN 3-88255-401-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege
  2. Jürgen Heimann: Am Steinberg: Letzte Fahrt aus dem Rheinbahn-Depot Auf: wz newsline (abgerufen 20. Juni 2011, 22:32)
  3. Ulrich Hoeck: Straßenbahndepot: Hunderte kamen zum Abschied. Auf: wz newsline (abgerufen 20. Juni 2011, 22:02)
  4. Lage des ehemaligen Betriebshofes
  5. Landeshauptstadt Düsseldorf, 3. Oktober 2012: Haushalt 2011 – Die geplante Verkehrserschließung Öffentlicher Verkehr – Straßenbahn MedienHafen
  6. Ausbauplanungen des Netzes in und um Düsseldorf - Wehrhahn-Linie - in Bau
  7. Artikel aus der Rheinischen Post vom 8. Februar 2013: "Düsseldorf – Bahnen fahren bald bis zum ISS Dome"
  8. Artikel aus der Rheinischen Post vom 28. März 2013: "Düsseldorfer Stadtteile – Rath wird besser angebunden"
  9. Artikel aus der Rheinischen Post am 27. August 2014: "Bahnlinie 708 verlängern statt streichen"
  10. Artikel aus der Rheinischen Post am 10. September 2014: "Stadt hält Ausbau der Linie 708 für zu teuer"
  11. Artikel aus der Rheinischen Post vom 12. September 2014: "Linie 708 bleibt in voller Länge erhalten"