Der junge Mr. Lincoln

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Filmdaten
Deutscher Titel Der junge Mr. Lincoln
Originaltitel Young Mr. Lincoln
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1939
Länge 100 Minuten
Stab
Regie John Ford
Drehbuch Lamar Trotti
Produktion Kenneth Macgowan
Darryl F. Zanuck/Twentieth Century Fox
Musik Alfred Newman
Kamera Bert Glennon,
Arthur Miller
Schnitt Walter Thompson
Besetzung

Der junge Mr. Lincoln (im Original Young Mr. Lincoln) ist eine US-amerikanische Filmbiografie von John Ford aus dem Jahre 1939 über das frühe Leben des späteren US-Präsidenten Abraham Lincoln. Das Drehbuch basiert auf einer Erzählung von Drehbuchautor Lamar Trotti. Die deutsche Premiere fand im deutschen Fernsehen (ZDF) am 11. Mai 1972 statt.

Handlung[Bearbeiten]

New Salem, Illinois im Jahre 1832. Der junge Abraham Lincoln kandidiert für das Staatsparlament. Nach einer Ansprache verkauft er an eine durchziehende Siedlerfamilie namens Clay Lebensmittel im Austausch für die Ausgabe eines Gesetzbuches. An einem Fluss studiert Lincoln das Buch und ist vom Text angeregt. Seine Jugendliebe Ann Rutledge ermutigt ihn, seine Studien fortzusetzen. Als Ann unerwartet stirbt, verlässt Lincoln das elterliche Geschäft und geht nach Springfield, um mit seinem Freund John Stuart eine Anwaltskanzlei zu eröffnen. Am Unabhängigkeitstag begegnet er seiner späteren Frau Mary Todd und seinem späteren politischen Gegner Stephen Douglas.

Noch in der gleichen Nacht beschuldigt J. Palmer Cass die beiden Brüder Matt und Adam Clay des Mordes an Scrub White. Sie bekennen sich schuldig, doch die einzige Augenzeugin, ihre Mutter Abigail, weigert sich, das zu bezeugen. Die Zuschauer rotten sich zu einem Lynchmob zusammen, der erst durch Lincoln gestoppt wird, der sich zum Rechtsanwalt der Brüder macht. Mary Todd, die von Lincolns Mut beeindruckt ist, lädt ihn zu einer Party ins Haus ihrer Schwester und deren Ehemann, Ninian Edwards, ein. Auch Douglas ist auf der Feier, doch Mary kann Lincoln an ihm vorbeilotsen. Später reitet Lincoln zu Clays Hütte. Dort trifft er die Mutter an und lernt die Schwiegertochter Sarah und Carrie Sue, Adams Verlobte, kennen. Mit seiner bodenständigen Logik appelliert Lincoln bei der Verhandlung an die Geschworenen, das Gesetz einfach als eine Frage von Richtig und Falsch anzusehen. Staatsanwalt John Felder ruft Abigail Clay in den Zeugenstand. Er bietet ihr das Leben eines ihrer Söhne an, wenn sie ihm den Namen von Whites Mörder nenne. Abigail verweigert die Aussage. Lincoln erhebt Einspruch gegen Felders Strategie, der daraufhin Lincoln mangelnde Erfahrung vorwirft. Felder ruft nun den überraschten Cass in den Zeugenstand. Der bezeugt, dass Matt Clay das Opfer White erstochen habe, er habe es im Mondschein gesehen.

Noch am gleichen Abend erhält Lincoln Besuch von Richter Bell, der ihm vorschlägt, den erfahreneren Douglas zu Rate zu ziehen. Doch Lincoln will die beiden Brüder alleine verteidigen. In einem landwirtschaftlichen Almanach findet Lincoln heraus, dass zum Zeitpunkt von Whites Tod der Mond schon untergegangen war. Somit war Cass gar nicht in der Lage, den Mord zu beobachten. Mit dieser Tatsache konfrontiert, gesteht Cass, den Mord selber begangen zu haben. Nach dem Freispruch für die Brüder wird Lincoln von Mary und Douglas, der in ihm einen würdigen Gegner sieht, beglückwünscht. Die Familie Clay setzt ihre Reise fort.

Kritiken[Bearbeiten]

„Biografischer Film über den Anfang der Karriere des berühmten amerikanischen Präsidenten; in der Zeichnung der Hauptfigur etwas naiv, doch atmosphärisch dicht und glaubwürdig, von Henry Fonda überzeugend gespielt. Ein bis in Einzelheiten originell, durchdacht und menschlich echt wirkender Film.“

Lexikon des internationalen Films [1]

„Das beeindruckende Werk über den Start der Karriere des späteren US-Präsidenten Abraham Lincoln ist ein stimmiges, gut gespieltes Zeitbild. Allerdings wirkt die veraltete (mitunter auch ziemlich fehlerhafte) Synchronisation oft sehr naiv ("Als ich noch ein kleiner Hosenmatz in Kentucky war." u.ä.). Trotzdem ist dies ein großartiger Film-Genuss!“

Zeitschrift Prisma [2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1940

2003 wurde der Film ins National Film Registry des National Film Preservation Board aufgenommen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Budget der Produktion lag bei ca. 1,5 Millionen US-Dollar. [3] Gedreht wurde in Sacramento, Kalifornien.

Als Vorlage für den Mordfall Clay in diesem Film diente der reale Mordfall Armstrong in Springfield 1858. Abraham Lincoln verteidigte dabei William Armstrong, der des Mordes an James Preston Metzker angeklagt war. Ebenso wie im Film gab der Augenzeuge Charles Allen zu Protokoll, er habe im Mondschein gesehen, dass Armstrong Metzker getötet habe. Lincoln wies nach, dass zum Zeitpunkt des Mordes der Mond schon untergegangen sei. Armstrong wurde freigesprochen.

Dies ist der letzte Film von Alice Brady, Oscar-Gewinnerin 1938. Sie verstarb fünf Monate nach der Uraufführung des Filmes im Alter von 46 Jahren an Krebs. Milburn Stone ist durch seine Rolle als Doc Adams in der TV-Western-Serie Rauchende Colts bekannt geworden.

Drehbuchautor Lamar Trotti gewann 1945 dann einen Oscar, wiederum für eine Biografie eines US-Präsidenten: Wilson von Henry King. Komponist Alfred Newman, der in seiner Karriere neun Oscars gewinnen konnte, arbeitete mit dem musikalischen Direktor des Filmes, dem Oscar-Gewinner von 1935 Louis Silvers zusammen. Richard Day (sieben Oscars) und Thomas Little (sechs Oscars) sorgten für die Ausstattung, Stund-Koordinator war Yakima Canutt.

McOne bringt eine DVD (Dolby Digital 2.0 Mono) im originalen Vollbild 1,33:1 heraus. Die DVD enthält die englische und die deutsche Tonspur.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=10834
  2. http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=1939_der_junge_mr_lincoln
  3. http://www.imdb.com/title/tt0032155/business

Weblinks[Bearbeiten]